DD225898A1 - Mittel zur anlockung und bekaempfung von ocnerostoma friesei - Google Patents

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ocnerostoma
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DD26272584A
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Inventor
Dietrich Haeussler
Walter Geyer
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Inst Forstwissenschaften
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  • Heterocyclic Carbon Compounds Containing A Hetero Ring Having Oxygen Or Sulfur (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft einen Insektenlockstoff auf der Basis von 1-Isobutoxy-2,3-epoxy-propan der Formel CH2-CH-CH2-O-CH2-CH-CH3OCH3Die erfindungsgemaesse Verbindung kann unverduennt oder in Verbindung mit einem oder mehreren Zusatzstoffen auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes eingesetzt werden. Durch die Anwendung der erfindungsgemaessen Verbindung koennen rationelle und biozoenoseschonende Ueberwachungs- und Bekaempfungsverfahren verwirklicht werden.

Description

Titel der Erfindung
Mittel zur Anlockung und Bekämpfung von Ocnerostoma friesei (Xiefernnadelmotte)
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen Insektenlockstoff auf der Basis von 1—Isobutoxy-2,3-epoxy-propan zum Anlocken und zur Bekämpfung von Ocnerostoma friesei (Eiefernnadelmotte) .
Charakteristik der "bekannten technischen Lösungen
Bei der Suche nach, neuen, insbesondere umweitschonenden Methoden der Schädlingsbekämpfung haben seit einigen Jahren die Insektenlockstoffe (Pheromone) steigendes Interesse gefunden. Ihr Vorteil auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes liegt in ihrer außergewöhnlichem Selektivität, die jeweils nur auf eine einzige Art, allenfalls auf eine eng begrenzte Zahl von Arten gerichtet ist, andere Arten dagegen unbeeinflußt läßt. Mit Hilfe von Pheromonen ist es daher möglich, eine bestimmte Schädlingsart gesielt zu bekämpfen, ohne das ökologische Gleichgewicht mehr als nötig zu stören. Pheromone werden von zahlreichen Insekten ausgeschieden und üben auf andere Individuen derselben Species eine bestimmte Signalwirkung aus. Insbesondere gilt dies für die Sexualpheromone, die von den Weibchen einer Insektenart produziert werden, um Männchen derselben Species zum Zweck der Kopulation anzulocken. Dieses Phänomen kann man sich bei der Schädlingsbekämpfung auf dreierlei Weise zunutze machen:
1 . Duron Auslegen von Düftködern, die über weite Stracken hinweg die Männchen einer Schädlingsart anlocken, so daß sie an Ort und Stelle mit herkömmlichen Mitteln gezielt vernichtet werden können ("Abfangtechnik");
2. Durch flächenmäßige Ausbringung von relativ hohen Konzentrationen des Pheromone, wodurch die zu bekämpfende Insektenpopulation desorientiert und an der Kopulation gehindert wird ("Konfusionstechnik");
3. Durch Auslegen von Fallen zur Ermittlung der Besatzdichte einer Schädlingsart in einem bestimmten Gebiet und damit des günstigsten Zeitpunktes für eine Bekämpfung mit konventionellen Methoden ("Monitortechnik").
Die Kiefernnadelmotte Ocnerostoma friesei ist ein Forstschädling, dessen Raupen die Nadeln verschiedener Species der Gattung Pinus, insbesondere Pinus siivestris, durch Minierfraß zerstören. Unter günstigen äußeren Bedingungen kommt es zeitweilig zum schnellen Aufbau (Gradation) einer schädlichen Population, was zu schweren Schäden und letztlich zu erheblichen Ertragsmindarungen führen kann. Es ist' daher von besonderer Bedeutung, die Besatzdichte von Ocnerostoma friesei·regelmäßig zu überwachen, um den Aufbau einer schädlichen Population frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen treffen zu können.
Eine verläßlich Methode zum sicheren und einfachen Nachweis des Schädlings vor Beginn des Populationsaufbaus bzw. zu seiner Bekämpfung fehlte bisher, da der Sexuallockstoff von Ocnerostoma friesei nicht bekannt war (SHOREY, H.H.; Mc KELVEY, J.J.: Chemical Control of insect Behaviour, John Wiley u. Sons, 1977, 417 S.).
Es ist jedoch bekannt, daß Sexuallockstoffe von Lepidopteren häufig aus einfachen Derivaten von Mono- bzw. Dienen mittlerer Kettenlänge, insbesondere Alkoholen, Aldehyden und Acetaten, bestehen (Tetrahedron 33 (1977), 1845 ff.)·.
Z-iel der Erfindung
Die Erfindung hat ein Mittel zur Anlockung und Bekämpfung der Kiefernnadelmotte zum Ziel, das einen sicheren, rationellen Nachweis des Schädlings und eine biozönoseschonende Bekämpfung ermöglicht.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Mittel zur Anlockung und Bekämpfung der Kiefernnadelmotta zur Verfügung zu stellen. Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, Λ -Isobuto2:y-2,3-epoxy-propan auf Grund seiner anlockenden Eigenschaften auf Ocnerostoma friesei als Wirkstoff zu verwenden
Überraschenderweise wurde gefunden,, daß i-Jsobutoxy-2,3-epozy-propan CH- - CH - CHp - 0 - CH? - CH - CH3
x 0
selektiv und hochspezifisch die männlichen Falter von Ocnerostoma friesei anlockt.
