DD244539A1 - Verfahren zur wertstoffgewinnung aus bittern - Google Patents

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DD244539A1
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Heinz Scherzberg
Guenter Doering
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Kali Veb K
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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Aufarbeitung von Bittern zu kommerziell verwertbaren Salzprodukten. Ziel und Aufgabe der Erfindung besteht in der getrennten Gewinnung der in den Bittern enthaltenen Wertstoffe Kaliumchlorid, Natriumsulfat und Natriumchlorid in reiner nutzbarer Form bei hoher Wertstoff ausbeute. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß zunächst durch Kühlungskristallisation ein Teil der Sulfationen als Glaubersalz ausgefällt werden, durch weitere Abtrennung von Magnesium- oder Sulfationen ein Mg2+:S0,,"-Verhältnis von 1:1 eingestellt wird und anschließend durch Verdampfungs- beziehungsweise Kühlungskristallisation NaCI und später KCl gewonnen werden.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Wertstoffgewinnung aus Bittern. Als Bittern werden Abstoßlösungen der Salzgewinnung aus natürlichen NaCI-Solen oder Meerwasser bezeichnet, die neben Natriumchlorid und Wasser in wesentlicher Menge Natriumsulfat, Magnesiumsulfat, Kaliumchlorid und Calciumsulfat und Bromide sowie gegebenenfalls anstelle von Natriumsulfat auch Magnesiumchlorid enthalten.
Die Erfindung ist anwendbar, wenn aus solchen bisher unverwertbaren Bittern die Wertstoffe Kaliumehlorid und Natriumsulfat neben dem in diesem enthaltenen Natriumchlorid in reiner Form gewonnen werden sollen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Gewinnung von Natriumchlorid als Speise- oder Industriesalz aus natürlichen NaCI-Solen oder Meerwasser ist ein weltweit ausgeübtes Verfahren. Die NaCI-Gewinnung beruht auf dem Verdampfen oder Verdunsten des Wassern, wodurch Natriumchlorid aus der Lösung auskristallisiert und auf diese Weise gewonnen werden kann. Für den Entzug des Wassers gibt es einerseits die Möglichkeit, dieses in mehrstufigen Verdampfungsanlagen im Mehrfacheffekt oder durch Entspannungsverdampfung zu verdampfen.
Andererseits ist es ein übliches Verfahren, Solen oder Meerwasser durch solare Eindunstung in Verdunstungsbecken zu konzentrieren und auf diese Weise Natriumchlorid zu kristallisieren.
Allen Verfahren gemeinsam ist es, daß sich allein der Frischsole befindlichen Verunreinigungen in dem Maße konzentrieren und anreichern, in dem das Volumen der Restsole abnimmt. Das betrifft sowohl das Calciumsulfat, welches sich bei diesem Prozeß als Gips oder Halbhydrat abscheidet, als auch gelöstes Alkali- und Erdalkalisulfat und Kaliumchlorid. Am störendsten ist der Fremdgehalt der Frischsole an gelöstem Calciumsulfat, der insbesondere bei Mehrkörperverdampfungs- und Entspannungsverdampfungsanlagen zu Verkrustungen der Heizflächen führt. Zur Beseitigung störenden Calciumsulfates und anderer störender Verunreinigungen sind verschiedene Verfahren der Solereinigung in Gebrauch, bei denen durch Zusatz von Chemikalien (NaOH, Na2COs, Ca(CH)2) störende Solebestandteile ausgefällt werden, beispielsweise läßt sich Calciumsulfat durch Sodazusatz beseitigen und in gefälltes Calciumcarbonat und in gelöster Form verbleibendes Natriumsulfat überführten. Magnesiumionen können als schwerlösliches Magnesiumhydroxid entfernt werden.
Sulfationen lassen sich durch Calciumsalze als Gips und Bariumsalze als schwerlösliches Bariumsulfat entfernen. Als Beispiel eines Solereinigungsverfahrens durch Chemikalienzusatz sei das Verfahren nach DD WP 152773 angeführt. Nachteilig bei diesem Verfahren ist es, daß für deren Ausführung die NaCI-Frischsole vor ihrem Einsatz in der Eindampfungsanlage aufwendigen, meistens mehrstufigen Fällprozessen unterzogen werden muß und ein hoher Verbrauch an teilweise recht teuren Chemikalien sowie das Problem der Beseitigung der wertlosen Fällprodukte resultiert.
