DD234262A1 - Schmelzofen und verfahren zum schmelzen und laeutern von hartglaesern - Google Patents

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Abstract

Es wird ein Schmelzofen und ein Verfahren zum Schmelzen und Laeutern von Hartglaesern vorgestellt. Dabei wurden insbesondere solche Probleme geloest, wie Beruecksichtigung, dass durch die Gemengezusammensetzung eine sehr korrosive Schmelze besteht und dass die Betriebsweise in einem relativ kleinen Schmelzofen erfolgen soll. Erfindungsgemaess wurde die Aufgabe geloest, indem die Stroemung des Schmelzflusses durch solche Mittel, wie gezielte Entbindung der Energie, Einbau entsprechender Hilfsmittel fuer eine Zwangsfuehrung des Schmelzflusses, so erfolgt, dass eine hohe spezifische Schmelzleistung in hoher Qualitaet erreicht wird. Fig. 1

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen Schmelzofen nach Art eines Unit-Melters zum Schmelzen und Läutern von Hartgläsern, insbesondere solcher für die Lichtquellen- und Elektronikindustrie, bei denen zur Stabilisierung des Schmelz- und Läuterungsprozesses Bubblingdüsen, Schwimmrohre und gegebenenfalls Wälle verwendet werden und bei denen über durch den Boden geführtejn Reihen quer zur Längsachse angeordnete Elektroden zusätzlich zur Brennstoffbeheizung Elektrodenenergie in das Schmelzbad entbunden wird und Kühlmittel zur Abführung von Wärme verwendet werden sowie ein Verfahren zum Betreiben des Schmelzofens.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Zur Herstellung von Hartgläsern, insbesondere solchen für die Lichquellen- und Elektronikindustrie, werden bekannte Unit-Melter verwendet, die langgestreckte, einhäusige, querbeheizte Glasschmelzaggregate sind. Der Rauchgasabzug erfolgt meistens über einen Rekuperator, der vorwiegend stirnseitig an der Einlegeseite angeordnet ist. Eine durch gezielte Brennereinstellung erzeugte heißeste Zone über dem Glasbad bildet im Schmelzbad einen Quellpunkt aus, durch den zwei gegenläufige Konvektionsströmungswalzen in Längsrichtung des Schmelzofens entstehen. Es ist bekannt, daß diese Konvektionsströmung durch bestimmte Maßnahmen intensiviert werden kann. In der DE-AS 1 933 722 ist eine gezielte Kühlung des Wannenbassins des Schmelzofens vorgeschlagen worden, um damit eine Strömungsbeeinflussung zu erreichen. Für Hartgläser der Lichtquellen- und Elektronikindustrie mit ihrem von der chemischen Zusammensetzung her bedingten steilen Viskositätsverlauf sowie den erforderlichen hohen Schmelztemperaturen ist dieses Vefahren aber ungeeignet, da im Bodenbereich bereits hohe Glasviskositäten vorliegen.
Bekannt ist auch die zusätzliche Beheizung des Schmelzofens mit Elektroenergie, die zur Erzeugung von Joulescher Wärme über Reihen quer zur Längsachse des Schmelzofens angeordneter Elektroden in das Glasbad entbunden wird. Die auf diesem Gebiet bekannten Maßnahmen, wie sie aus DD-WP 69 073 ersichtlich sind, sind aber bei Hartgläsern der Lichtquellen- und Elektronikindustrie m.t ihnn ausgesprochen niedrigen elektrischen Leitfähigkeiten nicht inproblematisch, da sich daraus eine mangelnde Betriebssicherheit ergeben kann.
