DD242195A1 - Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von flaechengebilden - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Flaechengebilden, bei dem eine Giessloesung aus einem Giesser auf ein endloses, bewegtes Giessband filmartig ausgebracht wird, welches anschliessend eine Trockenstrecke durchlaeuft, die in mehrere Abschnitte mit unterschiedlicher Beheizung und Belueftung unterteilt ist. Vorrangiges Anwendungsgebiet ist die Herstellung von Filmunterlagen aus Polymerloesung. Ziel ist, ein schnelles, gleichmaessiges und blasenfreies Durchtrocknen des Flaechengebildes mit hoher optischer und Oberflaechenqualitaet zu erreichen. Aufgabengemaess erfolgt eine thermische Beeinflussung des Temperatur- und Loesungsmittelkonzentrationsfeldes in der trocknenden Schicht ueber der freien Oberflaeche bzw. am Giessband. Gemaess der Erfindung wird die filmartige Giessloesung auf dem Giessband im Verlauf der Trockenstrecke bezueglich deren freier Oberflaeche beheizt und gleichzeitig unterhalb des Giessbandes gekuehlt und die Abschnitte der Trockenstrecke werden so belueftet bzw. beheizt, dass die Loesungsmittelkonzentration ueber der filmartigen Giessloesung zunaechst auf ein Minimum abfaellt und anschliessend auf einen Endwert ansteigt. Fig. 1
Description
Hierzu 3 Seiten Zeichnungen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Flächengebilden, bei dem eine Gießlösung aus einem Gießer auf ein endloses, bewegtes Gießband filmartig ausgebracht wird, welches anschließend eine Trockenstrecke durchläuft, die in mehrere Abschnitte mit unterschiedlicher Beheizung und Belüftung unterteilt ist, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. v
Die Erfindung ist insbesondere anwendbar bei der schnellen, gleichmäßigen und blasenfreien Durchtrocknung einer Schicht Polymerlösung zwecks Herstellung von Filmunterlagen von hoher optischer und Oberflächenqualität.
Aus DE-AS 1479915 sind ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Trocknen von gegossenen Folienbahnen aus Kunststoff bekannt. Dabei wird die aus einem Gießer auf ein endloses Gießband ausgeformte Folienbahn durch eine Trockenkammer geführt, in der entgegen der Bewegungsrichtung des Gießbandes ein erwärmter Trägergasstrom über die Folienbahn geleitet und vor Erreichen des Gießers aus der Kammer abgesaugt wird. Das Absaugen des Trägergasstromes erfolgt dabei an mehreren hintereinander angeordneten Absaugstellen, wobei der größte Teil an der vom Gießer entferntesten Absaugstelle abgesaugt wird.
Zusätzlich wird die unbeschichtete Unterseite des Gießbandes (in einem ersten Abschnitt der Trockenkammer) beheizt, wobei der Gießbandunterseite eine größere Wärmemenge zugeführt wird als der Gießbandoberseite.
Mit dieser bekannten Lösung wird die Herstellung blasenfreier Kunststoffolien bei einer Verschiebung des Verhornungs- bzw. Verkrustungsbeginns der freien Folienoberfläche nach hinten bezweckt, so daß höhere Gießgeschwindigkeiten möglich sind. Ursächlich dafür soll insbesondere die Lösungsmittelkonzentration über der freien Folienoberfläche sein, welche so beeinflußt wird, daß sie im ersten Abschnitt der Trockenkammer vom Ende zum Gießer hin stetig zunimmt.
Praktische Versuche und neuere theoretische Untersuchungen haben gezeigt, daß mit dieser bekannten Lösung eine weitere Erhöhung der Verarbeitungsgeschwindigkeit bei gleichmäßiger und blasenfreier Durchtrocknung nicht erreichbar ist. Als Ursache wurde das thermische Verhalten der Gießlösung während des Trockenprozesses erkannt. Da die Gefahr der Bildung von Lösungsmitteldampfblasen sowohl von der Lösungsmittelkonzentration als auch von der Temperatur abhängt, das heißt weil die örtliche Siedetemperatur von der örtlichen Lösungsmittelkonzentration abhängig ist, werden bei einem negativen Temperaturgradienten innerhalb der Schicht bei Beachtung des konkreten Feldes der Lösungsmittelkonzentration zwangsläufig Blasen entstehen, die zur Unbrauchbarkeit des Films führen. Das bei der bekannten Lösung angestrebte weitere Absenken der Lösungsmittelkonzentration im zweiten Abschnitt der Trockenkammer führt letztlich doch zu einer unzulässig schnellen Oberflächenverkrustung, d. h. die Kruste mit ihren sehr kleinen Diffusionsgrößen wird als Barriere für die Trocknung zu schnell wirksam.
