DD228657A1 - Verfahren zur koagulation gelatinereicher fotografischer silberhalogenidemulsionen - Google Patents

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DD228657A1 DD26789484A DD26789484A DD228657A1 DD 228657 A1 DD228657 A1 DD 228657A1 DD 26789484 A DD26789484 A DD 26789484A DD 26789484 A DD26789484 A DD 26789484A DD 228657 A1 DD228657 A1 DD 228657A1
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Burkhard Heinrich
Thomas Leichsenring
Siegfried Gahler
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Wolfen Filmfab Veb
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Koagulationsverfahren gelatinereicher waessriger Silberhalogenidemulsionen. Ziel und Aufgabe bestehen darin, gelatinereiche Silberhalogenidemulsionen nach dem Flockverfahren herzustellen. Dies wird in einem Verfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen erreicht durch die Kombination der Schrittea) der Silberhalogenidkristallbildung in einer 2,0 bis 10,0 masse%igen waessrigen Loesung einer Mischung aus modifizierter und normaler Gelatine,b)der Koagulation bei einer Temperatur von 30 bis 50C, durch Zugabe eines Flockmittels und Erniedrigung des p H-Wertes auf 3,0 bis 4,5,c)der Erhoehung der Ruehrgeschwindigkeit um 20 bis 80% undd)der Abkuehlung der Flockulatdispersion auf 10 bis 20C.Mit der Erfindung koennen fotografische Silberhalogenidemulsionen aller Arten hergestellt werden.

Description

Verfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Arerfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen, wobei die Silberhalogenidkeimbildung und physikalische Reifung in einer gelatinereichen wäßrigen Lösung stattfindet.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Herstellung fotografischer Silberhalogenidemulsionen, die ein kompliziertes Prozeßsystem umfaßt, läßt sich allgemein in Fällung und physikalische Reifung der Silberhalogenidmikrokristalle in Gegenwart polymerer Bindemittel, Abtrennung überschüssiger löslicher Salze und chemische Reifung aufgliedern.
Für die Fällung der Silberhalogenidkristalle und physikalische Reifung hat neben dem klassischen Verfahren der Einzeleinlauf-Emulsionierung die Doppeleinlauf-Emulsionierung praktische Bedeutung. Klassisch erfolgt die Abtrennung überschüssiger Salze durch Erstarrung der Emulsion, Herstellen von Rudeln und anschließender Wässerung. Jedoch kann mit diesem Verfahren nicht mehr den modernen Forderungen nach erhöhtem
Informationsgehalt fotografischer Schichten, d. h. Auftrag von Emulsionen mit geringer Schichtdicke durch moderne Begießtechnologien entsprochen werden. Es wird deshalb heute in bevorzugtem Maße das Flockverfahren angewandt, mit dem man durch Ausflocken der Silberhalogenidkristalle zusammen mit Gelatine, Trennen der flüssigen von der festen Phase durch Dekantieren oder Zentrifugieren und anschließendes Waschen eine Entsalzung des Flockulats erreicht, lach der Redispergierung erfolgt dann die chemische Eeifung.
Das Prinzip der Koagulation beruht auf der Flockbarkeit der Gelatine, wobei verschiedene Verfahren zur Durchführung bekannt sind. Die Abscheidung auf chemischem Wege kann mit den unterschiedlichsten Mitteln erreicht werden. Die bisher bei der Silberhalogenidkeimbildung und physikalischen Eeifung verwendeten geringen Gelatinemengen ( <_ 2,0 Masse %) werden durch organische Lösungsmittel, Heutralsalze, oberflächenaktive Stoffe, geeignete Polymere oder chemische Modifizierung aktiver Gruppen der Proteinmakromoleküle koaguliert, wobei gleichzeitig das Silberhalogenid mitgerissen wird.
