DD248878A1 - Verfahren und einrichtung zur spontanen sedimentation von zellen auf objekttraeger - Google Patents

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DD248878A1
DD248878A1 DD29011186A DD29011186A DD248878A1 DD 248878 A1 DD248878 A1 DD 248878A1 DD 29011186 A DD29011186 A DD 29011186A DD 29011186 A DD29011186 A DD 29011186A DD 248878 A1 DD248878 A1 DD 248878A1
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cell
sedimentation
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DD29011186A
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Reinhard Lehmitz
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Pieck Uni Rostock Direkt F For
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein kombiniertes Verfahren zur spontanen Sedimentation von Zellen auf Objekttraeger. Mit der Erfindung sollen die methodischen Voraussetzungen geschaffen werden, um auch aus zellarmen Koerperfluessigkeiten (z. B. Liquor cerebrospinalis) eine quantitative Subpopulationsanalyse von Zellen mit Hilfe von monoklonalen Antikoerpern zu ermoeglichen. Die Erfindung schafft die Grundlage dafuer, dass alle in einer definierten Fluessigkeitsmenge enthaltenen Zellen spontan auf einen Objekttraeger sedimentieren koennen. Der Adhaerenzeffekt wird durch die bekannte Wirkung von Polykationen, mit denen die Objekttraeger beschichtet sind, verstaerkt. Das Absaugen der zellfreien Fluessigkeit erfolgt mit Hilfe einer Sorptionskammer, deren Arbeitsprinzip bekannt ist. Die Einrichtung kann so geeicht werden, dass der Zellverlust unerheblich wird. Die Erfindung hat Bedeutung fuer die quantitative und qualitative Zytologie insbesondere fuer die Zytodiagnostik von zellarmen Koerperfluessigkeiten wie Liquor cerebrospinalis.

