DD246276A1 - Verfahren zur herstellung von stereomatern - Google Patents

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DD246276A1 DD28629786A DD28629786A DD246276A1 DD 246276 A1 DD246276 A1 DD 246276A1 DD 28629786 A DD28629786 A DD 28629786A DD 28629786 A DD28629786 A DD 28629786A DD 246276 A1 DD246276 A1 DD 246276A1
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Ulrich Merkel
Horst Boettger
Antje Landrock
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Pressspan Und Pappenwerk Zwoen
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Stereomatern, die zur Anfertigung von Druckformen im Rotationshochdruck durch Duplizieren der Originalform eingesetzt werden und eine hohe Giessfestigkeit besitzen. Das Ziel und die Aufgabe der Erfindung besteht darin, bei vergleichsweise niedrigen Kosten ein Verfahren zur Herstellung von Matern mit hoher Giessfestigkeit zu schaffen, ohne dass die uebrigen Eigenschaften wie Plastizitaet, Feuchteaufnahme und -abgabevermoegen beeintraechtigt werden. Die Aufgabe wird dadurch geloest, dass auf wenigstens einer, vorzugsweise der dem Stereo beim Abgiessen zugewandten Seite der Mater, eine chemische Verbindung, bestehend aus einer Kombination von einer zinnorganischen Verbindung mit einer quarternaeren, stickstoffhaltigen Verbindung im Verhaeltnis 5:1 bis 1:5 aufgebracht werden. Die angegebenen Verbindungen koennen als Loesung oder Emulsion in bekannter Weise durch Tauchen, Bespruehen bzw. Walzen- oder Rakelauftrag aufgebracht werden.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Stereomatern, die zur Anfertigung von Druckformen im Rotationshochdruck durch Duplizieren der Originalform eingesetzt werden und eine hohe Gießfestigkeit besitzen. Sowohl konventionelle als auch No-Pack-Matern müssen eine bestimmte Plastizität (bleibende Verformung) besitzen, damit der Originalsatz wahrheitsgetreu auf die Mater durch Prägen übertragen werden kann. Weiterhin ist insbesondere bei höheren Auflagen eine hohe Gießfestigkeit erforderlich, damit von einer einzelnen Mater möglichst viele Stereos hergestellt werden können, ohne daß die Oberfläche der Mater beschädigt wird und es zu einer Beeinträchtigung des Druckbildes kommt. Bei ungenügender Gießfestigkeit sind mehrere Matern erforderlich, um eine bestimmte Anzahl von Stereos herzustellen, was zu einer Erhöhung der Betriebskosten führt.
Charakteristik der bekannten technischen Lösung
Matern müssen eine geschlossene, glatte Oberfläche und bei größerer Aufiagenhöhe eine hohe Gießfestigkeit aufweisen. Die Herstellung erfolgt üblicherweise aus zellulosehaltigen Fasern, die speziell aufbereitet und von einer Suspension heraus auf ein Sieb zu einem Blatt oder auch mehrlagigen Blatt verformt werden. Durch Wahl der Rohstoffe, die Änderung des Mahlungszustandes und den Einsatz von Füllstoffen oder Pigmenten können die Eigenschaften variiert werden, jedoch führen Verbesserungen der Gießfestigkeit in der Regel zur Beeinträchtigung der Plastizität und der Oberfläche und umgekehrt. Es sind Verfahren bekannt, durch Einsatz von chemischen Hilfsmitteln während des Herstellungsprozesses oder als Finish-Behandlung mit vergleichsweise teuren Silikonen die Gießfestigkeit positiv zu beeinflussen (siehe die Patentschrift.BRD-OS 2539290, BRD-OS 2535666, BRD-Gebrauchsmuster7519914). Ferner ist die Applikation von stickstoffhaltigen Verbindungen mit mindestens einer an das Stickstoffatom gebundenen Methylol-Gruppe bekannt (siehe DDR-WP 131 241). Solchermaßen ausgerüstete Matern besitzen zwar hohe Gießfestigkeit bei guter Plastizität, doch sind solche Matern nur begrenzt lagerfähig. Verfahren zur Herstellung einer dimensionsstabilen Mater (BRD-PS 106878) und von feuchtigkeitsunempfihdlichen Matern' (BRD-AS 1918115 und BRD-OS 1960454) sind für das anstehende Problem nicht relevant.
