DD231987A1 - Nichtresorbierbares flachmaterial zur wundbehandlung und verfahren zu dessen herstellung - Google Patents

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DD231987A1
DD231987A1 DD27003784A DD27003784A DD231987A1 DD 231987 A1 DD231987 A1 DD 231987A1 DD 27003784 A DD27003784 A DD 27003784A DD 27003784 A DD27003784 A DD 27003784A DD 231987 A1 DD231987 A1 DD 231987A1
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Michael Blume
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Carus Carl Gustav
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines nicht resorbierbaren Flachmaterials, welches aus mehreren Teilschichten eines Schaumstoffes auf Polyurethangrundlage besteht und in Verbindung mit einem biologischen Klebesystem insbesondere zur Deckung und Heilung von aeusseren, grossflaechigen Verletzungen oder Hautverlusten, einschliesslich der Brandwunden, geeignet ist. Die Teilschichten des Flachmaterials weisen eine gegenseitig asymmetrische poroese Struktur auf, wobei durch wundseitig grossporige und aussenseitig kleinporige Oeffnungen die adsorbierende, dampfdurchlaessige und nach aussen schuetzende Funktion des Flachmaterials erreicht wird. Eine gute Haftfaehigkeit und Formschluessigkeit des Flachmaterials wird durch die wundseitige Verbindung mit hochkonzentrierten und vernetzbaren Eiweissen wie Fibrinogen erzielt. Dadurch kommt es zur Versiegelung der Wundflaeche, wobei diese Eiweisse einen guenstigen Effekt auf die Wundheilung und Reepithelisierung bei Hautdefekten ausueben.

Description

Insbesondere wird den Schaumstoffen auf Polyurethangrundlage, deren Herstellung allgemein bekannt ist, aufgrund der bisher erzielten Ergebnisse von Tier- und mikroskopischer Untersuchungen in Verbindung mit dem Fibrinogenpolymer wegen guter Gewebehaftung, hoher mechanischer Belastbarkeit und heilungsfördernder Wirkung der Vorzug gegeben. Diese neuartige Verbindung des Fibrinogens mit einem nicht resorbierbaren Flachmaterial ist vor allem für die externe Anwendung vorgesehen, schließt jedoch die interne Anwendung im Organismus, z. B. in Verbindung mit prothetischem Material ähnlicher Eigenschaft, nicht aus.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In der zugehörigen Zeichnung zeigt Fig. 1: eine schematisch-perspektivische Ansicht des Flachmaterials.
Die Teilschicht 1 und die Teilschicht 2 bestehen aus einem porösen Polyurethanschaum mit jeweils einer Schichtdicke von annähernd 1 mm. Zur Herstellung unter sterilen Bedingungen wird die großporige Teilschicht 1 mit einer hochkonzentrierten, aus humaner Blutplasmafraktion gewonnenen wäßrigen Fibrinogenlösung, mit einem Fibrinogengehalt zwischen 20 und 45 mg/cm3, getränkt, tiefgefroren und lyophilisiert und die kleinporige Teilschicht 2 mit einer hochkonzentrierten wäßrigen Thrombin-Kalzium-Lösung zwischen 10 und 1000E/cm3 und einem Zusatz an Gerinnungsfaktor XIII, eines Antifibrinolytikums, wie Contrykal, und eines Antibiotikums, getränkt, tiefgefroren und lyophilisiert. * Nach dem Zusammenfügen der erfindungsgemäß behandelten Teilschicht 1 mit der Teilschicht 2 mittels eines vorzugsweise organischen Lösungsmittels, steht ein trocken-steriles Flachmaterial zum sofortigen Gebrauch als Wundauflage zur Verfügung und ist mindestens zwei Jahre lang lagerungsunfähig. Zum Gebrauch wird das Flachmaterial auf die erforderliche Defektgröße geschnitten. Das Flachmaterial wird dann mit der großporigen, fibrinhaltigen Teilschicht 1 auf den Defekt aufgelegt und unter leichter Druckanwendung die Verklebung innerhalb weniger Minuten abgewartet, wobei austretende Gewebsflüssigkeit und Blut die Auflösung der lyophilisierten Proteine und Zusätze und die Vernetzung des Fibrinogens ähnlich der normalen Blutgerinnung einleitet. Es kann nun die Wundheilung beobachtet und die Wundauflage nach Ablösung erneuert werden.

