DD257245A1 - Verfahren zur extraktion von lithiumchlorid aus calciumchloridhaltigen loesungen - Google Patents

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DD257245A1
DD257245A1 DD29935087A DD29935087A DD257245A1 DD 257245 A1 DD257245 A1 DD 257245A1 DD 29935087 A DD29935087 A DD 29935087A DD 29935087 A DD29935087 A DD 29935087A DD 257245 A1 DD257245 A1 DD 257245A1
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Heinz Moster
Horst Holldorf
Hans Hoffmann
Bernd Pickert
Birgit Schmidt
Siegfried Ziegenbalg
Wolfgang Gaertner
Gerhard Huenerbein
Karin Metze
Eberhard Nitschke
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Gommern Erdoel Erdgas
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein einfaches Verfahren zur Abtrennung von Lithiumchlorid aus calciumchloridhaltigen Loesungen, insbesondere aus Loesungen, die durch ein hohes CaCl2/LiCl-Verhaeltnis gekennzeichnet sind, durch Fluessig-Fluessig-Extraktion. Mit dem Verfahren wird die Gewinnung von Lithiumverbindungen aus lithiumhaltigen mineralisierten Waessern mit einem hohen CaCl2/LiCl-Verhaeltnis auf wirtschaftlich effektive Weise moeglich. Erfindungsgemaess erfolgt die Abtrennung von Lithiumchlorid aus den Loesungen mit einem hohen CaCl2/LiCl-Verhaeltnis ueber folgende Prozessstufen: Eindampfung der Loesungen auf hohe Calciumchloridgehalte, Durchfuehrung der Lithiumchloridextraktion mit einem Alkohol, Reextraktion der organischen Phase mit Wasser, Zwischeneindampfung des Reextraktes bis auf hohe Salzgehalte, Lithiumchloridextraktion des eingedampften Reextraktes mit einem Alkohol, bei sehr hohen CaCl2/LiCl-Verhaeltnissen ein- bis mehrmaliges Wiederholen der Prozessstufen Zwischeneindampfung des Reextraktes aus der vorgeschalteten Extraktionsstufe und Lithiumchloridextraktion aus dem eingedampften Reextrakt, Realisierung der letzten Reextraktion in zwei Stufen, mit der Rueckfuehrung eines calciumchloridreichen Reextraktes in die vorgelagerte Extraktionsstufe und der Aufarbeitung eines lithiumchloridreichen Reextraktes zu dem gewuenschten Endprodukt. Die Erfindung kann zur Gewinnung von Lithiumverbindungen aus mineralisierten Waessern mit einem hohen CaCl2/LiCl-Verhaeltnis eingesetzt werden, unabhaengig davon, ob die Waesser primaer ueber eine Sonnen- oder Vakuumeindampfung oder ueber eine Vorfaellung des Lithiuminhaltes aufkonzentriert werden.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein einfaches Verfahren zur Abtrennung von Lithiumchlorid aus calciumchloridhaitigen Lösungen, insbesondere aus Lösungen, die durch ein hohes CaCI2/LiCI-Verhältnis gekennzeichnet sind, durch Flüssig-Flüssig-Extraktion. Lithiumchlorid ist in volkswirtschaftlich interessanten Konzentrationen in vielen Oberflächen- und Tiefenwässern enthalten. Einige dieser Wasser sind durch ein hohes CaC^/LiCI-Verhältnis gekennzeichnet. Die Erfindung kann zur Lithiumchloridabtrennung aus solchen Wässern nach erfolgter Aufkonzentrierung genutzt werden. Lithiumverbindungen werden zunehmend zu einem unentbehrlichen Rohstoff für viele Zweige der Wirtschaft. Mit der Erfindung wird auch der Lithiuminhalt stark calciumchloridhaltiger Wasser einer volkswirtschaftlich effektiven Gewinnung zugänglich.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Für die technische Gewinnung von Lithiumverbindungen können zwei Arten von Rohstoffquellen unterschieden werden:
— Lithiumerze (hauptsächlich Silicate, z. B. Spodumen, Petalit, Eukryptit);
— Mineralwässer (Tief en wasser, Begleitwässer der Erdöl- und Erdgasgewinnung, Wasser von Salzseen bis hin zum Wasser des
toten Meeres und zum Meerwasser allgemein).
