DD252096A3 - Raumelement - Google Patents
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Abstract
Das Raumelement ist als Montageeinheit fuer mehrgeschossige Gebaeude vorgesehen, die bereits im Vorfertigungswerk weitgehend komplettiert werden. Es besteht aus punktgestuetzten Boden- und Deckenplatten, die mit den Stuetzen ueber Stuetzen-Platten-Anschlusselemente zug-, druck- und biegesteif verbunden sind. Nach der Montage zweier ueberreinanderliegender Raumelemente werden in den Stuetzenbereichen punktfoermige und im Plattenfeld linienfoermige schubsteife Verbindungen der Boden- und Deckenplatten durch Verpressung mit Vergussmoertel hergestellt. Fuer die schubsteifen Verbindungen sind spezielle Loesungen vorgesehen.
Description
Hierzu 5 Seiten Zeichnungen
Die Erfindung betrifft ein Raumelement aus punktgestützten Boden- und Deckenplatten mit biegesteif angeschlossenen Stützen, das bereits in der Vorfertigung als Montageeinheit für mehrgeschossige Gebäude komplettiert wird.
Für die Herstellung von Raumelementen wurde ein punktgestütztes Betonfertigteil-Deckenelement (DD-WP 152 823) entwickelt, bei dem in den Ecken Anschlußelemente für Stützen angeordnet sind, die mit dem Vollbeton-Deckenelement zug-, druck- und biegesteif verbunden sind. Die Stützen werden in einem kastenförmigen B.efestigungsstutzen angeschlossen.
Diese Platten-Stützen-Konstruktion ermöglicht eine variable Anordnung aller Wände.
Nachteilig ist es, daß bei der Verwendung des punktgestützten Betonfertigteil-Deckenelements als Bodenplatte die Raumelemente während der Lagerung, des Transportes und der Montage einen Aussteifungsrahmen für die Stützenköpfe und einen Witterungsschutz als flächige Abdeckung erhalten müssen. Das erfordert Mehrinvestitionen für diese Hilfskonstruktionen und zusätzliche Transporte für die Rückführung zum Vorfertigungswerk.
Weiterhin sind Raumelemente unterschiedlicher Konstruktionen entwickelt worden, in die eine Boden- und eine Deckenplatte einbezogen ist.
In diesen Konstruktionen bildet die Boden- und Deckenplatte mit mindestens zwei Wänden einen tragenden Verbund. Die Boden- und Deckenplatte ist als selbständiges Tragelement auch im Einbauzustand (DE-OS 2 229 540) ausgebildet oder über Paßrippen, die an den Decken-, Boden- und Wandaußenseiten angeordnet sind und im Einbauzustand ineinandergreifen (DE-AS 1 659 228) zur Aufnahme von Schubkräften geeignet.
Diese Konstruktionen benötigen einerseits einen hohen Materialaufwand, der die Montagemasse zusätzlich erhöht und andererseits zur Übertragung der statischen Kräfte so präzise Oberflächengenauigkeiten, die im Fertigteil-Montagebau nur mit einem unvertretbar hohen technischen und zeitlichen Aufwand realisierbar wären.
In der DE-OS 2 438 489 wurden Raumelemente vorgeschlagen, deren Decken- oder Bodenplatten an den Außenkanten Ober- bzw. Unterzüge aufweisen, die in Knotenpunkten horizontal und vertikal über hervorstehende Bewehrungen, die verflochten und mit Ortbeton vergossen werden, oder über Stahlprofile, die miteinander verschraubt oder verschweißt werden, verbunden sind. Die Tragwirkung konzentriert sich auf die Randunterzüge. Eine Schubverbindung erfolgt ebenfalls nur in den Randbereichen. Bei allen diesen Raumelementekonstruktionen müssen mindestens zwei Wände fest in die Konstruktion einbezogen werden, so daß die Variabilität eingeschränkt ist.
