DD250541A5 - Wenig staubbildende partikulatzusammensetzung - Google Patents

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DD250541A5 DD86289818A DD28981886A DD250541A5 DD 250541 A5 DD250541 A5 DD 250541A5 DD 86289818 A DD86289818 A DD 86289818A DD 28981886 A DD28981886 A DD 28981886A DD 250541 A5 DD250541 A5 DD 250541A5
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine wenig staubbildende Partikulatzusammensetzung. Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung einer neuartigen Partikulatzusammensetzung, insbesondere von pulverisierten Feststoffen, die einen hohen Anteil an Staub aufweisen. Erfindungsgemaess wird eine wenig staubbildende Partikulatzusammensetzung zur Verfuegung gestellt, die besteht aus einem Partikulatfeststoff, beispielsweise einem Farbstoff und einem Arylhydroxypolyalkoxylat, das frei ist von langkettigen aliphatischen Substituenten. Erfindungsgemaess ist das Arylhydroxypolyalkoxylat ausgewaehlt aus Phenyl, Tolyl, Naphth-1-yl, Naphth-2-yl, 2-Phenylphenyl, 4-Phenylphenyl und Dimethylmethylendiphen-4,4-ylen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine wenig staubbildende Partikulatzusammensetzung, die mit einem Entstaubungsmittel behandelt wurde.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Verwendung von langkettigem Alkylbenzen, wie Dodezylbenzen, und langkettigen Alkylestern von langkettigen Karbonsäuren, wie Tridezylstearat, als Entstaubungsmitteln ist bekannt, aber diese Verbindungen haben ihre Grenzen, besonders bei sehr staubigen Feststoffen, die mehr als etwa 10 bis 15% ihres Gewichts Feinstoffe enthalten, und außerdem können sie zu Problemen führen, wenn der Feststoff in einem wäßrigen Mediumaufgelöstoderdispergiertist, wie das bei vielen Feststoffen, beispielsweise Farbstoffen und Pigmenten, der Fall ist, da diese Mittel nicht wasserlöslich sind.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung einer neuartigen Partikulatzusammensetzung, insbesondere von pulverisierten Feststoffen, die einen hohen Anteil an Staub aufweisen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, geeignete Zusatzstoffe aufzufinden, die eine Verringerung der Staubigkeit von pulverisierten Feststoffen bewirken.
Es wurde nun überraschenderweise festgestellt, daß bestimmte wasserlösliche Arylpolyalkoxylate, die im wesentlichen frei von langen aliphatischen Ketten sind, eine Verringerung der Staubigkeit von pulverisierten Feststoffen bewirken, besonders wenn der Feststoff einen hohen Anteil an Staub aufweist.
Nach der Erfindung wird eine wenig staubende Partikulatzusammensetzung geschaffen, die aus einem Partikulatfeststoff und einem Arylhydroxypolyalkoxylat, welches frei von langkettigen aliphatischen Substituenten ist, besteht.
Der Feststoff kann jedes Material sein, das in trockener Partikulatform zu Staubigkeit neigt, er ist aber vorzugsweise ein Material mit einer hydrophilen Oberfläche, beispielsweise ein wasserlösliches Material oder ein wasserunlösliches Material mit hydrophilem Charakter oder Oberfläche, wie das durch die Behandlungmit einem hydrophilen Oberflächenmittel erreicht wird. Zu den geeigneten Materialien gehören Farbstoffe und Pigmente, insbesondere wasserlösliche hydrophile Farbstoffe, wie Zellulosereaktivfarbstoffe, Säurefarbstoffe, Direktfarbstoffe, basische Farbstoffe, Metallkomplexfarbstoffe und kationische Farbstoffe, und wasserunlösliche Farben wie Dispersionsfarbstoffe, Küpenfarbstoffe, Pigmente, organische und anorganische. Zu anderen geeigneten Materialien, die wasserlöslich oder -unlöslich und organisch oder anorganisch sein können, gehören anorganische Salze und Komplexe, Metalloxide, trockene Säuren und Basen, Biozide, Agrochemikalien und Arzneimittel, besonders solche, die wasserlöslich oder in einer in Wasser dispergierbaren Form sind, welche sich aus der Behandlung mit einem hydrophilen Oberflächenmittel ergibt.