Es ist weiterhin eine Vorrichtung zur Herstellung von Folie aus Acetylzellulose bekannt (DD-PS 146417). Hierbei wird gleichfalls eine Gießlösung mittels eines Gießers auf ein endloses Gießband ausgebracht. Eine dem Gießer Nachgeordnete Abdunsthaube dient als Trockenstrecke. Sie besteht aus insgesamt vier Be- und vier Entlüftungseinrichtungen, die abwechselnd angeordnet sind. Die zugeführte Luft kann durch Mischen temperiert werden, so daß u.a. Temperatur und Lösungsmittelkonzentration über dem Gießfilm optimal einstellbar sein sollen.
Da bei dieser bekannten Vorrichtung die thermische Beeinflussung der (trocknenden) Gießlösung ausschließlich von oben, d. h. oberhalb der freien Oberfläche der Schicht erfolgt, bildet sich innerhalb der Schicht ein negativer Temperaturgradient mit den bereits erwähnten nachteiligen Auswirkungen auf die Qualität der Folie.
Das weiteren ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Wärmebehandeln einer Folienbahn aus polymerisiertem thermoplastischem Kunststoff bekannt (DE-PS 1279324). Bei diesem Verfahren wird die Folienbahn in Querrichtung gereckt und nach dem Recken durch eine Heizzone geführt, wobei die erwärmte Folie vor oder während der Schrumpfung in Berührung mit einer bewegten gekühlten Oberfläche gekühlt wird. Vorrichtungsseitig ist oberhalb der Folienbahn eine Heizeinrichtung^. B. ein Strahlungsheizkörper oder eine beheizte Trommel, und unterhalb der Folienbahn eine gekühlte Trommel angeordnet, so daß zumindest in einer gedachten Schnittlinie durch die Folienbahn gleichzeitig die Heiz- und die Kühleinrichtung auf die Folie einwirkt.
Dieser bekannten Lösung sind keine Hinweise für die vorteilhafte Ausgestaltung des Trockenprozesses von auf ein Gießband ausgebrachten filmartigen Gießlösungen, insbesondere zur zweckmäßigen Beeinflussung des Temperatur- und des Lösungsmittelkonzentrationsfeldes dertrockenden Schicht, zu entnehmen.
Es ist das Ziel der Erfindung, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur kontinuierlichen Herstellung von Flächengebilden aus einer trocknenden Gießlösung anzugeben, wobei ein schnelles, gleichmäßiges und blasenfreies Durchtrocknen des Flächengebildes mit hoher optischer und Oberflächenqualität erreichbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Flächengebilden, bei dem eine Gießlösung aus einem Gießer auf ein endloses, bewegtes Gießband filmartig ausgebracht wird, welches anschließend eine Trockenstrecke durchläuft, die in mehrere Abschnitte mit unterschiedlicher Beheizung und Belüftung unterteilt ist, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, wobei eine thermische Beeinflussung des Temperatur- und Lösungsmittelkonzentrationsfeldes in dertrocknenden Schicht über deren freie Oberfläche bzw. am am Gießband aufliegenden Rand so erfolgt, daß die Triebkräfte für die Trocknung (ausgedrückt durch den Lösungsmittelkonzentrationsgradienten) lange wirksam bleiben, daß die Oberflächenkruste mit ihren sehr kleinen Diffusionsgrößen als Barriere für die Trocknung im Entstehungsprozeß verhindert wird und daß die Diffusionsgröße an jeder Stelle der Schicht den größtmöglichen Wert hat, d.h. daß sowohl an der freien Oberfläche als auch am am Gießband aufliegenden Rand der Schicht die größtmögliche, unterhalb der Dampfblasenbildungstemperatur liegende Temperatur eingestellt wird, wobei ein positiver Temperaturgradient innerhalb der Schicht gewählt wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die filmartige Gießlösung auf dem Gießband im Verlaluf der Trockenstrecke bezüglich der freien Oberfläche der filmartigen Gießlösung beheizt und gleichzeitig unterhalb des Gießbandes gekühlt wird, so daß die Temperatur der freien Oberfläche längs dertrocknenden filmartigen Gießlösung schnellerauf den Endwert steigt als die Temperatur am Gießband, und die Abschnitte der Trockenstrecke so belüftet bzw. beheizt werden, daß die Lösungsmittelkonzentration über der filmartigen Gießlösung zunächst stetig oder stufig auf ein Minimum abfällt und anschließend auf einen Endwert ansteigt.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß das Tunnelgehäuse im mindestens drei Abschnitte unterteilt ist, wobei jeder Abschnitt zum benachbarten mit Dichtungen versehene Öffnungen für den Durchgang des Gießbandes mit der filmartigen Gießlösung aufweist; jeder Abschnitt somit eine gesonderte regelbare Luftzu- und -abführung besitzt sowie jedem Abschnitt mindestens eine regelbare Heizquelle oberhalb des Gießbandes und eine regelbare Kühlquelle unterhalb des Gießbandes zugeordnet ist.