Ein Tragelerhent aus zwei gegenüberliegenden, miteinander verbindbaren Rippenplatten ist in der DE-OS 2 115 846 beschrieben. Eine der Rippenplatten übernimmt die Druckkräfte und die andere die Zugkräfte und die Verbindung beider Rippenplatten die Schubkräfte des vereinigten Tragelements. Die Rippen der beiden Rippenplatten sind gegenüberliegenden angeordnet, wobei die Verbindung über Aussparungen und Bügelbewehrungen erfolgt. Die Decke setzt sich aus mehreren Einzelelementen zusammen, die versetzt angeordnet werden können. Das vorgeschlagene Tragelement erfordert eine Linienlagerung. Das ist in der Raumeiementebauweise mit Einschränkungen in der Variabilität der Wandanordnung verbunden.
Da die Rippenplatten entweder nur Druckkräfte bzw. nur Zugkräfte aufnehmen können, sind diese als getrennte Boden- oder '. Deckenelemente bei Raumelementen nicht einsetzbar. Eine Schubverbindung ist nur im Bereich der Tragrippen möglich.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Reduzierung des Materialaufwands und die Minimierung der Montagemasse bei der Raumelementebauweise. Ein Aussteifungsrahmen für die Stützenköpfe und ein flächiger horizontaler Witterungsschutz sowie der damit zusammenhängende Investitions- und Transportaufwand soll vermieden werden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Raumelement zu entwickeln, das aus durch Stützen verbundene Boden- und Deckenplatten besteht, die nach der Montage zu einem Verbunddeckenelement gekoppelt werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß punktgestützte Boden- und Deckenplatten mit den Stützen über Stützen-Platten-Anschlußelemente zug-, druck- und biegesteif verbunden sind. Nach der Montage zweier übereinanderliegender Raumelemente werden in den Stützenbereichen punktförmige und im Plattenfeld linienförmige schubsteife Verbindungen der Boden- und Deckenplatten durch Verpressüng mit Vergußmörtel hergestellt.
Für die punktförmige schubsteife Verbindung in den Stützenbereichen sind in den Kontaktplatten des Stützen-Platten-Anschlußelements Bohrungen eingearbeitet und zwischen den Kontaktplatten ist ein Hüllrohr vorgesehen. Bereits in der Vorfertigung ist in dem Stützenkopf ein Anschlußstutzen eingesetzt, der das Hüllrohr des Stützen-Platten-Anschlußelements der Deckenplatte durchdringt und mit dessen oberer Kontaktplatte verschweißt ist.
Der Zwischenraum zwischen Hüllrohr und Anschlußstutzen ist mit einem Vergußmörtel ausgepreßt.
Der Anschlußstutzen ist so lang, daß er nach der Montage des darüberliegenden Raumelents das Hüllrohr des Stützen-Platten-Anschlußelements der Bodenplatte ebenfalls durchdringt und bis in den Stützenfuß hineinragt. Der Zwischenraum zwischen Hüllrohr bzw. Stützenfuß und Anschlußstutzen wird auf der Baustelle mit einem Vergußmörtel verpreßt.
Zur Herstellung der linienförmigen schubsteifen Verbindungen im Plattenfeld sind in festgelegten Abständen, beispielsweise im Plattendrittel an der Boden- und an der Deckenplatte eine Querrippe und ein Querrippenpaar angeordnet, die nach der Montage des darüberliegenden Raumelements mit Zwischenraum ineinandergreifen. Über Injektionsöffnungen wird der Zwischenraum mit Vergußmörtel ausgepreßt.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Die dazugehörigen Zeichnungen zeigen:
Fig. 1: Raumelement im Lager-, Transport-und Montagezustand
Fig. 2: Raumelemente im Einbauzustand
Fig. 3: Draufsicht auf eine Bodenplatte
Fig. 4: Draufsicht auf eine Deckenplatte
Fig. 5: Teildraufsicht auf die Verbunddeckenplatte im Stützenbereich
Fig. 6: Schnitt A-A nach Fig. 5 .
Fig. 7: Teildraufsicht auf die Verbunddeckenplatte im Bereich der linienförmigen Schubverbindung
Fig. 8: Schnitt B-B nach Fig. 7
Die Erfindung wird anhand einer Raumelementekonstruktion aus zwei Fertigteilplatten als Kassettenplatten mit punktgestützter Lagerung an den Ecken erläutert.
