DD243692A1 - Verfahren zur herstellung hydrolysestabiler funktionalisierter poroeser glaeser - Google Patents

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Frank Janowski
Gunter Fischer
Wolfgang Heyer
Rolf Schirner
Wolfgang Hohaus
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Ve Kom Staerke Und Kartoffelve
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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung hydrolysestabiler funktionalisierter poroeser Glaeser in Form von Granulat, Formkoerpern oder Hohlfasern bzw. anderen Formkoerpern fuer den Einsatz in der Festphasen-Biochemie und Biotechnologie zur Charakterisierung, Abtrennung, Reinigung und Immobilisierung sowie zur Synthese oder Degradation von Biopolymeren. Ziel der Erfindung ist es, funktionalisierte poroese Glaeser fuer die Festphasen-Biochemie bzw. Biotechnologie mit einer hohen Standzeit, d. h. ohne bzw. mit wesentlich verzoegerter Abloesung immobilisierter biospezifischer Liganden, die fuer eine technische Anwendung erforderlich ist, herzustellen. Aufgabe der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung funktionalisierter poroeser Glaeser mit hoher Beladungsdichte an funktionellen Gruppen und verbesserter hydrolytischer Stabilitaet in einem weiten p H-Wert-Bereich. Erfindungsgemaess werden poroese Glaeser in der Gas- oder Fluessigphase mit einer zur Hydrolyse faehigen Siliziumverbindung des Typs SiR4, wobei R eine Halogenid- oder Alkoxygruppe ist, in Kontakt gebracht, danach einer Hydrolyse mit Wasser unterworfen und anschliessend mit einer Loesung eines bifunktionellen Organosilans in bekannter Weise behandelt.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft funktionalisierte poröse Gläser, die Extraktionsprodukte entmischter Alkaliborosilicatgläser sind, und deren Oberflächen durch geeignete kovalent gebundene chemische Verbindungen so funktionalisiert sind, daß reaktionsfähige Zentren die Oberfläche poröser Gläser einer weitgehenden chemischen Modifizierung zugänglich machen, wobei diese eine hohe hydrolytische Stabilität aufweist.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen .
Der Einsatz von Festphasenkörpern, vorzugsweise solche, die reaktionsfähige Gruppen, zumeist Oberflächenhydroxylgruppen, aufweisen, hat sich in der Festphasen-Biochemie durchgesetzt.
Insbesondere silicatische Adsorbenzien und Träger, wie poröse Gläser, dominieren für vielfältige Anwendungen in den Einsatzgebieten Biochemie, Laboratoriumsdiagnostik und Biotechnologie. Poröse Gläser als Extraktionsprodukte phasengetrennter Alkaliborosilicatgläser sind wegen ihrer in weiten Grenzen zu kontrollierenden Texturparameter, wie Oberfläche, Porenvolumen und Porengrößenverteilung, bei beliebiger Formgebung als Adsorbenzien oder Trenn- und
Trägermaterialien in der Festphasen-Biochemie besonders geeignet. ^
Obwohl verschiedene Möglichkeiten zur Fixierung biospezifischer Gruppen an der Oberfläche fester Träger existieren, wird die kovalente Bindung solcherfunktionellen Gruppen bevorzugt. Es ist daher seit langem bekannt, daß insbesondere die Funktionalisierung von Trägern mit NH2-Gruppen eine Voraussetzung für ihren weiteren Einsatz für Festphasenreaktionen
biologisch aktiver Materialien bildet. · *
Für die kovalente Bindung biospezifischer Gruppen an der Oberfläche poröser Gläser ist im allgemeinen die Silanisierung mit bifunktionellen Organosilanen — in der Regel Trialkoxysilane — erforderlich, wie in US 3.519.538 dargestellt wurde. Eine Übersicht der entsprechenden Reaktionen wurde von R.MESSING in H. H. WEETALL (Ed.): Immobilized Enzymes, Antigens, Antibodies and Peptides. New York: Marcel Dekker 1975, pp 1-48, gegeben. Aus der Vielzahl der sich durch den Einsatz von Organosilanen ergebenden Möglichkeiten haben sich die Funktionalisierung poröser Gläser mit Aminosilanen bzw. mit Epoxy-Silanen als allgemein angewendete Verfahren entwickelt.
