DD243632B1 - Mittel zur bekaempfung von phytopathogenen bakterien und pilzen - Google Patents

Mittel zur bekaempfung von phytopathogenen bakterien und pilzen Download PDF

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Description

in welcher
R für Wasserstoff oder Hydroxyalkyl
R' für Wasserstoff, Chlor, Brom oder Hydroxyalkyl und
R" für Wasserstoff, Alkyl oderTrichlormethyl stehen
dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel zusatzlich Alkylmorpholine enthalt.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem bevorzugten Alkylmorpholin um ein Gemisch stellungsisomerer N-Alkyldimethylmorpholine mit einer durchschnittlichen Kettenlange von C12-C18 (Aldimorph) handelt.
3. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis BronopokAlkylmorpholin vorzugsweise 10:1 bis 1:1 betragen kann.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft mikrobicide Wirkstoffe, deren Formulierung, Kombination oder Tankmischung zur Bekämpfung von Bakterien und Pilzen im Obst- und Gartenbau, im Zierpflanzenbau und auch in Flurgeholzen Die erfmdungsgemaßen Mittel können vor, wahrend oder nach der Vegetationsperiode der jeweiligen Kulturpflanzen, Straucher oder Geholze zur Bekämpfung bakterieller oder pilzlicher Erkrankungen angewendet werden
Charakteristik der bekannten technischen Losungen
Mittel zur Bekämpfung von Bakterienkrankheiten im Pflanzenbestand stehen im internationalen Maßstab kaum zur Verfugung Bakterizide, die eine schnelle Eindämmung der Erkrankungen in den Obstanlagen ermöglichen, spezifisch wirken und bei deren Anwendung keine toxikologischen Bedenken bestehen, fehlen bisher im Weltmaßstab Baktenosen, die sich durch Insekten, Regenspritzer, Vogel oder Bearbeitungsmaßnahmen oftmals sehr schnell epidemisch im Bestand oder Territorium ausbreiten können, gehören heute zu den gefährlichsten Obstkrankheiten Wahrend zur Bekämpfung bakterieller Faulen in der Lagerhaltung von Kartoffeln und Kopfkohlarten als Bakterizide Chloramphenicol (DDR-WP 78423 und DDR-WP 84958 als Zusatzpatent, DDR-WP 107204 und DDR-WP 110423 als Zusatzpatent) oder Bronopol (DDR-WP 133885) zur Anwendung gelangten, fanden diese Wirkstoffe aus toxikologischen Gründen oder zu geringer Wirksamkeit im Obstbau keine Verbreitung
Es ist bekannt, daß das 2-Brom-2-mtropropan-1,3-diol (Bronopol) zur Bekämpfung von Erwinia amylovora an Äpfeln und Birnen und Xanthomonas malvacearum an Baumwolle (GB-PS 1193954) vorgeschlagen wurde Aufgrund der unzureichenden Wirkung fand Bronopol in der Folgezeit (CROSSE, J E „Prospects for the use of bactericides for the control of bacterial disease " 6 Brit Insect & Fungicid Conf 1971 in Brighton, Proceedings 1971, 694 705, BAUM1L H „Bericht über das dritte Internationale Feuerbrandtreffen in Bordeaux vom 12 bis 16 September 1983, Mitt des Obstbauversuchsringes Alten Landes, Jork39[1984] 1,S 12 17) keine Verbreitung und wurde in der einschlagigen Literatur nicht erwähnt (BEYME, D und SCHAEFER, H J ,Möglichkeiten der Diagnose und Bekämpfung des Feuerbrandes an Kernobst ' Diss ,AdL 1976) Erste Ansatzpunkte fur eine gezielte Bekämpfung des Feuerbrandes ergaben sich durch den Einsatz der quarternaren Ammoniumverbindung Benzalkoniumchlorid, die zur Blutenabtotung bei Crategus und anderen Ziergeholzen bzw zur Sekundarbfutenabtotung im Obstbau geeignet ist (DDR-WP 269902) und damit die wichtigste Infektionsmoglichkeit fur den Feuerbrand ausschließt Bei dem Einsatz von Benzalkoniumchlorid ist es jedoch nicht möglich, die Funktionsfahigkeit der Bluten zu erhalten oder/und bakterielle Erreger im Gehölz abzutöten
