DD253810A1 - Verfahren zur herstellung von imidazolhaltigen komplexen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf imidazolhaltige Komplexe, welche thermisch und/oder chemisch unter Abspaltung von Imidazolen und komplexen Cyanometallaten zerfallen. Die Komplexe werden durch Umsetzung von komplexen Cyaniden mit einem Imidazol gebildet und koennen zur Polymerisation von Epoxidverbindungen oder zur anreichernden Abtrennung von Imidazolen aus Abprodukten dienen.
Description
R4-C - c - R2 - (II)
η'
gebildet werden und in welcher in Formel (I) M ein Wasserstoff- oder Metallion, M' ein Übergangmetallion mit mehreren möglichen Wertigkeitsstufen, X organische oder anorganische Ionen, Radikale oder Moleküle charakterisiert, die Indizes r und t ganzzahlige Werte im Bereich r>t>0 umfassen und die Indizesa, b, c ganzzahlige Werte sind, welche durch Wertigkeit und Koordinationszahl von M und M' festgelegt werden, und in Formel (II) Ri und R2 je ein Alkyl- bzw. Phenylrest oder Wasserstoff und R3 und R4 jeweils Wasserstoff oder einen Methyl rest und die Summe R3 und R4 einen zweiwertigen, ggf. substituierten Benzolrest charakterisiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als komplexe Cyanide die Säuren der allgemeinen Formel (I) benutzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Salze komplexer Cyanide mit Imidazoliumsalzen umgesetzt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gemeinsame Lösung der Salze komplexer Cyanide und von Imidazolen mit Mineralsäuren versetzt und das Reaktionsprodukt aufgearbeitet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die imidazolhaltigen Komplexe mit 1 bis 10Gew.-% einer sauren oder basischen Verbindung behandelt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die sauren Verbindungen alkoholische Lösungen von Metallsalzen in Form ihrer Alkoxosäuren sind.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als basische Verbindungen solche benutzt werden, die mit den Säuren der Cyanometallate zu reagieren vermögen.
Der Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von imidazolhaltigen Komplexen, welche zeit- und temperaturabhängig unter Abspaltung von Imidazol zerfallen können und sowohl zur Abtrennung und Reinigung von Imidazolen als auch zur Polymerisation von epoxidgruppenhaltigen Verbindungen geeignet sind.
Es ist bekannt, daß Imidazole sowohl basische als auch pseudosaure Eigenschaften aufweisen und daher sowohl mit Säuren als auch mit Metallen Salze zu bilden vermögen. Die basischen Eigenschaften werden durch eiektronenliefernde Substituenten, z. B. durch eine Methylgruppe, verstärkt und durch elektronenanziehende Substituenten, z. B. eine Phenylgruppe, verringert. Die sauren Eigenschaften setzen eine unsubstituierte Iminogruppe voraus und werden durch elektronegative Substituenten verstärkt (vgl. z.B. K. Hofmann, The Chemistry of Heterocyclic Compounds, Imidazoles and Derivates, Part 1,1953). Metalisalze oder Koordinationsverbindungen der genannten Art sind beschrieben worden (z.B. G.P.Brown u. S.Aftergut, J. PoIm. Sei., Part A, Vol. 2 [1964] 1839) und sollen zur temperaturabhängigen Maskierung der polymerisierenden Wirkung der Imidazole auf Epoxidharze (US 3678007) geeignet sein. Gleiche Verwendungszwecke sind für Komplexe des Imidazole mit Isocyanursäure (DE-OS 2811764) oder Diaminotriazinen (EP 138209) bekannt. Zusätzlich wird im DE-OS 2811 764 angeführt,
daß Komplexe aus Imidazol oder Imidazolderivaten mit Isocyanursäure zur Abtrennung und Reinigung der Imidazole benutzt werden können. Im Sinne ihrer mit Epoxidharzen erhaltbaren Polymerisate sind deren physikalische Kennwerte stark vom chemischen Habitus der jeweiligen Komplexe abhängig, während die Zerfallstemperaturen sowohl von den Substituenten, deren Anordnung im Molekül als auch vom jeweiligen Komplexanden diktiert werden.
