DD237959A3 - Verfahren zur herstellung eines naehfadens aus oder mit texturseide - Google Patents

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Helmar Reuter
Bilfried Berger
Werner Kunze
Hannelore Odrich
Manfred Szymenderski
Petra Wunderwald
Wilma Haering
Karl Rickauer
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Ver Baumwollspinnereien Und Zw
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Naehfaeden aus oder mit texturierten Seiden fuer hochtourige Naehaggregate und Naehautomaten. Das Ziel der Erfindung ist, einen Naehfaden bereitzustellen, der produktiv herstellbar ist, hohe Naehgeschwindigkeiten zulaesst und optimale Nahteigenschaften aufweist. Die Herstellung von Naehfaeden aus texturierten Seiden oder in Mischung mit Fasergarnen verkoerpern die positiven Eigenschaften der Seide, wie hohe Gleichmaessigkeit, grosse knotenfreie Laengen, hohe Festigkeit u. a. und die der Fasergarne, wie Luftpolster, gutes Haftvermoegen in der Naht u. a. Die Anpassung des Dehnungsverhaltens der Texturseide zu anderen Fadenkomponenten und zum Naehgut, sowie die hochproduktive Herstellung des Naehfadens und die Variierbarkeit der Fadenzusammensetzung charakterisieren das Wesen der Erfindung. Die Anwendungsgebiete der Erfindung umfassen die gesamte Trikotagen- und Konfektionsindustrie sowie den Haushalt.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Nähfadens aus oder mittexturierten Seiden, insbesondere zum Einsatz für hochtourige Nähaggregate.
Charakteristik der bekannten Verfahren
Es sind Verfahren zur Herstellung von Nähfaden aus den verschiedensten Rohstoffen bekannt, die jedoch in ihren Eigenschaften Nachteile aufweisen.
Nachteilig ist insbesondere, daß die Nähfäden aus Stapelfasergarnen nach dem Baumwollspinnverfahren mit Dick- und Dünnstellen behaftet sind und ihr Herstellungsaufwand sehr hoch ist.
Es sind Verfahren zur Herstellung von Nähfaden aus Seiden bekannt, wonach die Fäden sehr gleichmäßig sind, jedoch durch ihre äußere glatte Oberfläche, das heißt ohne Luftpolster wie sie Fasergarnnähfäden besitzen, keine optimale Vernähbarkeit aufweisen.
Bekannte Nähfaden unter dem Begriff Bauschgarne, die nach dem Falschdrahtverfahren hergestellt werden, sind nur bedingt als Zier-, Stepp- und Greiferfäden einsetzbar, da ihre spezifischen Eigenschaften eine umfassende Anwendung auch als Nadelfaden nicht zulassen.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Nähfäden, die produktiv herstellbar sind und sich durch eine hohe Nähgeschwindigkeit an Nähmaschinen und Nähautomaten und durch eine hohe Nähsicherheit auszeichnen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung synthetischer Nähfäden aus texturierter Seide, vorzugsweise Polyesterseide, rein oder in Mischung mit Glattseide, anderen Texturseiden oder/und Fasergarn aus gleichem Rohstoff, einfach oder mehrfach, zu schaffen, in denen die positiven Eigenschaften des Fasergarnnähfadens und die des Seidennähfadens in sich vereinigt werden.
Der nach diesem Verfahren hergestellte Nähfaden soll garnähnliches Aussehen, eine nähfadenspezifische Dehnung, reduzierten Schrumpf, hohe Gleichmäßigkeit und große knotenfreie Längen besitzen.
Während die nach bekannten Verfahren hergestellten Nähfaden aus Baumwolle, synthetischen Fasern und/oder Seiden für hochtourige Nähaggregate, wie zum Beispiel S-Nadel^-Faden-Doppelkettenstich-Nähmaschinen mit 8000 Stiche/Minute nicht oder nur bedingt eingesetzt werden können, eignen sich die Nähfaden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren sehr gut dazu. Erfindungsgemäß handelt es sich bei diesen hergestellten neuen Nähfäden um zwei Grundsortimente, einmal aus oder mit Düsentexturseide und zum anderen aus oder mitfalschdrahtmodifizierter Seide. Diese wiederum können in den verschiedensten Kombinationen miteinander, untereinander oder mit Fasergarnen oder Glattseiden variiert werden. Das Verfahren für die nähfadenspezifische Düsentexturseide unterliegt den Arbeitsgängen
— Hochdrehen der polyfilen Seide
— Thermofixierung der Drehung mittels Sattdampf
— Texturierung mittels druckluftgespeister Düse.
