DD243268A1 - Verfahren zur entfernung von verunreinigungen aus prozessabwaessern - Google Patents

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DD243268A1
DD243268A1 DD28433185A DD28433185A DD243268A1 DD 243268 A1 DD243268 A1 DD 243268A1 DD 28433185 A DD28433185 A DD 28433185A DD 28433185 A DD28433185 A DD 28433185A DD 243268 A1 DD243268 A1 DD 243268A1
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DD28433185A
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Inventor
Heinz Spindler
Roland Entner
Wolfgang Ermischer
Eberhard Lienert
Eva Mueller
Manfred Scheffler
Karl-Heinz Schmidt
Bruno Kaukel
Original Assignee
Leuna Werke Veb
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Abstract

Die Erfindung betrifft die Entfernung geringer Konzentrationen von Cyaniden und/oder Sulfiden sowie gegebenenfalls Ammoniak aus Prozessabwaessern, die bei der Gewinnung von n-Alkanen aus Kohlenwasserstoff-Gemischen anfallen. Die Abtrennung erfolgt, gegebenenfalls nach vorheriger rektifizierender Abtrennung des Ammoniaks, durch Behandlung mit Luft bei erhoehten Druecken und Temperaturen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entfernung von sulfid- und cyanidhaltigen Verunreinigungen aus Prozeßabwässern, die bei der Gewinnung von n-Alkanen aus Kohlenwasserstoff-Gemischen anfallen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Verfahren zur Entfernung von sulfid- und cyanidhaltigen Verunreinigungen aus Prozeßabwässern sind in der Patentliteratur vielfach beschrieben. So erfolgt die Vernichtung der in Kokereiabwässern enthaltenen Cyanide im Anschluß an die destillative Aufarbeitung durch zeitaufwendige biologische Behandlung des ammoniakarmen Prozeßabwassers (DE-OS 3006070).
Andere Wege zur Entfernung von Cyanwasserstoff und/oder seiner Salze werden in der Abwassertechnik in Form von Fällungs-, Oxidations- oder Elektrolyseverfahren beschritten.
In den letzten Jahren ist mehrfach über die Entgiftung cyanidhaltiger Abwasser durch die Behandlung bei erhöhten Drücken und Temperaturen berichtet worden. So wird in der DD-PS 109365 ein Verfahren zur Entgiftung cyanidhaltiger Lösungen beschrieben. Bei Temperaturen von 473 bis 523 K und Drücken von 0,4 bis 15,0MPa wird eine vollständige Umsetzung der Cyanide in Formiat erreicht. Das Verfahren hat auf Grund der Bildung von Formiat Korrosionsprobleme zur Folge.
In der DD-WP 216229 wird ein Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen aus Prozeßabwässern beschrieben, in dem in der ersten Prozeßstufe eine Rektifikation des ausgekreisten Prozeßabwassers unter Zusatz von Natronlauge zur Abtrennung des Ammoniaks erfolgt und in der zweiten Prozeßstufe das Prozeßabwasser aus dem Sumpf der Rektifikation einer Druckhydrolyse bei erhöhten Temperaturen unterworfen wird.
Dieses Verfahren ermöglicht zwar die Hydrolyse der in den Prozeßabwässern enthaltenen Cyanide, Sulfide werden jedoch unter diesen Bedingungen nicht abgebaut. Zur Beseitigung der Sulfide ist eine weitere Prozeßstufe erforderlich.
Im DD-WP 118598 wird die Aufarbeitung sulfidhaltiger Abwasser mit Hilfe von Kohlendioxid vorgeschlagen. Mit diesem Verfahren wird ein zusätzlicher, abwasserbelastender Stoff in den Prozeß eingebracht.
In den DD-PS 120186 und DE-AS 2207902 werden Verfahren zur oxidativen Entgiftung sulfidischer Prozeßabwässer mittels NaOCI bzw. H2O2 beschrieben. Die Anwendung beider Verfahren ist mit der Bildung eines neuen abwasserbelastenden Stoffes im Falle der Verwendung von NaOCI verbunden und ökonomisch sehr aufwendig. Des weiteren haben die Verfahren den Nachteil, daß die Entfernung von Verunreinigungen aus ammoniakhaltigen Prozeßabwässern auf Grund der Bildung nitroser Gase nicht möglich ist. Von A. G. Smith, Ridding prozess waters and caustics solutions of sulfids; Oil Gas Journal 54, No. 62,95 (1956), wird ein Verfahren zur Beseitigung von Sulfiden mit Luft bei erhöhten Temperaturen und Drücken beschrieben. Die Möglichkeit, unter den gewählten Bedingungen Cyanide und Sulfide gleichzeitig zu beseitigen, ist nicht erwähnt.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen aus Prozeßabwässern, die Cyanide und/oder Sulfide in geringen Konzentrationen enthalten und bei der Gewinnung von n-Alkanen aus Kohlenwasserstoff-Gemischen entstehen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es bestand die Aufgabe, ein Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen aus Prozeßabwässern, insbesondere aus ammoniakalischen Abwässern, die Cyanide und/oder Sulfide in geringen Konzentrationen enthalten, zu entwickeln.
Das zu entwickelnde Verfahren soll einem möglichst geringen Energiebedarf erfordern und einen minimalen Ammoniakverlust bei der Reinigung ammoniakalischer Abwässer garantieren.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die alkalischen Abwässer, gegebenenfalls nach vorheriger rektifizierender Abtrennung des Ammoniaks, mit Luft bei erhöhten Temperaturen und Drücken behandelt werden.
Vorzugsweise wird die Oxidation des komplexen Schadstoffgemisches mit Luft bei Temperaturen von 408 bis 673K, bei Drücken von 0,4 bis 1,5 MPa und Belastungen von 50 bis 500 Volumenteilen Luft pro Volumenteil Prozeßabwasser und Stunde vorgenommen. Während die Entfernung komplexer Cyanide in reiner Form erst bei Drücken oberhalb 4MPa und Temperaturen größer 473K beginnt, erfolgt diese in Schadstoffgemischen bereits bei 0,4MPa und 408 K.
Die aus den Sulfiden entstehenden Polysulfide werden durch Filtern aus dem Abwasser entfernt und können beispielsweise für die Herstellung von Schwefelsäure verwendet werden.
Bei der Entfernung von Verunreinigungen aus ammoniakalischen Prozeßabwässern erfolgt in einer vorgeschalteten Verfahrensstufe eine Rektifikation des Abwassers unter Zusatz von Natronlauge.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
Das alkalische Prozeßabwasser (pH9 bis 11) mit einem Cyanidgehalt von 64mg CN~/I wird bei Drücken von 0,4 bis 1,0MPa, einer Temperatur von 408K und einer Belastung von 50 Volumenteilen Luft pro Volumenteil Abwasser und Stunde zehn Stunden in einem Reaktor behandelt. Folgende Ergebnisse wurden erzielt: Parameter ME Versuchs-Nr.
1 2
Druck MPa 0,4 0,6 1,0
CN"-gehalt mg/l <5 <3 <1
Beispiel 2
Das alkalische Prozeßabwasser (pH9 bis 11) mit einem Cyanidgehalt von 64mg CN~/I wird bei einem Druck von 0,4MPa, Temperatur von 408 bis 473 K und einer Belastung von 50 Volumenteilen Luft pro Volumenteil Abwasser und Stunde zehn Stunden in einem Reaktor behandelt. Folgende Ergebnisse wurden erzielt: Parameter ME Versuchs-Nr.
12
Temperatur K 408 443
CN"-gehalt mg/l <5 S 4 <4
Beispiel 3
Das alkalische Prozeßabwasser (pH9 bis 11) mit einem Sulfidgehalt von 42 g/l wird bei Drücken von 0,4 bis 1,0MPa, einer Temperatur von 408 K und einer Belastung von 50 Volumenteilen Luft pro Votumenteil Abwasser und Stunde zehn Stunden in einem Reaktor behandelt.
Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
Parameter ME Versuchs-Nr. ......
1 2
Druck MPa 0,4 1,0
Sulfidgehalt nach
der Behandlung g/i 29,3 14,1
Beispiel 4
Das ammoniakalische Prozeßabwasser mit einem NH4HS-Gehaltvon 50g/l und einem Gehalt an freien bzw. komplexgebundenen Cyaniden von 65 mg/l bzw. 580mg/l wurde bei einem Druck von 0,3MPa und einer Temperatur von 343 K unter Zusatz von Natronlauge rektifiziert. Durch diese Maßnahme wurde ein Abwasser erhalten, das 42 mg/l NaHS, 64mg/l NaCN,550mg/l Na3 Fe(CN)6 und geringe Restmengen Ammoniak enthielt.
Das alkalische Prozeßabwasser wurde bei einem Druck von 0,4MPa, einer Temperatur von 408 K, einer Belastung von Volumenteilen Luft pro Volumenteil Abwasser und Stunde über einen Zeitraum von sechs Stunden behandelt. Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
Verunreinigungen Konzentration undAbbaugradderVerunreinigungen
vor der Behandlung nach
freies Cyanid 64mg/l n.n11 100%
komplexgebundenes Cyanid 550 mg/l n.n11 100%
Sulfid 42 g/l 0,9 g/l 97%
1 n. n. = nicht nachweisbar