-3- £Άί Ι3Ο
Zweckmäßig weist der Abschnitt des Tunnelgehäuses, in dem die Lösungsmittelkonzentration über der filmartigen Gießlösung auf ein Minimum abgesenkt wird, an seinem Ende die Luftzuführung für den gesamten Trockenprozeß auf und die am Anfang dieses Abschnittes vorgesehene Luftabführung ist sowohl mit den Luftzuführungen der/des letzten Abschnitte/s des Tunnelgehäuses an deren Anfang als auch mit den Luftzuführungen der vorherliegenden Abschnitte des Tunnelgehäuses an deren Enden verbunden, wobei deren Luftabführungen teilweise auf die Luftzuführungen von jeweils vorherliegenden Abschnitten geführt sind, so daß der Trockenvorgang in dem/den letzten Anschnitt/en des Tunnelgehäuses im Gleichstrom, in allen davorliegenden Abschnitten im Gegenstrom erfolgt.
Die den Abschnitten des Tunnelgehäuses zugeordnete Kühlquelle kann dabei vorteilhafterweise aus auf die Unterseite des Gießbandes gerichtete Düsen bestehen, aus denen ein gekühltes Medium ausströmt. Weitere vorteilhafte Varianten für die Kühlquelle sind rotierend gelagerte Trommeln zur Lagerung/Führung des Gießbandes, wobei die Oberflächen der Trommeln gekühlt werden, oder die Ausbildung der Kühlquelle mit einer stationären, gekühlten Oberfläche, die unterhalb des Gießbandes angeordnet ist, so daß dieses über der gekühlten Oberfläche schleift oder sich in geringem Abstand vorbeibewegt.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. In der zugehörigen Zeichnung zeigen:
Fig. 1: eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens in schematischer Darstellung, Fig. 2: die Randtemperaturverteilung über der Weglänge der Gießlösung, Fig.3: die Lösungsmittelkonzentration über der Weglänge der Gießlösung.
