DD256736A1 - Herstellung von polymeren-bindemittel-laminaten zur waerme- und schallisolierung - Google Patents

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DD256736A1
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laminates
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DD28925686A
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Ulrich Melzig
Mariano Pellagalli
Manfred Schumann
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Ulrich Melzig
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  • Separation, Recovery Or Treatment Of Waste Materials Containing Plastics (AREA)

Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf das Bauwesen und auf andere Bereiche der Volkswirtschaft, in denen Schall- und Waermeisolierungen verwendet werden. Aufbereiteter Abfall- bzw. Altreifengummi oder Plastabfaelle werden mit einem Bindemittel, bestehend aus einem Tensid, dem ein saurer Haerter (z. B. Salzsaeure) zugegeben wird und aus Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat oder Leuna-Leim zu Mischungen verarbeitet. Aus den Mischungen, die beliebig verschaeumbar und verformbar sind, lassen sich Laminate herstellen, die schnell aushaerten und auf Grund ihrer geringen Waermeleitfaehigkeit und Schallabsorption gut fuer Waerme- und Schallisolierzwecke verwendet werden koennen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung beinhaltet Möglichkeiten zur Substitution von Polystyrol bzw. Kamilit als Wärmeisolierung und Schalldämmstoff im Wohnungs-, Industrie- und Gesellschaftsbau.
Die Erfindung kann im Bauwesen, z. B, in Plattenwerken zur Herstellung von Außenwandelementen, in der Bauelementenvorfertigung überhaupt und auf den Baustellen selbst angewendet werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Bei der Fertigung von Außenwänden werden für mehrschichtige Außenwandvarianten zur Wärmedämmung 45-50 mm dicke Schichten aus Schaumpolystyrol oder Kamilit verwendet.
Die Außenwände sind durch folgende Werte für den Wärmedurchlaßwiderstand und den Wärmedurchgang charakterisiert:
Variante Wärmedurchgangs widerstand h-m2-grd/kJ Wärmedurchgang kJ/h-m2-grd
zweischichtige HWL-Platte mit Schaumpolystyrolkern (d = 45mm) 0,27 2,93
dreischichtige Platte mit Polystyrol- oder Kamilitschicht (d = 50mm) 0,35 2,56
(Siehe Dokumentation zu WBS70 der Bauakademie der DDR, Berlin [1972] und F.Schwarz „Wärmedämmung von Außenwandkonstruktionen" in Bauplanung — Bautechnik 35 [1981 ] 7, S.301-304).
In der DDR verwendete Dämmbaustoffe sind durch folgende Materialkennwerte charakterisiert:
Material Rohdichte Wärmeleitwert Druckfestigkeit
(trocken)
kg/m3 W/m K N/mm2
Schaum
polystyrol 50 0,042 0,2
PUR-Hart
schaum 50 0,030 0,7
(Siehe Langhammer, P. u. G. Streuer „Lösungswege zur Substitution traditioneller Dämmstoffe" in Bauplanung — Bautechnik 36
In der genannten Publikation wird die Verwendung eines superleichten Dämmbetons für die Dämmschicht in der Mehrschichtenplatte im Wohnungs-, Gesellschafts- und Industriebau vorgeschlagen. Zur Substitution des Polystyrols in der konventionellen mehrschichtigen Platte soll eine Zweischichten-Platte, bestehend aus Dämmbeton und der Außenhaut verwendet werden.
Bei Verwendung, z. B. von Mineralwolle-Lamellenplatten zur Herstellung eines mehrschichtigen Außenwandelements, schlägt
O. Piotrowski (DDR-Patentschrift Nr.93627, Int. Cl. E 046,2/00 vom 5.11.72) vor, daß das Außenwandelement konstruktiv so gefertigt wird, daß eine Hinterlüftung ermöglicht wird. Damit werden Korrosionserscheinungen an den Verbindungsstählen durch sich sonst ansammelnde Feuchtigkeit unterbunden.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, Schaumpolystyrol bzw. Kamilit als Wärmeisolier- und Schalldämmstoffe durch Laminate, bestehend aus aufbereitetem Altgummi und einem geeigneten Bindemittel zu substituieren.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Zur Wärme-und Schalldämmung werden im Bauwesen formstabile und leicht verarbeitbare Materialien benötigt.