Aus dem dargelegten Stand der Technik resultiert, daß die Zusammensetzung der Komplexe einerseits und die Zugänglichkeit der komplexierungs- oder adukktierungsfähigen Komponenten und deren thermisch aktivierbaren polymeriadduktsierenden Eigenschaften maßgeblichen Einfluß auf deren Wahl für den jeweiligen Einsatzzweck ausüben. Es ist demzufolge das Ziel der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung von thermisch und/oder chemisch zerlegbaren imidazolhaltigen Komplexen, geeignet zur Härtung von Epoxidharzen und zur Reinigung von Imidazolen vorzuschlagen, wobei deren Herstellung sowohl aus rohstoffals auch herstellungsökonomischen Gründen in Verbindung mit ressourcalen Erfordernissen optimalen Erwartungen entsprechen soll.
Die Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zur Herstellung von imidazolhaltigen Komplexen zu entwickein, welches diese Zielstellung erfüllt. Erfindungsgemäß wird die Realisierung dieser Aufgabenstellung dadurch ermöglicht, indem das Härtungsmittel durch Umsetzung von komplexen Cyaniden der allgemeinen Formel (I)
Ma{M'[(CH)r(X)t]b}c (I)
mit einem Imidazol der allgemeinen Formel (II)
gebildet wird und in welchem in Formel (I) M ein Wasserstoff- oder Metallion , M' ein Übergangsmetallion mit mehreren möglichen Wertigkeitsstufen, X organische oder anorganische Ionen, Radikale, Moleküle usw. charakterisiert, die Indizes r und t ganzzahlige Werte im Bereich r > t > 0 umfassen und die Indizes a, b, c ganzzahlige Werte sind, welche durch Wertigkeit und Koordinationszahl von M und M' festgelegt werden und in Formel (II) R1 und R2 je einen Alkyl- bzw. Phenylrest oder Wasserstoff und R3 und R4 jeweils Wasserstoff oder einen Methylrest und die Summe R3 und R4 einen zweiwertigen, ggf. substituierten Benzolrest charakterisiert. Der allgemeinen Formel (I) entsprechen für den Fallt = 0 die freien Säuren der bekannten komplexen Cyanide. Derartige Verbindungen können Koordinationszahlen von im wesentlichen 1,4, 6 und 8 haben, wobei unter diesem Begriff die Anzahl von koordinativ einwertigen Gruppen verstanden wird, welche sich um das Koordinationszentrum M' anzulagern vermögen.
Derartige Komplexe können in unterschiedlichen Wertigkeiten von M' vorliegen und unterliegen damit Redoxreaktionen, z. B. wirkt im alkalischen Milieu Hexacyanoferrat-(3) oxidierend unter gleichzeitiger Reduktion zum Hexacyanoferrat-(2). Die der Formel (!!'entsprechenden freien Säuren sind nicht in jedem Fall präparativ zugängig, oder sie sind aufgrund ihrer Unbeständigkeit von untergeordnetem praktischem Interesse
Von wesentlicher Bedeutung sind u.a. folgende Säuren:
H4[Fe(CN)6] H3[Fe(CN)6]
H3[Cr(CN)6] H4[Mn(CN)6]
H4[Mo(CN)6] H3[Co(CN)8]
H4[W(CN)6]
während H2 [Pt(CN)4] oder H4 [Os(CN)6] aus naheliegenden Gründen kaum Anwendung finden.
Für den Fall r > t > O sind weitere komplexe Säuren bekannt, indem in den obigen Säuren Cyangruppen durch Radikale oder Neutralmolekülen ersetzt sind. Unter den zahlreichen Möglichkeiten kann X z.B. Halogenid, Hydroxyl,Thiocyanat, Sauerstoff oder eine Säure sein; derartige Fälle liegen u.a. in den Prussi-und Prussoverbindungen oder den Additionsverbindungen der Cyanoeisen-(ll)-Säure mit Säuren vor (hinsichtlich der Herstellung und/oder Umwandlung derartiger Komplexe wird auf Williams, Cyanogen Compounds, London 1948; Hein, Chemische Koordinationslehre, Stuttgart 1950 und Remy, Lehrbuch der anorganischen Chemie, Band II, Leipzig 1954, verwiesen). Die Säuren neigen sowohl in ihrerfreien Form als auch in Form ihrer Oxoniumverbindung dazu, Ionen oder Di pol molekü Ie zu okkludieren. Diese Verunreinigungen sind meist schwer entfern bar und stören im allgemeinen nicht die Umsetzungsreaktionen mit den Imidazolen und können — insoweit sie bei den Umsetzungsreaktionen mit den Imidazolen mit übernommen werden — härtungspromotorische Wirkungen haben. Die Herstellung der Säuren erfolgt zweckmäßigerweise aus ihren wasserlöslichen Salzen. Daraus können sie entweder durch Zusatz von Mineralsäuren oder unter Benutzung von Kationenaustauschern gewonnen werden. Infolge der relativen Unbeständigkeit der Säuren ist es zweckmäßig, diese — soweit sie nicht sofort zur Verarbeitung kommen — zu stabilisieren. Eine solche Maßnahme ist auch bei der Abscheidungsoperation aus ihren Salzen zu empfehlen. Dies kann durch Verbindungen mit koordinativ ungesättigtem Sauerstoff, z. B. Ethern oder Ketonen, geschehen, indem diese sich unter Ausbildung oxoniumartiger Bindungszustände an die Säuren anlagern. In dieser Form sind sie, auch im feuchten Zustand, bei gleichzeitigem Lichtausschluß und niedrigen Temperaturen ggf. über Wochen lagerbar (vgl. z.B. zu den Oxoniumverbindungen der Hexacyanoeisen-(2)-säure Duprat, Bull. Inst, de Pin 1933, 20, 36).