Die technische Nutzung der lithium haltig en Mineralwässer für eine Produktion von Lithiumverbindungen ist bisher auf stark lithiumhaltige, ausgewählte Wasser in den USA und in Chile beschränkt geblieben, wobei sich die genutzten Wässer durch
niedrige Gehalte an Erdalkalimetallsalzen, insbesondere an Calciumchlorid, auszeichnen. Der anteilige Produktionsumfang auf dieser Basis ist allerdings bereits beträchtlich und außerdem stark steigend. Das bevorzugte Verfahren zur Gewinnung von Lithiumverbindungen aus mineralisierten Wässern ist die Aufkonzentrierung der Wässer, insbesondere durch Sonneneindunstung — aber auch über eine Vakuumeindampfung mit nachfolgender Fällung bzw. Kristallisation eines Lithiumsalzes aus den aufkonzentrierten Lösungen.
Liegt in den Ausgangslösungen primär ein hohes CaCI2/LiCI-Verhältnis vor, ist dies Grundverfahren nicht in einfacher Weise anwendbar. Aus den nach einer Aufkonzentrierung erhaltenen stark calciumchloridhaltigen Lösungen kann kein Lithiumsalz durch Fällung oder Kristallisation abgetrennt werden. Dies dürfte auch die Ursache dafür sein, daß bisher keine Produktion von Lithiumverbindungen auf der Basis von Lösungen mit einem hohen CaCI2/LiCI-Verhältnis erfolgt.
Intensive Forschungsarbeiten zur Problematik der Gewinnung von Lithiumverbindungen aus mineralisierten Wässern führten zu einer Vielzahl von Verfahrensvorschlägen, wobei ein Teil dieser Vorschläge auch die Nutzung von Lösungen mit hohen CaCI2/LiCI-Verhältnissen berücksichtigt. Nur die letztgenannten Vorsehläge sind an dieser Stelle von Interesse. Sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
— Fällung des Lithiuminhaltes der primären oder wenig aufkonzentrierten Lösungen mit Aluminiumchlorid in neutraler bis schwach alkalischer Lösung als komplexes Lithium-Aluminium-Hydroxid mit nachfolgender Aufarbeitung des Fällproduktes;
— Lithiumchloridabtrennung aus den stark aufkonzentrierten Lösungen durch Flüssig-Flüssig-Extraktion.
Für die Schlämme aus der Lithium-Aluminium-Hydroxid-Fällung wird allgemein eine Auflösung in Salzsäure vorgesehen, um danach in erster Näherung eine LiCI-AICI3-Lösung zu erhalten. Primäre Zielstellung des „FäI!Verfahrens" ist es, den Fällschritt als Alternative zur Sonneneindämpfung bzw. Vakuumeindampfung zu nutzen, also eine Aufkonzentrierung hinsichtlich des LiCI-Inhalteszu erreichen. Erfolgt die Fällung aber aus Lösungen mit einem hohen CaC^/LiCI-Verhältnis, so wird gleichzeitig eine Abtrennung der Hauptmenge des CaC!2-lnhaltes erreicht.
Schultze und Bauer (Report Bureau of Mines 8883) sehen das Fällverfahren darum als Vorzugsvariante zur Aufarbeitung von geothermalen Wässern mit hohen CaCI2/LiCI-Verhältnissen hinsichtlich des LiCI-lnhaltes an. Sie schlagen das Fällverfahren für ein Wasser mit 25 g Ca2Vl, 58 g Na4VI und 170 mg LiVl vor. Tatsächlich enthält der Lithium-Aluminium-Hydroxid-Schlamm nach der Fest-Flüssig-Trennung noch beträchtliche Mengen CaCI2 und NaCI über die anhaftenden Lösungen. Im Resultat der Auflösung des Schlammes in Salzsäure wird darum in erster Näherung keine LiCI-AIÜ3-Lösung, sondern eine LiCI-AICI3-CaCI2-NaCI3-Lösung entstehen. Aus der so erhaltenen Lösung wird das Aluminiumchlorid mit überschüssiger Salzsäure als AICI3 · 6H2O abgeschieden. Die Restlösung wird einer Sprühtrocknung unterworfen. Aus dem festen Produkt erfolgt die Abtrennung des Lithiumchlorids über eine Fest-Flüssig-Extraktion mit Tetrahydrofaran. Dieser Schritt ist wieder zur CaCI2-LiCI-Trennung erforderlich. Es ist zu erkennen, daß das hohe CaCI2/LiCI-Verhältnis zu einem außerordentlich komplizierten Verfahrensschema führt.
