DD236553A1 - Verfahren und bienzymelektrode zur bestimmung geloester stoffe in gemischen - Google Patents

Verfahren und bienzymelektrode zur bestimmung geloester stoffe in gemischen Download PDF

Info

Publication number
DD236553A1
DD236553A1 DD27550985A DD27550985A DD236553A1 DD 236553 A1 DD236553 A1 DD 236553A1 DD 27550985 A DD27550985 A DD 27550985A DD 27550985 A DD27550985 A DD 27550985A DD 236553 A1 DD236553 A1 DD 236553A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
enzyme
interfering
substances
substance
electrode
Prior art date
Application number
DD27550985A
Other languages
English (en)
Inventor
Frieder Scheller
Original Assignee
Akad Wissenschaften Ddr
Wrumski Inst Fuer Elektrochemi
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Akad Wissenschaften Ddr, Wrumski Inst Fuer Elektrochemi filed Critical Akad Wissenschaften Ddr
Priority to DD27550985A priority Critical patent/DD236553A1/de
Publication of DD236553A1 publication Critical patent/DD236553A1/de

Links

Landscapes

  • Measuring Or Testing Involving Enzymes Or Micro-Organisms (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Bienzymelektrode zur quantitativen Bestimmung geloester Stoffe in Gemischen. Die Bienzymelektrode besitzt eine Enzymschicht, die sowohl ein die zu bestimmende Substanz in ein elektroaktives Produkt umwandelndes Enzym (Indikatorenzym) als auch ein die interferierenden Substanzen in elektrochemisch nicht interferierende Substanzen umsetzendes Enzym (Eliminatorenzym) enthaelt. Interferierende Substanzen, die nicht effektiv durch das Eliminatorenzym umgesetzt werden, koennen durch eine vorgeschaltete chemische Reaktion in der Messloesung in nicht interferierende Substanzen und eine interferierende Substanz, die ein Substrat des Eliminatorenzyms ist, umgesetzt werden.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Bienzymelektrode zur Konzentrationsbestimmung gelöster Stoffe in Gemischen, die neben der Meßsubstanz eine oder mehrere die Bestimmung störende Substanzen enthält.
Das Verfahren und die Bienzymelektrode sind besonders für Analysatoren in klinischen und biologischen Labors und der Lebensmittelindustrie geeignet.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Anwendung enzymatischer Reaktionen in der Analytik mit Enzymelektroden basiert im allgemeinen auf der spezifischen Umsetzung der zu bestimmenden Substanz (enzymatische Substratwandlung) durch ein Enzym und einer elektrochemischen Anzeigereaktion, z. B. die anodische Oxidation von H2O2. Diese elektrochemische Reaktion besitzt eine relativ geringe Spezifität, d.h. auch andere Bestandteile der Meßprobe (die Störsubstanzen) können beim Potential der Oxidation von H2O2 oxidiert werden und so das Meßsignal verfälschen.
In Enzymelektroden werden Störsubstanzen bisher hauptsächlich durch Differenzmessung, eine zusätzliche Eliminatorelektrode (DD-Pat.G 01 N/2389663), durch die Verwendung selektiver Membranen (US-Patent 3, 979, 274; US-Patent 4, 073, 713) oder die Einführung einer zusätzlichen enzymatischen Sperrschicht (DD-Pat.211460) vermindert.
Die Differenzmessung und die Verwendung einer Eliminatorelektrode erfordern einen erhöhten apparativen Aufwand und sind dadurch erheblich teurer als einfache Messungen, wobei die Eliminatorelektrode nicht zum vollständigen Ausschluß der Interferenz führt.
Selektive Membranen sind ebenfalls sehr kostenaufwendig, dabei sehr dünn und wenig stabil.
Durch die Verwendung von mehreren übereinanderliegenden Enzymschichten werden die Messungen wesentlich verlangsamt, wodurch sie für den Einsatz in üblichen Analysatoren nicht geeignet sind.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, die Nachteile der bekannten Lösungen zu umgehen und ein Verfahren und eine Bienzymelektrode zu entwickeln, die es erlauben enzymatische Konzentrationsbestimmungen gelöster Stoffe in solchen Gemischen wie Blut, Serum, Urin und Lebensmittelproben richtigerund genauerals mit der Monoenzymelektrode und schnellerals mit Multienzymschichten mit üblichen Analysatoren durchzuführen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgrbe der Erfindung besteht darin, Störsubstanzen der elektrochemischen Anzeigereaktion in üblichen Enzymelektroden-Analysaioren auszuschalten und auf diese Weise Richtigkeit und Schnelligkeit der Messung der betreffenden Stoffkonzentration zu erhöhen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß zur quantitativen Bestimmung gelöster Stoffe in Gemischen eine Bienzymelektrode, die eine Enzymschicht besitzt, die sowohl ein die zu bestimmende Substanz in ein elektroaktives Produkt umwandelndes Enzym (Indikatorenzym) als auch ein die interferierenden Substanzen in elektrochemisch nicht interferierende Substanzen umsetzendes Enzym (Eliminatorenzym) enthält, in einem üblichen Enzymelektroden-Analysator eingesetzt wird, wobei gegebenenfalls interferierende Substanzen, die nicht effektiv durch das Eliminatorenzym umgesetzt werden-können durch eine vorgeschaltete chemische Reaktion in der Meßlösung in nicht interferierende Substanzen und eine interferierende Substanz, die ein Substrat des Eliminatorenzyms ist, umgesetzt werden.