Ebenfalls Verfahren zur Herstellung hochschrumpfender Matern (BRD-AS 1771 365) oder durch Zusatz von Erdalkalimetallsilikon als Füllstoff (US-Patent 2.739068) zur Verbesserung der Plastizität treffen auf den nachfolgend beschriebenen neuen Lösungsweg nicht zu. Jedoch ist allgemein bekannt, daß der Einsatz von Füllstoffen die Festigkeit herabsetzt.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, bei vergleichsweise niedrigen Kosten ein Verfahren zur Herstellung von Matern mit hoher Gießfestigkeit zu schaffen, ohne daß die Kompressibilität und Plastizität der Mater beeinträchtigt wird und daß diese Qualität über einen langen Zeitraum der Lagerung erhalten bleibt, das heißt keine Qualitätsveränderung während der Lagerung erfolgt.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch Anwendung einer speziellen Oberflächenbehandlung die Gießfestigkeit der Mater zu erhöhen, ohne daß die übrigen Eigenschaften wie Plastizität, Feuchteaufnahme und -abgabevermögen beeinträchtigt werden und daß die Gießfestigkeit als ein entscheidendes Qualitätsmerkmal über einen bestimmten, für die Verarbeitung erforderlichen Zeitraum der Lagerung erhalten bleibt. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß vergleichsweise geringe Mengen einer zinnorganischen Verbindung in Kombination mit einer quarternären, stickstoffhaltigen organischen Verbindung auf eine Oberfläche der Mater aufgebracht werden. Zu solchen zinnorganischen Verbindungen zählen Dibutylzinnverbindungen, Tributylzinnverbindungen, Dioctylzinnverbindungen, Trioctylzinnverbindungen des Zinnoxids oder des Zinnbenzoats, wie sie zum Beispiel durch folgende chemische Struktur charakterisiert sind:
H9C4 - Sn - O
H9O4
C4H9
Sn - C4H9
(Bis)-Tributylzinnosrid
-C-O-Sn- C4H9
Tribu-tylzinnbenzoai:
C4H9
Zu den quarternären stickstoffhaltigen organischen Verbindungen gehören Benzalkoniumverbindungen in Form ihrer Chloride gemäß folgender Konstitution
CH
- CHo —
CH-
Cl"
wobei R einen relativ langkettigen, aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit vorzugsweise ca. 12-16C-Atomen darstellt. Das anzuwendende Verhältnis von zinnorganischer Verbindung zu stickstoffhaltiger Verbindung beträgt 1:5 bis 5:1. Die auf . übliche Weise hergestellten Matern werden auf einer, vorzugsweise auf der dem Stereo zugewandten Seite, mit einer Emulsion der beiden Verbindungen in dem angegebenen Mischungsverhältnis oder auch als Lösung oder Emulsion getrennt imprägniert. Das kann in bekannter Weise sowohl durch Tauchen, Besprühen oder Walzen- oder Rakelauftrag erfolgen. Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, daß die vorgenannte Kombination beider Verbindungen in eine spezielle Streichmasse eingearbeitet wird und so auf die Maternoberfläche appliziert wird. Konzentration und Auftragszelt sind entsprechend der Saugfähigkeit der jeweiligen Matern so zu wählen, daß dieapplizierte Menge Wirkstoff der genannten Komponenten zwischen 0,001 und 0,1 Gew.-%, bezogen auf die trockene Mater, liegt.
Ausführungsbeispiel
Das Wesen der Erfindung soll an den folgenden Beispielen verdeutlicht werden.