Verschiedene Methoden, wie z. B. Zugabe organischer Lösungsmittel oder Neutralsalze, die große Mengen erfordern und somit den Waschprozeß erschweren, erscheinen wenig geeignet. Dagegen sind Zusätze von oberflächenaktiven Stoffen oder geeigneten Polymeren die in der Praxis am häufigsten angewendeten Verfahren. Anionische oberflächenaktive Stoffe bilden Gelatinekomplexe, die sich in Abhängigkeit vom pH-Wert und der Elektrolytkonzentration aus der Lösung abscheiden (Knose, W.J. et al., J. Colloid Sei. 20 (1965) 177). So wird in DD-PS 20 974 die Koagulation von Gelatine unterhalb des isoelektrischen Punktes des Polypeptide durch Komplexbildung mit Kondensationsprodukten aus Formaldehyd und aromatischen Hydroxysulfonaten beschrieben. Außerdem sind Kombinationen von Kadmiumsalzen mit Phthaloylgelatine oder Kondensationsprodukte aus 2-Haphthalinsulfonsäure und Formaldehyd mit Natriumsulfat bekannt, die recht gute Flockeigenschaften besitzen.
Große Bedeutung als Flockmittel haben synthetische organische Polymere wie z. B. die sulfonierten Polymere (Polystyrensulfonsäure, Polyethylensulfonsäure) und Polymere des Acryltyps (Co- und Terpolymere aus Maleinsäureanhydrid, Styren- und Vinylacetat) erlangt.
Die chemische Modifizierung der Gelatine wird u. a. mit Dicarbonsäureanhydriden (z. B. Phthalsäure- und Maleinsäureanhydrid) oder substituierten Carbamiden wie Phenylharnstoff erreicht. In GB-PS 1414782 wird als flockbares Bindemittel für Silberhalogenidsuspensionen eine Mischun'g von Formal- und Phthaloylgelatine beschrieben und in GB-PS 1414783 die Gemische dieser Gelatinen im Verhältnis 1:10 bis 5:1 unter Anwesenheit von Polystyrensulfonsäure mit einem Molekulargewicht < 30 000. Beide Flockverfahren beinhalten relativ kleine Gelatinekonzentrationen und gehen über 2,0 Masse fo nicht hinaus. Diese Verfahren erfordern jedoch einen zusätzlichen Verfahrensschritt zur Kompensation auftretender Empfindlichkeitsverluste durch kurzzeitige pH-Wert-Erhöhung beim Peptisieren auf - 8.
In uS-PS 3118766 werden Trimellitoylgelatine sowie Gemische mit Mormalgelatineanteilen von 25 - 75 % als Fällungs- und Koagulationsmedium beschrieben mit einem Flock-pH-Wert zwisehen 2,0 und 4,5· Jedoch auch hier gilt der Einsatz nur für Gelatinekonzentrationen bis zu 2,0 Masse % und bringt Empfindlichkeitsverluste.
In DE-OS 2641703 wird als Flockmittel von Gelatine ein wasserlösliches substituiertes Polybuten geschützt, das ausschließlich für'niedere Gelatinekonzentrationen (<2,0 Masse a/< anwendbar ist.
Zusammenfassend ist festzustellen, daß bei der Herstellung von fotografischen Silberhalogenidemulsionen ein Zusammenspiel vieler Faktoren zu beachten ist, und die Vielzahl von Erfindungen zeigt an, daß immer wieder nach neuen Wegen mit
günstigeren Bedingungen gesucht wird.
So besitzen alle bekannten Verfahren zur Entsalzung und Konzentrierung fotografischer Emulsionen unter Ausnutzung des Flockprozesses den Nachteil, daß diese nur bei Emulsionen mit nie,— dr*3gen Gelatinekonzentrationen, d.h. bis zu 2,0 Masse %, mit guten Ergebnissen angewendet werden können. Es entstehen ansonsten Flockulate, die schlecht oder gar nicht wieder repeptisierbar sind, oder es müssen zusätzlich Metallsalze, große Mengen an Elektrolytsalzen oder organischen Lösungsmitteln hinzugefügt bzw. der pH-Wert bis 2,0 gesenkt werden, was unwirtschaftlich und mit Empfindlichkeitsverlust verbunden ist.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen zu finden, so daß diese mit geringer Schichtdicke, an modernen Segießtechnologien mit hohen Geschwindigkeiten angetragen werden können
Darlegung des Wesens der Erfindung
Bisher konnten Silberhalogenidemulsionen mit hohem Gelatinegehalt nur nach dem klassischen Verfahren durch 'Nudeln und Wässern von ihren überschüssigen Nebenprodukten befreit werden. Deshalb ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren·zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen zu schaffen, mit dem durch seine besondere Gestaltung eine ausgezeichnete Flockwirkung und leichte Redispergierung ohne Verschlechterung der fotografischen Eigenschaften erreicht wird. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen, indem man die Silberhalogenidkristalle in einer 2,0 bis 4,5 masse %igen Lösung einer Mischung aus modifizierter und normaler Gelatine entstehen läßt, die Koagulation bei einer Temperatur von 30 bis 50 ° durch Zugabe eines Flockmittels, Erniedrigung des pH-Wertes auf 30 bis 4,5 und Erhöhung der Rührgeschwindigkeit um 20 bis 80 % durchführt und anschließend die Flokulatispersion auf 10 bis 20 0C abkühlt.