Außerdem lassen sich nicht sämtliche Verunreinigungen durch Ausfällung beseitigen, beispielsweise Kaliumchlorid. Aus diesen Gründen verzichtet man in zunehmendem Maße auf kostenaufwendige Solereinigungsverfahrenund dampft die Sole ohne vorherige Aufbereitung ein. Das Problem der Gipsausscheidung auf den Heizflächen wird dadurch umgangen, daß größere Mengen Kristallkeime von Calciumsulfat in die Eindampfstufen eingeführt werden und durch Rückführung von Gips eine bestimmte Konzentration an festen Gipskristallen im Eindampfungsprozeß aufrecht erhalten wird.
Die Eindampfung wird abgebrochen, wenn etwa 80 bis 90 Prozent der Sättigung an Sulfaten des Natriums beziehungsweise Magnesiums erreicht ist. Es resultiert auf diese Weise eine Restsole, die an Natriumchlorid gesättigt ist und in denen die übrigen Verunreinigungen soweit angereichert sind, daß während des Eindampfungsvorganges gerade noch keine Mitkristallisation erfolgt. Diese Restsolen, welche wegen ihres Sulfatgehaltes als „Bittern" bezeichnet werden, können im Verdampfungskristallisationsprozeß des Natriumchlorids nicht weiter verwertet werden und werden üblicherweise abgestoßen. /
Alle Versuche, aus diesen Bittern durch weitere Eindunstung oder Eindampfung wenigstens das Kaliumchlorid zu gewinnen, haben praktisch zu nicht trennbaren Mischkristallisaten geführt, die Kalium im Gemisch mit Doppelsalzen des Natriums und Magnesiums enthalten und nicht zu handelsüblichen Produkten verarbeitbar sind.
Es ist weiterhin gemäß US-PS 3399961 vorgeschlagen worden, die Bittern auf 75 bis 105°C zu erhitzen und im Gegenstrom mit Gipssuspension zu behandeln, und das in den Bittern enthaltene Kalium- und Natriumsulfat in Form der schwerlöslichen Doppelsalze Glauberit (Na2SO4 CaSO4) beziehungsweise Pentasalz (K2SO4 · 5CaSO4 · H2O) ausder Lösung zu isolieren. Danach soll durch weitere Umsetzung das Pentasalz in weiteren Glauberit konvertiert werden. Daraufhin soll der Glauberit zu Na2SO4-Lösung und Gips zersetzt werden. Zur Gewinnung des Natriumsulfates so^durch Eindampfung der erhaltenen Na2SO4-Lösung schließlich wasserfreies Natriumchlorid gewonnen werden.
Ein ähnliches Verfahren ist in US-PS 3402018 beschrieben. Bei diesen Verfahren werden die enthaltenen Wertstoffe entweder nicht in reiner nutzbarer Form gewonnen oder, wie für das Natriumsulfat vorgeschlagen, auf so kompliziertem Wege durch Eindampfung der anfallenden Na2SO4-haltigen Glauberitzersetzungslösung, bei extrem hohem Aufwand an Apparaten und Energie.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, die Ökonomie der Salzgewinnung durch Verdampfungskristallisation zu verbessern, indem die bisher in den abgestoßenen Bittern enthaltenen Wertstoffe Kaliumchlorid und Natriumsulfat sowie das ebenfalls üblicherweise verlorengehende Natriumchlorid in reiner Form zusätzlich gewonnen werden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die technische Aufgabe der Erfindung ist die getrennte Gewinnung der in den Bittern enthaltenen Wertstoffe Kaliumchlorid, Natriumsulfat und Natriumchlorid in reiner nutzbarer Form bei hoher Wertstoffausbeute. Die Magnesiumkomponente der Bittern soll in diesem Prozeß entweder in flüssiger Form als abzustoßende Restsole oder in fester Form als möglichst wertstoffarmes Abprodukt anfallen. Die technische Aufgabe besteht weiter darin, diese Ziele möglichst kostengünstig ohne Bedarf an großen Mengen teurer Fällchemikalien zu lösen. Erfindungsgemäß wird diese Aufgabenstellung durch eine effektive Verknüpfung von selektiv wirkenden Kühlkristallisations- und Verdampfungskristallisationsprozessen bei Rückführung intermedier anfallender wertstoffreicher Prozeßlösungen in bestimmten Prozeßstufen gelöst.
