DD241833A4 - Verfahren zur mikrobiellen Eiweißsynthese - Google Patents

Verfahren zur mikrobiellen Eiweißsynthese

Info

Publication number
DD241833A4
DD241833A4 DD241833A4 DD 241833 A4 DD241833 A4 DD 241833A4 DD 241833 A4 DD241833 A4 DD 241833A4
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
production
acetic acid
protein synthesis
ethanol
microbial protein
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Publication date

Links

Abstract

Nach diesem Verfahren kann man beispielsweise einen fuer NEN-Produkte geeigneten Organismus auf der Basis von Mehrkomponentensystemen kultivieren und Mikroorganismen fuer die Futterhefeerzeugung zuechten. Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Biomasseerzeugung mit hohen Produktivitaeten und optimalen Ausbeuten bei gleichzeitiger Verhefung unterschiedlicher Substrate. Aufgabe der Erfindung ist die gleichzeitige mikrobiologische Nutzung von essigsaeurehaltigem Waschwasser aus der Zelluloseacetatproduktion und Aethanol durch aerobe Kultivierung von Saccharomyces cerevisiae oder Candida-Hefen mit hohen Zuwachsraten und verbesserten Ausbeuten.

Description

Charakteristik der bekannten technischen Lösung
Die Erzeugung von Biomasse sieht im Vordergrund die Verwertung von Kohlenhydraten in Form von Sekundärprodukten, wie Melasse, Melasseschlempen, aber auch Zellstoffablaugen und deren Schlempen, sowie Kohlenwasserstoff-Fraktionen bzw. Methanol und Äthanol. Die Erweiterung der Rohstoffbasis wurde möglich durch die Verarbeitung von Folgeprodukten bei der Zuckerrückenverarbeitung.
Die in diesem Zusammenhang eingesetzten Mikroorganismen sind vorwiegend, abgesehen von derÄthanolverhefung, Candida-Arten. Hefen der Gattung Saccharomyces wurden bisher nicht angewandt, da neben ihrer höheren Empfindlichkeit gegenüber physiologisch ungünstigen Medien die maximalen spezifischen Zuwachsraten von ca. 0,2 h~\ welche noch maximale Ausbeuten sichern, niedriger lagen, als bei Candida-Hefen. Hinzu kommt, daß die mit Candida durchgeführten Fermentationen als Grundlage nur eine der oben erwähnten Rohstoffe haben.
Die anfallenden Mengen Kohlenhydrat-haltiger Abfallstoffe können den Bedarf für die Biomasseerzeugung nicht decken. Das Aufkommen an fettsäurehaltigen Abwässern ist gleichfalls beschränkt, und es ergeben sich technologische Probleme aus dem z.T. recht niedrigen Gehalt an Fettsäuren sowie dem Vorhandensein von Phenolen und übergroßen Ammoniak-Mengen (Braunkohlenabwässer). Die früher als potentielle Möglichkeit erwähnte, aber nicht durch Versuche belegte Verhefung von essigsäurehaltigen Abwässern der Zelluloseacetatproduktion führt nach eigenen Versuchen mit Saccharomyces-Hefen zu keinertechnologisch praktikablen Lösung, da diese Abwässer Hemmstoffe bis zu solchen Konzentrationen enthalten können, die eine kontinuierliche Arbeitsweise nicht ermöglichen, da eine völlige Vermehrungshemmung auftritt.
Außerdem bringen bestimmte Rohstoffarter^wie z.B. Zellstoffablaugen maximale Substratkonzentrationen von nur ca. 3,5-4,0% und damit eine Begrenzung für eine maximale Produktivität. Hinzu kommt, daß z. B. die Sulfitableuge toxische Begleitstoffetwie ζ. B. SO2 enthält, die eine optimale Fahrweise nicht ermöglichen.
Auch die alleinige Verhefung von Äthanol auf der Basis von Gärungsalkohot bzw. Synthesesprit bringt insofern Probleme, da der hohe spezifische Sauerstoff-Verbrauch pro Einheit Biomassezuwachs die Produktivität eines gegebenen Fermenters beschränkt. Die Verhefung von Äthanol als ausschließliche Kohlenstoff-Quelle läßt mit Saccharomyces cerevisiae keine Zuwachsraten über 0,2 h~1 zu, wenn die Biomassekonzentrationen in dem Bereich liegen sollen, die mit anderen Substraten technologisch möglich sind. Gleichzeitig darf nicht übersehen werden, daß synthetischer Äthanol Nebenprodukte enthalten kann, die die Erreichung einer optimalen Zuwachsrate nicht zulassen.
