DD230476A3 - Verfahren zur herstellung von spritzgussteilen mit aussparungen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Spritzgussteilen mit Aussparungen, welche hohen mechanischen und gestalterischen Anforderungen genuegen muessen. Ziel der Erfindung ist es, im Bereich funktionell notwendiger Aussparungen Fliesslinien zu vermeiden. Daraus leitet sich die Aufgabe ab, ein Verfahren zu schaffen, mit dem auf oekonomische Weise Spritzgussteile mit Aussparungen bei Vermeidung der Fliesslinien hergestellt werden koennen. Erfindungsgemaess wird die Aufgabe dadurch geloest, dass unmittelbar nach Beendigung der Kulturfuellphase ein oder mehrere spezifisch ausgebildete Formstempel in den Formhohlraum einfahren und die Aussparungen bei geschlossenem Werkzeug durch Schmelzenverdraengung formen. Das erfindungsgemaesse Verfahren ist anwendbar fuer alle Spritzgussteile, bei denen wegen der geforderten Oberflaechenqualitaet die sogenannten Fliesslinien unerwuenscht sind.
Description
Die Erfindung betrifft die Herstellung von Spritzgußteilen aus Kunststoffen mit Aussparungen. Die Aussparungen können entweder als Vertiefung oder als Durchbruch ausgebildet sein.
Nach dem bisher bekannten Verfahrensablauf werden Aussparungen an Spritzgußteilen realisiert, indem die fließfähige Plastmasse einen oder mehrere feste Kerne im Formhohlraum des Werkzeuges umströmt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß es beim Zusammenströmen der Schmelze hinter dem Kern zu einer unerwünschten Fließnahtbildung kommt, die zwar technologisch zu beeinflussen ist, jedoch bei der bekannten Fertigungsweise nicht vermieden werden kann. In der DE-OS 2855200 wird ein Verfahren beschrieben, bei welchem der notwendige Nachdruck auf ein Spritzgußteil aufgebracht wird, indem eine unter niedrigem Druck mit plastizierter Schmelze gefüllte Form von einer Station einer Spritzgußmaschine zu einer zweiten Station bewegt wird und dort durch die relativ große Gießöffnung eine Stange in die Schmelze gedrängt wird, welche biszurerforderlichen Abkühlung im Formteil verbleibt.
Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß durch Bewegung der gefüllten Form von einer Station zu einer zweiten die Schmelze bereits so abgekühlt ist, daß eine definierte Aussparung lediglich als Vertiefung geformt werden könnte und in ihren Abmessungen vom erforderlichen Nachdruck abhängig ist. Ein weiterer Nachteil ist der komplizierte Aufbau des Fördersystems für die Spritzgießformen sowie die Beschränkung auf relativ einfache Teile mit günstigem Verhältnis des Fließweges zur Wanddicke.
Mit der Erfindung wird das Ziel verfolgt, fließlinienfreie Spritzgußteile mit Aussparungen herzustellen.
Die technische Aufgabe, die durch die Erfindung gelöst werden soll, besteht darin, ein entsprechendes Verfahren zu schaffen, mit dem auf ökonomische Weise Spritzgußteile mit Aussparungen bei Vermeidung der Fließlinien hergestellt werden können.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß folgende Verfahrensschritte eingehalten werden:
— Bei geöffnetem Spritzgießwerkzeug befindet sich ein Formstempel bzw. ein System von Formstempeln (Stempelsystem) im Grundzustand und schließt an seiner Unterseite mit der Formkontur ab.
Diese Stellung wird beim Schließen des Werkzeuges und während der Konturfüilphase beibehalten.
— Unmittelbar nach Beendigung der Konturfüllphase wird durch ein separat gesteuertes Bewegungssystem der Formstempel bzw. das Stempelsystem in den Formhohlraum eingefahren und formt die Aussparungen durch Schmelzenverdrängung.
— Abhängig von den jeweiligen technischen Gegebenheiten, insbesondere von der Lage der Werkzeugtrennebene, kann der Formstempel bzw. das Stempelsystem nach beendeter Abkühlzeit während der Werkzeugöffnung in die Grundstellung zurückfahren oder bis nach erfolgter Entformung im eingefahrenen Zustand verbleiben und erst beim Schließen des Werkzeugs in den Grundzustand zurückfahren.