Unter dem Begriff „frei von langkettigen aliphatischen Substituenten", ist zu verstehen, daß das Arylhydroxypolyalkoxyiat keine aliphatischen Gruppen trägt, die mehr als vier Kohlenstoffatome enthalten. Das Arylhydroxypolyalkoxyiat ist vorzugsweise ein flüssiges, mono- oder polyzyklisches Arylhydroxypolyalkoxyiat, bei welchem die Arylgruppe, abgesehen von der Polyalkylenoxykette, nichtsubstituiert ist. Bevorzugte mono- und polyzyklische Arylgruppen sind Phenyl, ToIyI, Naphth-1-yl, Naphth-2-yl, 2-Phenylphenyl, 4-Phenyl-phenyl und Dimethylmethylendiphen-4,4'-ylen (d.h., das bivalente Radikal, das vom bis-Phenol A durch Entfernung der Wasserstoffatome in den 4,4'-Positionen abgeleitet wurde). Die Polyalkylenoxykette enthält vorzugsweise zwischen 3 und 20, besser noch zwischen 5 und 15 und am besten zwischen 8 und 12 Alkylenoxygruppen. Die Polyalkylenoxykette ist vorzugsweise homogen und wird aus Ci-4-Alkylenoxygruppen, vor allem Ethylenoxygruppen, gebildet. Ein besonders bevorzugtes Aryl hydroxypolyalkoxy I at ist 2-(Hydroxydekaethylenoxy)-naphthalen (2-HDEN). Beispiele für andere geeignete Arylhydroxyalkyloxylate sind die Kondensate von 2-Naphthol mit 3, 4, 5, 8,12,15 und 20 Molekularanteilen von" Ethylenoxid und von 1-Naphthol, Phenol, 2-, 3- und4-Kresol, 2-Phenylphenol, 4-Phenylphenol, bis-Phenol A mit 5,10,15 und 20 Molekularanteilen von Ethylenoxid.
Die feste Zusammensetzung enthält vorteilahft zwischen 0,1 und 10%, vorzugsweise zwischen 0,5 und 7,5% und am besten zwischen 1 und 5%, Gewichtsanteilen des Arylpolyalkoxylats.
Die Zusammensetzung wird am besten hergestellt durch Aufbringung des Arylhydroxypolyalkoxylats in flüssiger Form auf den Partikulatfeststoff, vorzugsweise, aber nicht unbedingt durch Sprühen und Mischen, um das Mittel überall im Feststoff zu dispergieren. Das Mischen erfolgt vorzugsweise durch sanfte Mittel, beispielsweise durch eine gemeinsame Trommelbehandlung der Bestandteile, in einigen Fällen aber kann eine größere Verringerung der Staubigkeit durch ein kräftigeres Schütteln der Bestandteile erreicht werden.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele weiter veranschaulicht, in denen al Ie Teile und Prozentsätze Gewichtseinheiten sind, soweit nichts anderes angegeben wird.
Beispiel 1:
Drei Proben von Farbstoff Cl Reactive Blue 171 in zylindrischen Glasflaschen wurden 2Gew.-% Dodezylbenzen,Tridezylstearat bzw. 2-HDEN zugesetzt, und jede Flasche wurde eine Stunde lang gerollt. Dann wurde der Staubpegel in jeder Probe durch Hindurchblasen von Luft durch die behandelte Probe, bis das Gewicht konstant war, und Messen des Materialgewichts, das durch den Luftstrom entfernt worden war, bestimmt.
Beispiele 2 bis 7:
Das Verfahren aus Beispiel 1 wurde mit weiteren sechs Reaktivfarbstoffen wiederholt, Cl Reactive Orange 12, Red 3:1, Green 19, Blue 139, Blue 187 und Red 219. Die Ergebnisse der Bewertungen der Beispiele 1 bis 7 werden in Tabelle 1 gegeben.
