DD237647A1 - Verfahren zur verminderung der gemengeverstaubung bei alkaliarmen molybdaeneinschmelzglaesern - Google Patents

Verfahren zur verminderung der gemengeverstaubung bei alkaliarmen molybdaeneinschmelzglaesern Download PDF

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Horst Dressel
Ernst Bader
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Technisches Glas Veb K
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Abstract

Die Verstaubung von Glasgemenge fuehrt dazu, dass die notwendige bzw. vorgegebene Glaszusammensetzung nur in einer verhaeltnismaessig grossen Toleranzbreite eingehalten werden kann. Eine hohe Konstanz der physikalisch-chemischen Parameter des Glases ist kaum erreichbar. Die erfinderische Loesung sieht die Bindung der Gemengebestandteile mit der Bildung von Feststoffbruecken aus Magnesiumoxidchloriden durch die Reaktion von MgO und konzentrierter MgCl2-Loesung vor.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Glasgemenge für alkaliarme hochschmelzende Erdalkali-Alumo-Borosilikatgläser (Molybdäneinschmelzgläser) erzeugt, die beim Einlegen in flammenbeheizte Glasschmelzwannen nicht verstauben.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Hochschmelzende alkaliarme bzw. alkalifreie Erdalkali-Alumo-Borosilikatgläser werden zur Herstellung von Glasrohren für Molybdän- bzw. Wolfram-Halogen-Kreislauflampen erschmolzen.
In der DE-OS 1596767 wird ein Glas der Zusammensetzung SiO2ZB2O3, AI2O3, CaO, MgO, BaO beschrieben, wozu ein Gemenge aus Sand, blättrigem Aluminiumoxid, Borsäure, kalziniertem Magnesiumoxid, Bariumhydroxid, Bariumnitrat und chemisch reinem Calciumcarbonat hergestellt wird.
Das in US 3978362 vorgestellte Glas für Wolfram-Bromlampen wird aus den Rohstoffen Sand, gebranntes Aluminiumoxid, CaCO3, MgO, BaCO3, SrCO3 erschmolzen. In der DE-OS 1496081 wird ein Erdalkaliborosilikatglas vorgestellt, welches aus den Rohstoffen Sand, kalzinierte Tonerde, Borsäure, Dolomitkalkhydrat, Bariumkarbonat, Kalkstein und Arsentrioxid geschmolzen
Nach GB 1527785 wird ein Glas, bestehend aus 14-21 % CaO, 0-5% MgO, 0-7% BaO, 13-16% AI2O3 und 58-63% SiO2 aus Sand, kalzinierter Tonerde, CaCO3, Magnesiumoxid, Bariumkarbonat und Strontiumkarbonat produziert.
Infolge der notwendigen geringen Korngrößen (Sand, Dolomit, MgO, kalz. Tonerde) gehen beim Einlegen dieser Glasgemenge in flammenbeheizten Wannen diese Rohstoffe bereits in beträchtlichen Mengen verloren, indem sie mit den heißen Flammengasen ausgetragen werden. Die Folge sind unkontrollierte Veränderungen der Zielsynthese und damit unzulässig hohe Schwankungen in den physikalischen Eigenschaften des ausgearbeiteten Glases mit nachteiligen Einflüssen auf die Verarbeitbarkeit.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Herstellungsverfahren für Glasgemenge, welches gegenüber den bekannten technischen Lösungen zu Gemengen für hochschmelzenden, alkaliarme bzw. -freie Erdalkali-Alumo-Borosilikatgläser führt, die sich durch wesentlich geringere Verstaubungsneigung beim Einlegen in flammenbeheizten Glasschmelzwannen auszeichnen und damit eine hohe Konstanz der physikalisch-chemischen Parameter des Glases garantieren.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Verringerung der Verstaubungsneigung o. g. Glasgemenge wird im Wesentlichen durch die Anwendung von Verfahren der Gemengevorbehandlung erreicht, wobei eine Erhöhung der Bindefestigkeit der Gemengebestandteile nach der Gemengeherstellung im Mischer, dem Transport und dem Einlegen des Gemenges in die flammenbeheizte Glasschmelzwanne angestrebt und erzielt wird.
Die Bindung der Gemengebestandteile in ausreichender Festigkeit ergibt sich aus der Bildung von Feststoffbrücken aus Magnesiumoxidchloriden durch die Reaktion von MgO und konzentrierten MgCI2-Lösungen nach der entsprechenden MgCI2-Lösungszugabe im Gemengemischer. Während der Gemengepelletierung oder -kompaktierung zugegebenes Wasser führt zur Bildung weiterer Feststoffbrücken von Mg(OH)2 und Ca(OH)2 und damit zur weiteren Gemengebindung. Infolge der exotherm verlaufenden Reaktionen zu Magnesiumoxidchloriden und zu Erdalkalihydroxiden kann auf eine Erwärmung des Gemenges während der Pelletierung oder Kompaktierung oder abschließende Trocknung weitgehend verzichtet werden. Die Trockenbruchfestigkeit der Pellets, gemessen an Pellets von 10 mm 0 zwischen zwei Platten, erreicht damit Werte von 10—20kg/cm2 und ermöglicht eine Lagerung sowie den Transport mit Fallhöhen bis zu 0,5m.
