DD232035A1 - Hydraulischer kalk- und magnesiahaltiger bindebaustoff - Google Patents

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DD232035A1
DD232035A1 DD26988484A DD26988484A DD232035A1 DD 232035 A1 DD232035 A1 DD 232035A1 DD 26988484 A DD26988484 A DD 26988484A DD 26988484 A DD26988484 A DD 26988484A DD 232035 A1 DD232035 A1 DD 232035A1
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DD26988484A
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Vo Dinh Loung
Otto Henning
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Architektur Bauwesen Hochschul
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen hydraulischen kalk- und magnesiahaltigen Bindebaustoff, der trotz anderer Ausgangsmaterialien zu seiner Herstellung im Vergleich zu bekannten hydraulischen Bindebaustoffen mindestens gleiche Einsatzmoeglichkeiten wie diese hat. Ziel der Erfindung ist die Verwertung von Dolomit, dolomithaltigem Kalkstein u. ae. m. zur Herstellung hydraulischer Bindebaustoffe mit etwa gleichen Eigenschaften im Vergleich zu bekannten hydraulischen Bindebaustoffen. Aufgabe der Erfindung ist ein hydraulischer magnesiahaltiger Bindebaustoff, der nicht zum Magnesiatreiben neigt und einfach herstellbar ist. Erfindungsgemaess wird die Aufgabe durch einen hydraulischen Bindebaustoff geloest, der aus einer feingemahlenen Mischung von 20...70 Masse-% bei niedrigen Temperaturen gebranntem Dolomit, dolomithaltigem Kalkstein o. ae. m. und 30...80 Masse-% gegebenenfalls vorbehandelter Puzzolane wie gebrannter Ton, Flugasche, metallurgische Schlacke besteht.