In der einschichtigen Bienzymmembran werden als Indikatorenzym, entsprechend der'zu bestimmenden Substanz, spezifische Oxidoreduktasen, beispielsweise Glukoseoxidase (GOD) oder Uratoxidase oder Cholesteroloxidase (COD) oder Laktatoxidase (LOD) oder Pyruvatoxidase oder Glutamatoxidase oder Sarcosinoxidase oder Alkoholoxidase und das Eliminatorenzym Laccase oder NADH-monooxygenase oder Laktatmonooxygenase oder Ascorbatoxidase verwendet.
-2- 755 09
. O2 + Störsubstanz Eliminatorenzym t nicht störende Pro_
(elektroaktiv) dukte + HpO
zu bestimmende Substanz + O0 Indikatorenzym^ E 0
c- .22 + Pro-
(elektr.o- dukt aktiv)
Für interferierende Substanzen z. B. Ascorbinsäure oder Glutathion, die nicht effektiv durch das Eliminatorenzym z. B. Laccase umgesetzt werden, wird durch eine vorgeschaltete chemische Oxidation z. B. mit Kaliumferricyanid eine Umwandlung in nicht interferierende Produkte durchgeführt, wobei das elektrochemisch interferierende Kaliumferrocyanid entsteht. Das Ferrocyanid wird in der Enzymschicht durch das Eliminatorenzym Laccase in das nicht interferierende Ferricyanid zurückgebildet. Damit erfolgt eine effektive Ausschaltung der elektrochemischen Interferenz z. B. bei der H2O2-Anzeige.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß die Messung gelöster Stoffe in Gemischen schneller und richtiger als nach den bekannten Methoden erfolgt.
Ausführungsbeispiele
1. Beispiel
Messung von Glukose in einem Glukose-Ascorbinsäure-Gemisch
Ein etwa 3 mm2 großes Stück der Bienzymmembran, bestehend aus in Gelantine eingeschlosser Glukoseoxidase (46 U/cm2) und Laccase (120 U/cm2), wird zwischen zwei Dialysemembranen unmittelbar vor die auf +60OmV polarisierte modifizierte Sauerstoffelektrode gespannt.
Diese Bienzymelektrode wird in eine temperierte Meßzelle eingesetzt und mit einem Polarographen verbunden. In der Meßzelle befinden sich 2ml einer Phosphatpufferlösung (nach Sörensen) pH = 5,0 mit 5,0mmol/l Kaliumferricyanid. Nach Zugabe von 50μ\ einer Lösung, die sowohl Glukose als auch Ascorbinsäure enthält, laufen folgende Reaktionen ab:
— Die in der Meßlösung vorhandene Ascorbinsäure wird durch Kaliumferricyanid unter Bildung von Kaliumferrocyanid oxidiert.
— Die immobilisierte Lacca'se katalysiert die vollständige Oxidation des in der Membran diffundierten Ferrocyanids.
— Glukose diffundiert in die Enzymschicht und wird durch die Glukoseoxidase in Glukonolakton und H2O2 umgewandelt.
— H2O2 wird an der Elektrode anodisch oxidiert. Der Oxidationsstrom dient als glukosekonzentrationsabhängiges Meßsignal. Mit einer solchen Meßanordnung wird Glukose im Konzentrationsbereich von 1,0 bis 50mmol/l, ohne Störung durch Ascorbinsäure (mindestens bis 15mmol/l), richtig gemessen.
2. Beispiel
Messung von Uringlukose
Die im 1. Beispiel beschriebene Bienzymelektrode wird im Glukosemeßgerät GKM 02 (ZWG der AdW der DDR) eingesetzt. Die Polarisationsspannung der Platin-Indikatorelektrode beträgt +60OmV. Die präparierte Bienzymelektrode taucht in 2 ml einer gerührten Meßvorlage (5mmol/l Kaliumferricyanid in Phosphatpuffer nach Sörensen, pH 5,0). Glukosestandardlösungen zwischen 0,75 und 40mmol/l werden mit der Pufferlösung im Verhältnis 1:10 vorverdünnt. Durch Zugabe von jeweils 500μΙ einer solchen Standardlösung zur Meßvorlage wird das Meßgerät geeicht und/oder mit dem angeschlossenen y-t-Schreiber eine Glukoseeichkurve aufgezeichnet. Als konzentrationsabhängiges Meßsignal dient in beiden Fällen die erste Ableitung des H202-Oxidationsstromes, die digital angezeigt oder mit dem Schreiber aufgenommen wird.
Die Urinprobe wird mit der Meßvorlage im Verhältnis 1:10 vorverdünnt. Reduzierte Bestandteile, die bei +60OmV anodisch oxidiert werden, werden durch Ferricyanid umgesetzt. Dabei wird Ferrocyanid gebildet.
~ In die gefüllte Meßzelle werden 500^l der mit Ferricyanidpuffer (Meßvorlage) versetzten Urinprobe gegeben. Ferrocyanid wird durch Laccase oxidiert. Die im Urin enthaltene Glukose gelangt an die Glukoseoxidase und wird umgewandelt. Das dabei . produzierte H2O2 kann jetzt ohne elektrochemische Interferenzen oxidiert werden. Am Meßgerät ist die Glukosekonzentration der Probe direkt ablesbar.