Die Vorrichtung (Fig. 1) besteht aus einem endlosen, metallischen Gießband 1, welches über die beiden waagerecht gelagerten Trommeln 2,3 geführt ist. Die Trommel 2 ist angetrieben und wird in Richtung des Pfeiles 4 gedreht. Beide Trommeln 2,3 sind in einem Tunnelgehäuse 5 angeordnet, wobei sowohl das obere als auch des untere Trum des Gießbandes 1 das Tunnelgehäuse 5 durchlaufen. Das Tunnelgehäuse 5 bildet die Trockenstrecke der Vorrichtung. Dazu ist das Tunnelgehäuse 5 in fünf Abschnitte 5.1 bis 5.5 unterteilt, welche gegeneinander durch (berührungslose) Dichtungen 6 (das können ggf. auch Drosselstellen sein) abgeteilt sind. Jedem Abschnitt 5.1 bis 5.5 des Tunnelgehäuses 5 sind gesonderte Luftzuführungen 7.1 bis 7.5 und Luftabführungen 8.1 bis 8.5 zugeordnet. Dabei dient die Luftzuführung 7.1 bis 7.5 sowohl der Wärmezufuhr (Heizquelle) als auch dem Lösungsmitteltransport während des Trockenprozesses. Gemäß Ausführungsbeispiel Fig. 1 ist die Luftzuführung 7.4 des vorletzten Abschnittes 5.4 des Tunnelgehäuses 5 so dimensioniert, daß sie der Zufuhr der gesamten warmen Luft für den Trockenprozeß über alle Abschnitte 5.1 bis 5.5 dient. Diese Luftzuführung 7.4 ist am Ende des Abschnittes 5.4 (in Bewegungsrichtung des Gießbandes 1 gesehen) angeordnet, während die Luftabführung 8.4 am Anfang des entsprechenden Abschnitts 5.4 vorgesehen ist. In gleicher Art weisen die vorher liegenden Abschnitte 5.1 bis 5.3 Luftzuführungen 7.1 bis 7.3 jeweils am Ende und Luftabführungen 8.1 bis 8.3 jeweils am Anfang auf, wobei die Luftabführungen 8.2 bis 8.4 auf die Luftzuführungen 7.1 bis 7.3 der jeweils zuvor liegenden Abschnitte 5.1 bis 5.3 geführt sind, so daß der Trockenprozeß in den Abschnitten 5.1 bis 5.4 im Gegenstrom erfolgt. " .
Die Luftabführung 8.4 des vorletzten Abschnittes 5.4 ist außerdem auf die Luftzuführung 7.5 des letzten Abschnittes 5.5 geführt, welche an deren Anfang angeordnet ist. Damit erfolgt der Trockenprozeß im letzten Abschnitt 5.5 im Gleichstrom. Die Luftabführungen 8.5 und 8.1 münden in einem nicht dargestellten Abzugskanal, in welchem auch Teil luftmengen der übrigen Luftabführungen 8.2 bis 8.4 eingeleitet werden können.
Den Abschnitten 5.1 bis 5.4 sind des weiteren regelbare Kühlquellen (9,10) unterhalb des Gießbandes 1 zugeordnet. In den Abschnitten 5.1,5.2 und 5.4 bestehen diese Kühlquellen aus Luftkammern 9, die mehrere Düsen aufweisen, welche auf die Unterseite des Gießbandes 1 gerichtet sind. Den Luftkammern 9 wird gekühlte Luft geregelt zugeführt, so daß diese aus den Düsen ausströmen kann und eine Kühlung der Gießbandunterseite bewirkt.
Im Abschnitt 5.3 besteht die Kühlquelle aus einer Kühleinrichtung 10 der Trommel 3, wobei dem Inneren derTrommel 3 über Rohrleitungen 11,12 gekühltes Medium geregelt zu-und abgeführt wird, so daß die Oberfläche derTrommel 3 gekühlt wird. Im ersten Abschnitt 5.1 des Tunnelgehäuses 5 ist ein Gießer 13 mit einem Vorratsbehälter für die Gießlösung, die gemäß Ausführungsbeispiel eine Polymerlösung für die Herstellung von Filmunterlagen ist, oberhalb des Gießbandes 1 angeordnet. Eine nahe derTrommel 2 im letzten Abschnitt 5.5 vorgesehene Abnahmewalze 14 dient der Abnahme der getrockneten filmartigen Gießlösung (Film) 15.
Wirkungsweise der Vorrichtung und Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens:
Bei rotierenden Trommeln 2,3, d.h. bei bewegtem Gießband 1, wird aus dem Gießer 13 die Gießlösung 15 als dünner Film bzw. Schicht auf das Gießband 1 aufgegossen. Infolge des unmittelbar folgenden Transports der filmartigen Gießlösung 15 durch das als Trockenstrecke wirkende Tunnelgehäuse 5 wird durch geregelte Zufuhr von Wärme sowie durch die erfindungsgemäße Beeinflussung der Lösungsmittelkonzentration über der freien Oberfläche der Schicht der Gießlösung das Lösungsmittel entzogen, so daß ein schnelles, gleichmäßiges und blasenfreies Durchtrocknen der Schicht mit einer hohen optischen und Oberflächenqualität erreichbar ist.
