DD227996A1 - Elektrochemische trocknung und entsalzung von feuchtem mauerwerk - Google Patents

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Peter Friese
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur elektrochemischen Entfernung loeslicher Salze aus feuchtem Mauerwerk mit anschliessender elektroosmotischer Trocknung. Erfindungsgemaess wird das mit einer Anordnung erreicht, bei der Anodenplatten so an das zu trocknende Mauerwerk angesetzt werden, dass sich zwischen Anodenplatte und Mauerwerk eine feuchte Zwischenschicht mit grossen Anteilen an Calciumhydroxid und Calciumcarbonat befindet. Im elektrischen Feld wandern Chloridionen zur Anode und reichern sich dort an. Dabei wird Calciumchlorid gebildet, dass aus der Umgebung Wasser anzieht und als Calciumchloridloesung nach unten in ein Auffanggefaess abfliesst. Ist der Elektrolytgehalt im Mauerwerk unter einen bestimmten Wert abgesunken, so setzt Elektroosmose ein und das Mauerwerk wird getrocknet. Figur

Description

Berlin, den 22. 7. 1982 251/4768/111
Erfinder
Dr, Peter Friese
Elektrochemische Trocknung und Entsalzung von feuchtem Mauerwerk
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Methode zur schnellen Trocknung von feuchtem Mauerwerk mit Hilfe der Elektroosmose· Gleichzeitig werden aus dem Mauerwerk die löslichen Salze, insbesondere die meist hygroskopischen Chloride entfernt. Das Verfahren ist einfach zu handhaben und kann mit Erfolg auch dort eingesetzt werden, wo die üblichen elektroosmotischen Verfahren versagen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen Zur Trocknung von Mauerwerk sind verschiedene elektroosmotisch^ Verfahren entwickelt worden. Angewendet wird hauptsächlich das "passive Verfahren", bei dem Metallstäbe so in das Mauerwerk eingebracht werden, daß ein Potentialausgleich zwischen Erde und Mauerwerk erzielt wird. Aktive elektroosmotische Verfahren, d. h. Verfahren bei denen zwischen Erde und Elektroden im Mauerwerk eine Gleichspannung angelegt wird, werden seltener angewendet, weil Elektrodenmaterialien mit ausreichender Korrosionsfestigkeit zu teuer sind.
Die passiven Verfahren haben zwei wesentliche Nachteile:
- Die Trocknung des Mauerwerkes dauert zu lange,
- Mit dem passiven Verfahren können nur weniger als 50 % der Bauwerke mit aufsteigender Feuchtigkeit getrocknet werden.
Die üblichen elektroosmotischen Verfahren versagen, wenn der Gehalt an löslichen Salzen - insbesondere an Chloriden - im Mauerwerk bestimmte Grenzwerte überschreitet. So wurde zur Entsalzung des Mauerwerkes bereits vorgeschlagen, korrosionsfeste Elektroden im Mauerwerk einzusetzen und die Ghloridionen anodisch zu elementarem Ghlor zu entladen, das dann in die Außenluft entweichen kann (WP E 04 B/233 615). Ein Teil der Chloridionen wird dabei als Calciumchlorid, das als Lösung in unmittelbarer Hähe der Anoden aus dem Mauerwerk ausfließt, aus dem Mauerwerk entfernt. Dieses Verfahren ist verhältnismäßig aufwendig, besonders dann, wenn korrosionsfeste Anoden wie z. B.. platinierte Titanstäbe oder Glasgraphit aus wirtschaftlichen Gründen nicht verwendet werden können.Weniger korrosionsfeste Anodenmaterialien wie Eisen -oder Aluminiumelektroden müssen in bestimmten Zeitabständen erneuert werden, was mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden ist. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens ist die Geruchsbelästigung durch das dabei auftretende elementare Chlor.
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Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist eine einfache Methode zur schnellen elektroosmotischen Trocknung und Entsalzung von Mauerwerk, das bei allen Bauwerken mit aufsteigender Feuchtigkeit eingesetzt werden kann, auch dann, wenn das Mauerwerk große Anteile an löslichen Salzen enthält.
Aufgabe der Erfindung;
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in einem Arbeitsgang lösliche Salze, insbesondere Chloride, aus dem Mauerwerk zu entfernen, ohne das elementares Chlor entsteht und gleichzeitig das Mauerwerk elektroosmotisch zu trocknen·
Merkmale der Erfindung
Erfindungsgemaß wird das dadurch erreicht, indem Anoden von außen so an die zu trocknende Wand angesetzt werden, daß sich zwischen Wand und Anode eine feuchte Zwischenschicht mit großen Anteilen von Calciumhydroxid und Calciumcarbonat befindet. Wird zwischen Anode und Erderstab eine Gleichspannung angelegt, so wandern die Chloridionen im elektrischen Feld zur Anode und Calciumionen aus dem Anodenraum ins Mauerwerk. Die Chloridionen reichern sich an der Anode an und bilden mit den überschüssigen Calciumsalzen Calciumchlorid, das stark hygroskopisch ist und deshalb aus der Umgebung Wasser anzieht. Die dabei entstehende Cal'ciumchloridlösung sickert durch die Zwischenschicht zwischen Anode und Wand nach unten und kann mit einer geeigneten Vorrichtung aufgefangen werden Werden als Anodenmaterialien Eisen, Alur minium oder andere unedle Metalle verwendet, so gehen diese Metalle langsam anodisch in Lösung und fließen zusammen mit der Calciumchloridlösung aus dem Anodenraum aus. Die Korrosionsgeschwindigkeit der Anodenmaterialien ist dabei um so größer, je höher der Chloridgehalt im Mauerwerk ist. Ist der Chloridgehalt im Mauerwerk unter eine bestimmte Grenze abgesunken, so setzt eine elektroosmotische Strömung des Mauerwassers in Richtung Erde ein und das Mauerwerk trocknet aus. Sowohl die Wanderungsgeschwindigkeit der Chloridionen zur Anode als auch die Geschwindigkeit der elektroosmotischen Trocknung des Mauerwerkes nehmen mit steigender Spannung zu. Deshalb sollte mit möglichst hohen Spannungen gearbeitet werden, um eine schnelle Trocknung des Mauerwerks zu erreichen. Die wesentlichen Vorteile des Verfahrens sind, daß einmal eine schnelle Entsalzung ohne lästige Chlorentwicklung erzielt wird und zum anderen das Mauerwerk nicht durch Bohrungen oder andere mechanische Eingriffe beschädigt wird.
Eine elektroosmotische Anlage dieser Art kann darüber hinaus ohne größeren materiellen und arbeitsmäßigen Aufwand installiert werden.
Ausführungsbeispiel
Es soll Mauerwerk eines Gebäudes trockengelegt werden, das durch aufsteigende Feuchtigkeit naß ist und so große Mengen an Chlorid·
ionen enthält, daß eine elektroosmotiache Trocknung mit den z. Z. üblichen Verfahren nicht möglich ist· Dazu wird eine Anlage installiert, wie sie in der Figur dargestellt ist. An das zu trocknende Mauerwerk (Wand) 1 wird ein kastenförmiger, oben offener Behälter 2 aus PVC oder Polyäthylen befestigt. Eine elektrisch leitende Platte aus Graphit, Eisen, Aluminium oder anderen Materialien fungiert als Anode 3 und wird so in den Behälter 2 gestellt, daß zwischen der Anode 3 und dem Mauerwerk 1 eine feuchte Zwischenschicht 4 verfüllt werden kann, die zweckmäßigerweiae aus einer Mischung von 40 % gelöschtem Kalk, 40 % Kalkstein und 20 % Kies besteht. Der untere Teil der Zwischenschicht 4 besteht aus Kalkstein 5 mit einer Körnung von 2 bis 5 mm· Zwischen dem Erderstab 6 und der Anode 3 wird eine Gleichspannung von etwa 40 Y angelegt. Dabei wandern die Chloridionen aus dem Mauerwerk 1 an die als Anode 3 geschaltete Platte und bilden dort Calciumchlorid, das als wäßrige Lösung nach unten durchsickert und durch ein Loch im Behälter in das Auffanggefäß 7 ablaufen kann.
Die Zwischenschicht 4 verarmt dabei an Calciumsalzen, die wenn notwendig - von oben nachgefüllt werden können. Auch die Anodenplatte 3 kann ohne Schwierigkeiten erneuert werden. Ist der Gehalt an Chloridionen im Mauerwerk unter einen bestimmten Wert abgesunken, so setzt die elektroosmotisch^ Strömung des Mauerwassers in Richtung Erde ein, und die verbleibenden Chloridionen werden mit dieser Strömung nach unten abtransportiert. Das äußert sich in der Weise, daß keine Calciumchloridlösung mehr in das Gefäß 7 fließt· Es ist zweckmäßig, das Mauerwerk 1 dann mit destilliertem Wasser anzufeuchten, um die Chloridionen möglichst vollständig auszuwaschen.
Danach kann das Mauerwerk 1 in verhältnismäßig ;kurzer Zeit elektroosmotisch getrocknet werden.