Zur anwendungsgerechten Formulierung des Wirkstoffs kommen sowohl flüssige als auch feste Präparationen in Frage. Der Wirkstoff ist auch unverdünnt verwendbar. Um eine genaue Abgabe des Lockstoffs zu erreichen, löst man ihn in geeigneten Verdünnungsmitteln. Dazu können alle reaktionsinerten,-flüchtigen organischen Lösungsmittel, wie hochsiedende, aromatische, aliphatisch^ oder cycloaliphatische Verbindungen verwendet ?;erden. Neben Kohlenwasserstoffen eignen sich Ester, Äther oder Ketone besonders gut. Typische Vertreter dieser Klassen sind z. 3. Xylol, Me thy!naphthaline, Paraffinöle, Cyclohexan, Äthylglykolace tat, Isophoron und Dibutylphthalat. Diese Lösungsmittel können allein oder in Mischung mit anderen Komponenten Verwendung finden.
Die Geschwindigkeit der Verflüchtigung.läßt sich durch das Auflösen des Lockstoffs in einer im wesentlichen geruchsfreien, reaktiosinerten, viskosen Flüssigkeit verringern. Dazu stellt man Lösungen in pflanzlichen, tierischen oder synthetischen Ölen oder Fetten und anderen verdunstungshemmenden Lösungsmitteln mit niedrigem Dampfdruck (wie z. B. Polyäthylenglykol oder Silikonöl) zum Zwecke der Wirkungsverlängerung her.
Weiterhin ist es möglich, den Wirkstoffen oder an natürliche oder synthetische faste Träger wie Gummi, Kork, Zellulose, Kunststoffe, gemahlene Kohle, Holzmehl, Silikate, Bimskies, gebrannten Ton oder andere feste Trägerstoffe zu "binden oder in speziellen Kapselformulierungen oder Kunststoff be hai tern einzusetzen, um so eine gleichmäßige Abgabe an die Luft über einen längeren Zeitraum hinweg zu erreichen. Außerdem kann der Wirkstoff aus geeigneten Behältern (Kapillaren oder anderen Gefäßen) durch enge Öffnungen zur Verdunstung gebracht werden, wodurch man über längere Zeiträume hinweg besonders gleichmäßige Duftkonzentrationen erreicht. Der Gehalt dieser Zubereitungen an Wirkstoff kann innerhalb weiter Grenzen schwanken. Generell darf das Verhältnis Wirkstoff : Zusatzstoff im Bereich von 10:1 bis 1 : 1O? liegen. In Kapseln oder anderen, geeigneten Behältern läßt sich z. B. der Wirkstoff in reiner, unverdünnter Form anwenden und sein Gewichtsanteil, bezogen auf die Gesamt formulie rung, darf sehr hoch sein und bis zu 90 % betragen. Im allgemeinen genügen jedoch sehr geringe Wirkstoffkonzentrationen in den Zubereitungen, um eine Lockwirkung auf Ocnerostoma friesei - Männchen auszuüben. Bevorzugt ist ein Mengenverhältnis Wirkstoff : Zusatzstoff von 10 : 1 bis 1 : 10000.
Das erfindungsgemäße Mittel kann auf verschiedene Weise Verwendung finden. Z. B. kann man Fallen auslegen, die mit 1-Isobutoxy-2,3-epoxy-propan -bzw. einer Formulierung desselben imprägniert sind. Hierdurch kann man die genaue
Populationsdichte von Ocnerostoma friesei bestimmen und, sobald diese eine kritische Grenze erreicht hat, eine Bekämpfung mit konventionellen Mitteln durchführen. Für diese Methode eignen sich am "besten Formulierungen mit schwerflüchtigen Zusatzstoffen, die den Wirkstoff protahiert abgehen, wie Gummi, Zellstoff, Wachse, Polymerisate oder verdunstungshemmende, schvverflüchtige öle, Paraffine oder Polyäthylenglykol, sowie Formulierungen in Kapseln oder anderen Behältern (Kapillaren), die den Lockstoff entweder durch ihre Wandungen oder durch enge Öffnungen abgehen* Die Wirkstoff-Konzentration liegt hier im allgemeinen im Bereich von i : 10 bis 1 : 107.
Man kann weiterhin den Wirkstoff mit einem Kontakt- oder Frai3insektizid kombinieren und auf diese Weise die angelockten Männchen direkt vernichten. Die Wirkstoffkonzentration liegt hierbei in den gleichen Größenordnungen wie oben.
Schließlich kann man den Wirkstoff auch in vergleichsweise hohen Konzentrationen ausbringen, um die Männchen durch Desorientierung und Konfusion an der Paarung zu hindern. Hierfür werden im allgemeinen Formulierungen mit höheren Wirkstoff gehalten (10 : r bis 1 : icA) eingesetzt.
Ausführungsbaispiele Beispiel 1
Leimfallen mit eingelegten Glaskapillaren von ca. 1 mm Durchmesser, die mit jeweils 1 mg einer Prüfsubstanz gefüllt waren, wurden in einem von Ocnerostoma friesei befallenen 7/aldgebiet ausgehängt. Verschiedene Prüf substanzen wurden auf diese Weise auf ihre anlockende Wirkung gegenüber Ocnerostoma friesei untersucht. Nach Abschluß der Versuchsreihe war das Ergebnis folgendes:
Tabelle I Prüfsubstanz Männchen/Falle
i-IsolDUtosy-2,3-apoxy-propan
182 andere Verbindungen -
Weibchen wurden nicht gefangen.
Damit war erwiesen, daß .I-Isobut02:7-2,3-epoxy-propan sich wie ein Sexualpheromon von Ocnerostoma friesei verhält.
Beispiel 2
In einer zweiten Yersuchsssrie wurden Leimfallen mit eingelegten Grlaskapillaren, die mit i-Isobutoxy-2,3-epoxT-propan - jeweils 1 mg Wirkstoff in Polyäthylenglykol gelöst gefüllt waren, wie oben beschrieben, ausgelegt und ab Beginn der Flugzeit von Ocnerostoma friesei kontinuierlich beobachtet. Ss sollte die Signung des erkannten Lockstoffe s in Fallen zur Bestimmung des Flugmaximums untersucht werden.
Tabelle 11
Fangzahlen von Ocnerostoma friesei in Leiiafallen, beködert mit je 1 mg 1-Isobutoxy-2,3-epoxy-propan
Datum Anzahl gefangener Männchen/Falle
26.04.1983 1
29.04.1983 9
02.05.1983 18
06.05.1983 ^7
10.05.1983 68
17.05.1983 128
20.05.1983 56
24.05.1983 14
30.05.1983 6 06.06.1983 . 1 10.06.1983 -
Ss konnte festgestellt werden, daß sich die erfindungsgemäße Verbindung gut eignet, das Maximum des Fluges von Ocnerostoma friesei zu bestimmen.