-. Ί
Als modifizierte Gelatine wird bevorzugt Phthaloylgelatine und als normale Gelatine Inert- bzw. Aktivgelatine verwendet, wobei das Masseverhältnis von Gelatine zu Gelatinederivat zwischen 1:10 und 10': 1, vorzugsweise zwischen 1:2 und 2:1, liegt. Als ^lockmittel ist der Einsatz eines Kondensationsproduktes aus 2-Naphthalinsulfonsäure mit Formaldehyd in einer Menge bis 200 mg/g Gelatine besonders günstig.
Es ist allgemein bekannt, daß'die Herstellung bestimmter Emulsionen (u. a. Positiv-, Direktpositiv-, direktschwärzende-, Papieremulsionen) während der Silberhaiogenidkeimbildung und physikalischen Reifung in wäßriger Lösung in Gegenwart hoher Gelatinekonzentrationen erfolgt. Da Emulsionen dieser Konzentrationen bisher nur über das klassische Verfahren (Nudeln - Wässern) herstellbar waren, ist es nun besonders überraschend, daß durch die erfindungsgemäße Kombination in so einfacher.Weise eine grundlegende Behebung der bekannten Probleme bei der Herstellung gelatinereicher Silberhalogenidemulsionen nach dem Flockverfähren erreicht werden konnte.
Weiterhin ist es ein "besonderer Vorzug der Erfindung, daß neben dem üblichen Ablauf des Flockungsprozesses alle in der Kombination eingesetzteruMittel wie Gelatinegemische oder !"lockmittel handelsübliche Verbindungen darstellen.
Durch den Flockprozeß-können beliebige, nur durch die anfangs eingesetzte Gelatinemenge begrenzte Silber/Gelatine-Verhältnisse eingestellt werden. Außerdem kann die Viskosität entsprechend den Erfordernissen bei der Peptisation verändert werden.
Als ^lockmittel können Copolymere aus Maleinsäureanhydrid/ Styren- und Vinylacetat, Aryl- und Alkylbenzensulfonate, Polystyrensulfonate, Polyvinylsulfat, Dibutylnaphthalinsulfonsäure, Sulfobernsteinsäureester, Alkylsulfate- und -sulfonate verwendet werden, vorzugsweise ein Kondensationsprodukt aus 2-Haphthalinsulfonsäure und Formaldehyd. Es wird je nach Masseverhältnis von Gelatine zu Gelatinederivat in
einer Menge "bis 200 mg/g Gelatine, vorzugsweise zwischen 90 und 120 mg/g Gelatine, zugegeben.
Die Koagulation wird durch Erniedrigung des pH-Wertes (z. B. mittels verdünnter Schwefelsäure, Essigsäure, Zitronensäure usw.) auf einen Wert im Bereich von ungefähr 3,0 bis 4,5 vorzugsweise zwischen 3,5 und 4,0 erreicht. Der umgekehrte Weg (Erniedrigung des pH-Wertes auf den Koagulierungspunkt und dann erst Zugabe des Flockmittels), die Koagulation zu bewirken, ist in jedem Falle auch möglich. Zu Beginn der pH-Wert-Erniedrigung bzw. unmittelbar vor dem Koagulierungspunkt wird die Rührgeschwindigkeit um 20 bis 80 %t vorzugsweise um 50 ^, erhöht. Nach der Koagulation wird, um ein Verkleben des Flockulats zu verhindern, unter Beibehaltung der Flockulatdispersbn auf 10 bis 20 C, vorzugsweise auf 15 bis 2O0C, abgekühlt. Man erhält ein grobes, sich schnell absetzendes Flockulat. Die obenschwimmende Flüssigkeit klärt sich je nach der Menge an Überschußhalogenid. Die Isolierung des Flockulats von der obenschwimmenden Flüssigkeit erfolgt durch Dekantieren und/oder Zentrifugieren. Das Ilockulat wird mehrfach mit kaltem Wasser (15 bis 2O0C) gewaschen, wobei das erste Waschwasser auf den pH-Wert des Koagulierungspunktes eingestellt wird. Nach dem Waschverfahren ist das Flockulat ausreichend von löslichen Salzen befreit.