Der Entzug des Lösungsmittels erfolgt durch Verdampfen an der freien Oberfläche, während es im Inneren der Schicht durch Diffusion transportiert wird. Dabei bildet die stärkste Barriere für den diffusiven Lösungsmitteltransport die relativ trockene Teilschicht an der freien Oberfläche (Verkrustung) mit ihren niedrigen Diffusionskoeffizienten. Wegen der Gefahr der Dampfblasenbildung in der Schicht dürfen weiterhin abhängig vom Lösungsmittelgehalt gewisse Temperaturschranken nicht überschritten werden.
Diese Gegebenheiten haben ihre Ursache in der Abhängigkeit der Stoffeigenschaften (insbesondere Wärmeleitfähigkeit, Diffusionskoeffizient) von der Temperatur und von der Lösungsmittelkonzentration. Deshalb sind Wärmeleitungs- und Diffusionsvorgang nichtlinearer Natur und miteinander gekoppelt, was bei der erfindungsgemäßen Trocknungsstrategie beachtet wurde. In Realisierung dieser Strategie werden nachstehende Verfahrenschritte durchgeführt: — Führung der Temperatur in der trocknenden filmartigen Gießlösung (Film) 15 durch Beheizen der freien Oberfläche und (relatives) Kühlen des Gießbandes 1 so, daß die Temperatur des freien Randes längs der trocknenden Schicht schneller auf den maximalen Endwert steigt als die Temperatur am Gießband 1 (Realisierung eines positiven Temperaturgradienten innerhalb der trocknenden Schicht).
Dieses ist aus Fig. 2 ersichtlich, welche die Randtemperatur T über der Weglänge s der filmartigen Gießlösung 15 durch das Tunnelgehäuse 5 zeigt. T1 ist die Temperatur der freien Oberfläche der Schicht, T2 die Temperatur am Gießband 1. Auf diese Weise ist die Temperatur des im Film erzeugten Temperaturfeldes an jeder Stelle gerade noch unterhalb der Temperatur für die Dampfblasenbildung des Lösungsmittels zu führen, welches von der örtlichen Lösungsmittelkonzentration abhängig ist.
— Führung der Lösungsmittelkonzentration in der Trockenluft so, daß die Lösugsmittelkonzentration an derfreien Oberfläche längs dertrocknenden Schicht stetig oder stufig von einem zunächst relativ hohen Wert (Ausgangswert der Gießlösung im Vorratsbehälter des Gießers 13) auf ein Minimum unterhalb des Zielwertes abfällt und anschließend auf den Zielwert ansteigt. Auf diese Weise wird die Verkrustung derfreien Oberfläche des Filmes unterbunden und gleichzeitig eine über dem Querschnitt des Films konstante Konzentration des Restlösungsmittels bewirkt.
Dieses ist aus Fig. 3 zu ersehen, welche die Lösungsmittelkonzentration K (unmittelbar über derfreien Oberfläche oder im oberen Rand des Films 15) über der Wegelänge s darstellt. Die ausgezogene Linie stellt den optimalen Verlauf der jeweiligen Konzentrationswerte dar, während die gestrichelte Treppenkurve in vereinfachter Form der praktischen Realisierung entspricht. Die den Treppenstufen zugeordneten Konzentrationswerte K1 bis K5 entsprechen den Lösungsmittelkonzentrationen über der freien Oberfläche (bzw. in der Trockenluft) in den Abschnitten 5.1 bis 5.5 des Tunnelgehäuses 5.
Vorstehende Verfahrensschritte werden mit der Wirkungsweise der erfindungsgemäß ausgebildeten Vorrichtung gemäß Fig. 1 realisiert. Dabei erfolgt das Beheizen derfreien Oberfläche des Films 15 mit Hilfe der erwärmten Trockenluft, die an der Luftzuführung 7.4 insgesamt zugeführt wird und entsprechend der vorstehend beschriebenen Verbindungen der Luftzu- und abführungen 7,8 im Gegenstrom (mit Ausnahme des Abschnittes 5.5) an der Oberfläche der filmartigen Gießlösung 15 auf dem Gießband 1 entlangstreicht. Dabei hat die Trockenluft im Abschnitt 5.4 ihr Minimum der Lösungsmittelkonzentration (K4 in Fig.3), während in den Abschnitten 5.3 bis 5.1 ein (stufiges) Anreichern der Trockenluft mit Lösungsmittel (Konzentrationswerte K3 bis K1 in Fig.3) infolge des Lösungsmitteltransportes eintritt.
