DD238167A3 - Verfahren zur herstellung von polyharnstoffeingedickten schmierfluessigkeiten - Google Patents

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DD238167A3
DD238167A3 DD20189076A DD20189076A DD238167A3 DD 238167 A3 DD238167 A3 DD 238167A3 DD 20189076 A DD20189076 A DD 20189076A DD 20189076 A DD20189076 A DD 20189076A DD 238167 A3 DD238167 A3 DD 238167A3
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DD
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lubricating
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thickened
temperatures
production
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DD20189076A
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Erich Roeckert
Heinz Gadiel
Siegfried Bergmann
Joachim Schmidt
Bruno Marx
Siegmund Pohl
Wolfgang Koecher
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Petrolchemisches Kombinat
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von polyharnstoffeingedickten Schmierfluessigkeiten. Das Verfahren soll es ermoeglichen, Eindicker fuer Schmierfluessigkeiten kostenguenstig aus leicht zugaenglichen Rohstoffen herzustellen. Die eingedickten Schmierfluessigkeiten sollen sowohl im Hoch- als auch im Tieftemperaturbereich eine gute Funktionsfaehigkeit fuer breite Anwendungsgebiete aufweisen. Waehrend der Herstellung des Eindickers bzw. des Schmierfettes sollen die Komponenten einer geringen thermischen Beanspruchung unterliegen. Es wurde gefunden, dass derartige Eindicker bzw. Schmierfette hergestellt werden koennen, wenn Monoamine und Diisocyanate im Verhaeltnis der Reaktionsgruppen von 2 zu 0,95 bis 0,98 bei Temperaturen von 40 bis 80C in der Schmierfluessigkeit in situ zur Reaktion gebracht und anschliessend auf Temperaturen von 110 bis 130C erhitzt werden. Gegebenenfalls kann die Schmierfluessigkeit vor dem Einbringen der Reaktionskomponenten mit organischen Loesungsmitteln verduennt werden. Das Loesungsmittel ist nach der Reaktion unter vermindertem Druck zu entfernen. Anwenderbereich der Erfindung ist die Schmierstoffindustrie.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von polyhamstoffeingedickten Schmierflüssigkeiten, insbesondere zur Herstellung von Schmierfetten, deren Einsatzgebiet sowohl im Tieftemperaturbereich als auch im Hochtemperaturbereich wesentlich erweitert ist.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, Fettformulierungen mit Alkali- bzw. Erdalkaliseifen von Karbonsäuren, Aluminiumseifen, Silikagel, Ruß, Bentoniten und diversen organischen polymeren Verbindungen einzudicken. Derart eingedickte Fette besitzen ein genau definiertes Anwendungsgebiet. Es gelingt meist nicht, mehrere Eigenschaften des Schmierstoffes gleichzeitig positiv zu beeinflussen.
Es ist aus US-PS 3243372 bekannt, zur Herstellung von Schmierfetten, Eindicker auf der Basis von Polyharnstoffen zu verwenden.
Zur Herstellung der Eindicker, die einzeln oder in situ erfolgen kann, werden die Ausgangskomponenten Monoamin, Diamin und Diisocyanat im molaren Verhältnis von 2 zu 1 zu 2 umgesetzt.
In der DT-AS 2121 078 wird vorgeschlagen, die Polyharnstoffe mit einem Überschuß an Diisocyanatgruppen herzustellen, wobei das Verhältnis Monoamin zu Diamin zu Diisocyanat 2 zu 1 zu 2,1 bis 2,5 beträgt.
Die Umsetzungsprodukte werden auf Temperaturen oberhalb 150°C erhitzt, dabei ist eine nachteilige Beeinflussung der Grundölkomponenten nicht zu vermeiden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung von polyhamstoffeingedickten Schmierflüssigkeiten zu schaffen, welches es gestattet, Schmierfette kostengünstig aus leicht zugänglichen Rohstoffen herzustellen. Darüber hinaus sollen diese Schmierstoffe universell einsetzbar sein.
Aufgabe der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung von polyhamstoffeingedickten Schmierflüssigkeiten zu schaffen, das es gestattet, Schmierfette herzustellen, die sowohl im Hoch- als auch im Tieftemperaturbereich eine gute Funktionsfähigkeit für breite Anwendungsgebiete aufweisen. Während der Herstellung des Eindickers bzw. Schmierfettes sollen die Komponenten thermisch gering beansprucht werden.
Merkmale der Erfindung
Überraschend wurde gefunden, daß Schmierflüssigkeiten, in denen Polyharnstoffe auf der Basis von Umsetzungsprodukten von aliphatischen und/oder aromatischen Mono- und/oder Diisocyanaten, einzeln oder im Gemisch mit aliphatischen und/oder aromatischen primären und/oder sekundären Mono- und/oder Diaminen in situ eingedickt werden, allein der Aufgabenstellung geforderten Parameter erfüllen, wenn die Reaktionskomponenten Amin und Diisocyanat bei Temperaturen von 40 bis 8O0C im Verhältnis der Reaktionsgruppen von 2 zu 0,95 bis 0,98 umgesetzt werden. Nach erfolgter Bildung des linearen Polyharnstoffes wird die Reaktion durch Erhöhung der Temperatur auf 110 bis 1300C vervollständigt.