Der erfindungsgemäße Beitrag zum Nähfaden besteht in der Anpassung des Dehnungsverhaltens an die Elastizitätsansprüche des Nähfadens durch
— anforderungsgemäße partielle Thermofixierung der hochgedrehten Seide im Bereich von 313K-413K. Der lineare Temperaturanstieg oberhalb 340K beträgt 2°C/min-4°C/min. Die Verweilzeit bei Soll-Temperatur beträgt 1 χ 45 min. oder 2 x 45min.
— Reduzierung der plastischen Schiingenverformbarkeit mittels fadenspannungsgesteuerter Verstreckung im Prozeß der Texturierung.
Entsprechend dem eingestellten Dehnungsverhalten der Düsentexturseide sind Nähfaden herstellbar, deren Komponenten ausschließlich aus Düsentexturseide gleicher Feinheit und gleichem Faserstoff oder deren Komponenten aus Düsentexturseiden und aus anderen Fäden ähnlicher Feinheit und gleichem Rohstoff bestehen.
Das Fixieren des Zwirnes entspricht dem Verwendungszweck des Nähfadens und wird bereits bei der Texturierung entsprechend berücksichtigt. Zur Gewinnung eines Nähfadens mit hohem Elastizitätsmodul und geringer Dehnung wird eine Düsentexturseide eingesetzt, deren Fixierung im unteren Bereich der genannten Temperaturwerte liegen. Dieser Nähfaden wird mit Heißluft bei Temperaturen bis 463K ausfixiert.
Zur Herstellung eines Nähfadens mit niedrigem Elastizitätsmodul und hoher Dehnung wird eine Düsentexturseide eingesetzt, deren Fixierung im oberen Bereich der genannten Temperaturwerte liegt.
Die nähfadenspezifische falschdrahtmodifizierte Texturseide erhält nach dem Texturieren kaum echte Drehung, womit eine Kringelneigung nahezu ausgeschlossen ist. Anschließend wird diese Texturseide einfach oder mehrfach mit einer Spezialpräparation behandelt, aufgespult und ist sofort für den Nähprozeß einsetzbar.
Wenn in der bekannten Technologie bei Nähfaden aus Fasergarn bis zu 10 Arbeitsgänge notwendig sind, so sind es bei diesem erfindungsgemäßen Gegenstand nur noch maximal 4 Fertigungsstufen.
Das hohe Bauschvermögen und das elastische Verhalten dieses neuen Nähfadens sind weitere Merkmale, die im Zusammenhang mit der hohen Nähsicherheit bei hohen Nähgeschwindigkeiten positiv auf die Nahtqualität der Konfektionserzeugnisse sowie ihrer effektiveren Herstellung wirken.
Die außerdem möglichen erfindungsgemäßen Fadenkombinationen sind beispielsweise:
— PE-S-tDS/PE-F-btund
— PE-S-tFDm/PE-F-bt.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachstehend an vier Ausführungsbeispielen erläutert werden:
1. Entsprechend der erfinderischen Lösung wird beispielsweise Polyesterseide hochfest, 15tex, auf einer Zwirnmaschine hochgedreht und in einem Autoklaven mit Sattdampf bei einer Temperatur von 323 K vorfixiert. Dadurch tritt kaum eine makromolekulare Veränderung des Faserstoffes ein, wobei die Bruchdehnung gering, der Elastizitätsmodul jedoch hoch liegt.
Anschließend wird die so nähfadenspezifisch vorbereitete Seide nach dem Düsenverfahren texturiert und auf Kreuzspulen aufgewunden. Diese Texturseide wird nun in bekannter Weise mehrfach zusammengezwirnt, unter vorher eingestellter Spannung gereckt und beispielsweise mit Heißluft mit einer Temperatur von 463 K voll ausfixiert. Die weitere Behandlung erfolgt durch Weichspulen, Färben, Präparationsspulen und Präzisionsspulen.
2. Die Polyesterseide, beispielsweise 15 tex wird nach dem Hochdrehen mit einer Sattdampftemperatur von 380 Kfixiert und so der Düsentexturiermaschine vorgelegt. Dieses nähfadengerechte Zwischenprodukt, das eine relativ hohe Bruchdehnung, aber einen geringeren Elastizitätsbereich besitzt, wird mehrfach verzwirnt. Für diesen spezifischen Nähfaden ist ein Nachfixieren wie im Beispiel 1 nicht erforderlich. Die weitere Behandlung erfolgt wie im Beispiel 1.