Das Flockulat wird bei einer Temperatur von etwa 35 5O0C mit der erforderlichen Menge entmineralisierten Wassers und normaler Gelatine (abhängig vom Gelatinegehalt des Flockulats) vollständig redispergiert. Beim Redispergieren werden die Silberhalogenidemulsionen durch Natrium- oder Kaliumhydroxid auf einen pH-Wert von ungefähr 6,0 bis 7,0 (bei bestimmten Emulsionen bis 8,0) eingestellt.
Durch die vorliegende Erfindung können fotografische Silberhalogenidemulsionen aller Arten, wie z. B. grob- und feinkörnige, Positiv-, Negativ-, Umkehr- und Direkt-Positiv-Silberhalogenidemulsionen sowie Emulsionen für
_ 7 fototechnische Zwecke hergestellt werden.
Durch die erfindungsgemäße Kombination können auch gelatinereiche klassische Emulsionen ohne Veränderungen der Herstellung sνorschrift auf Koagulation umgestellt werden. Es ist nicht mehr notwendig, die Gelatinekonzentration zur Gewährleistung der F-lockbarkeit zu vermindern und somit eine Neuoptimierung zur Erreichung gleicher fotografischer Eigenschaften durchzuführen. Die geflockte erfindungsgemäß erhaltene Emulsion zeigt im Vergleich zur klassischen Emulsion sowohl bzgl. der Kornparameter (mittlerer Korndurchmesser -und logarithmische Standardabweichung) als auch der sensitometrischen Daten (Minimal- und Maximaldichte, Empfindlichkeit und Gradation) gleiche bzw. bessere Ergebnisse.
Die Einstellung variabler Silber/Gelatine-Verhältnisse und Viskositäten bietet nun auch die Möglichkeit, mit gelatinereichen fotografischen Silberhalogenidemulsionen verbesserte Fotomaterialien mittels neuer Begießtechnologien herzustellen
Die Erfindung soll nachstehend an Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
Eine Silberbromidiodidchlorid-Emulsion mit 1·,0 Mol % Silberiodid und 3,0 Mol % Silberchlorid wird in Gegenwart von Inertgelatine in einer Menge von 4,0 Masse % hergestellt. Nach Beendigung der physikalischen Reifung wird der Gelatinegehalt auf 12,0 Masse % erhöht, die Emulsion erstarrt, genudelt und zur Entfernung der löslichen Salze gewässert. Danach wird bei 540C durch Zusatz von Goldsalzen, Schwefelsensibilisatoren und Reduktionsmitteln auf optimales Empfindlichkeits/Schleier-Verhältnis chemisch sensibilisiert (Emulsion A).
In gleicher Weise wie vorstehend wird eine Emulsion hergestellt, mit dem Unterschied, daß als Bindemittel Phthaloylgelatine und Inertgelatine im Verhältnis 1:1 in-einer Menge von insgesamt 4,0 Masse % während der Silberhaiogenidbildung eingesetzt werden. Nach.Beendigung der physikalischen Reifung wird die Emulsion auf 4O0C abgekühlt, 110 mg Kondensationsprodukt aus 2-Naphthalinsulfonsäure mit Pormaldehyd/g Gelatine zugesetzt, die Rührgeschwindigkeit um 50 % erhöht und durch pH-Wert-Erniedrigung auf 3,6 - 4,0 geflockt. Die Flockulatdispersbn wird auf 18 - 2O0C gekühlt. Fach dem Absetzen wird die überstehende Lösung dekantiert und das Flockulat mit kaltem Wasser gewaschen. Das Flockulat wird in Gelatinelösung zu einem Silber/ Gelatine-Verhältnis von 1,5 peptisiert (Emulsion B).
