DD250052A1 - Keramisches kieferimplantat zum einzelzahnersatz - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Implantat, bestehend aus einem kegelfoermigen Stumpf, einem mehrstufigen zylindrischen Mittelteil und einem kalottenfoermigen apikalen Teil, wobei am Uebergang zwischen Stumf und Mittelteil eine Rille vorgesehen ist. Ziel der Erfindung ist ein Implantat, das bei entsprechender Operationstechnik einen festen Primaersitz und eine dauerhafte Verankerung im Kieferknochen und gleichzeitig eine guenstige biomechanische Kraftuebertragung auf den Knochen erlaubt. Erfindungsgemaess ist deshalb die Rille sattelfoermig ausgebildet und am Uebergang zum Kegelstumpf ist ein senkrecht zur Implantatachse liegender elliptischer Rand vorgesehen und am Uebergang vom zylindrischen Mittelteil zum kalottenfoermigen apikalen Teil ist ein zylindrisches Zwischenstueck mit drei bis fuenf parallel zur Implantatachse verlaufenden Stabilisierungsstegen angeordnet, wobei der Durchmesser des Zwischenstueckes gegenueber dem Durchmesser des unteren Mittelteils um 15 bis 25% verringert ist. Fig. 1
Description
Hierzu 1 Seite Zeichnungen
Die Erfindung bezieht sich auf ein keramisches Kieferimplantat zum Einzelzahnersatz, bestehend aus einem kegelförmigen Stumpf, einem mehrstufigen zylindrischen Mittelteil und einem kalottenförmigen apikalen Teil, wobei am Übergang zwischen Stumpf und Mittelteil eine Rille vorgesehen ist. Es handelt sich hierbei um ein Hemiimpiantat, das eine Zahnwurzel vor allem im Frontzahnbereich ersetzt und der Verankerung eines festsitzenden Zahnersatzes ohne Schädigung gesunder Nachbarzähne durch Beschleifen dient.
Neben den seit langer Zeit bekannten Zahnprothesen, die mittels verschiedener Halteelemente an noch vorhandenen Zähnen befestigt werden, gibt es in den letzten Jahren zunehmend Berichte über Bemühungen, festsitzenden Zahnersatz an in den Kieferknochen eingebrachten Implantaten zu befestigen.
Von derartigen Implantaten sind verschiedene Konstruktionen bekannt, die ankerförmig, blattartig oder zylindrisch gestaltet sein können und einen kegelförmigen Stumpf zur Befestigung einer Krone aufweisen (DD-PS 204208). In der Vergangenheit gelangten dafür jedoch häufig bestenfalls als biotolerant zu bezeichnende Materialien zur Anwendung, die bereits wegen der materialspezifischen Eigenschaften zu Mißerfolgen führten. Die biotoleranten Werkstoffe wie Stahl, verschiedene Kunststoffe u.a. werden durch einen relativ dicken Bindegewebssaum eingehüllt, der Mikrobewegungen des Implantates zuläßt. Bei Wechsellast — wie im Falle eines Kieferimplantates — führt diese mangelnde Verankerung zur Lockerung des Implantates und schließlich zu dessen Abstoßung. Ein weiterer Nachteil dieser Implahtattypen ist die unphysiologische Kraftübertragung vom Implantat auf den Knochen. Während der natürliche Zahn durch ein System von Collagenfasern mit dem Knochen verbunden ist, das im wesentlichen Zugkräfte auf den Knochen überträgt, ist dieser Mechanismus an einem Implantat nicht zu verwirklichen. Es ist deshalb von ausschlaggebender Bedeutung, das Implantat so zu gestalten, daß der Knochen nicht durch Druckspitzen überlastet und dadurch resorbiert wird.
Durch die Wahl der Aluminiumoxidkeramik als Impiantatwerkstoff wurde ein Material in dielmplantologie eingeführt, das den Ansprüchen auf bioinertes Verhalten in jeder Weise genügt. Damit ist die Voraussetzung gegeben, daß ein direkter Kontakt
zwischen Knochen und Implantat und damit ein fester Implantatsitz entsteht.