Ziel der Erfindung
Die Erfindung verfolgt das Ziel, bakterielle Erkrankungen von Obst und Ziergeholzen und Kulturpflanzen wahrend der Vegetationsperiode sowie ihre Ausbreitung durch Bluteninfektion oder Pflegemaßnahmen zu verhindern oder zu bekämpfen Gleichzeitig ist beabsichtigt, die bakterizide Wirkung mit einer fungiziden zu kombinieren und dadurch die Anwendungsmoglichkeiten zu erweitern Dabei sollen die Mittel ausreichend pflanzenvertraglich sein und trotzdem eine Bekämpfung der Bakterien in den befallenen Geholzen ermöglichen
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es wurde gefunden, daß Kombinationen oder Tankmischungen von Nitroalkanolen der allgemeinen Formel I
R' Й" ! I
R - G — CH — OH
NO2
in welcher
R für Wasserstoff oder Hydroxyalkyl,
R'für Wasserstoff, Chlor, Brom oder Hydroxyalkyl und
R" für Wasserstoff, Alkyl oderTrichlormethyl
stehen, mit Fungiziden aus der Gruppe Alkylmorpholine, die zur Bekämpfung Echter Mehltaupilze (DDR-WP 140412) eingesetzt werden, sich nicht nur in ihrem Wirkungsspektrum ergänzen. Überraschenderweise wurde gefunden, daß Kombinationen oder Tankmischungen von Nitroalkanolen der allgemeinen Formel I mit Alkylmorpholinen hinsichtlich der bakteriziden Wirkung synergistische Effekte ergeben.
Die erfindungsgemäßen Wirkstoff kombinationen bieten gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Einzel wirkstoffen den Vorteil, daß die sonst schwer bekämpfbaren bakteriellen Erkrankungen der Obstgehölze bekämpft werden können, ohne daß die Kulturpflanzen wie z. B. Äpfel geschädigt werden. Damit ist es möglich, auch den Erreger in dem Obstgehölz zu bekämpfen. Die erfindungsgemäßen Wirkstoffkombinationen oder Tankmischungen stellen somit eine wertvolle Bereicherung der Technik dar.
Die Anwendung der Wirkstoffkombinationen geschieht zweckmäßig in den für Fungizide bzw. Bakterizide üblichen Zubereitungs- bzw. Ausbringungsformen, das sind Lösungen, Emulsionen, Suspensionen oder aber Konzentrate, die unter Zusatz von flüssigen und/oder festen Trägerstoffen bzw. Verdünnungsmitteln unter Beigabe oberflächenaktiver Stoffe und anderer Formulierungshilfsmittel bereitet und zur Anwendung mit Wasser verdünnt werden können. Die Anwendungsform richtet sich nach dem Verwendungszweck, sie hat jedoch in jedem Fall eine feine Verteilung der Substanzen zu gewährleisten.
Die Herstellung erfolgt in an sich bekannter Weise durch Misch-, Mahl- oder Lösungsverfahren.
Eine zweckmäßige Anwendungsform ist auch die Tankmischung. Hierbei werden die zu Präparaten mit unterschiedlichem Wirkstoffgehalt formulierten Einzelkomponenten kurz vor ihrer Ausbringung im Behälter des Applikationsgerätes vereinigt bzw. gemeinsam mit der benötigten Menge Wasser verdünnt. Außerdem ist eine gemeinsame Ausbringung der erfindungsgemäßen Kombination oder Tankmischung mit anderen Agrochemikalien möglich.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung, ohne sie einzuschränken:
Beispiel 1: 200 Blütenbüschel von Cotoneaster wurden mit einer Erregersuspension von 109 Keimen/ml infiziert. Die Blütenbüschel wurden äußerlich sterilisiert und mit Hilfe von Nährboden auf eine Infektion mit Erwinia amylovora kontrolliert. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle (Pg11) wurden Bronopol 80WP (PgI 2), Aldimorph 662 g/l (PgI 3) und die Tankmischung aus Prüfglied 2 + 3 (Pgl4) eingesetzt.
