DD240330A1 - Verfahren zur herstellung enzymatisch leicht spaltbarer nahrungsproteine - Google Patents

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DD240330A1
DD240330A1 DD27992485A DD27992485A DD240330A1 DD 240330 A1 DD240330 A1 DD 240330A1 DD 27992485 A DD27992485 A DD 27992485A DD 27992485 A DD27992485 A DD 27992485A DD 240330 A1 DD240330 A1 DD 240330A1
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DD27992485A
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Otto Pulz
Heinrich Petzold
Petra Sandau
Willi Heine
Klaus Wutzke
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Inst Getreideverarbeitung
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung enzymatisch leicht spaltbarer Nahrungsproteine und ist anwendbar fuer die Herstellung von Saeuglings-, Diaet- und Sondennahrungen, gestattet aber auch die Adaption von Saeuglingsfertignahrung an die Zusammensetzung der Muttermilch. Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren aufzuzeigen, welches mit geringem technologischem, energetischem und Zeitaufwand die Herstellung enzymatisch leicht spaltbarer Nahrungsproteine, gestattet. Das Wesen des erfindungsgemaessen Verfahrens besteht darin, dass durch Saeurebehandlung von Nahrungsproteinen N-Acetylneuraminsaeure abgespalten wird. Anschliessend wird entweder das Protein aus dem Reaktionsgemisch entfernt, bis zu einem p H-Wert von 6,9 neutralisiert, getrocknet und als pulverfoermiges Produkt als Ausgangsstoff fuer Saeuglings- und Diaetnahrungen eingesetzt oder das gesamte, die abgespaltene N-Acetylneuraminsaeure noch enthaltene Reaktionsgemisch wird nach Neutralisation bis zu einem p H-Wert von 6,9 gemeinsam mit weiteren Bestandteilen direkt zum Endprodukt verarbeitet.

Description

Die entstehenden Produkte sollen sich durch Keimfreiheit und extrem geringe allergene Wirkung auszeichnen. .
Wesen der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verfahrensweise aufzuzeigen, nach der mit geringem technologischem, energetischem und Zeitaufwand leichtverdauliche Nahrungsproteine hergestellt werden können, die zum Einsatz in Säuglingsund Krankenkost geeignet sind. . . Es wurde überraschenderweise gefunden, daß durch Abspaltung der N-Acetylnetiraminsäure aus Nahrungsproteinen ein Proteinprodukt erhalten wird, das sich durch wesentlich verbesserte Verdaulichkeit auszeichnet. Neuraminsäurehaltige Nahrungsproteine wie Molkenprotein, Kasein und andere proteinhaltige Lebensmittel oder Lebensmittelrohstoffe wie Milch oder Pflanzenproteine werden durch Bakterienenzyme (Neuraminidasen, Desaminasen, Dekarboxylasen u. a.) im Enddarm zersetzt. Die durch diese Zersetzung entstehenden Fäulnisprodukte führen zur Alkalisierung des Enddarmmilieus, zur Dominanz von Fäulniskeimen und zur vermehrten Toxinbelastung des Organismus. Offensichtlich ist die N-Acetylneuraminsäure, wenn sie stärker im Verband mit anderen Zuckern in Nahrungsglycoproteinen vorkommt, verantwortlich für die unvollständige Spaltung der Proteine im oberen Magen-Darm-Trakt.