Zur Verarbeitung von Produktion der Zuckerindustrie ist zu bemerken, daß die verwendeten Kohlenstoffquellen sehr kostenintensiv sind; der Kampagnecharakter der Zuckerrübenverarbeitung bringt zusätzliche Probleme der Lagerhaltung der Folgeprodukte mit sich. Vorbehandlungen der Rohstoffe wie Aufschluß, Klären etc. sind notwendig. Im Verlaufe dieser Prozesse sind Substratverluste durch Mikroorganismenbefall möglich. Andererseits wird ein Nebenprodukt der essigsäureverarbeitenden Industrie, das sich gut für eine mikrobielle Verwertung zum Zwecke der Eiweißsynthese eignet, mit relativ sehr hohen Kosten wieder aufgearbeitet. Bei der Erzeugung von Zelluloseacetat durch Reaktion von Zellulose mit Essigsäureanhydrid sowie technischer 99-100%iger Essigsäure werden als primäres Nebenprodukt größere Mengen einer ca. 20%igen verdünnten Essigsäure (auch als verdünnte Essigsäuremutterlauge bezeichnet) gewonnen, welche als anorganische Begleitstoffe vor allem Natrium- und Sulfationen enthält. Nach herkömmlicher Technologie wird die Essigsäure von diesen und anderen Begleitsubstanzen während des Aufkonzentrierungsprozesses mit Äthylacetat befreit, so daß am Ende dieses, wie schon erwähnttrecht kostspieligen Prozesses, eine technische ca. 99-100%ige Essigsäure erhalten wird.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Biomasseerzeugung mit hohen Produktivkräften und optimalen Ausbeuten bei gleichzeitiger Verhefung unterschiedlicher Substrate.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist bei gleichzeitiger mikrobiologischer Nutzung von Substratgemischen nach Patent WP 235805 die völlige Substitution von Rohrohrzucker bzw. von Kohlenhydraten, indem in einem variablen Verhältnis organische Säuren und Äthanol zum Einsatz kommen. Dieses binäre Gemisch kann bestehen aus essigsäurehaltigem Waschwasser der Zelluloseacetatproduktion und Äthanol in Form von Synthesesprit und/oder Gärungsalkohol. Mit diesem Substratgemisch sollen sich höhere Produktivitäten im Vergleich zur alleinigen Verstoffwechslung von Essigsäure ergeben. Erfindungsgemäß erfolgt die kontinuierliche Verhefung des genannten Gemisches durch Saccharomyces- oder Candida-Hefen. Dieses Komponentengemisch erhält wie üblich die notwendigen Stickstoff- und Phosphatquellen, um den stöchiometrischen Bedarf für die Baustoffsynthese zu decken. Durch die Wahl geeigneter Fermentationsparameter wird unter aeroben Bedingungen eine gleichzeitige Assimilation erreicht.
Mit dem Angebot des Substratgemisches wird eine weitgehende Substitution einer Kohlenhydratkomponente ermöglicht. Essigsäure- und Äthanol-Komponenten stellen Kohlenstoffquellen dar, deren Produktion nicht von klimatischen Bedingungen abhängig bzw. beeinflußbar ist und keinen Kampagnecharakter trägt. Gerade die Nutzung von essigsäurehaltigen Abwässern und Synthesesprit für die mikrobielle Proteinsyrithese im Hinblick auf eine Rohstoffbereitstellung für NEN-Produkte und Produkte für die tierische Ernährung stellen die Aufwertung von Rohstoffen der chemischen Industrie dar.
Ausführungsbeispiel
1. Es wird eine Nährlösung bereitet, deren Kohlenstoffquellen aus essigsäurehaltigem Waschwasser der Zelluloseacetatproduktion und Prima- bzw. Synthesesprit im Kohlenstoffverhältnis von 35:65 vorliegen, entsprechend einer Zuckerausgangskonzentration von ca. 70g/l.
Es erfolgt eine Zudosierung von 25%igen Ammoniakwasser (entsprechend einer Menge von 50% Gesamtprotein der zuwachsenden Hefemenge) und von wäßrigen Superphosphatauszügen (entsprechend einem Anteil von ca. 4% P2O5 des Hefezuwachses).
Diese Nährlösung wird kontinuierlich mit einer Verdünnungsrate bis zu D = 0,35 h""1 in einem Fermenter für aerobe Mikroorganismenzüchtungen mit Saccharomyces cerevisiae verheft. Die Kultivierungstemperatur liegt bei 28°C-32°C, der pH-Wert um 4,5.