Ein ähnlicher Verfahrensgang wird von Epstein, Feist, Zmora und Marens (Hydrometallurgy 6 [1983] 269) für die Gewinnung von Lithiumverbindungen aus den Wässern des Toten Meeres vorgeschlagen, die ebenfalls durch hohe CaCI2-Gehalte gekennzeichnet sind.
Allerdings gehen diese Autoren davon aus, daß über eine 3stufige Wäsche des Lithium-Aluminium-Hydroxid-Schlammes ein weitestgehend calciumchloridfreies Fäll produkt erhalten werden kann. Sie sehen eine Flüssig-Flüssig-Extraktion mit n-Hexanoi, 2-Ethylhexanol oder mit Methylisobutylketon zur Rückgewinnung des Aluminiumchlorids aus den Lösungen vor, die im Resultat der Rücklösung des gewaschenen Fällproduktes in konzentrierter Salzsäure erhalten werden. Nach dem Vorschlag von Epstein u.a. kann das Problem der CaCI2/LiCI-Trennung allein über den Fällungsschritt mit anschließender Wäsche des Fäll Produktes gelöst werden, während nach den neueren Untersuchungen von Schultze und Bauer von dieser Voraussetzung nicht ausgegangen werden kann.
Die Möglichkeit der Lithiumabtrennung aus stark aufkonzentrierten Lösungen mit einem hohen CaCI2/LiCI-Verhältnis durch Flüssig-Flüssig-Extraktion ist in der Patentliteratur mit zwei Vorschlägen von Goodenough und Gaska (U.S.-Pat. 3,306,712 und 3,307,922) belegt
In dem U.S.-Patent 3,306,712 wird eine Gegenstromextraktion für eine wäßrige Ausgangslösung mit 41,9% CaCI und 0,024% LiCI mit C3- bis Cß-Alkoholen als Extraktionsmittel beschrieben. Die Extraktionstemperatur beträgt 20 bis 300C. Das Phasenverhältnis organische Phase/wäßrige Phase wird mit 2:1 angegeben. Zur Erhöhung der LiVCa2+-SeIektivität wird dem Extraktionssystem Harnstoff zugefügt. Angaben zur Lithiumausbeute fehlen. Unklar bleibt die Frage des Harnstoffverbleibes. In dem U.S.-Patent 3,307,922 wird die Extraktionstemperatur auf die Temperaturspan ne 5 bis 75°C ausgedehnt. Bei gleichem Phasen verhältnis wird zur Verringerung der Ca-Extraktion Ammoniak (5% bis 40%) in das Extraktionssystem eingeleitet. Auch hier fehlen weitere Angaben zur Lithiumausbeute und zurtechnologischen Gestaltung des Gesamtsystems.
Aus der Charakteristik der bekannten technischen Lösungen wird deutlich, daß ein dringendes Bedürfnis nach einem effektiven Verfahren zur CaC^/LiCI-Trennung besteht, das die Gewinnung von Lithiumchlorid aus Lösungen mit hohen CaCI2/LiCI-Verhältnissen erlaubt.