Description

-A-
Titel der Erfindung
Hydraulischer kalk- und magnesiahaltiger Bindebaustoff
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen hydraulischen kalk- und magnesiahaltigen Bindebaustoff, der trotz anderer Ausgangsmaterialien im Vergleich zu bekannten hydraulischen Bindebaustoffen für mindestens die gleichen Einsatzgebiete wie bekannte hydraulische Bindebaustoffe im Bauwesen einsetzbar ist.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, daß Dolomit bzw. dolomithaltiger Kalkstein als Komponente zur Herstellung hydraulischer Bindebaustoffe, wie z. B· Portlandzement, nicht oder nur in geringen Mengen verwendet werden kann, da der daraus resultierende hohe MgΟΙ 5 Gehalt der Bindebaustoffe zum sogenannten Magnesiatreiben in aus diesen Bindebaustoffen hergestellten Betonen führt· Magnesiatreiben kann eintreten, wenn der MgO-Gehalt des Portlandzements mehr als 5 % beträgt.
Es sind weiterhin Versuche bekannt, magnesiahaltige Portlandzemente mit MgO-Gehalten von mehr als 5 % herzustellen·
So wurde gefunden, daß Portlandzemente mit MgO-Gehalten von mehr als 5 % nicht zum Magnesiatreiben neigen, wenn es gelingt, den für das Magnesiatreiben verantwortlichen Periklas in kleinen Kristallen und gleichmäßig verteilt im klinker herzustellen· Praktisch hat diese Methode keine Verbreitung • gefunden, da die Steuerung des Periklaswachstums sowie die Erzielung einer gleichmäßigen Verteilung verfahrenstechnisch
kaum beherrschbar sowie schwierig nachweisbar ist·
Weiterhin ist bekannt, daß für hydraulische Bindebaustoffe auf Puzzolanbasis als basische Komponente neben Portlands:ementen, Branntkalk o.ä.m. auch MgO, das ausschließlich aus Magnesit gewonnen wurde, eingesetzt werden können· Dieser Bindebaustoff (Magnesia-Hydraulit) hat keine Verbreitung gefunden, weil seine Herstellung energieintensiv ist, aufwendige Rohstoffaufbereitung (Peinmahlung), inniges Mischen der Komponenten (ζ·Β· durch Aufschlämmen der Komponenten mit anschließendem Trocknen) u.a.m. erfordert.
Infolge d6r aufgeführten Nachteile gelingt es daher gegenwärtig nicht, die in großen Mengen vorhandenen Dolomite, dolomitischen Kalksteine u.a. Ausgangsmaterialien als Rohstoffe für die Herstellung hydraulischer Bindebaustoffe in größeren Mengen einzusetzen·
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, die bisher weitgehend ungenützten Dolomite, dolomitischen Kalksteine und ähnlichen Ausgangsma-terialien in wesentlichem Maße als Ausgangsstoff zur Herstellung von hydraulischen Bindebaustoffen, die den vergleichbaren bekannten Bindebaustoffen in den Hauptparametern mindestens gleichwertig sind, zu verwenden·
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, einen hydraulischen Bindebaustoff mit MgO-Gehalten von mehr als 5 % auf der Basis von Dolomiten, dolomithaltigen Kalksteinen oder ähnlichen Ausgang smat er iali en zu entwickeln, der bei Weiterverarbeitung zu Betonen kein Magnesiatreiben zeigt, der verfahrenstechnisch einfach beherrsch- und herstellbar ist und weitgehend auf energieintensive, aufwendige Verfahrensschritte verzichtet sowie in seinen Haaptparametern vergleichbaren Bindebaustoffen mindestens gleichwertig ist·
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß der hy-
draulische Bindebaustoff aus einer feingemahlenen Mischung Rückstand auf dem 90 um-Sieb < 10 % - von 20 - 70 Masse-% gebranntem Dolomit, dolomithaltigem Kalkstein oder ähnlichen .Ausgangsmaterialien und 30...80 Masse-% gegebenenfalls vorbehandelter Puzzolane, wie ζ·Β. gebranntem Ton, Plugaschen, metallurgischer Schlacke, besteht·
Die Brenntemperaturen des Dolomits, dolomithaltigen Kalksteins oder ähnlicher Ausgangsmaterialien liegen vorzugsweise zwischen 900·..10000C, da auf diese Weise die Oxide MgO und CaO in reaktionsfähiger Form vorliegen und es bei der Verfestigung damit zur Bildung von Ca- und Mg-silikat- und aluminathydraten kommt. Brucitbildung und daraus resultierende Treiberscheinungen bei Betonherstellung werden ver-• mieden·
Bei Verwendung von gebranntem Ton soll die Brenntemperatur zwischen 650...85O0C liegen, bei Einsatz von metallurgischen Schlacken oder Plugaschen als puzzolanische Komponente müssen sie auf einen Peuchtigkeitsgehalt unter 2 % getrocknet werden·
Der so erhaltene hydraulische Bindebaustoff weist einen MgO-Gehalt zwischen 8...25 % auf und setzt in großem Maße Dolomit, dolomithaltigen Kalkstein o.a. Ausgangsmaterialien ein· Die Herstellung des Bindebaustoffes ist verfahrenstechnisch einfach zu realisieren und erfolgt im Vergleich zu Portlandzement mit wesentlich niedrigerem Energieaufwand· Mit dem erfindungsgemäßen Bindebaustoff hergestellte Betone erweisen sich aus vergleichbaren Bindebaustoffen hergestellten Betonen als gleichwertig, sie weisen zusätzliche besondere Resistenz gegen aggressive Medien, insbesondere Sulfate, auf·
Ausführungsbeispiel
Der erfindungsgemäße Bindebaustoff soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden· Es wird ein Gemisch aus
40 Masse-% gebranntem Dolomit (Brenntemperatur 95O0C)
60 Masse-% gebranntem Ton (Brenntemperatur 75O0G) hergestellt und solange gemahlen, bis der Rückstand auf dem 90 um-Sieb < 10 % ist· Die Ausgangsstoffe weisen dabei die folgende Zusammensetzung
auf:
100
SiO2
2W3
Al2O
Pe2O3
CaO
Dolomit Masse-% Ton Masse-'
0,05 63,40
0,03 19,10
0,02 6,50
30,84 1,40
21,20 0,60
44,96 8,00
105
Glühverlust bei 100O0C
Der so gewonnene hydraulische Bindebaustoff hat folgende chemische Zusammensetzung (Masse-%):
MgO 15,80
CaO 23,32
SiO2 41,38
Al2O3 12,48
2 3 4,&3
Zur Bestimmung der Qualität des erhaltenen Bindebaustoffs wurden Proben in Form von Prismen mit den Abmessungen 10 x- 10 χ 60 mm und 40 χ 40 χ 160 mm gefertigt· Die Proben bestanden aus Sandbeton der Zusammensetzung 1 : 3 (Bin&ebaustoff ι Prüfsand) nach Masse. Zur Bereitung des Betons wurde Wasser in einer Menge von 40 %, bezogen auf die Masse des Bindebaustoffes, genommen.
Die Betonproben zeigten nach einjähriger Lagerung in Wasser, Meerwasser oder Restmeerwasser sowie in anderen SulfatlS-
·- 6
sangen keine Korrosionserscheinungen·
Die Prüfergebnisse sind in folgender Tabelle angeführt:
Alter der Proben (Ta&e) 3 7 28 365
Druckfestigkeit (MPa) 12 17 20,6 30,2
Biegezugfestigkeit (MPa) 1,4 2,1 2,7 3,6
Erstarrungszeit (Vicat-Test) nach TGL 10573,:
Beginn 180 min Ende 480 min
Raumbeständigkeit (nach TGL 10573 und nach ASTM C 151 bis 153) Längenänderung bei Wasserlagerung nach 28 Tagen: 0,07 %
bei Kochversuch: 0,06 %
Autoklavbehandlung: 1,12 %

Claims (3)

Erfindungsanspruch
1· Hydraulischer kalk- und magnesiahaltiger Bindebaastoff, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einer feingemahlenen Mischung - Rückstand auf dem 90„um-Sieb < 10 % - von 20-70 Masse-% gebranntem Dolomit, dolomithaitigern Kalkstein oder ähnlichen Aasgangsmaterialien und 30...80 Masse-% gegebenenfalls vorbehandelter Puzzolane, wie z. B· gebranntem Ton, Flugaschen, metallurgischer Schlacke, besteht.
2. Hydraulischer kalk- und magnesiahaltiger Bindebaustoff nach Pkt. 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Brenntemperatur des Dolomits, dolomithaltigen Kalksteins oder ähnlicher Ausgangsmaterialien bei 900...1000°0 liegen sollte,
3· Hydraulischer kalk- und magnesiahaltiger Bindebaustoff nach Pkt. 1-2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung von gebranntem Ton als Puzzolankomponente deren Brenntemperatur bei 650...8500G, bei Verwendung von Flugaschen oder metallischen Schlacken als Puzzolankomponente deren Feuchtigkeitsgehalt unter 2 % liegen sollte.
DD26988484A 1984-11-26 1984-11-26 Hydraulischer kalk- und magnesiahaltiger bindebaustoff DD232035A1 (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
AT410089B (de) * 2001-03-15 2003-01-27 Knoch Kern & Co Bindemittel und verfahren zum herstellen desselben
US20150007748A1 (en) * 2013-07-05 2015-01-08 Peoria Disposal Company Crt waste treatment and recycling

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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AT410089B (de) * 2001-03-15 2003-01-27 Knoch Kern & Co Bindemittel und verfahren zum herstellen desselben
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