Claims (4)

  1. Erfindungsanspruch
    1. Mittel zur Anlockung und Bekämpfung von Ocnerostoma friesei (Ki8f3rnnadelmotte), gekennzeichnet dadurch, daß sie 1-Isobutoxy-2,3-epoxy-propari enthalten.
  2. 2. Mittel gemäß Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß sie den Wirkstoff in Kombination mit einem oder mehreren Zusatzstoffen in einem Gewichtsverhältnis Wirkstoff: Zusatzstoffe im Bereich von 10 : 1 bis 1 : 10' enthalten.
  3. 3. Mittel gemäß Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß das Verhältnis Wirkstoff: Zusatzstoffe im Bereich von 10 : 1 bis 1 : 104 liegt.
  4. 4. Mittel gemäß Punkt 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß der Wirkstoff unverdünnt oder im Verhältnis Wirkstoff:
    «7
    Zusatzstoffe im Bereich bis zu 10 vorliegt.
    £. Mittel gemäß Punkt 1 bis k3 gekennzeichnet dadurch, daß sie neben dem Wirkstoff andere Insektenbekämpfungsmittel ' oder weitere für Insekten biologisch wirksame Substanzen enthalten, .
DD26272584A 1984-05-07 1984-05-07 Mittel zur anlockung und bekaempfung von ocnerostoma friesei DD225898A1 (de)

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