Im letzten Abschnitt 5.5 steigt die Lösungsmittelkonzentration wieder auf den Wert K5 (oberhalb des Minimums) an, da die vom Abschnitt 5.4 bereits mit Lösungsmittel angereicherte Trockenluft an der Luftzuführung 7.5 zugeführt wird. Die Gleichstromtrocknung verstärkt diese Wirkung.
Parallel zur Beheizung der Gießlösung von oben wird diese durch die Luftkammern 9—welche als Kühlquelle dienen — in den Abschnitten 5.1,5.2 und 5.4 von unten gekühlt, was (wie bereits beschrieben) durch aus Düsen auf die Unterseite des Gießbandes 1 strömende gekühlte Luft bewirkt wird.
Im Abschnitt 5.3 wird die Unterseite des Gießbandes 1 durch die gekühlte Oberfläche der Trommel 3 gekühlt. Der getrocknete Film 15 wird mit Hilfe der Abnahmewalze 14 vom Gießband 1 abgehoben und der weiteren Be-oder Verarbeitung zugeführt. ·
Die Führungsgrößenverteilung längs der Weglänge s des Gießbandes 1 (Temperatur t am freien Rand bzw. am Gießband 1, Lösungsmittelkonzentration K) wird entweder empirisch oder besser durch numerische Simulation des Trockenprozesses ermittelt.
In vorstehendem Ausführungsbeispiel wurde die Herstellung bzw. Trocknung von Filmunterlagen aus Polymerlösung beschrieben. Die Erfindungsgedanken lassen sich jedoch (ggf. auch teilweise) mit großem Nutzen bei der Herstellung aller Arten von Flächengebilden anwenden. So läßt sich der Gedanke der Temperaturführung gemäß Fig. 2 auch bei der Abkühlung einer Schicht Polymerschmelze auf einem oder zwischen zwei Oießbändern 1 oder bei der Polymerisation einer Schicht aus Monomeren auf einem oder zwischen zwei Gießbändern 1, auch analog bei der Abkühlung von Glas, Glaskeramik, Metallen, realisieren.
DieerfindungsgemäßeTemperatur- und Lösungsmittelkonzentrationsführung istauch bei derthermisch gesteuerten Erhärtung weiterer anfangs fließfähiger Flächengebilde auf Lösungsmittelbasis, ζ. B. auch bei der Erstarrung von Keramik (wobei als Bindeoder Verflüssigungsmittel Wasser, organische Flüssigkeiten, Polymere angewendet werden) einsetzbar.
Claims (6)
- Erfindungsanspruch:1. Verfahrenzurkontinuierlichen Herstellung von Flächengebilden, bei dem eine Gießlösung aus einem Gießer auf ein endloses, bewegtes Gießband filmartig ausgebracht wird, welches anschließend eine Trockenstrecke durchläuft, die in mehrere Abschnitte mit unterschiedlicher Beheizung und Belüftung unterteilt ist,dadurch gekennzeichnet, daß die filmartige Gießlösung (15) auf dem Gießband (1) im Verlauf der Trockenstrecke bezüglich derfreien Oberfläche derfilmartigen Gießlösung (15) beheizt und gleichzeitig unterhalb des Gießbandes (1) gekühlt wird, so daß die Temperatur (T 1) derfreien Oberfläche längs der trocknenden filmartigen Gießlösung (15) schneller auf den Endwert steigtals die Temperatur (T2) am Gießband, und die Abschnitte (5.1-5.5) der Trockenstrecke so belüftet bzw. beheizt werden, daß die Lösungsmittelkonzentration (K) über derfilmartigen Gießlösung (15) zunächst stetig oder stufig auf ein Minimum abfällt und anschließend auf einen Endwert ansteigt.