Zur Verbesserung der Reaktionsführung ist es möglich, die Schmierflüssigkeit mit organischen Lösungsmitteln zu verdünnen oder die Reaktionskomponenten in organischen Lösungsmitteln zu lösen oder zu suspendieren und mit einem entsprechenden Teil der Schmierflüssigkeit zu mischen und den Eindicker in situ zu erzeugen. Anschließend ist das organische Lösungsmittel unter vermindertem Druck zu entfernen. Nach dem Abkühlen wird das entstandene Produkt in bekannter Weise auf dem Dreiwalzenstuhl egalisiert.
Als Aminkomponente werden bevorzugt Aminobenzol, substituierte Aminobenzole, Napthylamine, 4,4'-Diphenylmethandiamin,Toluylendiamin und aliphatische Amine der Kettenlänge C2 bis Ci9 einzeln oder im Gemisch eingesetzt. Bevorzugte Isocyanate sind Hexamethylendiisocyanat, Touylendiisocyanat, Phenylisocyanat sowie 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat einzeln oder im Gemisch. Als Schmierflüssigkeiten werden vorzugsweise Mineralöle, Polyolester, Polyalkylbenzole, Dicarbonsäureester, synthetische Kohlenwasserstofföle, flüssiges Paraffin DAB 7, Siloxane und Polyglykole eingesetzt.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
150 kg 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat werden in einem Rührgefäß zu 600 kg Hydrauliköl 50-10 unter Rühren gegeben. Nach dem Erhitzen auf 6O0C gibt man 114kg Anilin, gelöst in 400kg Hydrauliköl 50-10 zu. Die Mischung dickt sofort ein. Unter ständigem Rühren wird auf 120°C erhitzt und 30 Minuten bei dieser Temperatur gerührt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wird das Produkt zweimal im Dreiwalzenstuhl gewalzt. Das entstehende blaßgelbliche Fett hat die in der Tabelle angegebenen Kennwerte.
Beispiel 2
70kg 2,4; 2, 6-Toluylendiisocyanat werden in einem Rührgefäß mit 535kg eines Mineralöles (Hydro 50-10) gemischt und auf 40°C erwärmt. Bei dieser Temperatur setzt man 80kg Anilin in einem Guß zu. Die Mischung dickt sofort ein und wird wie im Beispiel 1 aufgearbeitet.
Beispiel 3
160kg Anilin werden in einem Rührgefäß mit 802,8kg Hydrauliköl 50-10 unter Rühren vermischt und auf 400C erwärmt. Bei dieser Temperatur setzt man 140 kg 2,4; 2,6-Toluylendiisocyanat in einem Guß zu. Das sofort eindickende Produkt wird wie im Beispiel 1 aufgearbeitet.
Beispiel 4
150g 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat werden in einem Rührgefäß zu einem Gemisch aus 800g eines Mineralölraffinates der Viskosität bei 5O0C von 11OcSt und 300ml Butanon gegeben und unter Rühren auf 500C erhitzt. Dazu gibt man 100g Anilin und 40g eines Gemisches primärer Alkylamine der Kettenlänge C16 bis Ci9, die in 820g Mineralölraffinat und 200ml Butanon gelöst wurden. Die Temperatur wird zunächst auf 7O0C erhöht. Nach dem Eindicken der Mischung wird unter Rühren die Temperatur auf 12O0C gesteigert und 30 Minuten bei dieser gehalten. Das abdampfende Lösungsmittel gewinnt man durch Kondensation zurück. Die im eingedickten Medium verbleibenden Lösungsmittelrückstände werden unter vermindertem Druck abdestilliert. Das erkaltete Produkt wird in bekannter Weise auf dem Dreiwalzenstuhl egalisiert.
Beispiel5
In einem Rührgefäß wird eine Suspension aus 100 g 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat und 300 ml Benzol hergestellt. Bei 50 °C werden zu dieser Suspension 500g eines Mineralölselektivraffinates der Viskosität 7OcSt bei 50 °C hinzugefügt. In einem zweiten Rührgefäß stellt man eine Suspension aus 65,6g Anilin, 30g eines Gemisches primärer Alkylamine der Kettenlänge Ci6 bis Cig, 200ml Benzol und 580g Mineralölselektivraffinat her. Beide Mischungen werden auf 70°C erwärmt und die Aminmischung in dünnem Strahl zu der Diisocyanatkomponente gegeben. Das Produkt dickt sofort ein. Unter vermindertem Druck wird nunmehr kontinuierlich auf 1200C erhitzt und 30 Minuten bei dieser Temperatur gerührt. Das entweichende Benzol wird kondensiert und zurückgewonnen. Nach dem Kaltrühren des Produktes wird es zweimal im Dreiwalzenstuhl egalisiert.
Ruhepenetration Walkpenetration Olabscheidung Tropfpunkt Eindrickeranteil
mm"1 mm"1 % 0C %
Beispiel 1 346 328 19,12 >200 20,88
Beispiel 2 365 369 29,4 >200 . 21,9
Beispiel 3 265 269 11,56 >200 27,2
Beispiel 4 216 241 7,5 >200 15
Beispiele 267 287 10,2 >200 15

