DD229391A1 - Verfahren zur herstellung gemischtioniger molekularsiebe - Google Patents

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DD229391A1
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ion exchange
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molecular sieve
ions
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DD26992284A
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Bernd Huhn
Peter Mahlitz
Helmut Fuertig
Werner Hoese
Wolfgang Krueger
Wolfgang Roscher
Ruediger Seidel
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Das erfindungsgemaesse Verfahren zur Herstellung von Molekularsieben betrifft ein Ionenaustauschverfahren. Das Ziel der Erfindung ist die weitestgehende Minimierung bzw. voellige Beseitigung der bei Ionenaustauschverfahren ueblichen Nachteile, z. B. unguenstige Materialoekonomie, hoher Gehalt an Wasserschadstoffen, Bildung schwerloeslicher Niederschlaege im Kanalnetz eines Betriebes oder aehnlichen Einrichtungen. Erfindungsgemaess wird das Ziel erreicht, indem zu verwerfende Ionenaustauschloesung mit unbehandeltem Molekularsieb und das bereits ein- oder mehrmals ausgetauschte Molekularsieb im letzten Austauschschritt mit frischer Ionenaustauschloesung behandelt wird.

Description

VEB CHEMIEKOMBIUAT BITTERFELD Γ, 2498
Verfahren zur Herstellung gemischtioniger Molekularsiebe
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von gemischtionigen zeolithischen Molekularsieben, die danach allein oder in entsprechenden Mischungen in Trenn-, Adsorptionsprozessen, in der Katalyse u.a· Verwendung finden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Als Stand der Technik ist bekannt, daß Zeolithe durch einen teilweisen oder vollständigen Ionenaustausch mit einem oder mehreren anderen Kationen, als im Zeolith ursprünglich enthalten sind, in ihrem Eigenschaftsbild markant verändert werden können.
214346
O ? * O O y
- 2 - 2498
Der Ionenaustausch wird üblicherweise durch das Behandeln des Zeoliths mit dem oder die gewünschten Kation(en) enthaltenden wäßrigen Lösungen unter Einhaltung bestimmter Bedingungen (Temperatur, Zeit, pH-Wert)vorgenommen. Die solcherart behandelten Zeolithe werden von der Ionenaustauschlösung abgetrennt, gewaschen und stehen dann für die Weiterverarbeitung bzw. dem direkten Einsatz zur Verfügung. (DD-PS 109 985 und 112 659, DE-AS 1 467 053, 2 063 und 2 233 239, DE-OS 2 239 423)
Nachteilig wirkt sich bei dieser Verfahrensweise die Gesetzmäßigkeit aus, daß insbesondere zur Erzielung eines hohen Austauschgrades und bei Kationen, die keine wesentlich höhere Selektivität besitzen als die aus dem Zeolith auszutauschenden, ein sehr hoher Überschuß vorgelegt werden muß, da nur ein kleiner Teil der angebotenen Kationen eingetauscht wird, nachteilig ist außerdem, daß zur Erzielung eines sehr hohen bzw. vollständigen Ionenaustausches diese Prozedur zweimal oder noch öfter durchgeführt werden muß und die anfallenden Austauschlösungen verworfen werden, wodurch eine ungünstige Materialökonomie entsteht. Die zu verwerfenden Austauschlösungen können weitere nachträgliche Schwierigkeiten bereiten., wenn die auszutauschenden Kationen mit anderen Wasser- (Abwasser-) Inhaltsstoffen z.B. schwerlösliche Niederschläge bilden oder Wasserschadstoffe sind, die einem Vorfluter nicht zugeführt werden dürfen.
- 3 - 2498
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel und damit die Aufgabe der Erfindung, ein Ionenaustauschverfahren zu entwickeln, daß nicht die bekannten Hachteile der herkömmlichen Ionenaustauschverfahren - i.b. schlechte Materialökonomie, Ausfall von schwerlöslichen niederschlagen in nachgeschalteten betrieblichen Einrichtungen, Abgabe von Wasserschadstoffen - aufweist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Erfindungsgemäß wird das Ziel erreicht, am Beispiel für einen Ionenaustausch (IA) in 2 diskreten Schritten aufgezeigt, wenn das Molekularsieb im 1. Ionenaustausch zunächst mit einer Ionenaustauschlösung behandelt wird, die bereits einem Austausch unterworfen wurde, von dieser Lösung abgetrennt und danach in einem 2. Ionenaustausch mit neuer Ionenaustauschlösung ein weiterer Kationenaustausch durchgeführt wird. Dem erfindungsgemäßen Verfahren sind alle zeolithischen Molekularsiebe zugänglich, z. B. Typ A, Σ, Y, Mordenit, ZSM, allein oder in Mischungen, sofern sie austauschbare Kationen enthalten, die gegen andere Kationen des periodischen Systems der Elemente, z. B. der Gruppen Ia, Ha, Va, Via, Vila, VIII, Ib, Hb, ausgetauscht werden.