Nach den bisherigen Vorschlägen wird das Problem bei Einsatz der verdünnten oder schwach auf konzentrierten Lösungen über eine Variante des Fällverfahrens (Fällung des Lithiuminhaltes als komplexes Lithium-Aluminium-Hydroxid) gelöst, wobei die Weiterverarbeitung des Fällproduktes zu einem komplizierten Prozeß führt, da eine Rückgewinnung des Aluminiumchlorids erfolgen muß und die Abtrennung des Calciumchlorids über den Fällungsschritt in den meisten Fällen nicht vollständig sein wird. Eine unmittelbare CaC^/LiCI-Trennung durch Flüssig-Flüssig-Extraktion wird mit einfachen Extraktionsmitteln nur nach einer Aufkonzentrierung der Lösungen möglich sein. Eine solche Extraktion wird nach dem vorhandenen Stand des Wissens immer mit einer erheblichen Mitextraktion von CaCI2 verbunden sein. Die Mitextraktion von CaCI2 ist bei Verwendung von Alkoholen als Extraktionsmittel so groß, daß bei ausschließlichem Einsatz von Alkoholen eine CaC^/LiCI-Trennung ausgeschlossen erscheint. Die bisherigen Vorschläge sehen darum den Einsatz komplexer Extraktionssysteme Alkohol-Harnstoff bzw. Alkohol—Ammoniak vor, um die Mitextraktion des Calciumchlorids zu unterdrücken. Dies führt aber zu komplizierten Prozessen bei der Regenerierung des Extraktionsmittels. Für eine technische Anwendung scheinen die komplexen Extraktionssysteme darum ungeeignet.
Zusammenfassend ist darum die Schlußfolgerungen erlaubt, daß das Problem einer effektiven CaC^/LiCI-Trennung aus Lösungen bisher als nicht gelöst angesehen werden muß.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, ein einfaches Verfahren zur Abtrennung von Lithiumchlorid aus Calciumchloridlösungen bei hohen Calciumchloridüberschüssen durch Flüssig-Flüssig-Extraktion zu realisieren. Mit dem Verfahren soll die Gewinnung von Lithiumverbindungen aus lithiumhaltigen mineralisierten Wässern mit einem hohen CaCI2/LiCI-Verhältnis auf wirtschaftlich effektive Weise möglich werden. Als Extraktionsmittel sollen Alkohole ohne weitere Zusätze zum Einsatz kommen, um das Extraktionssystem so einfach wie möglich zu halten.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Abtrennung von Lithiumchlorid durch Flüssig-Flüssig-Extraktion mit Alkoholen aus Calciumchloridlösungen mit hohen Cacla/LiCI-Verhältnissen zu entwickeln. Das erfindungsgemäße Verfahren verzichtet gegenüber dem bekannten Stand der Technik auf jegliche Zusätze zu dem Extraktionsmittel und ermöglicht trotzdem in einfacherWeise LiCI-Ausbeuten von über 90%. In dem erfindungsgemäßen Verfahrens wird die LiCI-Abtrennung aus den Calciumchloridlösungen mit hohen Calciumchloridüberschüssen auf folgende Weise realisiert:
— Eindampfen der Lösungen bis zu möglichst hohen Calciumchloridgehalten aus der Sicht der technischen Handhabbarkeit;
— Durchführung der Lithiumchloridextraktion mit dem Alkohol als Gegenstromextraktion bei technisch günstigen Temperaturen und technologisch günstigen Phasenverhältnissen;
— Durchführung der Reextraktion der organischen Phase als Gegenstromextraktion bei technisch günstigen Temperaturen und einer minimalen Wassermenge;
— Zwischeneindampfung des so erhaltenen Reextraktes bis zu möglichst hohen Salzgehalten aus der Sicht dertechnischen Handhabbarkeit;
— Wiederholung der Lithiumchloridextraktion aus dem eingedampften Reextrakt mit dem Alkohol als Gegenstromextraktion bei technisch günstigen Temperaturen und technologisch günstigen Phasenverhältnissen;
— bei sehr hohen CaC^/LiCI-Verhältnissen in den Ausgangslösungen ist eine ein- bis mehrmalige Wiederholung der Prozeßstufen Zwischeneindampfung des Reextraktes aus der vorgeschalteten Extraktionsstufe und Lithiumchloridextraktion aus dem eingedampften Reextrakt mit dem Alkohol als Gegenstromextraktion bei technisch günstigen Temperaturen und technologisch günstigen Phasenverhältnissen erforderlich;
— Durchführung der letzten Reextraktionen in zwei Stufen. Zunächst wird mit einer minimalen Wassermenge aus der organischen Phase über eine Gegenstromextraktion eine calciumreiche Lösung abgetrennt, die in die vorgeschaltete Extraktionsstufe zurückgeführt wird. Danach erfolgt mit einer größeren Wassermenge die vollständige Gegenstromextraktion der organischen Phase unter Abtrennung einer lithiumreichen Lösung;
— die lithiumchloridreiche Lösung aus der zweiten Stufe der letzten Reextraktion kann nach bekannten Methoden zu den gewünschten Lithiumverbindungen aufgearbeitet werden.