Claims (4)

  1. -1- 755 09
    Erfindungsanspruch:
    1. Bienzymelektrodezur Bestimmung· gelöster Stoffein Gemischen, bestehend aus einer zu bestimmenden Substanz und einer bzw. mehrerer diese Bestimmung störende Substanzen, dadurch gekennzeichnet, daß eine einschichtige BienzymmembraVi, die sowohl ein die zu bestimmende Substanz in ein elektroaktives Produkt umwandelndes Enzym (Indikatorenzym) als aücti ein interferierende Substanzen in elektrochemisch nicht interferierende Substanzen umsetzendes Enzym (Eliminatorenzym) enthält.
  2. 2. Bienzymelektrode nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Indikatorenzym Glukoseoxidase oder Uratoxidase oder Cholesteroloxidase oder Laktatoxidase oder Pyruvatoxidase oder Glutamatoxidase oder Sarcosinoxidase oder Alkoholoxidase und als Eliminatorenzym Laccase oder NADH-monooxygenase oder Laktatmonooxygenase oder Ascorbatoxidase gemeinsam in einer Schicht eingesetzt werden.
  3. 3. Verfahren zur Bestimmung gelöster Stoffe in Gemischen, dadurch gekennzeichnet, daß interferierende Substanzen durch eine vorgeschaltete chemische Reaktion in der Meßlösung in nicht interferierende Substanzen und eine interferierende Substanz, die Substrat des Eliminatorenzyms Laccase ist, umgesetzt wird.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 3, dadurch gekennzeichnet, daß die interferierende Substanz durch Kaliumferricyanid umgesetzt wird.
DD27550985A 1985-04-24 1985-04-24 Verfahren und bienzymelektrode zur bestimmung geloester stoffe in gemischen DD236553A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD27550985A DD236553A1 (de) 1985-04-24 1985-04-24 Verfahren und bienzymelektrode zur bestimmung geloester stoffe in gemischen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD27550985A DD236553A1 (de) 1985-04-24 1985-04-24 Verfahren und bienzymelektrode zur bestimmung geloester stoffe in gemischen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD236553A1 true DD236553A1 (de) 1986-06-11