Die für das Verfahren anwendbaren Imidazole gemäß der allgemeinen Formel (II) können z. B. bevorzugt entweder die Grundverbindung selbst oder die 1-Methyl-, i,2-Dimethyl-, 2-Ethyl-4-methyl,2-lsopropyl-, 1 -Vinyl- oder die 2-Alkyl-benzderivate umfassen. Die Auswahl der zu adduktierenden Säuren hat unter Berücksichtigung der Imidazolsubstituenten zu erfolgen, wenn die Zerlegungstemperatur im Gebiet von 140 bis 180 Grad liegen soll, da sonst eine zu starke Bindung Imidazol-Säurezu verzeichnen ist.
Die Addukte werden dadurch erhalten, indem z. B. die wasserhaltigen oder die daraus über Trocknungsprozesse erhaltenen wasserfreien Säuren —vorteilhafterweise als Lösung oder Suspension in Ketonen, Ethern, Alkoholen oder m- bzw. p-Dioxanen
— mit äquivalenten Mengen der Imidazole versetzt werden.
Die dabei ausfallenden Niederschläge in Form eines Öles oder eines Feststoffes können anschließend einer weiteren Behandlung mit z. B. Alkoholen zwecks Reinigung und/oder Akivierung unterzogen werden. Reinigungsoperationen sind auch dadurch möglich, indem diese Niederschläge suspendiert z. B. in einem Alkohol, mit sauren oder basischen Verbindungen behandelt werden, wobei der Anteil dieser Verbindungen etwa 1 bis 10Gew.-%der Niederschläge ausmacht. Als saure Verbindungen eignen sich entweder alkoholische Lösungen von Metallsalzen in Form ihrer Alkoxosäuren und als basische Verbindungen solche, welche mit den Säuren der Cyanometallate zu reagieren vermögen, z. B. Harnstoff oder Aminoverbindungen. Eine andere Möglichkeit der Adduktbildung ist gegeben, wenn Imidazoliumverbindungen mit entsprechenden Salzen der Komplexsäuren zur Reaktion gebracht werden, z. B. indem das Natriumsalz des Nitroprussids mit der äquivalenten Menge Imidazoliumchlorid in wäßriger Lösung versetzt wird. Noch günstiger ist es, wenn dabei die abzuscheidenden Ionen schwerlösliche Salze bilden, etwa indem Imidazoliumsulfat mit Kalziumsalzen der Komplexsäuren zur Umsetzung kommt. Es ist dabei verfahrenstechnisch möglich, die Imidazoliumverbindungen unmittelbar vor Verwendung separat in Form von wäßrigen Lösungen aus der Neutralisation äquivalenter Reaktandenmengen zu erzeugen oder gemeinsame Lösungen von Imidazol und Komplexverbindungen mit einer auf den Imidazolgehalt bezogenen Säuremenge zu versetzen. Die resultierenden imidazolhaltigen Komplexe sind geeignet
— zur thermischen Härtung von epoxidgruppenhaltigen Verbindungen oder Mischungen zwecks Erhaltung von flüssigen oder festen Polymerisaten,
— um Imidazol bzw. Imidazolderivate aus Abprodukten anreichend abzutrennen und anschließend zwecks Rückgewinnung der Imidazole zu zerlegen, indem unter Zugrundelegung der chemischen Stabilität der Imidazole die gebildeten Komplexe durch Zugabe von äquivalenten Mengen einer Metallsalzlösung, z. B. in Form der oben angeführten Alkoxosäuren, in die z. B. in organischen Lösungsmitteln unlöslichen Schwermetallsalze der Cyanometallate unter Ausbildung alkoholischer Metallsalze des Imidazols übergeführt werden und das Filtrat mit einer anorganischen Base neutralisiert, eingetrocknet und anschließend das Imidazol abdestilliert wird.