Poröse Gläser, die durch die Silanisierung mit Aminosilanen, wie γ-Aminopropyltriethoxysilan, oder mit y-Glycidoxypropyltrimethoxysilan funktionalisiert wurden, bilden den Ausgangspunkt für zahlreiche biochemische Oberflächenreaktionen, die für die Festphasen-Biochemie charakteristisch sind, wie zum Beispiel die Immobilisierung von Enzymen, die Synthese von Peptiden, Polynucleotiden oder Polysacchariden sowie anderen Biopolymeren, die der Fixierung oder Abbau-bzw. Aufbaureaktionen unterworfen werden.
Ein wesentliches Kriterium für den Einsatz solcher funktionalisierter poröser Gläser ist, neben der erzielbaren Beladungsdichte (Kapazität) für die funktioneilen Gruppen, ihre Stabilität innerhalb der allgemein angewendeten Fest-Flüssig-Systeme, insbesondere in wäßrigen Systemen mit unterschiedlichem pH-Wert. Die Stabilität entsprechender poröser Glas-Derivate ist nach allgemeiner Erkenntnis (EATON, D. L.: The Optimization of Porous Materials for Immobilized Enzyme Systems in R.B.Dunlap(Ed-): Immobilized Biochemicals and Affinity Chromatography. Plenum Press, New York 1974, p.241) von der Beständigkeit der SiO2-Oberfläche gegenüber einem hydrolytischen Angriff abhängig. Bewirkt die Hydrolyse, deren Wirksamkeit durch die Parameter pH-Wert und Temperatur bestimmt wird, ein Auf- bzw. Ablösen von SiO2, so erfolgt auch die damit verbundene Ablösung des Derivates bzw. derfixierten biospezifischen Gruppen oder Biopolymeren.
Diese Erscheinung, allgemein als Ausbluten („leakage") bezeichnet, begrenzt die Effizienz funktionalisierter poröser Gläser. Es sind daher verschiedene Vorschläge bekannt geworden, die die Stabilisierung poröser Gläser bzw. fu.iktionalisi^rter poröser Gläser zum Ziel haben.
Diese Verfahren bestehen im wesentlichen aus einem Coating poröser Gläser mit organischen Polymeren, wie Dextranen, Polyacrylsäure bzw. Polyacrylaten, Polyethylenimid oder Poly(Methylvinylether/Maleinanhydrid).
Andere Verfahren benutzen Tetrachloride des Zirkoniums bzw. Zr-Alkoholate (JP 8349.646) oder des Titans (US 4.298.439), um nach einem Hydrolyseschritt die hydrolytische Stabilität poröser Gläser zu erhöhen, die durch das entsprechende Oberflächencoating mit den Oxiden der Metalle bewirkt wird.
In der SU 1.008.675 wird ein Coating mit Nb2Os für poröse Gläser beschrieben.
Organische Coating-Verfahren für poröse Gläser, die Polymere auf der Basis von Polyacrylaten benutzen, beschrieben die JP 81154.280 und CS 187.800.
Ein wesentlicher Nachteil sowohl der organischen als auch der anorganischen Verfahren zur Coatung poröser Gläser besteht darin, daß die Kapazität, d.h. die Beladungsdichte mit funktioneilen Gruppen, die nach der Coatung durch die Silanisierung mit Organosilanen erreicht wird, erniedrigt wird. Damit stehen dann für festphasenbiochemische Reaktionen weniger Reaktionszentren zurVerfügung.
Darüber hinaus ist der Einsatz von Tetrachloriden, zumeist flüchtigen, des Ti und Zr mit erheblichen Korrosionsproblemen verbunden.
Das Problem, funktionalisierte poröse Gläser, insbesondere solche mit aminoalkylierter Oberfläche mit hoher Beladungsdichte bzw. Kapazität für NH2-Gruppen sowie hoher hydrolytischer Stabilität in einem weiten pH-Wert-Bereich herzustellen, ist daher durch die vorgeschlagenen Verfahren nicht gelöst worden.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht in der Herstellung funktionalisierter poröser Gläser für die Festphasen-Biochemie bzw. Biotechnologie mit einer hohen Standzeit, d.h. ohne bzw. mit wesentlich verzögerter Ablösung immobilisierter biospezifischer Liganden, die für eine technische Anwendung erforderlich ist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung funktionalisierter poröser Gläser mit hoher Beladungsdichte an funktionellen Gruppen und verbesserter hydrolytischer Stabilität in einem weiten pH-Bereich durch eine
Veränderung der oberflächenchemischen Eigenschaften zu finden.
Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, daß poröse Gläser in der Gas- oder Flüssigphase mit einer zur Hydrolyse fähigen Siliziumverbindung desTpys SiR4, wobei R eine Halogenid- oder Alkoxy-Gruppe ist, in Kontakt gebracht, danach einer Hydrolyse mit Wasser unterworfen und anschließend mit einer Lösung eines bifunktionellen Organosilans in bekannter Weise behandelt werden.
Als hydrolysefähige Siliziumverbindungen werden die Tetrahaiogenide des Siliziums sowie die Ester der Orthokieselsäure, insbesondere Tetraethoxysilan, also solche Verbindungen, die mit Wasser Silanole bilden, verstanden.
Die Kontaktierung poröser Gläser in der Gasphase mit hydrolysefähigen Verbindungen, d. h. Silanolgruppen bildenden Verbindungen des Siliziums, kann durch einfaches Überleiten eines mit der entsprechenden Verbindung beladenen Inertgasstromes über poröse Gläser unter Erwärmung erfolgen.
Die Behandlung poröser Gläser nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in der Flüssigphase erfolgt durch Erhitzen mit einer Lösung der hydrolysierbaren Siliziumverbindung mit einer Konzentration von 0,1 bis20Ma.-%, bevorzugt 10Ma.-%, in Aromaten, bevorzugt Toluen, oder Kohlenwasserstoffen sowie anderen geeigneten Lösungsmitteln, wie zum Beispiel Alkoholen
oder Tetrachlorkohlenstoff, bei deren Siedepunkt. · '
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist der Einsatz von Tetraethoxysilan als hydrolysefähige Siliziumverbindung.
Wegen der leichten Verfügbarkeit sowie des Entstehens nichtkorrosiver Reaktionsprodukte und einfacher Handhabung des Tetraethoxysilans werden die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens durch die Verwendung dieser Substanz besonders signifikant.
Die Hydrolyse der erfindungsgemäß mit einer Silanolgruppen bildenden Siliziumverbindung behandelten porösen Gläser erfolgt in einfacher Weise durch in Kontakt bringen mit Wasser bei 293-373 K für 0,5 bis 2 Stunden.
Die Silanisierung der erfindungsgemäß behandelten porösen Gläser mit bifunktionellen Organosilanen erfolgt in bekannter Weise mit 0,1 bis 15%igen Lösungen derselben in Wasser oder nichtwäßrigen Lösungsmitteln, bevorzugt Toluen, bei Temperaturen zwischen 313 und 373K.
Zur Funktionalisierung poröser Gläser im Sinne des erfindungsgemäßen Verfahrens werden bifunktionelle Organosilane eingesetzt.
Die allgemeine Formel X3 — Si — R bezeichnet mit X die hydrolysierbaren, silanolbildenden Gruppen, in der Regel Alkoxygruppen, wieTrimethoxy- oder Triethoxy-Gruppen, während R eine über Kohlenstoff atome an das Siliziumatom gebundene funktionell Gruppe darstellt, die zu den bekannten Reaktionen der Festphasen-Biochemie fähig sind.
Dies sind insbesondere die Amino (NH2-)-, die Epoxy; (-.QH -CH — ) — und die Mercapto (-SH)-Gruppe.
'.. W 2
Es ist für das erfindungsgemäße Verfahren kennzeichnend, daß die funktioneilen Gruppen kovalent an der Oberfläche der porösen Gläser gebunden werden.
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Herstellung aminoalkylierter poröser Gläser mit einer hohen Beladungsdichte, ausgedrückt in NH2-Gruppen pro nm2 Oberfläche, sowie einer geringen Ablöserate in saurem oder alkalischem Milieu. Dabei werden als bifunktionelle Organosilane Aminosiiane, wie zum Beispiel γ-Aminopropyltriethoxysilan oder ß-Aminoethylaminoprcpyltriethoxysilan, verwendet.
