DD247661B5 - Verfahren zur Herstellung von Zusammensetzungen fuer die Dekoration keramischer Erzeugnisse - Google Patents

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Bernhard Butterling
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Magmalor Gmbh Dr-Ing
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Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Dekorationszusammensetzungen für Glas bzw. für mit einem glasartigen Überzug versehenen silikatischen Materialien, insbesondere von Erzeugnissen der keramischen Industrie.
Charakteristik der bekannten technischen Losungen
In der keramischen Industrie sind sehr unterschiedliche Verfahren für die Herstellung von Zusammensetzungen für die Dekoration bekannt. Zur Zeit werden die verschiedensten Paletten von keramischen Farben, Lüsterfarben und Edelmetallpräparaten eingesetzt. Bei den keramischen Farben unterscheidet man z. B. hochresistente, mittelresistente und nichtresistente Farben, je nach Schadstoffabgabe, außerdem Auf-, In-, Unterglasurfarben und Glasfarben je nach Einbrenntemperatur. Bei keramischen Farben sind in Abhängigkeit vom Pigmentanteil und der Frittezusammensetzung transparente oder deckende Wirkungen bekannt.
Die keramischen Farben enthalten Pigmente bzw. -gemische als farbgebende Komponente und keramische Flußmittel, auch Siiikatpulver genannt, die nach dem Brennprozeß von wesentlicher Bedeutung für die mechanische und chemische Stabilität, die Oberflächenbeschaffenheit, die Schadetoffabgabe und die farbliche Brillianz der jeweiligen Dekoration sind.
"i> -., v^ahren zur Herstellung keramischer Farben, Pigmente und Flußmittel gibt es kein sehr umfangreiches Quellenmaterial .i., t,.. ,s on Fachbüchern, Fachzeitschriften und offengelegten Patentschriften.
Die zweite große Gruppe von Dekorationsmitteln sind Edelmetallpräparate. Es sind in erster Linie Glanz- und Poliergoldpräparate, Platinpräparate und deren Mischungen, die sogenannten „Silber"-Präparate bekannt.
Typisch für alle Edelmetallpräparate ist da* nach dem Dekorband und dem ggf. notwendigen Nachbehandeln in Form des Polierens erzielte metallische Aussehen. Nur Edelmetalle(wie Gold und Platin liegen nach Brenntemperaturen von 5000C bis 1250°C in elementarer, also metallischer, Form vor und weisen die für keramische Dekorationen notwendige chemische Resistenz auf. Durch Zusatz von bestimmten Metalloxiden wird die notwendige mechanische Stabilität erreicht.
Metallisch wirkende Dekorationen auf keramischen Unterlagen sind bisher grundsätzlich an einen relativ hohen Edelmetallgehalt der verwendeten Präparate gebunden und haben einen entsprechend hohen Preis.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Herstellung von Zusammensetzungen, die analog zu keramischen Farben aus Flußmitteln, ggf. farbigen Pigmenten, und zusätzlich zu diesen aus metallisch wirkenden Substanzen, die keine Edelmetalle enthalten, zusammengesetzt sind.
Nach dem Brennprozeß erhält man auf diesem Wege Dekorationen, die im Aussehen sowohl farbige als auch metallische Effekte aufweisen, je nach dem Gehalt an Pigment bzw. metallisch wirkender Komponente.
Mit dem Einsatz derartiger Dekorationszusemmensetzungen für keramische Erzeugnisse können Metalleffekte ohne die Verwendung von Edelmetallen erzielt werden.
Wesen der Erfindung
Wesen der Erfindung ist der Einsatz von mit Titannitrid beschichteten Pulvern, insbesondere von Schichtsilikaten, wie verschiedenen Glimmern, in für keramische Farben typischen Zusammensetzungen.