Die dazu bisher verwendeten Materialien aus Schaumpolystyrol sind teilweise durch Kamilit ersetzt.
Kamilit hat die Nachteile, daß es nur teilweise formstabil ist, sich bei Belastung zusammendrücken läßt und arbeitshygienische Probleme (z.B. Mineralstaubbildung und damit Silikosegefahr sowie Hautreizungen) bei der Verarbeitung aufweist.
Für die genannten Verwendungszwecke als Baustoff für die Wärme- und Schallisolierung werden Laminate aus granuliertem Altgummi oder Plastabfällen und Harnstoff-Formaldehyd als Bindemittel hergestellt. Aus den Plastabfällen oder dem Altgummi bzw. den Altreifen werden in geeigneten Zerkleinerungsaggregaten Granulate hergestellt.
Die physikalischen Eigenschaften der Laminate lassen sich neben dem Bindemittelgehalt auch durch die Körnung des Gummigranulates beeinflussen.
Ein Tensid (z.B. E30 oder W50 des VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht" oder Spelin W des VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt), dem ein saurer Härter zugesetzt wurde, wird mittels Luft zu einem feinzelligen Schaum verwandelt. Beim Zumischen von Hamstoff-Formaldehyd-Vorkondensat oder Hamstoff-Formaldehyd-Leim entsteht ein Bindemittel, dem zerkleinerter Gummi oder Plastabfälle zugesetzt werden.
Der Polymerenanteil der Mischung kann bis zu 90% betragen. Das Polymer-Bindemittel-Gemisch ist leicht verformbar, füllt jedes vorgegebene geometrische Volumen aus und erhärtet zu Formkörpern gewünschter geometrischer Formen.
Die Mischung und Aushärtung kann bei Raumtemperatur erfolgen.
Durch die Art des sauren Härters (Phosphorsäure, Salzsäure o.a.) und Erhöhung der Temperatur kann die Erhärtungszeit des Laminates beeinflußt werden. Die hergestellten Laminate lassen sich zerschneiden, zersägen oder anderweitig mechanisch bearbeiten. Je nach Art und Zerkleinerung der verwendeten Abfallpaste oder des Altgummis beträgt die Rohdichte 0,7 bis 0,8g/cm3 und die Wärmeleitfähigkeit 7 bis 9 · 10~4J/cm2 · K · s.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1:
Dem Tensid E30 des VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht" werden eine verdünnte Salzsäure zugesetzt und in einen schaumigen Zustand versetzt. Dem Schaum wird der Leuna-Leim 4540 im Verhältnis 1:1 zugegeben. Dem so hergestellten Bindemittel werden 9 Teile von Gummi-Granulaten der Körnungen <4und <10mm zugegeben und intensiv vermischt. Die Mischung wird zum Aushärten in geometrisch verschieden geformte Gußformen gegeben. Die ausgehärteten Laminate lassen sich leicht aus der Form entfernen. Die Rohdichten der Laminate mit 90% aufbereitetem Altgummi betragen 0,77 bis 0,8g/cm3 und die Wärmeleitfähigkeit 0,8 bis 1,0 · 10~3J/cm2 K · s.
Beispiel 2:
Vorgelegt werden zerkleinerte Haushaltsplastabfälle, denen ein Bindemittel, bestehend aus einem Tensid, dem Salzsäure als saurer Härter und Leuna-Leim 4550 zugegeben werden. Die Vorbereitung des Bindemittels erfolgte wie im Beispiel 1 beschrieben.
Zum Aushärten wird die Mischung in Behälter verschiedener geometrischer Formen gegossen, aus denen sie nach dem Aushärten leicht zu entfernen ist.
Die Rohdichte des Laminates beträgt 0,7 g/cm3 und die Wärmeleitfähigkeit 0,8 10~3J/cm2 · K · s.

Claims (3)

1. Herstellung von Polymeren-Bindemittel-Laminaten für die Wärme- und Schallisolierung, gekennzeichnet dadurch, daß ein aufbereitetes Gummi- oder Altplastgranulat mit einem Harnstoff-Formaldehyd-Bindemittel vermischt wird.
2. Die Erfindung nach Punkt !,gekennzeichnet dadurch, daß die Körnung desAbfall-Gummisbzw, der Abfallplaste sowie deren Anteil in der Mischung variiert werden können.
3. Verfahren nach Punkt 1-2, gekennzeichnet dadurch, daß die Polymeren-Bindemittel-Mischungen zu Laminaten beliebiger geometrischer Form vergossen oder verspritzt werden können.
DD28925686A 1986-04-17 1986-04-17 Herstellung von polymeren-bindemittel-laminaten zur waerme- und schallisolierung DD256736A1 (de)

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