Poröse Gläser, die erfindungsgemäß funktionalisiert werden, sind Extraktionsprodukte der Alkaliborosilicatgläser, die zu einer Phasentrennung in eine natriumboratreiche und eine SiO2-reiche Phase fähig sind, und die mit geeigneten Extraktionsmitteln, wie z. B. Wasser, Säuren, Salzlösungen oder Alkoholen, extrahiert werden, so daß ein poröses SiO2-Gerüst übrig bleibt. Der Zusammensetzungsbereich für Alkaliborosilicatgläser, die zu einer derartigen Phasentrennung fähig sind, ist durch 50 bis 70Ma.-%SiO2,15 bis 40 Ma.-% B2O3 und 3 bis 10Ma.-% Alkalioxid gegeben. Ausgangsglaszusammensetzungen, die zur Herstellung poröser Gläser geeignet sind, werden durch die in den US 2.221.709,2.106.744 sowie 3.923.688 angegebenen Zusammensetzungsbereiche charakterisiert.
Die Porengröße und Porengrößenverteilung sowie die spezifische Oberfläche und das Porenvolumen sind für die entsprechenden resultierenden porösen Gläser von der Zusammensetzung des Ausgangsglases sowie der thermischen Behandlung zur Phasentrennung abhängig. Dabei ist die Temperaturhöhe sowie die Zeitdauer der thermischen Behandlung von entscheidendem Einfluß.
Eine Übersicht über die für das erfindungsgemäße Verfahren einsetzbaren porösen Gläser ist in: F. JANOWSKI, W. HEYER:
Poröse Gläser — Herstellung, Charakterisierung und Anwendung. Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, 1982,
gegeben. -
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Herstellung funktionalisierter hydrolysestabiler poröser Gläser in Kugelform. Dazu wurden sphärische poröse Gläser eingesetzt, dessen Herstellung in den DD-WP BO1J/264438, BO1J/264439 sowie CO3B/259554 beschrieben ist. Kugelförmige poröse Gläser weisen gegenüber solchen in Granulatform insbesondere hydrodynamische Vorteile auf.
Es wurde unerwartet gefunden, daß die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten porösen Gläser, insbesondere solche in sphärischer Form, neben einer hohen Beladungsdichte der Oberfläche mit funktioneilen Gruppen, sich durch eine sehr geringe Ablöserate der funktioneilen Gruppen, d. h. durch eine hohe Hydrolysestabilität, in einem weiten pH-Bereich auszeichnen.
Das bedeutet, daß die Zahl derfunktionellen Gruppen (ausgedrückt in /xmol/g) im Gegensatz zu den bisher bekannten Verfahren, wie Coating mit ZrO2 oder TiO2, bei dem erfindungsgemäßen Verfahren bei einer Behandlung mit sauren oder alkalischen Lösungen in Form von Behandlungszyklen oder längeren Zeiträumen erhalten bleibt bzw. nur minimal abnimmt. • Damit ist die Möglichkeit gegeben, an porösen Gläsern immobilisierte biospezifische bzw. biochemische aktive Liganden über einen langen Zeitraum zu stabilisieren und diese daher in biochemischen oder biotechnologischen Prozessen ökonomisch einzusetzen.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
21 g nach WP BO1J/269438 hergestellter sphärischer poröser Gläser (Teilchengrößen 0,1 bis 0,5 mm, spezifische Oberflächen 35m2/g bzw. 89m2/g, Porendurchmesser 50 nm) werden nach einer Trocknung von zwei Stunden bei 378 K mit 90 ml einer 10%igen Lösung von Tetraethoxysilan in Toluen für zwei Stunden unter Rückfluß erhitzt. Danach wird das poröse Glas auf einer Fritte abgetrennt und mit 200 ml Toluen gewaschen. Danach wird das erhaltene poröse Glas mit 60 ml Wasser unter Rückfluß für 30 Minuten gekocht. Anschließend wird das poröse Glas mit 75 ml Aceton gewaschen und bei 378K für zwei Stunden im Trockenschrank getrocknet. Nach der Trocknung wird das poröse Glas mit 50ml einer 10%igen Lösung von y-Aminopropyltriethoxysilan in Toluen unter Rückfluß erhitzt. Nach zwei Stunden wird abfiltriert, mit 100ml Toluen und 60ml Aceton gewaschen und bei 393Kfürzwei Stunden im Trockenschrank getrocknet.