Schließlich ist noch die Anordnung von Bubblingdüsen quer zur Längsachse des Schmelzofens bekannt, die in erster Linie eine Verbesserung des Homogenisierungseffektes bewirken sollen. Im allgemeinen unterscheidet man zwischen Bubblings im Einlegebereich und solchen vor oder nach dem Quellpunkt (DE-OS 2 603 086, US-PS 3 330 639 und US-PS 3 269 820). Des weiteren unterscheidet man Bubblings mit Gasaustritt in der Nähe des Bodens des Schmelzofens (DE-PS 486 200) und solche, die den Gasaustritt im oberen Bereich der Konvektionsströmungen haben (DE-AS 1 471 842) und die eine Vermischung der jnteren und oberen Teilkonvektionsströmung verhindern sollen. Die am häufigsten praktizierte Anordnung von je einer Bubblingreihe im Schmelzbereich und im Läuterbereich ist nicht immer möglich, vor allem dann nicht, wenn der Abstand zwischen dem Quellpunkt und dem Durchlaß relativ gering ist. In diesem Fall wird die Wirkung des Quellpunktes durch die in meiner Nähe befindliche Bubblingreihe aufgehoben bzw. überdeckt, was erfahrungsgemäß zu gipsigem Glas führt. Schließlich und letzten Endes ist der Einsatz von Walleinbauten in Wannen zum Zwecke der Erwärmung der kalten bodennahen Rückströmung innerhalb der zweiten Konvektionsströmungswalze bekannt (US-PS 3 523 780). Die hier vorgesehene direkte Wallbeheizung ist aber für stark korrosive Schmelzen,-wie die für Hartglas der Lichtquellen- und Elektronikindustrie, ungeeignet, da hierdurch das Feuerfestmaterial zu hoch erhitzt wird, so daß es nur eine begrenzte Lebensdauer erreicht.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, insbesondere für spezielle Hartgläser einen Schmelzofen relativ geringer Schmelzleistung zu schaffen, der gewährleistet, daß seine Betriebsweise so gestaltet wird, daß er den Qualitätsanforderungen an diese Gläser gerecht werden kann.
Darlegung des Wesens der Erfindung
In Erreichung der Zielstellung ist das Problem zu lösen, Mittel zur Beeinflussung der Temperatur-und Strömungsverhältnisse geometrisch und energetisch so zu realisieren und solche Verfahrensschritte durchzuführen, daß die Betriebsweise eines relativ kleinen Glasschmelzofens nach der Arteines Unit-Meltersso stabilisiert wird, daß qualitätsmindernde Inhomogenitäten und Glasfehler ausgeschaltet sind.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß sich Reihen von je 4 mit einem gegenüber bisherigen Lösungen verringerten Abstand von jeweils Vs der Bassinbreite untereinander und zur Seitenwand angeordnete Elektroden vor und hinter dem Quellpunktbereich mit einem Reihenabstand von 15 bis 20% der Schmelzofenlänge und eine weitere Reihe von der Einlegestirnwand in einem Abstand von 4/io der Schmelzofenlänge befinden und Bubblingdüsen ebenfalls in Reihe quer zur Längsachse in einem Abstand von 1A der Schmelzofenlänge von der Einlegestirnwand und zu den Seitenwänden mit 1A der Schmelzofenbreite angeordnet sind und untereinander gleichen Abstand aufweisen und wenn weiterhin bei der Verwendung eines Walles dieser zentrisch zwischen Elektrodenreihen vor und hinter dem Quellpunktbereich angeordnet wird und seine Höhe das 0,4—0,7fache, vorzugsweise das 0,5fache der Schmelzbadtiefe beträgt.
Weitere Merkmale der Erfindung bestehen darin, daß beim Einsatz von schaumbildenden Läutermitteln ein Schwimmrohr in einer Entfernung von der Einlegestirnwand von etwa 73 der Schmelzofenlänge angeordnet wird und die Elektroden in einer Länge von 75 bis 90% der Schmelzbadhöhe in das Schmelzbad ragen. Als geeignete Elektroden für die Elektroenergiezuführung haben sich solche bewährt, die stabförmig ausgebildet und aus Molybdän hergestellt sind.
Das Verfahren zum Betreiben des erfindungsgemäßen Schmelzofens sieht vor, den Gesamtenergiebedarf so aufzuteilen, daß der Elektroenergieanteil bis zu 15% beträgt, von diesem Elektroenergieanteil 60 bis 70% in den Elektrodenreihen nahe dem Quellpunktbereich zu entbinden und die Zone des Läuterbereiches mit nahezu der gesamten Kühlmittelmenge zu beaufschlagen. Die Erfindung sieht weiterhin vor, das Temperaturprofil des Schmelzofens so zu gestalten, daß dieTemperatur im Einlegebereich 30 bis 4OK und die an der Durchlaßseite 15 bis 20 K niedriger ist, als die im Quellpunktbereich. Durch das neue Konstruktionsprinzip des Schmelzofens und die zum Betreiben des Schmelzofens vorgeschlagenen Verfahrensschritte wird erreicht, daß für Hartgläser, wie alkaliarme Alumoborosilicatgläser, die für die Lichtquellen- und Elektronikindustrie eingesetzt werden, eine den Qualitätsanforderungen angepaßte Schmelztechnik vorliegt. Sie bewirkt durch die dargelegte Aufteilung der Energie in Verbindung mit der speziellen Anordnung eines Walles eine Quellpunktstabilisierung und die Einbindung der sich am Boden des Schmelzofens bewegenden Durchsatzströmung von kaltem ungeläutertem Glas in die Konvektionsströmungswalzen, wodurch die Läuterleistung des Schmelzofens wesentlich verbessert wird. Dieser Vorteil wird durch die determinierte Anordnung der Bubblingdüsen, die eine scharfe Trennung von Einschmelz- und Läuterbereich erzielt, noch erhöht.