In Fig. 1 ist das Raumelement als Montageeinheit dargestellt. Es besteht aus einer Bodenplatte 1, einer Deckenplatte 2 und vier Stützen 3, das entsprechend der Nutzung komplettiert wird. Die Bodenplatte 1 und die Deckenplatte 2 ergeben im Einbauzustand (siehe Fig. 2) das Verbunddeckenelement 4, welches über linien- und punkförmige Schubverbindungen, die noch näher beschrieben werden, zu einem Tragelement verbunden ist. In den Fig. 3 und 4 ist die Bodenplatte 1 bzw. die Deckenplatte 2 dargestellt. Sie bestehen aus fünf Längsrippen 5, den Randquerrippen 6 und zwei Querrippen 7 an der Bodenplatte 1 bzw. zwei Querrippenpaaren 8 an der Deckenplatte 2, die im Plattendrittel angeordnet sind, sowie den Betonspiegeln 9 der Kassettenplatten. Die Längsrippen 5 und Randquerrippen 6 stehen im Einbazustand übereinander, während die Querrippen 7 und die Querrippenpaare 8 ineinandergreifen. Im Auflagerbereich der Stützen sind Stützen-Platten-Anschlußelemente 10 an den Plattenecken vorgesehen. Die linear, kreuzweise oder diagonal vorgespannte bzw. schlaffe Feldbewehrung der Boden- oder Deckenplatte ist für eine Doppelfunktion ausgelegt.
Im Lager-, Transport- und Montagezustand überträgt die Feldbewehrung die auftretenden Lasten auf die Längsrippen 5, deckt bei der Bodenplatte 1 negative Momente ab und übernimmt im Zusammenwirken mit den Stützen-Platten-Anschlußelementen 10 bei vorgespannter Bewehrung die Spaltzug- bzw. Querzugspannungen.
Im Einbauzustand nach Herstellung des statisch wirksamen Verbunddeckenelements 4 wird die Funktion der Feldbewehrung der Bodenplatte 1 auf den Gesamtquerschnitt übertragen, während die Feldbewehrung der Deckenplatte 2 im Zusammenwirken mit den Stützen-Platten-Anschlußelementen 10 bei vorgespannter Bewehrung die Spaltzug- bzw. Querzugkräfte aufnimmt.
Das Stutzen-Platten-Anschlußelement 10 der Boden- und Deckenplatte 1; 2 besteht aus einer oberen und unteren Kontaktplatte 11, die eine Bohrung 12 besitzen und über Vertikalbleche 13 und ein Hüllrohr 14 miteinander verbunden sind. An den Vertikalblechen 13 ist eine Durchstanzbewehrung 15 befestigt, die leiterförmig ausgebildet ist. Eine Quertragbewehrung 16 ist über ein, horizontales Anschlußblech 17 angeschlossen. Diese Bewehrungsanordnung ermöglicht die Übertragung von Zug-, Druck- und Biegekräften.
Außerdem ist in diesem Bereich eine panktförmige Schubverbindung der Boden- und Deckenplatte 1; 2 möglich. Diese wird über einen Anschlußstutzen 18 hergestellt, der bereits in der Vorfertigung in den Stützenkopf 19 eingesetzt und über eine Schweißnaht 20 mit der oberen Kontaktplatte 11 des Stützen-Platten-Anschlußelements 10 der Deckenplatte 2 verbunden ist. Der Zwischenraum 21 zwischen dem Hüllrohr 14 und dem Anschlußstutzen 18 ist mit einem Vergußmörtel ausgepreßt.
Nach der Montage des darüberliegenden Raumelements druchdringt der Anschlußstutzen 18 das Hüllrohr 14 des Stützen-Platten-Anschlußelements 10 der Bodenplatte 1 und ragt bis in den Stützenfuß 22. Der Zwischenraum 23 wird ebenfalls mit einem Vergußmörtel ausgepreßt.
Eine linienförmige Schubverbindung wird über die Querrippe 7 und das Querrippenpaar 8 realisiert, die nach der Montage mit einem Zwischenraum 24 ineinandergreien. Dieser Zwischenraum 24 wird über Injektionsöffnungen 25 und Entlüftungsöffnungen 26 mit Vergußmörtel ausgepreßt. Eine zusätzliche punktförmige Schubverdübelung ist über bekannte Verschraubungen 27 möglich.