Tabelle 1 Farbstoff % Probe, die bei jedem Mittel Tridezyl- 2-HDEN
Beisp. als Staub entfernt wurden stearat
Dodezyl- 0,3 0
benzen 12,0 3,0
CIRBIue171 0,1 0 0
1 Cl R Orange 12 22,0 1,0 0
2 CIRRed3:1 0 2,0 0,5
3 Cl R Green 19 1,4 0 0,3
4 Cl R Blue 139 5,0 13,0 0,2
5 Cl R Blue 187 1,4
6 Cl R Red 219 7,0
7
Beispiel 8:
Einer Probe des Küpenfarbstoffs Cl Vat Violet 1 in einer zylindrischen Glasflasche wurden 2Gew.-% 2-HDEN zugesetzt, und die Flasche wurde 5 Minuten kräftig in einer acht Bewegung ausführenden Vorrichtung geschüttelt. Der Staubpegel in der Probe wurde dann durch Hindurchblasen von Luft durch ein Bett der behandelten Probe, bis das Gewicht konstant war, und Messen des Gewichts des Materials, das durch den Luftstrom entfernt wurde, bestimmt. Das Verfahren wurde unter Weglassen des Zusatzes von 2-HDEN wiederholt. Die Ergebnisse der Staubbestimmungen bei und ohne Vorhandensein von 2-HDEN werden in der Tabelle 2 gegeben.
Beispiel 9 bis 17:
Das Verfahren aus Beispiel 8 wurde mit jedem der in der Tabelle 2 aufgeführten Feststoffe anstelle von Cl Vat Violet 1 wiederholt, und die Ergebnisse der Staubbestimmungen an jedem Feststoff, bei und ohne Vorhandensein von 2-HDEN, werden in der Tabelle 2 gegeben.
Tabelle 2
Beisp. Feststoff % der als Staub entfernten Probe
Unbehandelt Behandelt (2 % 2-HDEN)
8 . Cl Vat Violet 1 11,1 7,3
9 Cl Vat Black 27 3,0 0
10 30%CI Disperse Blue 291/70% Cl Disperse
Violet 93:1 6,1 1,5
11 Cl Disperse Blue79 5,0 0
12 Cl Disperse Brown 5,0 0
13 Cl Pigment Yellow34 2,6 1,0
14 CIPigmentRed104 4,1 0,5
15 Diuron 2,0 0
16 TCMSP 10,0 0
17 THBCPP 17,0 1,5
TCMSP ist 2,3,5,6-Tetrachloro-4-(methylsulfonyl)pyridin.
THBCPP ist 1-Triazolyl-2-hydroxy-2-t-butyl-3-(2-chlorophenyl)-propan.
Diuron ist 3-(3,4-Dichlorphenyl)-1,1-Dimethylhamstoff.
Beispiel 18:
Einer Probe des unbehandelten Reaktivfarbstoffes Cl Reactive Red 219, der oben im Beispiel 7 (11,0% Staub) eingesetzt wurde, in einer zylindrischen Glasflasche wurden 4Gew.-% 2-HDEN zugesetzt, und die Flasche wurde 5 Minuten in einer acht Bewegungen ausführenden Vorrichtung kräftig geschüttelt. Dann wurde der Staubpegel in der Probe durch Hindurch blasen von Luft durch ein Bett der behandelten Probe, bis das Gewicht konstant blieb, und durch Messen des Gewichts des Materials, das durch den Luftstrom entfernt wurde, bestimmt. Die prozentuale Staubentfernung bei der mit 4Gew.-% 2-HDEN behandelten Probe wird in der Tabelle 3 gegeben.
Beispiel 19 bis 26:
Das Verfahren aus dem Beispiel 18 wurde mit der Ausnahme wiederholt, daß in jedem Beispiel die 4Gew.-% des 2-HDEN durch 4Gew.-% eines Arylhydroxypolyalkoxylats ersetzt wurden, das durch die Kondensation eines in der Tabelle 3 aufgeführten Arols mit dem angegebenen Molekularanteil Ethylenoxid (+ η EO) hergestellt wurde. Der prozentuale Staub im Farbstoff Cl Reactive Red 219, der mit4Gew.-% jedes Arylpölyalkoxylats behandelt wurde, wird in der Tabelle 3 gegeben.