, Beispiel 1
Herstellung von Hexacyanoeisen-(ll)-säure
108g K-Hexacyanoferrat-(ll), K4 [Fe(CN)6], 3H2O werden in 400 ml Wasser gelöst und 200ml Ether unter Schütteln zugesetzt. Unter scharfem Turbinieren und Kühlung mit Eiswasser werden anschließend 240 ml konzentrierte Salzsäure portionsweise zugegeben, wobei ab ca. 70ml HCI eine deutliche Exothermie beobachtet wird und — je nach Reinheit der Ausgangsmaterialien
— die weiße bis bläuliche Eisen-(ll)-säure ausfällt. Nach beendeter HCI-Zugabe läßt man noch ca. 10min stehen und filtriert ab. Man erhält so ein durch anorganische Salze verunreinigtes wasser- und etherfeuchtes Material mit einem Trockengehalt von ca. 11%, welches als Ausgangsmaterial für weitere Umsetzungen dienen kann und bei Temperaturen um 50C über Wochen aufbewahrbar ist.
Dieses feuchte Material kann durch Trocknen bis max. 400C unter Abspaltung des Ethers in ein lockeres, zum Niesen reizendes Pulver übergeführt werden, welches unter Ausschluß von Sonnenlicht und Feuchtigkeit ebenfalls wochenlang lagerbar ist. Zur Reinigung kann es in Methanol gelöst und durch Etherzugabe daraus wieder gefällt werden.
80g feuchte Säure nach Bsp. 1 werden in 200ml Azeton suspendiert und 26g in Azeton gelöstes Imidazol portionsweise unter Turbinieren zugegeben, dabei klärt sich die Suspension allmählich, das Azeton nimmt eine gelbe Farbe an, und es scheidet sich ein weißer bis gelberölähnlicher Niederschlag ab. Dieser wird nach Dekantieren des Azetons mit 100 ml Ethanol Übergossen, wodurch er zu einem weiß-gelben Pulver zerfällt.
43g der getrockneten und gepulverten Säure nach Beispiel 1 (0,2 Mol) werden mit 55g Imidazol (0,8 Mol) lose vermengt und anschließend mit 400 ml Ethanol übergössen. Es bildet sich unter schwacher Exothermie und in Abhängigkeit vom Alter und Habitus der Komplexsäure sofort oder allmählich eine weiße Fällung aus, welche nach ca. 60 min abfiltriert und auf dem Filter zweimal mit je 150 ml Ethanol gewaschen wird. Man erhält 78 bis 82 g (80 bis 84% der theoretischen Ausbeute) eines weißen, sich an der Luft allmählich gelb färbenden Materials.
45g Benzimidazol werden in 600 ml Azeton gelöst und diese Lösung in eine Suspension von 80g der feuchten Säure nach Bsp. 1 in 400 ml Azeton unter kräftigem Turbinieren eingegossen. Dabei erfolgt bei den ersten Mengen die Ausbildung eines rosa Farbtones, der mit zunehmender Benzimidazolmenge nach apfelsinenfarben unter unter gleichzeitiger Ausbildung eines weißlichen Niederschlages umschlägt. Nach Dekantieren des Azetons wird mit 300 ml Methanol Übergossen, abfiltriert und dreimal mit wenig Methanol nachgewaschen.
15g (0,05 Mol) Nitroprussidnatrium werden in 100 ml Wasser gelöst und in eine Aufschlämmung von 10g Imidazoliumchlorid in 120 ml Azeton gegossen. Das Imidazol geht dabei unter Gasentwicklung exotherm in Lösung. Die eingetrocknete Lösung ergibt biaßrote Krusten, welche, mit 100 ml Methanol verrieben, unter Abscheidung von Natriumchlorid in Lösung gehen. Die filtrierte Lösung ergibt nach dem Eindunsten einen blaßbräunlichen Rückstand.
Claims (1)
- Patentansprüche:1. Verfahren zur Herstellung von thermisch und/oder chemisch zerlegbaren imidazolhaltigen Komplexen, dadurch gekennzeichnet, daß diese Komplexe durch Umsetzung von komplexen Cyaniden der allgemeinen Formel (I)Ma{M'[(CN)r(X)t]b}c (I)mit einem Imidazol der allgemeinen Formel (II)
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