Durch 2 Tabellen soll das Prinzip verdeutlicht werden.
2498
Tabelle 1
Austausch in 2 Schritten
Zyklus- Bezeichnung Ionenaustausch Hr. Molsieb Beladung mit
Bezeichnung der IA-Losung nach IA
1 MS 11 neuer Lösung L 11
MS 12 neuer Lösung. L 11 (2)
2 IIS 21 L 11 (2) L 12
MS 22 neuer Lösung L 21
3 MS 31 L 21 L 22
MS 32 neuer Lösung L 31
4 MS 41 L 31 L 32
, MS 42 neuer Lösung L 41
Tabelle 2
Austausch in 3 Schritten
Zyklus- Bezeichnung Ionenaustausch Bezeichnung der 3
Hr. Molsieb Beladung mit ΙΑ-Lösung nach IA 2
1 MS 11 neuer Lösung A 21
MS 12 neuer Lösung B 3
MS 13 neuer Lösung C 22
2 MS 21 B B 31
MS 22 σ -C 23
MS 23 . neuer Lösung L 32
3 MS 31 C 2 C 41
MS 32 L 21 L
MS 33 neuer Lösung L
4 MS 41 L 22 L
MS 42 L 31 L
MS 43 neuer Lösung L
O ι .-. O r> -?
- 5 - 2498
Zyklus- Bezeichnung Ionenaustausch Bezeichnung der Ur. Molsieb Beladung mit IA-Lösung nach IA
5 MS 51 L 32 L 33
MS 52 L 41 L 42
MS 53 neuer Lösung L 51
Aus dem Zyklus werden die Molsiebproben -2, s. Tabelle 1, -3, s. Tabelle 2 und die Lösungsproben -2(-3) ausgeschleust, wobei das Abprodukt Austauschlösung (im Idealfall) keine in das Molekularsieb einzutauschende Kationen mehr enthält. Aus Tabelle 1 bzw. 2 ist ersichtlich, daß bedingt durch die zwei-(drei-)malige Behandlung eines Molekularsiebes zunächst in der Summe ein höheres Kationenangebot für das Molekularsieb besteht, als nach zwei-(drei-)maliger Futzung der Austauschlösung. Mit dem 4· Zyklus bei zweimaliger bzw. mit dem 5. Zyklus bei dreimaliger Nutzung der Austauschlösung zum Ionenaustausch stellt sich jedoch - konstante technologische Bedingungen vorausgesetzt, zutreffend s. Beispiel Ba und Ca - ein Gleichgewicht zwischen der in das Molekularsieb eingetauschten Kationenmenge und der Kationenmenge der "neuen Lösung" ein. Allgemein stellt sich die Gleichgewichtslage nach einer bestimmten Zyklenzahl in Abhängigkeit von den Austauschbedingungen und der einzutauschenden Kationenart ein. Diese Gleichgewichtslage wird von den für Ionenaustauschvorgänge bekannten Einflußgrößen (z.B. Selektivität, Austauschzeit, Temperatur, Konzentration, Rührgeometrie) gleichermaßen beeinflußt und muß beachtet werden. Mit dem Erreichen dieses Gleichgewichts beginnt die erfindungsgemäße Verfahrensweise voll wirksam zu werden.
- 6 - 2498
Bei einem maximalen Austauschgrad im Molekularsieb wird ein minimaler Gehalt in der zu verwerfenden Ionenaustauschlösung erreicht. Besonders vorteilhaft wirkt sich diese Verfahrensweise bei der Zielstellung hoher Austauschgrad im Molekularsieb und kleiner Selektivität des einzutauschenden Kations aus. Durch Wiederverwendung der schon einem (oder mehreren) Austauscheen) unterworfenen Austauschlösungen wird der Gehalt am einzutauschenden Kation(en) in der zu verwerfenden Austauschlösung gegen Bull minimiert, so daß ein positiver Effekt auf die Materialökonomie entsteht. Durch diese Möglichkeit zur Minimierung kann außerdem die Bildung von schwerlöslichen Niederschlägen in nachgeschalteten Kanälen u.a. verhindert und die gesonderte Behandlung wegen des Vorhandenseins von Kationen, die Wasserschadstoffe sind, überflüssig werden.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachfolgend an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert v/erden, ohne sie hierauf beschränken zu v/ollen.
Beispiel 1 Austausch am Molekularsieb Typ 132
Gewählte Bedingungen für den Eintausch von Ba -Ionen in Molekularsieb Typ 13Σ:
zweimaliger Austausch
Molekularsiebeinsatzmenge (wasserfrei): Versuch 1-3 100 g
Versuch 4 15»8 g Austauschlösung: 1 1 Austauschtemperatur: 80 0C Austauschzeit: 2x6 Std.
- 7 - 2498
Tabelle 3 Angabe des Ergebnisses des 4· Zyklus (Prinzip s. Tabelle 1)
Ver Angebot Ba -Kon Ba -Aus Ba -Rest-
such Mol Ba++ : zentration tauschgrad gehalt in
Mol 132 (*) (IA-SS) IA-Lösung
(rel-%)
1 1,05 : 1 4,58 88,6 5,5
cm 0,95 : 1 4,15 85,8 3,0
3 0,85 : 1 3,71 79,6 0,6
4 1,05 : 1 0,72 95,6 4,0
Beispiel 2 Austausch am Molekularsieb Typ 4A
Gewählte Bedingungen für den Eintausch von Ca -Ionen im Molekularsieb Typ 4A: zweimaliger Austausch
Molekularsiebeinsatzmenge (wasserfrei) : 200 g
Austauschlösung: 1 1
Austauschtemperatur: 25 0C
Austauschzeit: 2 2 3 Std.
Tabelle 4 Angabe des Ergebnisses nach dem 5· Zyklus (Prinzip s. Tabelle 1)
Versuch 1 2
Angebot Mol Ca++:Mol 4A 0,768:1 0,99:'
Ca++-Konzentration (g/l) 22,2 28,6
Ca++-Austauschgrad (IA-%) 65,0 69,1
Ca -Restgehalt in IA-Lösung (xel-%) 14,8 26,0