In gleicher Weise wie Emulsion B wird eine Emulsion C hergestellt, mit dem Unterschied, daß wie bisher üblich die Gelatinekonzentration auf 1,5 Masse % während der Silberhalogenidkristallbildung reduziert wird. Mach beendeter physikalischer Reifung wird die Emulsion auf 3O0C abgekühlt und in den Verfahrensschritten Flockmittelzugabe und pH-Wert-Erniedrigung auf 4,0 geflockt. Hach dem Absetzen wird die überstehende Lösung dekantiert und das Flockulat mit kaltem Wasser gewaschen. Die Peptisation erfolgt analog Emulsion B.
Bei den Emulsionen B und C wird der pH-Wert auf 7,0 und der pAg-Wert auf die EMK von +80 mV (silbersensitive AgpS-Elektrode) eingestellt. Beide Emulsionen werden auf optimales Empfindlichkeits/Schieier-Verhältnis chemisch sensibilisiert.
Die Emulsionen A-C werden auf Glasplatten vergossen, belichtet und 4 min im s/w-Entwickler ORWO 71 bei 2O0C entwickelt, anschließend in üblicher Weise fixiert, gewässert und getrocknet. Aus Gründen der Vergleichbarkeit werden jedoch den Emulsionen B und C soviel Gelatine beim Beguß hinzugefügt, daß ein Silber/Gelatine-Verhältnis von 0,3 wie
— 9 —
bei Emulsion A resultiert, damit die Silbergehalte aller 3 Proben gleich sind. Die resultierenden sensitometrischen Werte sind in Tabelle 1 wiedergegeben, wobei die Gradation (G), die relative Empfindlichkeit, der Schleier als Minimaldichte (Dniin) und als 20 min. Entwicklungsschleier (Dp0) angegeben werden.
Tabelle 1 4 G rel.Empf. Dmin ,07 D 2o
Emulsion 4 ,0 100 0 ,05 0 ,15
A (Typ) 3 ,2 120 0 ,10 0 ,12
B ,0 75 0 0 ,22
C
Die Emulsion C mit geringer Gelatinekonzentration, die auf herkömmliche Weise geflockt wird, zeigt im Vergleich zu der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Emulsion B wesentliche Nachteile in den fotografischen Eigenschaften. Gegenüber der mit gleicher Gelatinekonzentration hergestellten Emulsion A zeigt EmuTsTön B bessere Ergebnisse bzgl. der sensitometrischen Daten.
Die elektronenmikroskopisehe Auswertung ergibt für den mittleren Zorndurchmesser dg und die Standardabweichung log G" die in Tabelle 2 zusammengefaßten Parameter.
Tabelle 2 dg (,um) log 6*
Emulsion 0,44 0,43 0,40 0,153 0,150 0,173
A B C
Die verringerte Gelatinekonzentration in Emulsion C führt im Vergleich zu den beiden anderen Emulsionen zu einer unerwünschten Verschlechterung der Kornparameter.
- 10 -
-.10 -
Beispiel 2
Die gemäß Beispiel 1 hergestellten und chemisch gereiften Emulsionen A-C werden nach Zugabe eines Gelbkupplers des Acetanilid-Typs sowie einer ausreichenden Menge Härtungsmittel und anderer Begießzusätze (ζ. Β. Netzmittel) auf flexiblen Schichtträger vergossen (ca. 1,4 gAg/m ). Hach der Belichtung hinter einem Stufenkeil wird 11 min im Entwickler ORWOOOLOH 11 bei 2O0G entwickelt; anschließend wird gebleicht, fixiert,,gewässert und getrocknet. Die sensitometrische Prüfung liefert die Werte der Tabelle 3·
Tabelle 3 G rel.Empf. Dmin Schichtdicke (/ran)
Emulsion« 2,2 2,4 1,7 100 130 80 0,08 0,08 0,14 8,0 1,5 1,5
A B C
Bei vergleichbarem Silberauftrag zeigt die Emulsion B auch in der Golorprüfung gleiche bzw. bessere sensitometrische Ergebnisse gegenüber Emulsion A. Die Emulsion B weist darüber hinaus den Vorteil einer geringeren Schichtdicke auf. Mit Emulsion C konnten die typgemäßen sensitometrischen Daten der Emulsion A nicht erreicht werden.