Als Extraktionsmittel können vorzugsweise C4- bis Cß-Alkohole eingesetzt werden. Bei Untersuchungen im Laboratorium zeigen iso-Butanol (Methylpropanol-1) und Gärungsamylalkohol (Gemisch aus 2-Methyl-butanol-1 und 3-Methylbutanol-1) eine " ähnliche Selektivität bezüglich der Li/Ca-Trennung. Aufgrund des ähnlichen Verfahrens der Verteilungsisothermen sind darum bei Verwendung von iso-Butanol und Gärungsamylalkohol als Extraktionsmittel keine grundsätzliche verschiedenen Extraktionsergebnisse zu erwarten. Beide Lösungsmittel unterscheiden sich jedoch in ihrer Mischbarkeit mit Wasser. Iso-Butanol nimmt bei der Reextraktion bedeutend mehr Wasser auf, was bei der Rückführung des Extraktionsmittels zu einer Verdünnung des Extraktionssystems führt. Gärungsamylalkohol oder höhere Alkohole allgemein sind darum besser als Extraktionsmittel geeignet.
Die Untersuchung der Verteilungsgleichgewichte in Systemen des Typs CaCI2-LiCI-Wasser-Alkohol zeigte, daß die LiCI-Verteilung bei allen CaCI2/LiCI-Verhältnissen sehr stark von der absoluten CaCI2-Konzentrationen in der wäßrigen Phase abhängig ist. Hohe CaCl2-Konzentrationen wirken sich günstig auf die LiCI-Verteilung im Sinne einer extraktiven Abtrennung aus. Überraschend ist die starke Abnahme des für die LiCI-Extraktion notwendigen Phasenverhältnisses bei zunehmenden CaCI2-Gehalten in der wäßrigen Phase. Da Calciumchlorid in bedeutendem Umfang bei der Extraktion mit Alkoholen mitextrahiert wird, ist eine mehrstufige Extraktion unumgänglich. Die Untersuchungen führten dabei zu der völlig neuen technischen Lösung, daß eine solche mehrstufige Extraktion nur über eine Zwischeneindampfung der Reextrakte effektiv gestaltet werden kann, um den Calciumchloridgehalt wieder auf das notwendige hohe Niveau zu heben. Wegen der Verringerung der LiCI-Konzentration in der organischen Phase mit steigender Temperatur bei gleichen Calciumchloridgehalten in der wäßrigen Phase und wegen der gleichzeitigen Erhöhung des Dampfdruckes der organischen Lösungsmittel mit steigender Temperatur ist die Extraktion und die Reextraktion bei Temperaturen oberhalb von 50°C nicht sinnvoll. Bei zu niedrigen Extraktions- und Reextraktionstemperaturen (<30°C) verschlechtert sich die Phasentrennung wesentlich, so daß dann sehr lange Verweilzeiten für die Phasentrennung erforderlich sind. Die Temperaturen für die LiCI-Extraktion mit Alkoholen und die LiCI-Reextraktion mit Wasser sollten deshalb zwischen 350C und 500C liegen. Es wurde weiterhin relativ überraschend gefunden, daß eine partielle Reextraktion der organischen Phasen dahingehend möglich ist, daß zunächst mit wenig Wasser ein calcium reiches Reextrakt und danach mit mehr Wasser ein lithiumreiches Reextrakt erhalten werden können. Diese Möglichkeit kann zu einer weiteren Absenkung des CaCI2/LiCI-Verhältnisses genutzt werden.
In mineralisierten Wässern sind außer den bisher betrachteten Salzen allgemein noch NaCI, KCI, SrCI2 und MgCI2 enthalten. Von diesen Salzen zeigt nur Magnesiumchlorid eine deutliche Mitextraktion. Aus den lithiumchloridreichen Lösungen aus der zweiten Stufe der letzten Reextraktion kann jedoch recht einfach Magnesiumhydroxid ausgefällt werden. Bei Laborversuchen wurden die Ausgangslösungen und die Reextrakte allgemein auf Dichten um 1 500 kg · rrT3 eingedampft. Für die Extraktionsstufen wurden Phasenverhältnisse MasseorganjSChe Phase/MasseWäßrige phase von 2,0 bis 2,5 als günstig ermittelt. Für die Reextraktionsstufen wurden Phasenverhältnisse MasseorganischePhase/Massewäßnge Phase zwischen 8 und 20 als günstig erkannt. Bei der zweistufigen letzten Reextraktion ist das Gesamtwasser zwischen Stufe 1 und 2 etwa wie 1:2 zu verteilen.