Beispiel 1
Benzalkoniumchlorid wird in Wasser mit einer Konzentration von 0,25g pro Liter gelöst. Von dieser Lösung werden 120ml auf 1 m2 Maternoberfläche von einer Mater der spezifischen Flächenmassevon 1200g/m2durch Sprühen aufgebracht. Anschließend wird (Bis)-Tributylzinnoxid in einem organischen Lösungsmittel (z.B. Äthanol oder Aceton) mit einer Konzentration von 0,75g/ Liter gelöst. Von dieser Lösung werden gleichfalls 120 ml aufgesprüht. Das Verhältnis von (Bis)-Tributylzinnoxid zu Benzalkoniumchlorid beträgt 3:1. Die so ausgerüstete Matemprobe wird im Trockenschrank bei 1050C bis auf einen Trockengehalt von 8% getrocknet. Die Maternprobe wurde nun in üblicherweise gestrichen, kalibriert und auf 18% mit Wasser gefeuchtet und anschließend in der Druckerei geprägt und abgegossen. Gleichzeitig wurde eine Probe zum Vergleich (Blindprobe) in gleicherweise hergestellt und verarbeitet, bei derauf die o.g. erfindungsgemäße Vorbehandlung verzichtet wurde.
Ergebnis der Druckereierprobung:
Pragetiefe Gießfestigkeit Gießfestigkeit
nach 1 monatiger nach6monatiger
Lagerung Lagerung
Blindprobe 0,62 mm 17 Abgüsse ώ 100% 12 Abgüsse ύ, 100%
erfindungs 0,63 mm 21 Abgüsse^ 121,5% 20 Abgüsse ^ 166,7%
gemäß her
gestellte
Probe
Beispiel 2 .
In diesem Beispiel wurde eine Emulsion von Tributylzinnbenzoat und Benzalkoniumchlorid verwendet. Die Konzentration dieser beiden Komponenten In der Emulsion betrug jeweils 3Gew.-%. Von dieser Emulsion werden 4,4Gew.-Teile zu lOOGew.-Teilen üblicher Streichmasse gegeben und gut verrührt. Nun werden von dieser Streichmasse mit der erfindungsgemäßen Kombination 60 g auf 1 m2 Mater aufgetragen. Dadurch beträgt der Anteil der Kombination 0,013 Gew.-%, bezogen auf eine Mater mit einer spezifischen Flächenmasse von 1200g/m2.
Diese Mater wurde in üblicherweise kalibriert, auf 18Gew.-% mit Wasser gefeuchtet, in der Druckerei geprägt und abgegossen und mit einer Mater verglichen, die mit der gleichen Menge Streichmasse, aber ohne die erfindungsgemäße Kombination versehen war.
Prägetiefe Gießfestigkeit Gießfestigkeit
nach 1 monatiger nach6monatiger
Lagerung Lagerung
Blindprobe 0,64 mm 17AbgüsseÄi00% 7 Abgüsse & 100%
erfindungs 0,63 mm 24 Abgüsse & 141 ',2% 24Abgüsse^342,9%
gemäß her
gestellte
Mater .
Die Ausführungsbeispiele zeigen deutlich die Gießfestigkeitsverbesserung nach längerer Lagerung und die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Claims (5)

  1. Erfindungsanspruch: · '
    1. Verfahren zur Herstellung von Stereomatern für den Rotationshochdruck, dadurch gekennzeichnet, daß auf wenigstens einer, vorzugsweise der dem Stereo beim Abgießen zugewandten Seite der Mater, eine chemische Verbindung, bestehend aus einer Kombination von einer zinnorganischen Verbindung mit einer quarternären, stickstoffhaltigen organischen Verbindung im Verhältnis zwischen 5:1 bis 1:5 aufgebracht werden.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich dabei um Dibutylzinnverbindungen, Tributylverbindungen oder Dioctylverbindungen des Zinnoxids oder des Zinnbenzoates einerseits und um eine Benzalkoniumverbindung, vorzugsweise als Chlorid mit langkettigem aliphatischem Rest handelt.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungskombination in einer Menge von 0,001 bis 0,1 Gew.-% Wirkstoff, bezogen auf atro Gewicht der Mater appliziert wird.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen als Lösung bzw. als Emulsion im angegebenen Mischungsverhältnis nacheinander durch Tauchen, Sprühen oder Beschichten aufgebracht werden.
  5. 5. Verfahren nach*Punkt 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung in die Streichmasse eingearbeitet und so aufgebracht wird.
DD28629786A 1986-01-20 1986-01-20 Stereomater fuer den rotationshochdruck DD246276B1 (de)

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DD246276A1 true DD246276A1 (de) 1987-06-03
DD246276B1 DD246276B1 (de) 1988-12-07

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