Tabelle 1
Verhinderung einer Blüteninfektion nach Kontamination mit Erwinia amylovora η = 200
Pgi Aufwandmenge/ha infizierte Blüten Befallsgrad
büschel
1 199 99,5
2 1500 g 105 52,5
3 150g 196 98,0
4 1 500 g + 82 41,0
150g
Nach der Berechnungsmethode von COLBY (Weeds 15,1967,1, S. 20-22) kann der Synergismus nach folgender Formel berechnet werden:
"1 - 100
X1 = Befallsgrad der Verbindung A mit der Dosis ρ
Y1 = Befallsgrad der Verbindung B mit der Dosis q
E1 = zu erwartender Befall nach der Applikation der Verbindung A + B mit den Dosen ρ + q Er = ermittelter Befall nach Applikation der Verbindung A + B mit den Dosen ρ + q.
Ist dabei E1 > ER, so liegt ein Synergismus vor.
Ist E, = Er,so ist die Wirkung additiv.
Ist dabei E1 < ER, so ist die Wirkung antagonistisch.
In dem vorliegenden Beispiel ergibt sich für E1 - ER = +10,45, d.h. es liegt ein Synergismus vor.
Beispiel 2: Einjährige Triebe von Cotoneaster wurden mit einer Erregersuspension von 109 Keimen/ml kontaminiert und nach 10 Tagen serologisch auf eine Infektion durch Erwinia amylovora geprüft. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle (PgM) wurden Bronopol 80WP (PgI 2), Aldimorph 662g/l (PgI 3) und die Tankmischung aus Prüfglied 2 + 3(PgI4) eingesetzt.
Tabelle 2
Verhinderung einer Triebinfektion nach Kontamination mit Erwinia amylovora η = 100
Pgi Aufwandmenge/ha infizierte Triebe
1 85
CSl 1500 g 27
3 150g 80
4 1 500 g + 7 E,-ER=+14
150g
Es liegt ein Synergismus vor!
Beispiel 3: Zur Bekämpfung von Erwinia amylovora im Schnittholz verseuchter Birnengehölze wurden die abgeschnittenen Triebe, auf Erde liegend, mit der Tankmischung aus Bronopol 80 WP und Aldimorph 662g/l behandelt (PgI 3). Die Ergebnisse sind im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle (PgID und Bronopol allein dargestellt (n = 60).
Pgi Aufwandmenge/ha Anzahl Proben mit Er Befallsgrund
winia amylovora
1 54 90,0%
CM 1500 g 25 41,5%
3 1 500 g + 11 21,0%
150g
Beispiel 4:
Es wurden 50 einjährige Triebe der Apfelsorte Breuhahn am Baum mit einer Erregersuspension von Erwinia amylovora infiziert. Nach einer Woche wurden die infizierten Triebe (PgI. 1 —unbehandelte Kontrolle) mit Bronopol 80WP 60 kg/ha (PgI. 2), mit Aldimorph 662 g/l mit einer Aufwandmenge von 7,5 kg/ha und der Tankmischung aus PgI. 2 + PgI. 3 behandelt. Zwei Wochen nach der Infektion wurden die Proben geschnitten und serologisch auf eine Infektion durch Erwinia amylovora geprüft.
PgI. Aufwandmenge/ha Anzahl Proben mit Erwinia
amylovora
1 42
2 60 kg 18
3 7,5 kg 40
4 60 kg + 7,5 kg 3
E1-ER =+4,2
Es liegt ein Synergismus vor!