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch
    Elektroosmotisch^ Trocknung und Entsalzung von Mauerwerk mit aufsteigender Feuchtigkeit, gekennzeichnet dadurch, daß von außen an das feuchte Mauerwerk (1) eine als Anode (3) geschaltete Elektrode so angeordnet wird, daß sich zwischen Mauerwerk (1) und Anode (3) eine feuchte Zwischenschicht (4) mit großen Anteilen an Calciumhydroxid und Calciurakarbonat befindet und zwischen Anode (3) und einem Erderstab (6) eine Gleichspannung zwischen 1 Y und 100 V angelegt wird, wobei die zur Anode (3) wandernden und sich dort anreichernden Chloridionen als Calcium-Chloridlösung in ein Auffanggefäß (7) ausfließen und nach Abfall der Chloridionenkonzentration im Mauerwerk (1) unter einen bestimmten Wert das Mauerwerk unter Aufrechterhaltung der angelegten Spannung elektroosmotisch getrocknet wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnung
DD24234082A 1982-08-09 1982-08-09 Elektrochemische trocknung und entsalzung von feuchtem mauerwerk DD227996A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3430449A1 (de) * 1983-10-04 1985-04-18 Bauakademie Ddr Elektrodenanordnung zur elektrochemischen entsalzung und trocknung von mauerwerk

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE3430449A1 (de) * 1983-10-04 1985-04-18 Bauakademie Ddr Elektrodenanordnung zur elektrochemischen entsalzung und trocknung von mauerwerk

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