Description

Hierzu 1 Seite Zeichnung
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Sedimentation von Zellen aus Körperflüssigkeiten bzw. aus in vitro präparierten Zellsuspensionen auf Glasobjektträger. Eine Anreicherung von Zellen auf Objektträgern ist Grundlage für viele sich anschließende zytodiagnostische Verfahren in der Medizin.
Charakteristik der bekannten Lösungen
Es ist bekannt, zur Zellanreicherung auf Objektträgern eine Sorptionskammer zu verwenden, die aus einem porösen Scherben besteht (WP 150251, G 01 N 15/04). Nach Aufsetzen des zylindrischen Sorptionstubus mittels eines geeigneten Klebers auf einen Glasobjektträger wird derTubus mit einer Flüssigkeit, z. B. physiologische NaCI-Lösung oder Zellzüchtungsmedien, beschickt. Dieser als Präsorption bezeichnete Vorgang dient der partiellen Stättigung der Tubuswandung mit Flüssigkeit. Nachdem die Tubuswand die Präsorptionsflüssigkeit völlig aufgesaugt hat, wird die Beschickung des Tubus mit der Untersuchungsflüssigkeit vorgenommen. Da die Tubuswand im unteren Bereich mit der Präsorptionsflüssigkeit gesättigt ist, wird das Aufsaugen der zellhaltigen Untersuchungsflüssigkeit in die Tubuswand verzögert. Die Zellen des Untersuchungsmaterials beginnen auf den Objektträger zu sedimentieren. Nur sehr langsam tritt die Untersuchungsflüssigkeit in die Tubuswand über. Damit ist eine schonende Anreicherung von Zellen auf Objektträgern möglich. Die genannte Vorrichtung hat den Nachteil, daß die Sorptionskammer bedingt durch das langsame Aufsaugen der Untersuchungsflüssigkeit keine absolut störungsfreie Sedimentation der Zellen ermöglicht, was mit einem Zellverlust verbunden ist. Neue zytodiagnostische Verfahren, z.B. Charakterisierung von Zellpopulationen durch monoklonale-Antikörper, erfordern jedoch eine quantitativ vollständige Sedimentation der Zellen, um Fehldeutungen der quantitativen Anteile zu vermeiden.
Ziel der Erfindung
Mit der vorliegenden Erfindung soll eine Anreicherung von Zellen aus Suspensionen auf Glasobjektträger ermöglicht werden, wobei die quantitative Ausbeute gegenüber bisher bekannten Verfahren erheblich gesteigert wird. Damit ist die methodische Voraussetzung gegeben, auch aus zellarmen Flüssigkeiten (z. B. Liquor cerebrospinalis) einen hohen Anteil (größer 90%) der in einer Probe enthaltenden Zellen einer quantitativen Zeilpopulationsanalyse zugänglich zu machen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, mit dem alle in einer Suspension enthaltenen Zellen, bei größter Schonung der Zellmembran, sedimentiert werden.
Erfindungsgemäß charakterisieren folgende Verfahrensschritte die Erfindung:
1. Die Zellen sedimentieren störungsfrei (spontan) in einem Glassedimentationstubus auf einen Glasobjektträger.
2. Die Zellen sedimentieren auf einen Glasobjektträger, der mit Polykationen beschichtet ist, was zu einer festen Bindung der Zellen auf der Unterlage führt.
3. Nach Adhärenz der Zellen wird die Flüssigkeit, die über dem Zellmonolayer steht, mittels einer Sorptionskammer schonend abgesaugt.
Zur Durchführung des Verfahrens wird ein Glassedimentationstubus auf einen Glasobjektträger aufgesetzt. Als Abdichtung zwischen Objektträger und Sedimentationstubus dient eine dünne, beidseitig klebende Folie, die entsprechend dem Durchmesser des Sedimentationstubus ausgestanzt ist, so daß die Zellen auf Glas sedimentieren. Über den Glassedimentationstubus wird ein zweiter Tubus (ebenfalls zylindrisch) aus einem porösen Material (z.B. keramische Werkstoffe) gesetzt (Sorptionskammer), der ebenfalls auf der Folie klebt. Der Glastubus ist nach oben verjüngt (siehe Zeichnung), um eine geringe seitliche Bewegung zur Ablösung des Tubus zu ermöglichen. Zwischen Glassedimentationstubus und Sorptionstubus bleibt im Bereich des Objektträgers nur ein schmaler Zwischenraum (kleiner 1 mm).
Das Sedimentationsverfahren wird eingeleitet durch die Beschickung des Glassedimentationstubus mit einer definierten Menge an zellhaltiger Suspension (z. B. Liquor cerebrospinalis). Die Zellen können nun spontan, also völlig störungsfrei, sedimentieren. Der Glasobjektträger ist mit Polykationen beschichtet (z. B. Poly-dimethyl-diallyl-ammoniumchlorid oder Poly-L-Lysin), so daß die Zellen nach Erreichen der Glasoberfläche durch Polykationen fester gebunden werden. Die Zeitdauer der Spontansedimentation hängt von der Höhe des Flüssigkeitsstandes im Glastubus ab. Mittels eines umgekehrten Mikroskops (Einblick in den Tubus) kann man die Zeit bis zur Adhärenz aller Zellen bestimmen. Für die. zuletzt aufsetzenden Zellen muß ein Zeitraum von mindestens 20 Minuten gelassen werden, um ebenfalls fest zu adhärieren. Ein Flüssigkeitsstand von 3mm sollte nicht überschritten werden, da die Sedimentationszeiten sonst zu lang werden. Um ein größeres Flüssigkeitsvolumen einzusetzen, muß der Durchmesser des Sedimentationstubus vergrößert werden.
Nach Abschluß der Sedimentation wird die zellfreie Flüssigkeit mittels einer Sorptionskammer schonend abgesaugt. Durch Beschickung des Raumes zwischen Glastubus und Sorptionstubus mit einer Sorptionsflüssigkeit wird die Präsorption des porösen Tubus erreicht. Die Präsorption bewirkt ein langsames Absaugen der zellfreien Flüssigkeit. Der Kontakt zwischen zellfreier Flüssigkeit und der Wand des Sorptionstubus wird hergestellt durch Lösen und Herausnehmen des Glassedimentationstubus. Nach einer durch die Quantität der Präsorptionsflüssigkeit bestimmten Zeit ist die zellfreie Flüssigkeit abgesaugt, die Zellen bleiben wegen fester Bindung adhärent. Sollen die Zellen weiteren Inkubationsreaktionen unterzogen werden, die ein Feuchtbleiben der Zellen erforderlich machen, so wird die Sorptionskammer während des Absaugens verschlossen, so daß eine feuchte Kammer entsteht.
Der Sorptionstubus wird anschließend abgenommen, die Klebefolie vom Objektträger entfernt, und das zytologische Präparat steht den nachfolgenden Behandlungen (Inkubation, Waschungen, Färbungen) zur Verfugung.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel erläutert werden. Die zugehörige Zeichnung zeigt die Einrichtung zur Zellsedimentation im Querschnitt.
Sowohl der Glassedimentationstubus 1 als auch die Sorptionskammer 3 sind mittels einer beidseitig klebenden Folie 4 auf dem Objektträger 5 befestigt. Ein Auslaufen der zellhaltigen Suspension aus dem Kammersystem ist damit unmöglich. Die Zellen sedimentieren auf den Sedimentationskreis 6, der aus der Folie ausgestanzt ist. Die Präsorption der Sorptionskammer, die schonendes Absaugen der zellfreien Flüssigkeit vom Sedimentationskreis ermöglicht, erfolgt durch Beschicken des Zwischenraumes 2 mit Präsorptionsflüssigkeit, die von der Sorptionskammer aufgesaugt wird. Durch Entfernen des Glassedimentationstubus nach Abschluß der Zellsedimentation erhält die zellfreie Flüssigkeit Zugang zur Wandung der Sorptionskammer und wird langsam abgesaugt. Der Sedimentationskreis sollte etwa 10-12 mm Durchmesser haben. Die Höhe und Wandstärke der Sorptionskammer sind variabel je nach aufzusaugender Flüssigkeitsmenge.

Claims (2)

1. Verfahren zur Anreicherung von Zellen aus Suspensionen durch Spontansedimentation auf Glasobjektträger mit anschließendem Absaugen der zellfreien Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß eine Spontansedimentation der Zellen in einem Glassedimentationstubus auf Glasobjektträger (polykationenbeschichtet) durchgeführt und nach Abschluß der Spontansedimentation ein schonendes Absaugen der zellfreien Flüssigkeit durch eine Sorptionskammer, die durch Präsorptionsflüssigkeit vorgesättigt ist, erfolgt.
2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl ein Glassedimentationstubus (1) als auch eine an sich bekannte Sorptionskammer (3) mittels einer beidseitig klebenden Folie (4) mit einem ausgestanzten Sedimentationskreis (6) auf einem Objektträger (5) derart befestigt sind, daß zwischen dem Glassedimentationstubus (1) und der Sorptionskammer (3) ein definierter Zwischenraum (2) entsteht.
DD29011186A 1986-05-12 1986-05-12 Verfahren und einrichtung zur spontanen sedimentation von zellen auf objekttraeger DD248878A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19522246C1 (de) * 1995-06-20 1996-11-28 Eppendorf Geraetebau Netheler Aus Filtrierpapier geformtes Sorptionselement für die zytologische Diagnostik

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE19522246C1 (de) * 1995-06-20 1996-11-28 Eppendorf Geraetebau Netheler Aus Filtrierpapier geformtes Sorptionselement für die zytologische Diagnostik

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