- 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Punkt 1, wobei die Trockenstrecke aus einem Tunnelgehäuse besteht, durch welches das endlose Gießband geführt ist,dadurch gekennzeichnet, daß das Tunnelgehäuse (5) in mindestens drei Abschnitte (5.1-5.5) unterteilt ist, wobei jeder Abschnitt (5.1-5.5) zum benachbarten mit Dichtungen (6) versehene Öffnungen für den Durchgang des Gießbandes (1) mit derfilmartigen Gießlösung (15) aufweist, jeder Abschnitt (5.1-5.5) eine gesonderte regelbare Luftzu- (7.1-7.5) und -abführung (8.1-8.5) besitzt sowie jedem Abschnitt (5.1-5.5) mindestens eine regelbare Heizquelle (7) oberhalb des Gießbandes (1) und eine regelbare Kühlquelle (9; 10) unterhalb des Gießbandes (1) zugeordnet ist.
- 3. Vorrichtung nach Punkt 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abschnitt (5.4) des Tunnelgehäuses (5), in dem die Lösungsmittelkonzentration (K) über derfilmartigen Gießlösung (15) auf ein Minimum abgesenkt wird, an seinem Ende die Luftzuführung (7.4) für den gesamten Trockenprozeß aufweist und die am Anfang dieses Abschnittes (5.4) vorgesehene Luftabführung (8.4) sowohl mit den Luftzuführungen (7.5) der/des letzten Abscnitte/s (5.5) des Tunnelgehäuses (5) an deren Anfang als auch mit den Luftzuführungen (7.1-7.3) der vorherliegenden Abschnitte (5.1-5.3) des Tunnelgehäuses (5)'an deren Enden verbunden sind, wobei deren Luftabführungen (8.4; 8.3; 8.2) teilweise auf die Luftzuführungen von jeweils vorherliegenden Abschnitten geführt sind, so daß der Trockenvorgang in dem/den letzten Abschnitt/en (5.5) des Tunnelgehäuses (5) im Gleichstrom, in allen davorliegenden Abschnitten (5.1-5.4) im Gegenstrom erfolgt.
- 4. Vorrichtung nach Punkt 2, dadurch gekennzeichnet, daß die den Abschnitten (5.1-5.5) des Tunnelgehäuses (5) zugeordnete Kühlquelle (9; 10) aus einer oder mehreren, auf die Unterseite des Gießbandes (1) gerichteten Düsen besteht, aus der/denen ein gekühltes Medium ausströmt.
- 5. Vorrichtung nach Punkt 2, dadurch gekennzeichnet, daß die den Abschnitten (5.1-5.5) des Tunnelgehäuses (5) zugeordnete Kühlquelle (9; 10) aus einer oder mehreren, rotierend gelagerten Trommeln (3) zur Lagerung/Führung des Gießbandes (1) besteht, wobei die Oberflächen der Trommeln (3) gekühlt werden.
- 6. Vorrichtung nach Punkt 2, dadurch gekennzeichnet, daß die den Abschnitten (5.1-5.5) des Tunnelgehäuses (5) zugeordnete Kühlquelle eine stationäre, gekühlte Oberfläche aufweist, die unterhalb des.Gießbandes (1) angeordnet ist, so daß dieses über der gekühlten Oberfläche schleift oder sich in geringem Abstand vorbeibewegt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD28268485A DD242195A1 (de) | 1985-11-11 | 1985-11-11 | Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von flaechengebilden |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD28268485A DD242195A1 (de) | 1985-11-11 | 1985-11-11 | Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von flaechengebilden |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD242195A1 true DD242195A1 (de) | 1987-01-21 |
Family
ID=5572913
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DD28268485A DD242195A1 (de) | 1985-11-11 | 1985-11-11 | Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von flaechengebilden |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD242195A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0387814A2 (de) | 1989-03-14 | 1990-09-19 | Kanegafuchi Kagaku Kogyo Kabushiki Kaisha | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Kunststoff-Folien und Vorrichtung dafür. |
-
1985
- 1985-11-11 DD DD28268485A patent/DD242195A1/de not_active IP Right Cessation
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0387814A2 (de) | 1989-03-14 | 1990-09-19 | Kanegafuchi Kagaku Kogyo Kabushiki Kaisha | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Kunststoff-Folien und Vorrichtung dafür. |
| EP0387814A3 (de) * | 1989-03-14 | 1993-01-27 | Kanegafuchi Kagaku Kogyo Kabushiki Kaisha | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Kunststoff-Folien und Vorrichtung dafür. |
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