Claims (1)

  1. -1 - Ζ4Ί ϋόό
    Erfindungsanspruch:
    1. Verfahren zur mikrobiellen Eiweißsynthese mit Hefen nach Patent WP 235805, gekennzeichnet dadurch, daß die Substrate essigsäurehaltiges Waschwasser der Zelluloseacetatproduktion und Äthanol in Form von entweder Prismasprit oder Synthesesprit das saccharosehaltige Substrat vollständig ersetzen können.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur mikrobiellen Eiweißsynthese nach Patent WP 235805 Nach diesem Verfahren kann man beispielsweise einen für NEN-Produkte geeigneten Organismus auf der Basis von Mehrkomponentensystemen kultivieren und Mikroorganismen für die Futterhefeerzeugung züchten.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69837607T2 (de) Verfahren zum herstellen von dicarbonsäuren
EP0248369A2 (de) Verfahren zur mikrobiellen anaeroben Gewinnung von Essigsäure
DE3901404C2 (de) Verfahren zur Anaerobfermentation organischer Abprodukte
DE2452720A1 (de) Verfahren zur kontinuierlichen kultivierung von hefe
Johnson Recent advances in penicillin fermentation
US4675294A (en) Process for production of methane by anerobic fermentation
DE69424765T2 (de) Kontinuierliches Fermentationsverfahren für die optimale gleichzeitige Herstellung von Propionsäure und Vitamin B12
DE68908458T2 (de) Verfahren für mikrobiologische Reinigung und Verwertung von organischem, vergärbaren Zucker enthaltendem Abwasser.
DD241833A4 (de) Verfahren zur mikrobiellen Eiweißsynthese
DD235805A3 (de) Verfahren zur mikrobiellen eiweisssynthese
DE3336051A1 (de) Verfahren zur herstellung von 1,2-propandiol, insbesondere d(-)-1,2-propandiol
EP0190610B1 (de) Verfahren zur Gewinnung von Alkohol und proteinangereicherter Schlempe aus zucker-, stärke- und/oder zellulosehaltigen Rohstoffen
EP0114161B1 (de) Verfahren zur Gewinnung von Äthanol aus vergärbaren Zuckerlösungen
DE3884342T2 (de) Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von Oligosacchariden mit hohem Gehalt an Fruktose und von Gluconsäuren durch Fermentation.
DD235804A3 (de) Verfahren zur mikrobiellen eiweisssynthese
EP0114159B1 (de) Verfahren zur Gewinnung von Äthanol aus vergärbaren Zuckerlösungen
DE1046834B (de) Verwertung von Melasseschlempen mit Hilfe von Mikroorganismen
DD262872A1 (de) Verfahren zur synthese proteinreicher mikrobieller biomasse
DE696578C (de) Verfahren zum Herstellen einer organischen Stickstoffnahrung als Zusatz zu Gaerfluessigkeiten
AT347384B (de) Verfahren zur herstellung von hefeproteinen aus sulfitablauge und sulfitablaugeschlempe
DD253836A1 (de) Verfahren zur kontinuierlichen mikrobiellen synthese von produkten der unvollstaendigen oxidation
SU632202A1 (ru) Питательна среда дл выращивани кормовых дрожжей
DE2002200C3 (de) Zweistufiges biotechnisches Verfahren zur Züchtung einer L-Asparaginase-reichen Bakterienzellmasse
DE2506149A1 (de) Verfahren zur herstellung von hefeproteinen aus sulfitablaugen und sulfitspritzschlempe
DD273853A1 (de) Verfahren zur anzucht von brennereihefe