Bekannte zylindrische Kieferimplantate sind stufenförmig gestaltet und der apikale Teil ist kalottenförmig ausgebildet (DE-OS 2549114; 2619650). Die einzelnen Stufen übertragen hierbei die Kaukraft auf senkrecht zur Kaukraftrichtung geschaffene Flächen. Dadurch entsteht bei Be- un'd Entlastung keine Relativbewegung zwischen Implantat und Knochen. Das Implantat nach der DE-OS 2613650 ist außerdem mit Lakunen zur Oberflächenvergrößerung ausgestattet, die einen Durchmesser von 0,5 bis 1 mm haben. Diese Lakunen sollen das Implantat gegen Verdrehung sichern.
Untersuchungen zeigen jedoch, daß nur größere Hohlräumeiragfähigen Knochen einwachsen lassen und damit zur Verankerung des Implantates beitragen. Der Sicherung gegen Verdrehen soll in einer zweiten Variante gemäß DE-OS 2619650 ein unrunder Querschnitt des Implantates dienen. Dieser hat jedoch zur Folge, daß das durch Bohren geschaffene Implantatbett nicht vollständig ausgefüllt und der unbedingt notwendige feste Primärsitz nicht erreicht wird.
Eine zentrale Stellung bei der Beurteilung offener Implantate — also solcher, die die Schleimhaut zur Mundhöhle perforieren — nimmt der Ort des Durchtritts durch die Schleimhaut ein. Das Implantat nach DE-OS 2619650 sieht hier eine hochpolierte ringförmige Rille vor, an die sich der Narbenring anlegen soll, um die Bildung von Taschen und Entstehung von Infektionen entgegenzuwirken. In der Praxis wird jedoch die angestrebte Wirkung kaum erreicht.
Es kann somit zusammenfassend festgestellt werden, daß geeignete Implantatmaterialien zur Verfügung stehen und auch angewendet werden. Trotzdem blieb die umfassende durchgreifende Anwendung der Kieferimplantate bisher aus, weil die bekannten Implantate nicht in ausreichendem MaKeden komplizierten anatomischen und physiologischen Bedingungen des oro-facialen Systems Rechnung tragen.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, ein keramisches Kieferimplantat zum Einzelzahnersatz zu entwickeln, das bei entsprechender Operationstechnik einen festen Primärsitz und eine dauerhafte Verankerung im Kieferknochen und gleichzeitig eine günstige biomechanische Kraftübertragung auf den Knochen erlaubt. Außerdem soll sich am Ort des Durchtritts durch die Schleimhaut ein dichter Narbensaum ausbilden können.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein keramisches Kieferimplantat zum Einzelzahnersatz, bestehend aus einem kegelförmigen Stumpf, einem mehrstufigen, zylindrischen Mittelteil und einem kalottenförmigen apikalen Teil, wobei am Übergang zwischen Stumpf und Mittelteil eine Rille vorgesehen ist, zu entwickeln, dessen Konstruktion dem Ziel der Erfindung gerecht wird, indem das Implantat sowohl genügend große Lakunen aufweist als auch in anderer Weise den physiologischen und anatomischen Gegebenheiten Rechnung trägt und eine einfache Operationstechnik erlaubt. Erfindungsgemäß wird der Übergang zwischen dem kalottenförmigen apikalen Ende und dem zylindrischen Mittelteil durch ein wesentlich dünneres Zwischenstück (15 bis 25% gegenüber dem schwächsten Stück des Mittelteils) gebildet, das drei bis fünf parallel zur Implantatachse verlaufende Stabilisierungsstege aufweist. Auf diese Weise entstehen große Lakunen, in die der tragende Knochen einwachsen kann, was zur physiologisch tolerierbaren Kraftübertragung und zur Drehstabilität des Implantates beiträgt. Das Implantat ist außerdem so gestaltet, daß das Mittelteil im wesentlichen aus zwei zylindrischen Stücken mit unterschiedlichem Durchmesser besteht. So entsteht eine Stufe senkrecht zum Implantatachse, die während der Operation sehr leicht durch Einsatz zweier verschiedener Bohrerstärken im Implantatbett hergestellt werden kann. Für diese Operationstechnik ist es günstig, wenn der zylindrische Mittelteil in einer Stufe verjüngt ist und der Kugeldurchmesser des kalottenförmigen apikalen Teils gleich dem Durchmesser des unteren Mittelteils ist. Wesentliches Element der Konstruktion ist eine sattelförmige Rille im Durchtritt durch die Schleimhaut, wobei die Rille in ihrem dem Kegelstumpf zugewandten oberen Abschiußbereich in einen elliptischen Rand übergeht, der senkrecht zur Implantatachse liegt. Diese Form entspricht den physiologischen und anatomischen Gegebenheiten und ist damit eine wichtige Voraussetzung für die Bildung eines festen Narben ring es und damit für den Gesamterfoig der-Implantation. Das Implantat hat einen kegelförmigen Kopf, der es ermöglicht, sofort nach der Implantation eine Immediatkrone aufzusetzen, wodurch dem Patienten sofort das Behandlungsergebnis sichtbar wird. Die Ausführung als offenes (primär offenes) Implantat hat außerdem den Vorteil, daß kein Zweiteingriff erforderlich wird. Die notwendige Ruhigstellung des Implantates während der Einheilungsphase ist außerdem mit Hilfe der Immediatkrone problemlos möglich.