ZurErmittlung der Beladungsdichte mit NH2-Gruppen wurde Aminopropylglasd g) mit einem großen Überschuß 1 mol Γ1 HCI geschüttelt und anschließend mit destilliertem Wasser gewaschen. Das Glas wurde dann mit 4ml 10% Triethylamin in Dimethylformamid, 2ml Dimethylformamid und 5ml Methanol gewaschen. Mit den gesammelten organischen Waschflüssigkeiten wurde nach herkömmlichen analytischen Methoden eine Chloridbestimmung durchgeführt. Es ist bekannt (C. CY. LEE und G. M. LONDON: Anal. Biochem. 94,60-64 [1979]), daß der auf diese Weise bestimmte Chloridgehalt direkt der Aminogruppenkonzentration an porösen Gläsern entspricht. Folgende Beladungsdichten wurden ermittelt:
Poröses Glas/Oberfläche
NH2-Gruppen-Beladungsdichte
35m2/g 89m2/g
154^mol/g ^ 4,4/xmol/m2 ^ 2,7 NH2/nm2 105 /Limol/g ^ 1,2 ^mol/m2 ^ 0,7 NH2/nm2
Beispiel 2
Als Vergleichsbeispiel werden jeweils 5g eines sphärischen porösen Glases gemäß Beispiel 1,5g eines kommerziellen porösen Glases in Granulatform (Teilchengröße 0,1 bis 0,2mm, spezifische Oberfläche 215m2/g, Porendurchmesser 16,0nm) sowie 5g eines sphärischen porösen Glases gemäß Beispiel 1 (Teilchengröße 0,1 bis 0,3 mm, spezifische Oberfläche 89 m2/g, Porendurchmesser 50 nm)
— mit 50 ml einer 10%igen Lösung von y-Aminopropyltriethoxysilan in Toluen unter Rückfluß zum Sieden erhitzt, danach abfiltriert und mit 100ml toluen sowie 60ml Aceton gewaschen und anschließend 2,5 Stunden bei 393K getrocknet.
— mit 50ml einer 10%igen wäßrigen Lösung von y-Aminopropyltriethoxysilan (pH-Wert 5) zwei Stunden auf 323 K erhitzt, danach wird abfiltriert, mit 70ml Wasser und anschließend mit 50ml Aceton gewaschen und zwei Stunden bei 393K im Trockenschrank getrocknet.
Die Werte für die analytisch bestimmten NH2-G ruppen-Beladungsdichten zeigt die nachfolgende Übersicht:
Poröses Glas Oberfläche Lösungsmittel NH2-G ruppen -NH2/nm2
[m2/g] [iumol/g]
nach Beispiel 1 35 H2O 102 1,8
gemäß WP BOU/ 35 Toluen 112 1,8
269438 89 H2O 116 0,7
89 Toluen 118 0,7
kommerzielles 215 H2O 114 0,3
poröses Glas 215 Toluen 168 0,5
Beispiel 3
Als weiteres Vergleichsbeispiel wird ein sphärisches poröses Glas (spezifische Oberfläche 89m2/g, Porendurchmesser 50nm, Teilchengröße 0,1 bis 0,5mm) mit ZrO2 bzw. TiO2 gecoatet. DieOberflächenbeschichtung mit ZrO2 erfolgte durch die Imprägnierung von 11g porösem Glas mit einer 10%igen Lösung von ZrO(NO3J2 · 2H2O, die für eine Beschichtung mit4Ma.-% ausreicht, und anschließender Trocknung unter Vakuum bei 353 K für 3 Stunden, gefolgt von einer zweistündigen Temperaturbehandlung bei 673 K.
ZurTiO2-Coatung werden 4OmI poröses Glas mit 300ml einer 10%igen Lösung von Ti(OC4H10I4 in Toluen unter Rückfluß erhitzt.
Danach wird abfiltriert und mit jeweils 50ml Toluen und Aceton gewaschen.