Die in der Erfindung vorgegebene Aufteilung der Kühlluftmenge und die gezielte Kühlung des Läuterbereiches beeinflussen die Querströmungen des Schmelzbades und fördern somit den Homogenisierungsvorgang. Durch die gesamten erfinderischen Maßnahmen wird weiterhin erreicht, daß die Läutermittelmenge minimiert werden kann und solche wirkungsvollen und für das Reboilverhalten günstigen Zusätze wie Arsen- oder Antimonoxid zugesetzt werden können.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll an Hand der schematischen Zeichnung in einer beispielsweisen Ausführungsform erläutert werden. Fig. 1: zeigt die Draufsicht des Schmelzofens ohne Abdeckung Fig.2: zeigt die Ansicht entlang der Schnittlinie X-X der Fig. 1
Der Schmelzofen für das Schmelzen von Hartglas für die Lichtquellen- und Elektronikindustrie, z. B. Alumoborosilicatglas, besteht im wesentlichen aus dem Schmelz-und Läuterbereich 1,2 sowie dem Durchlaß 3. Durch die Gemengeeinlagen 4 wird das Gemenge in den Schmelzofen gebracht. Im Oberofen des Schmelzteiles, der von der Abdeckung 5 gebildet wird, befinden sich beiderseits der Seitenwände 14 die Brenner 7, die den Feuerraum 6 so erhitzen, daß in der Glasschmelze ein Quellpunktim Bereich des Walles 10 entsteht. Die Rauchgase werden über den Rauchgaskanal 15 abgeführt und zur Wiedergewinnung von Wärme über einen übersichtshalber nicht dargestellten Rekuperator geleitet. Neben der Brennstoffbeheizung durch die Brenner
7 erfolgt eine weitere Beheizung des Schmelzbades durch je vier Elektroden 8, die in drei Reihen quer zur Längsachse des Schmelzofens, und zwar zwei unmittelbar vor und hinter dem Quellpunkt bei einem Reihenabstand D von 15 bis 20% der Schmelzofenlänge und eine von der Einlegestirnwand 13 in einer Entfernung A, die 4/io der Schmelzofenlänge beträgt, angeordnet sind. Ihr Abstand innerhalb einer Reihe untereinander und zur Seitenwand beträgt Vs der Bassinbreite. Zweckmäßigerweise sind Stangenelektroden 8 aus Molybdän zu verwenden, die in einer Länge von 75 bis 90% der Schmelzbadhöhe in das Schmelzbad ragen unddur^h den Boden 16 des Schmelzofens geführt sind. Ihr entbundener Er.örgieanteil an der Gesamtenergie kann bis zu 15% betragen. Dieser Anteil ist so aufzuteilen, daß 60 bis 70% mit den E'ehroden
8 im Quellpunktbereich eingespeist werden. Zur besseren Trennung des Schmelzbereiches 1 vom Läuterbereich 2 sind in der Entfernung B, die 1A der Schmelzofenlänge beträgt, Bubblingdüsen 9 angeordnet. Der Maximalabstand zu den Seitenwänden sollte 1A der Schmelzofenbreite nicht überschreiten. Im Fall, daß die Stabilisierung der Strömungsverhältnisse, insbesondere die Einbildung der kalten Bodenströmung in die Konvektionsströmungswalze, nötig ist, ist es empfehlenswert, einen Wall 10 am Boden 16 einzubauen, und zwar zentrisch zwischen den Reihen der Elektroden 8, die vor und hinter dem Quellpunktbereich installiert sind. Die Höhe des Walles 10 beträgt das 0,4fache bis 0,7fache, vorzugsweise das 0,5fache der Schmelzbadtiefe. Bei schaumbildenden Läutermitteln ist die Anordnung eines Schwimmrohres 11 angebracht, das seine Lage im Abstand C = 1/3 der Schmelzofenlänge hat, von der Einlegestirnwand 13 aus gerechnet.