Die einfahrenden Formstempel müssen den im Werkzeug herrschenden Innendruck überwinden und bringen einen Teil oder die Gesamtmenge des erforderlichen Nachdrucks auf. Die Temperatur der Schmelze muß so hoch sein, daß sich der Plastwerkstoff zum Einfahrzeitpunkt noch im viskoelastischen Bereich befindet.
Der beschriebene Verfahrensablauf hat den Vorteil, daß Spritzgußteile mit Aussparungen fließlinienfrei gefertigt werden können. Damit werden die mechanischen und gestalterischen Eigenschaften solcher Teile wesentlich verbessert. Insbesondere können für relativ komplizierte Teile auch Plastwerkstoffe mit ungünstigem Strömungsverhalten eingesetzt werden.
Die Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens soll an den folgenden Beispielen erläutert werden.
Bei Vertiefungen oder Durchbrüchen mit im Verhältnis zur Formteilgröße kleinen Durchmessern ist der Formstempel als Vollstempel ausgebildet und verdrängt die überschüssige Schmelze in den Formhohlraum.
Bei Durchbrüchen mit im Verhältnis zur Formteilgröße großen Durchmessern ist der Formstempel als Hohlstempel bzw. Hülse ausgebildet. Der Durchbruch wird durch Verdrängung eines Teils der Schmelze in den Hohlstempel geformt. Nach beendeter Abkühlung wird bei Werkzeugöffnung der Ausschnitt im Inneren des Hohlstempels separat entformt.
Claims (5)
- — ι — τ»/ ι ν/»/Erfindungsansprüche:1. Verfahren zur Herstellung von Spritzgußteilen mit Aussparungen, gekennzeichnet dadurch, daß ein oder mehrere Formstempel sich bei geöffnetem Werkzeug im Grundzustand befinden, die mit ihrer Unterseite mit der Formkontur abschließen und diese Stellung beim Schließen des Werkzeugs und der Phase der Konturfüllung beibehalten, wobei unmittelbar nach Beendigung der Konturfüllphase durch ein separat gesteuertes Bewegungssystem der Formstempel bzw. das Stempelsystem in den Formhohlraum eingefahren wird und durch Schmelzenverdrängung eine oder mehrere Aussparungen geformt werden, wonach, abhängig von den jeweiligen technischen Gegebenheiten, insbesondere der Lage der Werkzeugtrennebene, der Formstempel bzw. das Stempelsystem nach Beendigung der Abkühlphase während des Vorgangs der Werkzeugöffnung in den Grundzustand zurückfährt bzw. im eingefahrenen Zustand bis nach erfolgter Entformung verbleibt und erst beim Schließen des Werkzeugs in den Grundzustand zurückfährt.
- 2. Verfahren nach Punkt 1, bei welchem der Formstempel als Vollstempel mit im Verhältnis zur Formteilgröße kleinem Durchmesser ausgebildet ist, gekennzeichnet dadurch, daß die Aussparung im herzustellenden Spritzgußteil durch Schmelzenverdrängung in den Formhohlraum geformt wird.
- 3. Verfahren nach Punkt 1, bei welchem der Formstempel als Hohlstempel bzw. als Hülse ausgebildet ist, gekennzeichnet dadurch, daß die verdrängte Schmelze beim Formen der Aussparung vom Hohlraum des Formstempels aufgenommen und nach erfolgter Abkühlung separat entfernt wird.
- 4. Verfahren nach Punkt 1, bei welchem der Formstempel als Vollstempel mit relativ großem Durchmesser im Verhältnis zur Formteilgröße ausgebildet ist, gekennzeichnet dadurch, daß der verdrängte Schmelzenanteil ganz oder teilweise von einer Öffnung aufgenommen wird, welche durch das Zurückweichen eines in der gegenüberliegenden Formkontur angeordneten Schiebers entsteht und die Entformung der abgekühlten Aussparung beim Zurückfahren dieses gegenüberliegenden Schiebers in die Grundstellung beim Öffnen des Werkzeugs erfolgt.
- 5. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das einfahrende Stempelsystem aus einer beliebigen Kombination von Vollstempel, Hohlstempel und Vollstempel mit gegenüberliegendem zurückweichendem Schieber bestehen kann.
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