An Hand von drei Zeichnungen soll die Erfindung näher erläutert werden. Von den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1: eine Prinzipdarstellung des erfindungsgemäßen Kieferimplantates Fig. 2: die sattelförmige Rinne als Einzelheit Fig.3: die Anordnung der Stabilisierungsstege.
Das Kieferimplantet zum Einzelzahnersatz wird aus einer bioinerten Aluminiumoxidkeramik gefertigt und besteht im wesentlichen aus einem kegeiförmigen Stumpf 1, einem zylindrischen stufenförmigen Mittelteil 2 und einem kalottenförmigen apikalen Teil 3. Der Übergang vom oberen Mittelteil 2.1 zum Stumpf 1 erfolgt über die Rille 4, die wie ein Sattel gemäß Fig. 2 ausgebildet ist. Nach oben geht die Rille in einen elliptischen Rand 5 über, der senkrecht zur Implantatachse liegt. Das Mittelteil wird durch zwei zylindrische Teile, das obere Mittelteil 2.1 und das untere Mittelteil 2.2 gebildet, die sich im Durchmesser um 20% unterscheiden, wobei das untere Teil den geringeren Durchmesser hat.
Mittelteil 2 und kalottenförmiges apikales Teil 3 werden durch ein zylindrisches Zwischenstück 7 verbunden, dessen Durchmesser gegenüber dem unteren Mittelteil 2.2 wiederum um 20% verringert ist, der aber durch vier Stabilisierungsstege 6, die parallel zur Implantatachse verlaufen, verstärkt ist. Auf diese Weise entstehen große Lakunen, in die der tragende Knochen einwachsen kann.
Claims (3)
- -1- 2BO Erfindungsanspruch:1. Keramisches Kieferimplantat zum Einzelzahnersätz, bestehend aus einem kegelförmigen Stumpf, einem mehrstufigen zylindrischen Mittelteil und einem kalottenförmigen apikalen Teil, wobei am Übergang zwischen Stumpf und Mittelteil eine Rille vorgesehen ist, gekennzeichnet dadurch, daß die Rille (4) sattelförmig ausgebildet ist und am Übergang zum Kegelstumpf (1) ein senkrecht zur Implantatachse liegender elliptischer Rand (5) vorgesehen ist und daß am Übergang vom zylindrischen Mittelteil (2) zum kalottenförmigen apikalen Teil (3) ein zylindrisches Zwischenstück (7) mit drei bis fünf parallel zur Implantatachse verlaufenden Stabilisierungsstegen (6) angeordnet ist, wobei der Durchmesser des Zwischenstückes (7) gegenüber dem Durchmesser des unteren Mittelteils (2.2) um 15 bis 25% verringert ist.
- 2. Keramisches Kieferimplantat nach Punkt !,gekennzeichnet dadurch, daß der zylindrische Mittelteil (2) in einer Stufe verjüngt ist.
- 3. Keramisches Kieferimplantat nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß der Kugeldurchmesser des kalottenförmigen apikalen Teils (3) gleich dem Durchmesser des unteren Mittelteils (2.2) ist.
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1986
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