So führte ihre Abspaltung,'die in bekannter Weise durchgeführt werden kann, zu leichtverdaulichen Nahrungsproteinen. Dabei ist noch nicht eindeutig geklärt, ob der erzielte Effekt auf die Abspaltung derglykosidisch gebundenen, der freien Neuraminsäure oder auf die eines Gemisches beider Formen zurückzuführen ist. Die Abspaltung der N-Acetylneuraminsäure kann durch 20...70minütiges Erhitzen der Nahrungsproteine bei 60...800C mit organischen oder anorganischen Säuren, wie Salzsäure, Schwefelsäure oder Essigsäure, bei einem pH-Wert von 1,5 erreicht werden. Das Proteinprpdukt wird darauf aus dem Reaktionsgemisch abgetrennt, bei-spielsweise durch zentrifugieren. Anschließend wird dann dieses Produkt durch Zugabe von ' Basen, wie Natrium-, Kalium- oder Kalziumhydroxid, bis zu einem pH-Wert von 6,9 neutralisiert und getrocknet. Das pulverförmige Produkt ist auf Grund seiner guten Verdaulichkeit sehr gut für die Herstellung von Säuglings- und Diätnahrung geeignet. Untersuchungen des abgetrennten Überstandes ergaben, daß bei der sauren. Hydrolyse ein Peptid mit Wachstumswirkung auf Bifidobakterien der variatio pennsylvanicus aus dem Überstand isoliert werden kann. So besteht eine wesentliche erfindungsgemäße Verfahrensvariante darin, auf die Abtrennung des Proteins zu verzichten und beide Fraktionen, also das Protein und den die freie N-Acetylneuraminsäure enthaltenden Überstand gemeinsam für die Herstellung von Säuglings-und Diätnahrungen zu verwenden.
Durch die Kombination beider Fraktionen wird also ein Produkt erhalten, das sich einerseits durch eine wesentlich verbesserte Verdaulichkeit, andererseits durch erhöhte bifidogene Wirksamkeit auszeichnet. Dieses Produkt weist außerdem infolge der Hydrolysebedingungen (pH-Wert von 1,5 und Temperatur von 800C) eine außerordentlich hohe Keimarmut auf. Weiterhin zeigte sich eitie extrem geringe allergene Wirkung des beschriebenen Produktes. . . \
Das Wesen der Erfindung besteht demnach darin, daß durch Säurebehandlung von Nahrungsproteinen bei 60...800C über 20...70min und bei einem pH-Wert von 1,5 N-Acetylneuraminsäure abgespalten wird und anschließend entweder das Protein aus dem Reaktionsgemisch entfernt, bis zu einem pH-Wert von 6,9 neutralisiert wird und danach getrocknet und als pulverförmiges Produkt als Ausgangsstoff für Säuglings- und Diätnahrungen eingesetzt wird oder das gesamte, die abgespaltenefreie N-Acetylneuraminsäure noch enthaltende Reaktionsgemisch bis zu einem pH-Wert von 6,9 neutralisiert wird und nach Zusatz weiterer, in Abhängigkeit von der herzustellenden Säuglings- oder Diätnahrung variierender Bestandteile, direkt zum Endprodukt verarbeitet wird. Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens besteht demnach darin, daß je nach gewünschtem Endproduktein Produkt zur Verfügung gestellt werden kann, das sehr gute Verdau lieh keitaufweist, daß aber auch Produkte erhalten werden können, die neben der guten Verdaulichkeit auch noch über erhöhte bifidogene Wirkung verfügen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß verschiedene Proteinquellen für das erfindungsgemäße Verfahren kombiniert werden können bzw. daß unbehandeltes und behandeltes Protein eingesetzt werden kann. Dies ermöglichtzum Beispiel die Nutzung von Vollmiichproteirien als Basis adaptierter Säuglingsnahrung und ihre Supplementierung mit neuraminsäurefreiem Molkenprotein. Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens besteht auch in dem im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren niedrigen technologischen, energetischen und Zeitaufwand zur Herstellung leicht verdaulicher Proteine. Ein weiterer Vorteil sind die neben der besseren Resorbierbarkeit erzielten optimalen ernährungsphysiologischen Eigenschaften des erfindungsgemäßen Produktes, die eine Anwendung als den Organismus kaum belastende Proteinquelle in der Säuglings- und Krankenkost . ermöglichen. - '
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
Herstellung einer teiladaptierten Milch auf Kuhmilchprotein-ZMolkenproteinbasis.
In einem beheizbaren Mischer mit Homogenisator werden 8Ol Kuhvollmilch und 4kg Molkenprotein mit 1,81 6n HCI vermischt und 1 Stunde bei 8O0C unter Rühren erhitzt. Danach wird unter Zugabe von NaOH, KOH und Ca(OH)2 auf pH 6,9 neutralisiert. Nach Zugabe von 7,5kg Maisstärke, 30kg Laktose, 4kg Butter und 10kg Sonnenblumenöl wird 10min gemischt und 15min' homogenisiert. Danach wird im Sprühverfahren getrocknet und steril verpackt.