Im Unterschied zu bisher angewendeten keramischen Farben wird der Pigmentanteil ganz bzw. sehr stark reduziert, so daß das metallische Aussehen der mit Titannitrid beschichteten Pulver sichtbar bleibt und durch ggf. eingesetzte Pigmente zusätzlich eine farbige Wirkung erzielt wird. Die Flußmittel behalten ihre Funktion wie in keramischen Farben, müssen zu einem Glasfluß ausbrennen und dürfen während des Dekorbrandes die Titannitridbeschichtung nicht angreifen, auflösen oder zersetzen. Die spezielle Zusammensetzung der verwendeten keramischen Flußmittel richtet sich nach dem jeweiligen Dekorbrand-Temperaturbereich.
Um eine verarbeitungsfertige Dekorationszusammensetzung zu erhalten, müssen die bisher beschriebenen Feststoffe in Dekorationshilfsmitteln, je nach beabsichtigten Dekorationsverfahren, gleichmäßig gemischt und suspendiert werden. Für die Verarbeitung im Siebdruckverfahren, z. B. in einem Siebdrucköl, und für die Pinselmalerei in sogenannten Balsam.
Durch die Anwendung von Zusammensetzungen analog keramischer Farben, die zusätzlich zu den für diese üblichen Bestandteilen mit Titannitrid beschichtete Pulver enthalten, können folgende Vorteile erzielt werden:
— Erzeugung von Metalleffekten bei Dekoren auf keramischen Erzeugnissen, ohne daß Edelmetalle zur Anwendung kommen.
— Erweiterung der bisher angebotenen Farbpaletten im Dekorbrand-Temperaturbereich zwischen 600°C und 85O0C durch mehr oder weniger stark gefärbte metallisch wirkende Dekorationszusammensetzungen.
Ausführungsbeispiel
Folgende Flußmittelzusammensetzung ergibt eine mittelresistente Dekorationszusammensetzung für die Dekorbrandtemperatur von 820°C:
Komponente Anteil
Bleimennige 32-38%
Kieselsäure 23-26%
Borsäure 4-8%
Borax 9-12%
Natronfeldspat 6-9%
Kalifeldspat 6-9%
Tonerdehydrat 1-3%
Dolomit 5-8%
Titandioxid 0,5-2%
Zirkonsilikat 0,5-2%
Die Einzelbestandteile werden gemischt, miteinander verschmolzen, im Wasser bei Schmelztemperatur zur Vorzerkleinerung abgeschreckt und gemahlen.
Um eine blaue Dekoration mit Metalleffekt zu erhalten, kann die folgende Feststoffzusammensetzung angewandt werden:
Komponente Anteil
Flußmittel 70-80%
Farbkörper (Cobaltsilikat) 10-15% TiN-beschichteter
Glimmer 5-10%
Die Einzelkomponenten werden trocken vermischt und können, im Verhältnis 4:1 mit Siebdrucköl vermischt, als Siebdruckpaste für den direkten bzw. indirekten Siebdruck verwendet werden.
Nach dem Dekorbrand erhält man eine hellblaue Dekoration durchsetzt mit einem goldgelben Metalleffekt.

Claims (5)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Verfahren zur Herstellung von Dekoratiortszusammensetzungen zum Dekorieren feinkeramischer Erzeugnisse, dadurch gekennzeichnet, daß als Wirksubstanz mit Titannitrid beschichtete im Temperaturbereich von 20°C-950°C beständige Pulver verwendet werden.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den mit Titannitrid beschichteten Pulvern bevorzugt um Schichtsilikate handelt.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese beschichteten Pulver mit Silikatpulvern und mit organischen Komponenten zu Dekorationszusammensetzungen vermischt werden.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß diese Dekorationszusammensetzungen nach den Technologien Pinseldekoration, Stempeln, direkter und indirekter Siebdruck auf die keramischen Erzeugnisse aufgebracht werden.
  5. 5. Verfahren nach Punkt 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß diese Mischungen bei Temperaturen zwischen 6000C und 85O0C eingebrannt werden.
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