Die durch Abkühlung unter Auskristallisation von Glaubersalz eintretende Änderung des lonenverhältnisses Mg:SO4 in der Bittern, durch welche sich die Wahl der Kühlendtemperatur leicht steuern läßt, wird erfindungsgemäß ausgenutzt, um ein für die Herstellung wasserfreien Natriumsulfates geeignetes Vorprodukt (Glaubersalz) als auch ein für die weitere Prozeßführung günstiges lonenverhältnis einzustellen, welches sowohl eine selektive NaCI-Kristallisation ohne Mitkristallisation von Kaliumchlorid und kalium- oder natriumhaltigen Doppelsalzen und/oder eine effektive Beseitigung des in der Bittern enthaltenen Magnesiums gestattet.
Es wurde gefunden, daß sich die Trennung des Kaliumchlorids vom Natriumchlorid und Natriumsulfat ohne jeglichen Einsatz von teuren Chemikalien allein durch selektive Kühlkristallisation erreichen läßt und ohne daß dabei schwer trennbare Salzgemische oder sulfatische Doppelsalze anfallen. Weiterhin konnte gefunden werden, daß die Beseitigung des Magnesiumgehaltes der Bittern alternativ auf zwei verschiedenen Wegen möglich ist. Entweder in Form einer Restsole mit hohem Mg-Gehalt oder als wertstoffarmer CaSO4/Mg(OH)2-Schlamm mit geringem Wertstoffgehalt, insbesondere Kaliumchlorid. Die Wertstoffe Kaliumchlorid, Natriumchlorid und Natriumsulfat fallen beim erfindungsgemäßen Verfahren getrennt voneinander in reiner Form an und sind in jeder Handelsqualität herstellbar. Natriumsulfat läßt sich entweder als
Dekahydrat oder in wasserfreier Form gewinnen, wobei beim Herstellungsprozeß des wasserfreien Natriumsulfates erfindungsgemäß ein Teil des durch Verdampfungskristallisation gewonnenen Natriumchloridkristallisates mitverwendet und durch eine günstige Einbeziehung der dabei resultierenden Schmelzaussalzlösung verlustfrei wiedergewonnen werden kann. Nach dem erfindungsgemäßen Prozeß wird von suspendierten Gipskristallen befreite Bittern zunächst allein oder im Gemisch mit rückgeführter Schmelzaussalzlösung aus dem Na2SO4-Herstellungsprozeß gekühlt. Beim Kühlkristallisationsprozeß wird aus der eingeführten Bittern Glaubersalz (Na2SO4 10H2O) auskristallisiert, wobei sich das lonenverhältnisin der Lösung zwischen Mg- und SO4-lonen in charakteristischer Weise verändert. Die Kühlendtemperatur richtet sich nach der Art der Magnesiumabtrennung und liegt zwischen +4 bis +7°Cbei Mg-Fällung und —3 bis —6°Cohne Mg-Fällung. Mit der Wahl der Kühlendtemperatur wird das für den nachfolgenden Prozeßschritt der Mg-Beseitigung erforderliche Mg:SO4-Verhältnis grob eingestellt. Erforderlichenfalls kann das MgSO4-Verhältnis erfindungsgemäß zusätzlich durch Zusatz einer Na2S04-haltigen Lösung im einfachsten Fall durch Zusatz einer berechneten Menge an Bittern genau eingestellt werden. Das auskristallisierte Glaubersalz wird von der gekühlten Lösung abgetrennt und der Gewinnung von wasserfreiem Natriumsulfat zugeführt. Der nächste erfindungsgemäße Prozeßschritt ist die Eindampfungskristallisation des Natriumchlorids durch Eindampfung der entsprechend im Mg:SO4-Verhältnis veränderten Bittern. Soll die Entfernung des Magnesiums in Form einer hochkonzentrierten MgSO4/MgCI2-Restsole erfolgen, wird die Eindampfungskristallisation des NaCI direkt an die Glaubersalzabtrennung angeschlossen, erfolgt die Entfernung des Magnesiums in fester Form, so wird die vom Glaubersalzkristallisat abgetrennte Bittern nach ihrer Wiedererwärmung auf ein lonenverhältnis Mg:SO4 von genau 1:1 eingestellt und das Magnesium als Hydroxid und das Sulfat als schwerlösliches Calciumsulfat ausgefällt, wonach erfindungsgemäß die Fällung mit festem oder aufgeschlämmten Kalkhydrat herangezogen wird, die nach der Reaktion Mg2+ +SO4 2-"+ Ca2++ 2 OH-+ 2 H2O -» CaSO4 2H2O + Mg(OH)2 oder
Mg2+ + SO4 2- + Ca2+ + 2OH" + V2H2O-* CaSO4 · V2H2O + Mg(OH)2 abläuft und zur Totalausfällung beider störender Komponenten führt.