Family

ID=5567147

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD27550985A DD236553A1 (de) 1985-04-24 1985-04-24 Verfahren und bienzymelektrode zur bestimmung geloester stoffe in gemischen

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD236553A1 (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3824258C2 (de) * 1987-07-23 1999-04-29 Bst Bio Sensor Tech Gmbh Modifizierte Enzymmembran für Enzymelektroden mit hoher Selektivität und Verfahren zu ihrer Anwendung

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3824258C2 (de) * 1987-07-23 1999-04-29 Bst Bio Sensor Tech Gmbh Modifizierte Enzymmembran für Enzymelektroden mit hoher Selektivität und Verfahren zu ihrer Anwendung

Similar Documents

Publication Publication Date Title
Free et al. Simple specific test for urine glucose
US3933593A (en) Rate sensing batch analysis method
DE68911299T3 (de) Enzymelektrode und verfahren zur herstellung.
Campanella et al. New biosensor for superoxide radical used to evidence molecules of biomedical and pharmaceutical interest having radical scavenging properties
Cui et al. Disposable amperometric glucose sensor electrode with enzyme-immobilized nitrocellulose strip
JP2002535615A (ja) 一体化した試薬/血液分離層を備えた使い捨て試験用細片
Gonzalez et al. Amperometric sensor for hypoxanthine and xanthine based on the detection of uric acid
Stredansky et al. Determination of D-fructose in foodstuffs by an improved amperometric biosensor based on a solid binding matrix
DE2701168A1 (de) Verfahren zur bestimmung der aethanolkonzentration in koerperfluessigkeiten
US4045296A (en) Rate sensing batch analysis method and enzyme used therein
Gooding et al. Bioanalytical experiments for the undergraduate laboratory: Monitoring glucose in sports drinks
Anthony et al. Method for determining paracetamol in whole blood by chronoamperometry following enzymatic hydrolysis
McNeil et al. Amperometric biosensor for rapid measurement of 3-hydroxybutyrate in undiluted whole blood and plasma
DD236553A1 (de) Verfahren und bienzymelektrode zur bestimmung geloester stoffe in gemischen
Garjonyte et al. Investigation of baker’s yeast Saccharomyces cerevisiae-and mediator-based carbon paste electrodes as amperometric biosensors for lactic acid
Kuntawong et al. A Prussian Blue Modified Electrode Based Amperometric Sensor for Lactate Determination
Demkiv et al. Nanoparticles of prussian blue analogues as peroxidase mimetics for nanozyme–oxidase–based biosensors
DE4314417A1 (de) Biosensor
DE19619056C2 (de) Verfahren und Sensor zur enzymatisch-elektrochemischen Bestimmung von Substraten NAD·+·- und NAD(P)·+·-abhängiger Dehydrogenasen
DD291846A5 (de) Verfahren zur empfindlichen bestimmung von substanzen mit einem biosensor
JPS6131954A (ja) マルト−スセンサ
DD241132A1 (de) Enzymelektrode und verfahren zur bestimmung mehrerer substanzen in gemischen
DD150656A1 (de) Enzymelektrode zur bestimmung von peroxidase-substraten
Miškinis et al. Beyond potentiometry: an amperometric approach to urea detection using antimony electrodes
DE4342351A1 (de) Enzymatische Verstärkungssysteme

Legal Events

Date Code Title Description
RPI Change in the person, name or address of the patentee (searches according to art. 11 and 12 extension act)
ENJ Ceased due to non-payment of renewal fee