Beispiel 3
Es wird eine Silberbromidiodidchlorid-Emulsion (Direkt-Positiv-lmulsion) mit 4,0 Mol % Silberohlorid und 3jO Mol % Silberiodid unter Verwendung von Inertgelatine in einer Menge von 8,0 Masse % hergestellt. Hach Beendigung der physikalischen Reifung wird die Emulsion erstarrt, genudelt und zur Entfernung der löslichen Salze gewässert. Anschließend wird bei 580C durch Zusatz von Goldsalzen und Reduktionssensibilisatoren auf optimales Empfindlichkeits/Schleier-
- 11 -
Verhältnis bei hoher Maximaldichte chemisch sensibilisiert (Emulsion D).
In gleicher Weise wird eine Emulsion hergestellt, mit dem Unterschied, daß als Bindemittel Phthaloyl- und Inertgelatine im Verhältnis 1:1 in einer Menge von 8 Masse % während der Sirberhalogenidbildung eingesetzt werden. Fach Erreichen der erforderlichen Kornparameter wird die Emulsion auf 30 - 4O0C abgekühlt und auf einen pH-Wert von 3,5 eingestellt. Nach Erhöhung der Rührgeschwindigkeit um 50 % wird durch Zugabe von 120 mg Kondensationsprodukt aus 2-Naphthalinsulfonsäure mit Formaldehyd/g Gelatine die Koagulation eingeleitet.
Die Plockulatdispersion wird auf 18 - 200C gekühlt. Nach dem Absetzen des Eloekulats wird die überstehende Lösung dekantiert, das Elockulat mit kaltem Wasser gewaschen und danach bei 2000 min zentrifugiert.
Das Flockulat wird in entmineralisiertem Wasser zu einem Silber/Gelatine-Verhältnis von 0,25 peptisiert (Emulsion E). Die Emulsion wird auf einen pH-Wert von 8,0 und der pAg— Wert auf die EMK von + 112 mV eingestellt. Die Emulsion E wird wie Emulsion D optimal chemisch gereift. Die Verarbeitung der Emulsionsproben erfolgt analog Beispiel Die sensitometrischen Daten sind in Tabelle 4 aufgeführt.
Tabelle 4 1 1 G rel.Empf. O) Dmin Dmax
Emulsion ,2 ,5 100 130 0,19 0,15 2,2 2,5
D (Typ) E
Mit der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Emulsion E werden gegenüber der mit gleicher Gelatinekonzentration hergestellten Emulsion D geringfügige in den sensitometrischen Eigenschaften bessere Ergebnisse erreicht.
- 12 -
Die elektronenmikroskopische Auswertung ergibt die in Tabelle 5 aufgeführten Parameter.
Tabelle 5 dg (/um) log
Emulsion 0,47. 0,46 0,094 0,087
D E
Hinsichtlich der Kornparameter sind jedoch keine Unterschiede der bei gleichen Konzentrationen aber unterschiedlichen Verfahren hergestellten Emulsionen festzustellen.

Claims (4)

  1. - 13 Erfindungsanspruch
    1. Verfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen, gekennzeichnet dadurch, daß man die Silberhalogenidkristalle in einer 2,0 bis 4,5 masse %igen wäßrigen Lösung einer Mischung aus modifizierter und normaler Gelatine entstehen läßt, die K gulation bei einer Temperatur von 30 bis 50 C durch Zugabe eines Flockmittels, Erniedrigung des pH-Wertes auf 3,0 bis 4,5 und Erhöhung der Rührgeschwindigkeit um 20 bis 80 % durchführt und anschließend die FlockulatdAspersion auf 10 bis 20 0C abkühlt.
  2. 2. Verfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen nach Punkt 1, g e k e n„n zeichnet dadurch, daß das Masseverhältnis von modifizierter und normaler Gelatine zwischen 1:10 und 10:1, vorzugsweise zwischen 1:2 und 2:1 liegt.
  3. 3. Verfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß-man als modifizierte Gelatine Phthaloylgelatine und als normale Gelatine inerte oder aktive Gelatine verwendet.
  4. 4. Verfahren zur Koagulation gelatinereicher fotografischer Silberhalogenidemulsionen nach Punkt 1-3, gekennzeichnet dadurch, daß man als Flockmittel ein Kondehsationsprodukt aus 2-Naphthalinsulfonsäure mit Formaldehyd in einer Menge bis 200 mg/g Gelatine verwendet.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0319920A3 (de) * 1987-12-11 1990-12-05 Konica Corporation Lichtempfindliches photographisches Silberhalogenidmaterial

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