Claims (1)

  1. -1- 700 37
    Erfindungsanspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines aus zwei miteinanderformschlüssig verbundenen Teilschichten bestehenden und zum äußeren Abdichten und Heilen von Wunden geeigneten nicht resorbierbaren Flachmaterials, dessen Teilschichten zur Erzielung einer adsorbierenden , dampfdurchlässigen und nach außen schützenden Funktion gegenseitig eine asymmetrische poröse Struktur aufweisen, wobei die wundseitige Teilschicht großporige Öffnungen und die außenseitige Teilschicht kleinporige Öffnungen aufweist, gekennzeichnet dadurch, daß die wundseitige Teilschicht (1) mit einer wäßrigen Lösung von hochkonzentriertem Fibrinogen und Faktor XIII und die außenseitige Teilschicht (2) mit einer wäßrigen Lösung von Thrombin und Kalzium sowie weiteren Arzneimittelzusätzen getränkt, tiefgefroren und lyophilisiert werden.
    Hierzu 1 Seite Zeichnung
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines nicht resorbierbaren Flachmaterials zur Wundbehandlung, bestehend aus mehreren Teilschichten eines Schaumstoffes auf Polyurethangrundlage in Verbindung mit einem biologischen Klebesystem insbesondere zur Deckung und Heilung äußerer, großflächiger Verletzungen oder von Hautverlusten einschließlich der Brandwunden.
    Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
    Es ist bekannt, daß großflächige äußere Verletzungen oder Hautdefekte nach Operationen oder Gewalteinwirkungen ein therapeutisches Problem darstellen. Die Haut als Grenzschicht des Organismus zur Außenwelt hat entscheidenden Anteil an der Regulierung der Elektrolyt- und Wasserbilanzen, des Wärmeaustausches und als Barriere für Stoffwechselprodukt- und Eiweißverluste.
    Der ideale Hautersatz ist demnach das autologe Hauttransplantat. Da die autologe Hautentnahme jedoch beschränkt bleiben muß beziehungsweise das Transplantatbett oft einer längeren Vorbereitung und Säuberung bedarf, gelingt eine primäre vollständige Deckung in der Regel nicht.
    Die dafür verwendeten homologen und heterologen Transplantate sind aus allgemein bekannten Gründen ebenfalls kein befriedigender Hautersatz.
    Da es im Heilungsverlauf insbesondere bei einer Brandwunde nach der exsudativen und resorptiv-toxischen Phase in dem Endstadium zur Schrumpfung und Vernarbung des neuepithelisierten Hautareals kommt, wurde versucht, neben der bekannten offensterilen Behandlung durch sogenannte Kunsthäute die physiologischen Leistungen der Haut nachzubilden. Hervorzuheben sind die Bemühungen, einen Wundverband aus total oderteilweise resorbierbaren Materialien herzustellen. Die in der DE-PS 2802295 beschriebene synthetische Ersatzhaut auf Polymer-und Copolymerbasis de alpha-Aminosäuren und-Alkylester soll mindestens in einer der Wunde anliegenden Schicht oder vom Gewebe vollständig resorbierbar sein. Der Nachteil, der daraus entsteht, liegt jedoch in einem frühzeitigen Verlust der mechanischen und mikrowellen Schutzfunktionen, wobei der schon ohnehin schwer geschädigten Gewebefläche eine zusätzliche resorptive Leistung abverlangt wird. Die unzureichende natürliche Haftfähigkeit am Gewebe führt außerdem zu flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen mit gesteigertem Infektionsrisiko. Die bekannten Wundverbände auf der Grundlage biologischer resorbierbarer Stoffe wie Kollagen, Zellulose usw. (DE-PS 3050567 und DE-PS 3037513) sowie in Verbindung mit vernetzbarem Fibrinogeneiweiß (DE-PS 3105624 und DE-PS 3214337) mit ihrem gewebeklebenden Effekt sind vor allem für die innere Anwendung geeignet. Unzureichende regulative Leistung und erhöhtes Infektionsrisiko schließen die äußere Wundbehandlung fast aus. Darüber hinaus wurden auch Versuche unternommen, synthetische, nicht resorbierbare Materialien mit günstigen physikalischen und mechanischen Eigenschaften durch Kopplung mit biologischen Stoffen gewebeverträglicher zu machen (DE-PS 3002038). Da jedoch die Gewebehaftung ebenfalls nicht ausreichend erscheint, stellt die aufgehobene Formschlüssigkeit der Kunsthaut ihre autoregulative Wirkung und die Schutzfunktion vor äußeren Erregern in Frage.
    Ziel der Erfindung
    Ziel der Erfindung ist es ein Verfahren zur Herstellung eines nicht resorbierbaren Flachmaterials zur Wundbehandlung zu schaffen, das aus zwei Teilschichten besteht und in Verbindung mit einem biologischen Klebersystem eine hohe Formschlüssigkeit der aus einem Schaumstoff auf PUR-Grundlage bestehenden nicht resorbierbaren Außenhaut mit der Wundfläche erreicht. —
    Darlegung des Wesens der Erfindung
    Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, welches gestattet, ein aus zwei Teilschichten bestehendes, nicht resorbierbares, bioverträgliches Flachmaterial herzustellen, das auf einer größeren Wundfläche mittels eines biologischen Klebesystems formschlüssig anhaftet und die MikroZirkulation der W"ndfläche zum Zwecke der Wundbehandlung normalisiert.
    Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei einem aus zwei miteinanderformschlüssig verbundenen Teilschichten bestehenden und zum äußeren Abdichten und Heilen von Wunden geeignetem, nicht resorbierbarem Flachmaterial, dessen Teilschichten zur Erzielung einer adsorbierenden, dampfdurchlässigen und nach außen schützenden Funktion gegenseitig eine asymmetrische poröse Struktur aufweisen, wobei die wundseitige Teilschicht großporige Öffnungen und die außenseitige Teilschicht kleinporige Öffnungen aufweist, die wundseitige Teilschicht mit einer wäßrigen Lösung von hochkonzentriertem Fibrinogen und Faktor XIII und die außenseitige Teilschicht mit einer wäßrigen Lösung von Thrombin und Kalzium sowie weiteren Arzneimittelzusätzen getränkt, tiefgefroren und lyophilisiert werden.
    Es ist allgemein bekannt, daß Fibrinogen und andere gerinnungsfördernde Eiweiße einen günstigen Effekt auf die Wundheilung und Reepithelisierung ausüben und somit das nicht absorbierbare Flachmaterial als Kunsthaut bis zur ausreichenden Gewebsneubildung oder bis zur autologen Hauttransplantation auf der Defektfläche verbleiben kann. Als nicht resorbierbare Materialien sind allefilmbildenden und verschäumbaren nichttoxischen Polymerstoffe auf synthetischer oder natürlicher Grundlage geeignet, die durch ihre Porenstruktur die Adsorptionsleistung bei vorgegebener Durchlaßrichtung !für die verschiedenen Medien aufweisen. i
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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0265906A3 (de) * 1986-10-31 1991-10-02 Nippon Zeon Co., Ltd. Wundverband
AT407834B (de) * 1987-10-08 2001-06-25 Aventis Behring Gmbh Einkomponenten-gewebekleber sowie verfahren zu seiner herstellung
USRE39321E1 (en) 1990-11-27 2006-10-03 The American National Red Cross Supplemented and unsupplemented tissue sealants, methods of their production and use

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