Claims (2)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen aus Prozeßabwässern, die aus Cyaniden und/oder Sulfiden in geringen Konzentrationen bestehen und bei der Gewinnung von n-Alkanen aus Kohlenwasserstoff-Gemischen entstehen und die auch Ammoniak enthalten können, gekennzeichnet dadurch, daß die alkalischen Abwasser, gegebenenfalls nach vorheriger rektifizierender Abtrennung des Ammoniaks, mit Luft bei erhöhten Drücken und Temperaturen behandelt werden.
  2. 2. Verfahren nach Punkt !,gekennzeichnet dadurch, daß die Oxidation der in den Prozeßabwässern enthaltenen Verunreinigungen bei Drücken von 0,4 bis 1,5MPa, bei Temperaturen von 408 bis 673 K und bei Belastungen von 50 bis Volumenteilen Luft pro Volumenteil Abwasser und Stunde erfolgt.
DD28433185A 1985-12-16 1985-12-16 Verfahren zur entfernung von verunreinigungen aus prozessabwaessern DD243268A1 (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3909062A1 (de) * 1989-03-20 1990-09-27 Still Otto Gmbh Verfahren zur zersetzung von abfallaugen aus absorptionsprozessen
DE4340356A1 (de) * 1993-11-26 1995-06-01 Wieland Edelmetalle Verfahren und Vorrichtung zum Abbau von harten Komplexbildnern in wässriger Lösung

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DE3909062A1 (de) * 1989-03-20 1990-09-27 Still Otto Gmbh Verfahren zur zersetzung von abfallaugen aus absorptionsprozessen
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