Die folgende Eindampfungskristallisation des NaCI verläuft im Temperaturbereich von 110 bis 450C, vorzugsweise 100 bis55°C unter Einbeziehung der kaliumchloridgesättigten Mutterlauge der KCI-Kühlungskristallisation. Die Zusammensetzung der Lösungsphase und der Eindampftemperatur in den jeweiligen Stufen des Eindampfungsprozesses werden erfindungsgemäß so gewählt, daß in keiner Stufe die stabile oder metastabile Sättigungskonzentration kalium- oder natriumhaltiger sulfatischer Bodenkörper, wie Glaserit, Langbeinit, Kainit, Leonit, Schönit, Astrakanit, Löweit oder Vanthoffit erreicht wird. Im Falle der Mg-Entfernung durch Abstoß einer Restsole wird durch die Wahl der Kühlendtemperatur der Glaubersalzkristallisation ein Molverhältnis von Mg :S04 von 2,5 bis 3,9 Molen Mgjei Mol SO4 eingestellt, so daß sich ein Eindampfungsverlauf ergibt, der bei allen in Frage kommenden Temperaturen die Sättigungslinien der sulfatischen Bodenkörper nicht überschreitet. Für die Erreichung dieser Zielstellung wird erfindungsgemäß der Umstand ausgenutzt, daß im Bereich bestimmter MgCI2-Konzentrationen zwischen etwa 100 und 140g MgCI2/1000g H2O bei allen in Frage kommenden Temperaturen die stabile MgSO4-Löslichkeit besonders hoch ist und nur heiße KCI-gesättigte Lösungen davon eine Ausnahme bilden. Es wird deshalb der Eindampfungsprozeß polytherm so geführt, daß.in den heißen Eindampfstufen mit Temperaturen >75°Cnoch keine KCI-Sättigung herrscht und diese erst in der letzten, kältesten Eindampfstufe nahezu erreicht wird.
Unter diesen Bedingungen wurde weiterhin gefunden, daß dadurch MgSO4-Konzentrationen von bis zu 90 g MgSO4/1000 g H2O während des gesamten Prozesses der NaCI-Verdampfungskristallisation und derfolgenden KCI-Kühlungskristallisation auf Umgebungstemperatur stabil bleiben.
Bei dieser Art der erfindungsgemäßen Prozeßführung wird demzufolge eine mehrstufige Gleichstromeindampfungsanlage verwendet. Bei gemeinsamer Ausfällung der Magnesium- und Sulfationen in der erfindungsgemäßen Form ergibt sich das Problem der Mitkristallisation sulfatischer Doppelsalze von vornherein nicht.