Beispiel 2
Herstellung einerteiladaptierten Milch auf Kuhmilchprotein-/Molkenproteinbasis.
Zur Hersteilung von 50 kg trockenem Granulat werden 10kg Vollmilchpulver und 4kg Molkenprotein in einem beheizbaren Mischer mit Homogenisator 30 min bei 800C mit 1,7251 6 η HCI umgesetzt. Danach wird unter Zugabe von 160 g NaOH, 130g KOH und 150 g Ca(OH)2 auf pH 6,9 neutralisiert. Das Produkt wird mit 7,5 kg Maisstärke, 30 kg Laktose, 4 kg Butterund 10 kg Sonnenblumenöl analog Beispiel 1 gemischt, homogenisiert und sprühgetrocknet. Das entstehende Granulat wird im Vakuumtrockner nachgetrocknet. .
Beispiel 3
Analog Beispiel T werden Molkenproteine und Vollmilchpulver mit 6n HCI behandelt. Diese Proteinsuspension wird in einem Separator getrennt. Der abgetrennte Proteinschlamm wird mit Wasser gewaschen und erneut separiert. Der gewaschene, abgetrennte Proteinschlamm wird in einem Mischer mit 301 65°C heißem Wasser aufgerührt und mit KOH, NaOH und Ca(OH)2 auf pH 6,9 eingestellt. Diese Protein lösung wird analog Beispiel 1 mit Butter, Sonnenblumenöl, Lactose und Maisstärke gemischt, homogenisiert und sprühgetrocknet. In diese Proteinlösung werden 4kg Butter und 10kg Sonnenblumenöl einemulgiert. Danach wird analog Beispiel! und 2 verfahren.

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch:
    Verfahren zur Herstellung enzymatisch leicht spaltbarer Nahrungsproteine mit bifidogener Wirkung, vorzugsweise Milchproteine, dadurch gekennzeichnet, daß durch Säurebehandlung der Nahrungsproteine bei 6O...8O°C über 20...70min bei einem pH-Wert von 1,5N-Acetylneuraminsäure abgespalten wird und anschließend entweder das Protein aus dem Reaktionsgemisch entfernt, bis zu einem pH-Wert von 6,9 neutralisiert, getrocknet und als pulverförmiges Produkt für Säuglingsund Diätnahrung eingesetzt wird oder das gesamte, die abgespaltene freie N-Acetylneuraminsäure noch enthaltende Reaktionsgemisch bis zu einem pH-Wert von 6,9 neutralisiert wird und direkt der Weiterverarbeitung zu Säuglings- und Diätnahrung zugeführt wird.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung enzymatisch leicht spaltbarer Nahrungsproteine. Der Anwendungsbereich solcher Proteine liegt in der Säuglings-und Krankenernährung bei der Herstellung antiputrid und bifidogen wirkender Säuglingsund gut verträglicher Sonden-und Diätnahrungen. . ·. . · Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet aber auch die Adaption von Säuglingsfertignahrungen an die Zusammensetzung der Muttermilch. . ·
    Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
    Eine Verbesserung der enzymatischen Spaltbarkeit von Nahrungsproteinen ist Voraussetzung für eine nahezu vollständige Resorption in den oberen Abschnitten des Magen-Darm-Traktes. Unvollständig resorbierte Nahrungsproteine führen in der Säuglings- und Krarikenernährung zu ernährungsphysiologisch unerwünschten Fäulnisprozessen im Dickdarm. Leicht spaltbare und vollständig resorbierbare Nahrungsproteine können daher als wesentliche Basis für die Herstellung antiputrid wirkender Säuglings- und gut verträglicher Sonden- und Diätnahrungen in der Krankenernährung angesehen werden. Die Verbesserung der Resorbierbarkeit von Nahrungsproteinen ist aus diesem Grunde bereits Inhalt verschiedener technischer Verfahren. In der AT-PS 363767 und der DE-OS 2818645 wird die Hitzebehandlung zur Verbesserung der Verdaulichkeit von Molkenproteinen vorgeschlagen, die besonders geeignet sind zum Einsatz in diätetischen Kindernährmitteln