Claims (6)

- 8 - 2498 Erfindungsanspruch
1 I I t
dadurch, daß als Ionen Ca - oder Ba -Kationen
1· Verfahren zur Herstellung von gemischtionigen zeolithischen Molekularsieben durch Ionenaustausch, gekennzeichnet dadurch, daß das Ausgangsmolekularsieb schrittweise einem Ionenaustausch unterzogen wird, wobei zunächst in dem (den) ersten Schritt(en) bereits verwendete Austauschlösung und erst im letzten Schritt neue Austauschlösung eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Austausch in 3 diskreten Schritten erfolgt.
3« Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Austausch in 2 diskreten Schritten vorgenommen wird.
4· Verfahren nach den Punkten 1 bis 3» gekennzeichnet dadurch, daß als Ionen Kationen der Elemente der Gruppen Ia, Ha, und/oder IHb des Periodischen Systems der Elemente eingesetzt werden.
5. Verfahren nach den Punkten 1 bis 4» gekennzeichnet dadurch, daß als ]
eingesetzt werden,
6. Verfahren nach den Punkten 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß der Austausch im Temperaturbereich 10 bis 95 0G erfolgt.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0794002A3 (de) * 1996-03-04 1997-11-26 Praxair Technology, Inc. Verfahren zur Herstellung von gemischten Kationenzeolithen
EP0940175A1 (de) * 1998-03-03 1999-09-08 L'air Liquide, Societe Anonyme Pour L'etude Et L'exploitation Des Procedes Georges Claude Adsorptionsmittel mit heterogenem Austauschgrad und seiner Verwendung beim PSA Verfahren

Cited By (3)

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EP0794002A3 (de) * 1996-03-04 1997-11-26 Praxair Technology, Inc. Verfahren zur Herstellung von gemischten Kationenzeolithen
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FR2775618A1 (fr) * 1998-03-03 1999-09-10 Air Liquide Adsorbant a taux d'echange heterogene et procede psa mettant en oeuvre un tel adsorbant

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