Nach erfolgter Eindampfkristallisation des NaCI wird dieses von der nahezu Kaliumchloridgesättigten Lösung getrennt. Man gewinnt auf diese Weise praktisch alles Natriumchlorid der Bittern in Siedesalzqualität. Das abgetrennte NaCI-Kristallisat kann in bekannterWeise separat getrocknet und xjerwendet werden. Erfindungsgemäß ist es besonders günstig, das anfallende NaCI-Kristallisat in eine vorgeschaltete NaCI-Verdampf ungskristallisation für Frischsole zurückzuführen. Hierbei würden die durch die kaliumreiche Haftlösung bedingten Verunreinigungen des NaCI-Kristallisates auf besonders einfache Weise entfernt. Die nachfolgende Kaliumchloridgewinnung erfolgt durch Kühlen der vom festen NaCI-Kristallisat abgetrennten Lösung auf Umgebungstemperatur. Dabei kristallisiert reines, sulfatfreies Kaliumchlorid, das entweder bereits völlig rein ist, oder nur sehr geringe NaCI-Verunreinigungen aufweist, die sich leicht nach bekannten Verfahren entfernen lassen. Die KCI-gesättigte Mutterlauge der Kaliumchloridkristallisation wird in die Eindampfungskristaliisation des NaCI zurückgeführt. Dazu wird das Glaubersalzkristallisat in an sich bekannterWeise durch Erhitzen auf Temperaturen oberhalb +320C, vorzugsweise 50 bis 600C, geschmolzen und erfindungsgemäß in die Schmelze ein Teil des im Verfahren selbst gewonnenen NaCI-Kristallisates eingetragen. Die Menge des NaCI wird so gewählt, daß etwa 60 bis 75% der maximal in der Schmelze löslichen NaCI-Menge eingetragen wird, wodurch reines, NaCI-freies Natriumsulfat (Thenardit) gewinnbar ist, welches von derflüssigen Schmelzaussalzlösung abgetrennt wird und nach etwaigem Waschen mit wenig heißem Wasser als sehr reines Produkt gewonnen werden kann.
Der erfindungsgemäße Prozeß besteht also aus zwei Grundvarianten, die sich durch die Art und Weise der Entfernung des Magnesiums voneinander unterscheiden, ansonsten aber die gleichen Schritte beinhalten: I.Schritt
Abkühlung der Bittern beziehungsweise des Gemisches von Bittern und rückgeführter Schmelzaussalzlösung unter Glaubersalzkristallisation
2. Sch ritt
Abtrennung des Glaubersalzes, Schmelzen des Glaubersalzes und Aussalzung mittels festem NaCI-Eindampfkristallisat
3. Schritt
Einstellung des für die Eindampfung erforderlichen optimalen Mg:SO4 Verhältnisses von 2,5 bis 3,9:1 bei Mg-Abführung über Restsole beziehungsweise 1:1 bei Mg-Fällung
4. Schritt
Totale Ausfällung der Mg- und SO4-lonen als Gipshydroxidschlamm mittels Kalkhydrat. (Dieser Schritt entfällt bei Mg-Abführung über Restsole.)
5. Sch ritt
Mehrstufige NaCI-Eindampfungskristallisation im Temperaturbereich 110 bis 500C ohne Überschreitung der Sättigung an sulfatischen Doppelsalzen und an Kaliumchlorid, Abtrennung des NaCI-Eindampfungskristallisates, Gewinnung desselben als Produkt beziehungsweise Teilrückführung zu Na2SO4-Aussalzung
6. Schritt
Kühlungskristallisation der vom NaCI-Kristallisat abgetrennten kaliumchloridhaltigen Eindampflösung auf Umgebungstemperatur, Abtrennung des Kaliumchlorids, Teilrückführung bei Mg-Entfemung über Restsole, Totalrückführung bei Mg-Entfernung über Fällung
Das erfindungsgemäße Verfahren wird durch folgende Ausführungsbeispiele näher erläutert:
Ausführungsbeispiel 1
Hierzu Figur 1
100t Bittern der Zusammensetzung 22,0% NaCI, 2,8% KCI, 1,9% MgSO4,2,9% Na2SO4,70,5% H2O werden zusammen mit 10,3t rückgeführter Schmeizaussalzlösung (16,8% NaCI, 10,5% Na2SO4,72,1 % H2O) auf -4°C gekühlt. Dabei kristallisieren 12,11 Na2SO4 · 10H2O aus, die bei -4°C von der Lösung getrennt, bei 55°C geschmolzen und mit 1,7t NaCI-Kristallisat (94% NaCI, 6% H2O) ausgesalzen werden. Es werden 4,2t reines wasserfreies Natriumsulfat gewonnen sowie 10,3t Schmelzaussalzlösung, die in den Prozeß zurückgeht.