bzw. in Säuglingsnahrungen. Die DE-OS 2818645 beinhaltet ein Verfahren zur Herstellung von Säuglingsnahrungen für Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht. Die in dieser Nahrung eingesetzten Proteine werden durch Ultrafiltration aus der Molke abgetrennt und danach der Hitzebehandlung unterzogen. Nachteilig an dieser Verfahrensweise sind die als Nebenprodukte bei den hohen Temperaturen auftretenden, unerwünschten Maillard-Produkte, die eine Verminderung der biologischen Wertigkeit der Proteine darstellen. Eine andere, in einerVielzahl von Patentschriften (z.B. DE-OS 1954433, AT-PS 271171,US-PS 3970520, AT-PS 341869) beschriebene Verfahrensweise ist der enzymatische Abbau der Proteine. Das in der AT-PS 341869 vorgeschlagene Verfahren beinhaltet die Herstellung leicht benetzbarer, wasserlöslicher natürlicher Eiweißprodukte. Für die Herstellung hochwertiger eiweißreicher Nahrungsmittel sollen höhermolekulare Proteine zum Zwecke der leichten und vollständigen Resorbierbarkeit abgebaut werden. Dabei werden die natürlichen Eiweißrohstoffe (z.B. Milch oder Molke) in wäßriger Suspension durch proteolytische Enzyme aus der Gruppe der Pankreas-Enzyme im pH-Bereich 7,5-10 und bei einer Temperatur zwischen 40 und 60°C abgebaut. Die nach diesem Verfahren hergestellten Produkte eignen sich ats Zusatz für diätetische und medizinische Zwecke.
    Nachteile der enzymatischen Verfahren sind in der Verschlechterung der sensorischen Eigenschaften und in der Erhöhung der Osmolalität durch Spaltung der Proteine bis zur Aminosäure- und Peptidstufe zu sehen. Diese Nachteile treffen auch für die in GB-PS 1374946 beschriebene Säurehydrolyse der Proteine zu. Nach diesem Verfahren wird das Pröteinrohmaterial mit starken Säuren bei relativ hohen Temperaturen hydrolysiert. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens ist, daß nur ein teilweiser Abbau der Proteine erzielt wird. Dieser Nachteil wird gemäß DE-OS 2220299 oder US-PS 4107344 durch einen sich anschließenden enzymatischen Abbau umgangen. Weitere bekannte technische Lösungen bestehen in der Kombination von Hitzebehandlung und enzymatischem Abbau (US-PS 4107334, US 3857966, DE-OS 2219712), die jedoch mit zu hohem technologischem und Zeitaufwand verbunden sind. Die Herstellung von Säuglingsnahrungen in Pulverform erfolgt gegenwärtig in der Weise, daß diese in ihrer Zusammensetzung weitestgehend der von Frauenmilch angeglichen werden. Dazu zählen Verfahren, die die Verringerung des Eiweiß- und Mineralstoffgehaltes sowie die Erhöhung der Laktosekonzentration durch Anwendung von Molkenprotein-Kasein-Gemischen vorschlagen (z.B. US-PS 3320072, DD-WP 83295, DD-WP 104707, DE-OS 2818645, US-PS 4216236). Antiputride, bifidogene Wirkungen werden durch diese Produkte nicht erzielt. ,
    Ziel der Erfindung
    Ziel der Erfindung ist die Herstellung enzymatisch leicht spaltbarer Nahrungsproteine, die als leicht verdauliche Eiweißquelle in Diät- und Sondennahrungen und als Bestandteil antiputrider, bifidogener Säuglingsnahrungen einsetzbar sind. Dabei ist es ein besonderes Ziel der Erfindung, ein Verfahren aufzuzeigen, das bei geringem technologischem, energetischem und Zeitaufwand die Beibehaltung der sensorischen Eigenschaften der Proteine garantiert.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2012092085A1 (en) * 2010-12-30 2012-07-05 Abbott Laboratories Low calorie infant formula with improved physical attributes

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