Unter Beachtung der Verfahrensweise zum Betreiben des beschriebenen Schmelzofens, nämlich daß die Elektroenergie in der angegebenen Aufteilung in das Schmelzbad entbunden und eine Kühlung des Schmelzofensso vorgenommen wird, daß nahezu die gesamte Kühlluftmenge auf die Zone des Läuterbereiches 2 wirkt, wodurch auch nur der Einlegebereich mit einer Wärmedämmschicht 12 zu versehen ist und bei Einhaltung der Temperaturgradienten, die gewährleisten, daß dieTemperatur im Einlegebereich 30 bis 40 K und die an der Durchlaßseite 15 bis 2OK niedriger ist, als die im Quellpunktbereich, kann auch ein nach Art eines Unit-Meiters gebauter Schmelzofen mit Tagesleistungen bis zu 10t Hartglas in geforderter Qualität erzeugen.

Claims (7)

  1. -1 - /<£ö II
    Patentansprüche: |
    1. Schmelzofen nach Art eines Unit-Melters zum Schmelzen und Läutern von Hartgläsern, insbesondere solcher für die Lichtquellen- und Elektronikindustrie, bei dem zur Stabilisierung des Schmelz- und Läuterprozesses Bubblingdüsen, Schwimmrohre und gegebenenfalls Wälle verwendet werden und bei dem überdurch den Boden geführte, in Reihen querzui Längsachse angeordnete Elektroden zusätzlich zur Brennstoffbeheizung Elektroenergie in das Schmelzbad entbunden wird und Kühlmittel zur Abführung von Wärme verwendet werden, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Reihen der Elektroden (8) vor und hinter dem Quellenpunktbereich bei einem Reihenabstand von 15 bis 20% der Schmelzofenlänge und eine weitere Reihe in einem Abstand von 4Ao der Schmelzofenlänge, von der Einlegestirnwand (13) aus gesehen, befinden und daß die Bubblingdüsen (9) ebenfalls in Reihe quer zur Längsachse des Schmelzofens in einem Abstand (B) von 1A der Schmelzofenlänge von der Einlegestirnwand (13) und zu den Seitenwänden (14) mit 1A der Schmelzofenbreite angeordnet sind und untereinander gleichen Abstand aufweisen und daß bei Verwendung eines Walles (10) dieser zentrisch zwischen der Reihen der Elektroden (8) vor und hinter dem Quellenpunktbereich angeordnet ist und seine Höhe das 0,4- bis 0,7fache, vorzugsweise das 0,5fache der Schmelzbadtiefe beträgt.
  2. 2. Schmelzofen nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwimmrohr (11) in einer Entfernung von etwa :h der Schmelzofenlänge von der Einlegestirnwand (13) angeordnet ist.
  3. 3. Schmelzofen nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden (8) in einer Länge von 75 bis 90% der Schmelzbadhöhe in das Schmelzbad ragen.
  4. 4. Schmelzofen nach einem der Punkte 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlegebereich mit einer Wärmedämmschicht (12) umgeben ist.
  5. 5. Schmelzofen nach einem der Punkte 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß jede Elektroreihe aus vier Elektroden besteht, die jeweils untereinander und zur Seitenwand einen Abstand von 1A der Bassinbreite haben und diese Elektroden stabweise ausgebildet und aus Molybdän gefertigt sind.
  6. 6. Verfahren zum Betreiben eines Schmelzofens nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gesamtenergiebedarf so aufgeteilt wird, daß der Anteil der Elektroenergie bis zu 15% beträgt, von dem 60 bis 70% in den Elektrodenbereichen nahe dem Quellpunkt entbunden und der Schmelzofen derart gekühlt wird, daß nahezu die gesamte Kühlmittelmenge die Zone des Läuterbereiches beaufschlagt, und daß weiterhin das Temperaturprofil des Schmelzofens so gestaltet wird, daß die Temperatur im Einlegebereich 30 bis 40 K und die an der Durchlaßstirnseite 15 bis 20 K niedriger ist, als die im Quellpunktbereich.
  7. 7. Verfahren nach Punkt 6, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemenge Arsen- bzw. Antimonoxid in solchen Mengen zugegeben wird, daß der im Glas verbleibende Rest nicht mehr als 0,07% beträgt.
    Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
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