Nach der Wiedererwärmung fallen 97,9t entsuifatisierte Bittern mit einer Zusammensetzung von 23,0% NaCI, 0,7% MgSO4, 0,9% MgCI2,2,8% KCI, 72,5% H2O an, die mit 90,5t Rückführlösung aus der KCI-Kristallisation vereinigt und einer dreistufigen Gleichstromeindampfungsanlage zugeführt werden. In dieser werden 63,11 Wasser verdampft. Die Eindampftemperaturen in den Stufen betragen 95,75 und 550C. Ausder3.Eindampfungsstufewird eine Suspension aus 21,1t NaCI und 104,2t Lösung der Zusammensetzung 10,3% NaCI, 10,6% KCI, 5,9% MgSO4,7,8% MgCI2,64,4% H2O abgezogen.
Nach Rückführung von 1,6t NaCI zurThenarditaussalzung verbleiben 19,5t NaCI in Siedesalzqualität, die gewonnen werden. Diese werden in die 4. Stufe der vorgeschalteten Eindampfanlage für Frischsole eingespeist. Vorhandene Verunreinigungen an KCI, MgSO4 und MgCI2 lösen sich dabei wieder auf und es fällt völlig reines Natriumchlorid an, während die gelösten Verunreinigungen in Form der Bittern wiedergewinnbar sind. Die verbleibende Eindampflösung wird von 55 auf 35°C gekühlt. Dabei kristallisieren 1,7t KCI aus, die abgetrennt und gewonnen werden. Von der verbleibenden, bei 350C gesättigten Mutterlauge wird eine Teilmenge von 11,1t mit der Zusammensetzung 10,5% NaCI, 9,2 KCI, 6,1 % MgSO4,7,9% MgCI2,66,3% H2O abgestoßen, der Rest bildet die Rückführlösung zur NaCI-Eindampfstufe. Durch den Lösungsabstoß wird die MgCI2-Bilanz des Prozesses ausgeglichen.
Ausführungsbeispiel 2 *
Hierzu Figur 2
100t Bittern der Zusammensetzung gemäß Beispiel 1 werden mit 7,0t Schmelzaussalzlösung vereinigt und in einer Dampfstrahlkälteanlage unter Entzug von 4,2t Wasser auf +50C gekühlt. Aus der entstandenen Glaubersalzsuspension werden 8,9t Na2SO4 · 10H2O abgetrennt, wie im Beispiel 1 geschmolzen und ausgesalzen, wobei 2,8t Thenardit anfallen. Die wiedererwärmte Bittern wird erforderlichenfalls durch Zusatz von Natriumsulfatlösung oder Bittern genau auf das Molverhältnis Mg:SO4 =1:1 eingestellt. Dazu wird die nach der Glaubersalzkristallisation resultierende Lösung analysiert und der MgCI2-Gehalt bestimmt. Je vorhandenes Gramm je Liter Magnesiumchlorid werden 0,67g Natriumsulfat oder 23g Bittern zugesetzt. Anschließend wird mit 13,11 Kalkhydrat (90% Ca(OH)2-Gehalt) bei 400C gefällt. Aus der Suspension werden 5,0t Gipshydroxidschlamm (mit 44,8% CaSO4,18,1 % Mg(OH)2,6,3% NaCI, 30,0% H2O) abgetrennt, und die Lösung mit 109,9t Rückführlösung aus der KCI-Kristallisation vereinigt. Aus dieser Lösungsmischung werden in analoger Weise zu Beispiel 1 65,9t Wasser verdampft.
Die Eindampftemperaturen betragen 110,85 und 600C. Nach Abzug der zurThenarditaussalzung erforderlichen Siedesalzmenge, werden als Produkt 21,6t NaCI gewonnen. Die vom NaCI-Kristallisat abgetrennte Lösung wird unter Kristallisation von 2,6t KCI, welches als Produkt gewonnen wird, von 60 auf 350C gekühlt. Als Mutterlauge verbleiben 109,9t der Zusammensetzung 19,9% NaCI, 12,7% KCI, 67,4% H2O, die vollständig in die Eindampfung zurückgeführt werden. Ein Lösungsabstoß ist nicht erforderlich.