Ausführungsbeispiele
Die erfindungsgemäße Herstellung des Gemenges soll wie folgt näher erläutert werden.
Für die Schmelze von 100kg Glas werden nach Variante 1 folgende Rohstoffe eingesetzt:
Quarzsand, Körnung kleiner 0,25mm
Tonerde techn. rein, Körnung kleiner 0,1 mm
Brandkalk techn. rein
Ba(NO3J2 rein
NaNO3 rein
Borsäure rein
Spalt-MgO,techn.rein,KörnungkleinerO,1 mm ~ 7,0kg
MgCI2-Lösung 4,035 kg MgCI2- 6 H2O, gelöst in 0,52 kg H2O bei 20 0C
oder konz.MgCI2-Lösung,Dichtebei20°C1,298g/cm3 4,551
oder konz. MgCI2-Lösung, Dichte bei 300C 1,293 g/cm3 4,561
Variante 2 enthält mehr Spalt-MgO, dafür weniger MgCI2-Lösung; übrige Rohstoffe wie Variante 1:
Spalt-MgO 7,4 kg
MgCI2-Lösung 2,018 kg MgCI2 · 6 H2O/0,26 kg H2O
öder konz. MgCI2-Lösung bei 20 °C, Dichte 1,298 g/cm3 2,281
oder konz. MgCI2-Lösung bei 30 0C, Dichte 1,293 g/cm3 2,291
Das komplette Gemenge einschließlich Scherben, die auf eine Korngröße kleiner 5mm gebrochen werden, wird im Gemengemischer unter Zusatz von entsprechenden Mengen MgCI2-Lösung gemischt. Das so erzeugte, noch rieselfähige Gemenge wird ohne Zwischenlagerung sofort zu einem mit den bekannten Verfahren der Pelletierung, Brikettierung oder Gemengekompaktierung verdichteten Gemenge verarbeitet, wobei insbesondere bei der Pelletierung eine Wasserzugabe von 3-6kg auf 100 kg Gemenge ohne Scherben eine weitere Gemengeverfestigung bewirkt. Die durch Kompaktierung oder Pelletierung verdichteten Gemengeagglomerate werden nach einer Zwischenlagerung oder sofort in die flammenbeheizte Schmelzwanne eingelegt und geschmolzen.
Für ein Gemenge nach Variante 3 wird die Zusammensetzung der Rohstoffe von Variante 1 verwendet, wobei als MgCI2-Rohstoff eine sogenannte Endlauge der Kaliindustrie mit weniger als 10% Alkalichloriden eingesetzt wird. Die Einsatzmenge in kg errechnet sich aus dem mittels chemischer Analyse ermittelten Mg-Gehalt A (in Ma.-% MgO).
Gegenüber den bisher in bekannter Weise hergestellten Gemengen mit Quarzsand, Körnung kleiner 0,25 mm, Tonerdehydrat, Dolomit gemahlen,"Körnung kleiner 0,2mm, basischem Magnesiumkarbonat u.a. ergaben sich nach Laboruntersuchungen folgende Veränderungen im Einschmelz-und Läuterverhalten:
— Wegfall der Gemengeauflockerung und Kornturbulenz durch die Tonerdehydratzersetzung zwischen 180 und 3000C;
— ruhig verlaufende Ca(OH)2- und Mg(OH)2-Dehydratisierung bei 400-6000C;
— Zersetzung des Magnesiumoxidchlorids zwischen 850 und 12506C, wobei ein Chlorrest von etwa 10% in der Glasschmelze gelöst wird und bei 15000C zur Läuterung des Glases durch die Bildung von Alkalichlorid-Dampfblasen beiträgt;
— im Laborversuch geringfügige Erhöhung des Rauhschmelzbereiches um ca. 2O0C durch die Auflösung des Tonerderohstoffs an Stelle von entwässertem, feinstkörnigem Tonerdehydrat.
Die geringen Chloridmengen aus der MgCI2-Lösung reichen für eine Läuterung des Glases nicht aus, so daß die bisher übliche Läuterung mit anderen Hilfsstoffen beibehalten werden muß. Eine nachteilige Beeinflussung wurde nicht beobachtet. Die Gemengebindung bleibt teilweise bis zur Zersetzung des Magnesiumoxidchlorids bei Temperaturen um 8000C erhalten und fördert dadurch u.a. auch die Durchwärmung und den Reaktionsfortschritt beim Einschmelzen.

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Herstellungsverfahren eines nicht-staubenden, während des Transportes und Einlegens in flammenbeheizte Glasschmelzwannen nicht-entmischenden Gemenges eines alkaliarmen Molybdän-Einschmelzglases, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemenge zur Erhöhung der Bindefestigkeit und zur Verbesserung des Einschmelzverhaltens und der Läuterung bis zu 1,0% des MgO-Gehaltesdes Glases in Form einer konzentrierten MgCI2-Lösung mit einem maximalen R2O-Gehaltbiszu 10% zugesetzt wird und weiterhin zur Verbesserung der Bindung der Gemengebestandteile die Zugabe von Eigenscherben mit einer maximalen Korngröße bis 5mm und 3-6% Wassergehalt erfolgt, wobei dieses Gemenge nach dem Mischen in bekannter Weise durch Pelletierung, Brikettierung oder Kompaktierung verdichtet werden kann.
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