Tabelle 3 Arylpolyalkoxylat % Staub
Beisp. kein 11,0
Kontr. 2-HDEN 0
18 Phenol+ 10EO 0
19 Phenol +4EO 0
20 2-Naphthol + 3EO 1,0
21 2-Kresol+10EO 0
22 2-Phenylphenol + 10EO 0
23 bis-PhenolA+15EO 0
24 Phenol+ 5 EO 0
25 2-Naphthol + 15EO 0,5
26
Beispiel 27:
Einem Gemisch von Cl Mordant Blue 1 und Cl Mordant Blue 13 in einer zylindrischen Glasflasche wurde 1 Gew.-% 2-HDEN zugesetzt, und die Flasche wurde 5 Minuten in einer acht Bewegungen ausführenden Vorrichtung kräftig geschüttelt. Dann wurde der Staubpegel in der Probe durch Hindurchblasen von Luft durch ein Bett der behandelten Probe, bis das Gewicht konstant blieb, und durch Messen des Gewichts des Materials, das durch den Luftstrom entfernt wurde, bestimmt. Das Verfahren wurde unter Weglassen von 2-HDEN wiederholt. Die Ergebnisse der Staubbestimmungen bei und ohne Vorhandensein von 2-HDEN werden in der Tabelle 4 gegeben.
Beispiele 28 bis 42:
Das Verfahren aus Beispiel 27 wurde mit jedem der in der Tabelle 4 aufgeführten Feststoffe anstelle des Gemischs aus Cl Mordant Blue 1 und Cl Mordant Blue 13 wiederholt, dazu wurde die angegebene Menge 2-HDEN eingesetzt. Die Ergebnisse der Staubbestimmungen bei den einzelnen Feststoffen, bei und ohne Vorhandensein von 2-HDEN, werden in der Tabelle 4 gegeben.
Tabelle 4 Feststoff % der als Staub entfernten Probe Behandelt %2-HDEN
Beisp. Unbehandelt 0,4 1
Cl Mordant Blue 1 &13 0,8 6,0 4
27 Cl Acid Blue 62 20,0 0,6 2
28 Cl Acid Red 266 41,0 0 3
29 Cl Reactive Blue4 22,0 0 1
30 Cl Reactive Blue 72 0,9 0 4
31 Cl Reactive Red 218 3,0 17,0 4
32 Cl Reactive Red 2 20,0 0 1
33 Cl Reactive Red 123 0,8 0 2
34 Cl Reactive Violet 23 1,0 4,0 4
35 BADPSPS 11,0 0 1
36 1,3,6-Trihydroxyxanthon 1,6 0 1
37 DCAN 0,6 0 4
38 Titandioxid 9,0 0 1
39 Cl Reactive Blue 19 1,0 0,4 4
40 Cl Reactive Blue77 16,0 0 2
41 Kaliumdichromat 2,9
42
BDPDPS ist 4,4'-bis(3-Aminophenoxy)diphenylsulfon. DCAN ist Dizyklohexylammoniumnitrit.

Claims (9)

1. Wenig staubbildende Partikulatzusammensetzung, gekennzeichnet durch einen Partikulatfeststoff und ein Arylhydroxypolyalkoxylat, das frei von langkettigen aliphatischen Substituenten ist.
2. Zusammensetzung nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Partiukulatfeststoff eine hydrophile Oberfläche hat.
3. Zusammensetzung nach Punkt 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß der Feststoff ein Farbstoff ist.
4. Zusammensetzung nach Punkt 3, gekennzeichnet dadurch, daß der Feststoff ein Zellulosereaktivfarbstoff ist.
5. Zusammensetzung nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Arylhydroxypolyalkoxylat ausgewählt wird aus Phenyl, ToIyI, Naphth-1-yl, Naphth-2-yl, 2-Phenylphenyl, 4-Phenylphenyl und Dimethylmethylendiphen-4,4'-ylen.
6. Zusammensetzung nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Arylhydroxypolyalkoxylat zwischen 3 und 20 Alkylenoxygruppen enthält.
7. Zusammensetzung nach Punkt 1 oder 7, gekennzeichnet dadurch, daß die Alkenoxygruppe Ethylenoxy ist.
8. Zusammensetzung nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Arylhydroxypolyalkoxylat 2-(Hydroxydekaethylenoxy)-naphthalen ist.
9. Zusammensetzung nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß sie zwischen 0,1 und 10Gew.-%des Arylhydroxypolyalkoxylats enthält.
DD86289818A 1985-05-02 1986-04-30 Wenig staubbildende partikulatzusammensetzung DD250541A5 (de)

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