Claims (5)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Verfahren zur Wertstoffgewinnung aus Bittern, gekennzeichnet dadurch, daß die Wertstoffe Natriumsulfat, Natriumchlorid und Kaliumchlorid rein, getrennt voneinander gewonnen und die in der Bittern enthaltenen, den Prozeß störenden Mg2+- lonen an geeigneter Stelle des Verfahrensablaufes entweder als konzentrierte Mutterlauge oder als gefälltes Magnesiumhydroxid abgetrennt werden, indem zunächst ein Teil der in Bittern enthaltenen SO4 2~-lonen als Glaubersalz durch eine Kühlungskristallisation zur Abscheidung gebracht werden, wobei im Fall der MG2+-Abtrennung durch Mutterlaugenabstoß eine Kühlendtemperatur von —3°C bis —6°C eingehalten wird, um in der verbleibenden. Lösungen ein Molverhältnis Mg2+:SO4 2~ = 2,5 bis 3,9:1 zu erreichen, oder im Fall der Mg2+-Abtrennung durch Magnesiumhydroxid durch eine Kühlendtemperatur von +40C bis +7°Cein Molverhältnis Mg2+ISO4 2- = 1:1 eingestellt wird, danach die teilentsulfatisierten Bittern entweder direkt oder nach der Umsetzung mit einer stöchiometrischen Menge Kalkhydrat, was zu einer Ausfällung der in der Bittern verbliebenen Mg2+- und SO4 2~-Anteile aus Gips und Magnesiumhydroxid führt, die aus der Lösung abgetrennt werden, einer NaCI-Verdampfungskristallisationsanlage zugeführt wird, wobei die Wasserverdampfung im Fall der Mg2+-Abtrennung durch Mutterlaugenabstoß bei Erreichen von 85 bis 95 Prozent der Sättigungskonzentration der Sulfate des Natriums, Kaliums und Magnesiums oder im Fall der Mg2+-Abtrennung als Magnesiumchlorid beim Erreichen von 90 bis 95 Prozent der Sättigungskonzentration des KCI beendet und das kristallisierte NaCI abgetrennt wird, anschließend durch Kühlung auf Umgebungstemperatur das KCI gewonnen und die dabei anfallende Mutterlauge im Fall der Mg2+- Abtrennung durch Magnesiumhydroxid in voller Menge oder im Fall der Mg2+-Abtrennung durch Lösungsabstoß als Teilmenge in die NaCI-Verdämpfungskristallisation zurückgeführt wird, während die andere Teilmenge zum Abstoß gelangt, so daß die gesamte Mg2+-Menge, die mit der Bittern in den Prozeß eingeführt wird, bei höherer Konzentration den Prozeß wieder verläßt.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das abgetrennte Glaubersalz nach an sich bekannten Verfahren geschmolzen, der entstehenden Schmelzlösung soviel des im Verfahren anfallenden NaCI zugegeben wird, daß sich eine NaCI-Sättigung von 60 bis 75 Prozent einstellt, das dabei entstehende Natriumsulfat gemeinsam mit dem beim Schmelzen entstehenden Anteil abgetrennt und die verbleibende Lösung in die Glaubersalzkühlungskristallisationsstufe zurückgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß die Einstellung der Molverhältnisse Mg2+:SO4 2~ durch die Wahl der Kühlendtemperatur nur grob erfolgt und eine Feineinstellung durch Zusatz von Bittern vorgenommen wird.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß im Fall der Mg2+-Abtrennung durch Laugenabstoß die NaCI-Verdampfungskristallisation vorzugsweise in einer mehrstufigen Gleichstromverdampfungsanlage mit über die Stufen abfallender Verdampfungstemperatur vorgenommen wird, wobei die Temperaturen der letzten beiden Verdampfungsstufen 60 bis 80°C und 45 bis 6O0C betragen.
  5. 5. Verfahren nach Punkt 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, daß das NaCI-Kristallisat in die NaCI-Siedesalzkristallisationsanalge zurückgeführt wird, der den Bittern entstammt.
    Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
DD28484985A 1985-12-20 1985-12-20 Verfahren zur wertstoffgewinnung aus bittern DD244539A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CN1097557C (zh) * 1999-09-24 2003-01-01 青海省柴达木综合地质勘查大队 盐田法制取优质盐田含钾产品工艺

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