Zur Herstellung des Dachabschlusses wird die Deckenplatte 2 des darunterliegenden Raumelements mit einer Bodenplatte 1 komplettiert, bei welchem zur Herstellung der Dachneigung die Längs- 5 und/oder Quertragrippen 6; 7; 8 höhenmäßig unterschiedlich oder geneigt geformt sind. Diese Bodenplatte 1 wird ebenfalls mit der Deckenplatte des Raumelements schubsteif verbunden^*
Die Kopplung der Boden- und Deckenplatte nach der Montage übereinanderliegender Raumelemente zu einem Verbunddeckenelement ermöglicht eine wesentliche Reduzierung der Plattendicken und dadurch eine erhebliche Materialeinsparung und Verringerung des Montagegewichts.
Die Anordnung einer Deckenplatte erleichtert die Komplettierung in der Vorfertigung und vermeidet den Einsatz eines Aussteifungsrahmens und eines flächigen horizontalen Witterungsschutzes. Der durch den Bau dieser Hilfselemente erforderliche Investitions- und Transportaufwand kann entfallen.
Dabei bleiben durch die Konstruktion des Raumelements die Vorteile erhalten, alle Wände variabel anordnen zu können.
Die erfindungsgemäßen punkt- und linienförmigen schubsteifen Verbindungen sind so konzipiert, daß sie bereits in der Vorfertigung soweit vorbereitet sind, daß nach der Montage nur noch das Verpressen der vorgesehenen Zwischenräume mit einem Vergußmörtel erfolgen muß.
Die Injektions- und Entlüftungsöffnungen können so angeordnet werden, daß sie einen weitgehenden Vorfertigungsgrad nicht behindern.
In Betracht gezogene Druckschriften: DE-OS 1 559 236 37 f, 15/10
DE-AS 1659 228 E 04 B, 1-348
Claims (3)
1. Raumelement aus punktgestützten Boden- und Deckenplatten mit in Stützen-Platten-Anschlußelementen zug-, druck- und biegesteif angeschlossenen Stützen, gekennzeichnet dadurch, daß die Boden- (1) und Deckenplatten (2) nach der Montage zweier übereinanderliege.nder Raumelemente in den Stützenbereichen punktförmig und im Plattenfeld linienförmig durch Verpressung mit Vergußmörtel schubsteif verbunden sind.
2. Raumelement nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß zur Herstellung der punktförmigen schubsteifen Verbindung in den Stützenbereichen in den Kontaktplatten (11) des Stützen-Platten-Anschlußelementes (10) Bohrungen (12) eingearbeitet sind und zwischen den Kontaktplatten (11) ein Hüllrohr (14) vorgesehen ist, daß bereis in der Vorfertigung in den Stützenkopf (19) der Stütze (3) ein Anschlußstutzen (18) eingesetzt ist, der das Hüllrohr (14) des Stützen-Platten-Anschlußelements (10) der Deckenplatte (2) durchdringt, mit dessen oberer Kontaktplatte (11) verschweißt und der Zwischenraum (21) mit einem Vergußmörtel ausgepreßt ist und daß nach der Montage des darüberliegenden Raumelements der Anschlußstutzen (18) durch das Hüllrohr (14) des Stützen-Platten-Anschlußelements (10) die Bodenplatte (1) durchdringt und bis in den Stützenfuß (22) hineinragt und der Zwischenraum (23) ebenfalls mit einem Vergußmörtel ausgepreßt wird.
3. Raumelement nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß zur Herstellung der linienförmigen schubsteifen Verbindungen im Plattenfeld in festgelegten Abständen an der Boden- (1) und an der Deckenplatte (2) eine Querrippe (7) und ein Querrippenpaar (8) angeordnet sind, die nach der Montage mit Zwischenraum (24) ineinandergreifen und daß der Zwischenraum (24) über Injektionsöffnungen (25) mit einem Vergußmörtel ausgepreßt ist.
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Expiry date: 20050807 |