3. Polyesterseide, beispielsweise der Feinheit 15 tex wird nach dem modifizierten Falschdrahtverfahren texturiert, ein- oder mehrfach zusammengeführt, evtl. gefärbt, kaum nachgedreht und einer Präparationsspulmaschine vorgelegt, auf der die Behandlung mit einem Wachs und einer Ölpräparation erfolgt.
Vorzugsweise wird der Nähfaden bei der Präparation über Auftragswalzen geführt, die in die Präparationsflüssigkeit eintauchen.
Die Auftragswalzen haben in der Regel eine Nut, in der der Nähfaden geführt wird. Damit wird der Faden mindestens von drei Seiten umschlossen und mit der jeweiligen Flüssigkeit ausgiebig behandelt. Vorzugsweise wird ein Wachs, zum Beispiel Filaturol auf 70°C erhitzt und in flüssiger Form über die genannten Walzen auf den Nähfaden übertragen. Anschließend wird ebenfalls mittels Walzen das Silikonöl, zum Beispiel NM 1-50, aufgetragen.
Die Auftragswalzen können mit dem Fadenlauf oder auch entgegengesetzt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten arbeiten. Damit kann die Auftragsmenge beider Komponenten reguliert werden.
Durch diese entsprechenden Geschwindigkeitseinstellungen der Walzen im Verhältnis zur Abzugsgeschwindigkeit des Nähfadens wird eine Mindestauftragsmenge von 0,5% Wachs und 1,5% Silikonöl zur Nähfadenmasse gewährleistet.
Der so behandelte Nähfaden wird unmittelbar beim Präparationsspulen maßgerecht aufgemacht und sofort für die Konfektionsindustrie bereitgestellt oder er erhält auf Präzisionsspulmaschinen eine Spezialaufmachung.
4. Dienach den Beispielen 1,2 oder 3 hergestellte Texturseide aus Polyester in der Feinheit 15 tex wird ein-oder mehrfach mit einem Fasergarn aus Polyester der Feinheit 17 tex ein- oder mehrfach zusammengezwirnt, wobei das Verhältnis der unterschiedlichen Fadenkomponenten 1:1; 2:1; 1:2; 3:1; oder 1:3 beträgt.
Die weitere Verarbeitung zum fertigen Nähfaden erfolgt wie im Beispiel 1 genannt.

Claims (4)

  1. Patentansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung von Nähfaden aus oder mit Texturseide, dadurch gekennzeichnet, daß bei der einzusetzenden Düsentexturseide das Dehnungsverhalten durch partielleThermofixierung im Bereich von 313K bis 413K und durch fadenspannungsgesteuerte Verstreckung von 40-60 mN/tex im Prozeß der Texturierung geregelt wird und daß der daraus hergestellte Nähfaden aus zwei oder mehreren Düsentexturseiden gleicher Feinheit, gleichen Rohstoffs und gleicher Fertigungstechnologie besteht, wobei der Nähfaden aus Düsentexturseide mit hohem Elastizitätsmodul mit einer Heißlufttemperatur von 423 bis 443 K nachfixiert wird und bei dem Nähfaden aus Düsentexturseide mit niedrigem Elastizitätsmodul dieses Nachfixieren entfällt.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung von Nähfaden aus Texturseide nach dem modifizierten Falschdrahtverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß der einfache Faden oder die mehrfach gefachten Fäden nach dem Texturieren kaum echte Drehung erhalten und mit dem flüssigen Spezialwachs Filaturol bei einer Temperatur von 6O0C bis 8O0C sowie mit Silikonöl behandelt werden.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung von Nähfaden aus oder mit Texturseide nach Punkt 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einer oder mehreren Komponenten einer Düsentexturseide und/oder Falschdrahttexturseide gleicher Feinheit und gleichen Faserstoffes und/oder aus einer oder mehreren anderen Fadenkomponenten wie Fasergarn oder Glattseide ähnlicher Feinheit und gleichen Rohstoffs besteht.
  4. 4. Verfahren zur Herstellung von Nähfäden aus oder mit Texturseide nach Punkt 1 oder 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung der möglichen Fadenkomponenten Düsentexturseide, und/oder Falschdrahttexturseide, und/oder Glattseide und/oder Fasergarn in einem Verhältnis von 1:1,2:1,1:23:1 oder 1:3 erfolgt.
DD26739984A 1984-09-19 1984-09-19 Verfahren zur herstellung eines naehfadens aus oder mit texturseide DD237959A3 (de)

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