Beispiel 5:
Die Versuchsanlage erfolgte wie in Beispiel 3. Die abgeschnittenen Triebe von verseuchten Apfelgehölzen wurden im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle (PgI. 1), mit Tankmischungen von Bronopol 80WP 7 500 g/ha mit 7 500 g/ha Aldimorph 662 g/l (PgI.2); mit 7500g/ha Tridemorph 763g/l (Pgl.3), mit 7500g/ha Fenpropimorph 750g/l (PgI.4), mit 7500g/ha Trimorphamid 200g/l (PgI. 5) sowie den Einzelpräparaten (PgI.2-6) in den entsprechenden Aufwandmengen behandelt (n = 60)
Prüfglieder Anzahl Proben mit TM mit Bronopol Synergismus
Erwinia amylovora E1-En
Einzelpräparate 1
Lunbeh. Kontrolle 53 0
2. Aldimorph 39 0 + 12,7
3. Tridemorph 31 5 + 10,9
4. Fenpropimorph 31 + 10,9
5. Trimorphamid 21 + 2,4
6. Bronopol 35
Beispiel 6:
Im Agar-Diffusionstest wurde die Wirkung der Tankmischung von Bronopol 80WP 1500g/ha + Aldimorph 662g/l mit einer Aufwandmenge von 750g/ha auf das Wachstum phytopathogener Bakterien ermittelt.
Erreger Durchmesser d. Hemmzonen in mm
Erwiniaamylovora 26
Pseudomonassyringaep.v. tomato 21
Corynebakterium michiganense pv
miehiganense 26
Der Versuch zeigt, daß neben Erwinia-Arten auch weitere wichtige Bakterienkrankheiten bekämpft werden können.
Beispiel 7:
Im Plattentest wurde das Myzelwachstum ausgewählter pilzlicher Schaderreger nach Behandlung mit verschiedenen Bronopol-Morpholin-Tankmischungen ermittelt.
Variante Konz-% Nectria Cytospora Botrytis Phytophthora
galligena personata cinerea cactorum
Bronopol 80 WP+ о~І ~
Aldimorph662g/I 0,02 + + + + + + + + +
Bronopol 80 WP+ 0,1
Tridemorph763g/I 0,02 + + + + + + + + +
Bronopol 80 WP+ 0,1
Fenpropimorph750g/I 0,02 + + + + + + + + +
Bronopol 80 WP+ 0,1
Fademorph20 0,02 + + + + +
Bronopol 80 WP+ 0,1
Fademorph20 0,05 + + + + + + +
Legende
sehr gute Wirkung + + +
keine Wirkung
Beispiel 8
Möhrenscheiben wurden mit dem Erreger Agrobacterium tumefaciens beimpft. Nach 3,5 und 10 Tagen wurde bonitiert. Die Hemmung des Bakterienwachstums nach 10 Tagen ist in der Tabelle dargestellt:
Präparat Konzentration Hemmung % Synerg. Effekt
nach COLBY
FL 373 (A) 0,1% 60
Falimorph(B) 0,05% 40
A +B 0,1%+ 0,05% 90 +14
Beispiel 9
Kartoffelhälften wurden mit dem Erreger Erwinia carotovora subsp. atroseptica behandelt und nach 5 Tagen bonitiert.
Präparat Konzentration Hemmung % Synerg. Effekt
nach COLBY
FL 373 (A) 0,1% 30
Falimorph(B) 0,05% 25
A +B 0,1%+ 0,05% 90 +42,5
Beispiel 10
Kartoffelhälften wurden mit dem Erreger Corynebacterium sepodenicum behandelt und nach 10 Tagen bonitiert.
Präparat Konzentration Hemmung % Synerg. Effekt
nach COLBY
FL 373 (A) 0,1% 70
Falimorph(B) 0,05% 45
A +B 0,1%+ 0,05% 90 +6,5

Claims (1)

1. Mittel zur Bekämpfung von phytopathogenen Bakterien und Pilzen im Obst- und Gartenbau, der Landwirtschaft und an Zier- und Flurgehölzen, mit einem Mittel auf Basis von Nitroalkanolen der Formel I
ψ R"
R-C-CH-OH
NO2
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