Claims (3)

  1. -1- Z38 157
    Erfindungsansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung von polyhamstoffeingedickten Schmierflüssigkeiten, gekennzeichnet dadurch, daß Monoamine und Diisocyanate im Verhältnis der Reaktionsgruppen von 2 zu 0,95 bis 0,98 bei Temperaturen von 40 bis 800C in der Schmierflüssigkeit in situ zur Reaktion gebracht und anschließend auf Temperaturen von 110 bis 130"C erhitzt werden.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Schmierflüssigkeit gegebenenfalls vor dem Einbringen der Reaktionskomponente mit organischen Lösungsmitteln verdünnt und das Lösungsmittel nach beendeter Reaktion unter vermindertem Druck aus der Schmierflüssigkeit entfernt wird.
  3. 3. Verfahren nach Punkt !,gekennzeichnetdadurch,daß die Reaktionskomponenten gegebenenfalls in einem organischen Lösungsmittel gelöst oder suspendiert und mit einem entsprechenden Teil der Schmierflüssigkeit gemischt werden und das organische Lösungsmittel nach der Reaktion unter vermindertem Druck aus der Schmierflüssigkeit entfernt wird.
DD20189076A 1976-11-29 1976-11-29 Verfahren zur herstellung von polyharnstoffeingedickten schmierfluessigkeiten DD238167A3 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0819158A4 (de) * 1995-03-22 1999-03-17 Witco Corp Faserartiges polyharnstoff-fett

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0819158A4 (de) * 1995-03-22 1999-03-17 Witco Corp Faserartiges polyharnstoff-fett

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