Das erhaltene lufttrockene poröse Glas wird dann mit 400 ml destilliertem Wasser 30 Minuten unter Rückfluß gekocht, anschließend abgetrennt und mit 50 ml Methanol sowie 50 ml Aceton gewaschen. Abschließend wird bei 393 Kfür zwei Stunden
getrocknet.
Die Umsetzung mit-y-Aminopropyltriethoxysilan erfolgte aus 10%iger wäßriger Lösung gemäß Beispiel 2.
Folgende NH2-Gruppen-Beladungsdichten wurden für die porösen Gläser erhalten:
Poröses Glas Oberfläche [m2/g] Coating NH2-Gruppen [ju.mol/g] -NH2/nm2
sphärisch gemäßWPBOU/269438 89 89 TiO2 ZrO2 120 60 0,8 0,4
Beispiel 4
In diesem Beispiel wird die hydrolytische Stabilität der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren funktionalisierten porösen
Gläser im Vergleich zu bekannten Verfahren demonstriert.
1gy-Aminopropylglas(Aminogruppengehalt siehe Spalte 1 Tabelle 1) wird mit 20ml 1 η HCI30 Minuten bei 298K geschüttelt und anschließend nach Beispiel 1 der Aminogruppenbestimmung zugeführt.
Der Waschzyklus wird mit der gleichen Glasprobe bis zu dreimal wiederholt und die Abnahme des Aminogruppengehaltes
bestimmt (siehe Tabelle 1).
In einem anderen Versuch wurde die Glasprobe 36 Stunden mit 250 ml 1 η HCI bei 298 K geschüttelt und anschließend der Gehalt an y-Aminopropylgruppen bestimmt und mit dem Ausgangswert verglichen (siehe Tabelle 1).
In einem weiteren Versuch wurde die Glasprobe mit 250ml Phosphatpuffer (0,1 mol/Π1, pH-Wert 11,0) 36 Stunden geschüttelt.
Während die Proben nach Beispiel 2 und Beispiel 3 nur noch einen geringen Restbetrag an γ-Aminopropylgruppen aufweisen, konnten in der Probe nach Beispiel 1 noch 19% der anfangs vorhandenen γ-Aminopropylgruppen gefunden werden.
Tabelle 1: Hydrolytische und Langzeitstabilität funktionalisierter poröser Gläser
Oberfläche. Lösungs NH2-G ruppen in jumol/g 104 2 3
Poröses Glas [m2/g] mittel Zyklus 100 104 104
95 95
nach Beispiel 1 35 Toluen Ausgangsgehalt 1 28
89 Toluen 154 96 30 6
nach Beispiel 2 105 54 40 26
kommerzielles poröses Glas 215 Toluen
nach Beispiel 2 35 H2O 168
sphärische poröse Gläser 89 Toluen 102
118
Langzeit Poröses Glas
Oberfläche [m2/g]
NH2-Gruppen in μ,ηηοΙ/g Ausgangsgehalt ,
nach 36 h
nach Beispiel 1 35
nach Beispiel 2 215
kommerzielles poröses Glas
nach Beispiel 3 89TiO2
89ZrO2
104 22
60 10

Claims (4)

  1. -ι-
    Patentansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung hydrolysestabilerfunktionalisierter poröser Gläser, gekennzeichnet dadurch, daß poröse Gläser in der Gas- oder Flüssigphase mit einer zur Hydrolyse fähigen Siliziumverbindung des Typs S1R4, wobei R eine Halogenid- oder Alkoxygruppe ist, in Kontakt gebracht, danach einer Hydrolyse mit Wasser unterworfen und anschließend mit einer Lösung eines bifunktionellen Organosilans in bekannter Weise behandelt werden.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1., gekennzeichnet dadurch, daß poröse Gläser als Formkörper, bevorzugt in Kugelform, eingesetzt werden.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1. und 2., gekennzeichnet dadurch, daß als hydrolysefähige Siliziumverbindungen Alkoxysilane, bevorzugt Tetraethoxysilan, in Lösungen mit einer Konzentration von 1 bis 20%, bevorzugt 10%, eingesetzt werden.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 1. bis 3., gekennzeichnet dadurch, daß als bifunktionelle Organosilaney-Aminopropyltriethoxysilan, γ-Glycidoxypropyltrimethoxysilan und Mercaptopropyltrimethoxysilan eingesetzt werden.
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