Ausführungsbeispiel
1000kg einer Salzlösung mit 456,9kg CaCI2, 7,94kgIiCI und 5,09kg MgCI2 werden bei 500C mit 2100kg Gärungsamylalkohol im · Gegenstrom extrahiert. Im Resultat dieser Extraktion I werden 904 kg einer wäßrigen Phase und 2196 kg einer organischen Phase erhalten. In der organischen Phase sind 85,5kg CaCI2,7,55kg LiCI und 2,55kg MgCI2 enthalten. Diese organische Phase wird mit 200 kg Wasser bei 50°C im Gegenstrom reeMtrahiert. Im Resultat dieser Reextraktion I werden 295,6 kg einer wäßrigen Phase mit 85,5 kg CaCI2,7,55 kg LiCI und 2,55 kg MgCI2 erhalten. Während der wassergesättigte Gärungsamylalkohol in die Extraktion I zurückgeführt wird, werden aus der wäßrigen Phase 100 kg Wasser ausgedampft. Die Restmenge der wäßrigen Phase von 195,6kg mit 85,5kg CaCI2,7,55kg LiCI und 2,55kg MgCI2 wird einer Gegenstromextraktion Il bei 50°C mit 430kg Gärungsamylalkohol unterworfen. Im Resultat dieser Extraktion Il werden 455 kg einer organischen Phase mit 16,59 kg CaCI2, 7,32 kg LiCI und 1,27 kg MgCI2 erhalten. Diese organische Phase wird zunächst mit 15 bis 20 kg Wasser im Gegenstrom bei 5O0C partiell reextrahiert (Reextraktion Il a). Dabei werden 33 bis 38 kg einer wäßrigen Phase mit 14,85 kg CaCI2,2,20 kg LiCI und 0^83 kg MgCI2 erhalten. Diese wäßrige Phase mit einem hohen CaCI2/LiCI-Verhältnis wird in die Extraktion Il zurückgeführt. Anschließend wird die organische Phase aus der Extraktion Il mit 30 bis 40 kg Wasser im Gegenstrom bei 500C restlos reextrahiert. Diese Reextraktion Il b führt zu einem salzfreien Gärungsamylalkohol, der in die Extraktion Il zurückgeführt wird. Außerdem werden im Resultat der Reextraktion Hb 37 bis 47 kg einer wäßrigen Phase mit 1,74kg CaCI2, 5,12 kg LiCI und 0,45 kg MgCI2 erhalten. Diese Lösung kann zum Beispiel über eine Behandlung mit Soda problemlos zu einer reinen Lithiumchloridlösung und weiter zu festen Lithiumverbindungen aufgearbeitet werden. Der Prozeß führt zu einer LiCI-Ausbeute von über 90%, da die in die Extraktion Il zurückgeführten Mengen an Lithiumchlorid aus der Reextraktion Ha schließlich doch wieder im Endprodukt erscheinen. ·

Claims (5)

1. Verfahren zur Extraktion von Lithiumchiorid aus calciumchloridhaltigen Lösungen, vorzugsweise aus Lösungen mit einem hohen CaC^/LiCI-Verhältnis, gekennzeichnet dadurch, daß die Abtrennung von Lithiumchlorid aus den calciumchloridhaitigen Lösungen durch Flüssig-Flüssig-Extraktion mit einem Alkohol auf folgende Weise realisiert wird:
— Eindampfung der Lösungen bis zu möglichst hohen Calciumchloridgehalten aus der Sicht der technischen Handhabbarkeit;
— Durchführung der Lithiumchloridextraktion mit dem Alkohol als Gegenstromextraktion bei technisch günstigen Temperaturen und technologisch günstigen Phasenverhältnissen;
— Durchführung der Reextraktion der organischen Phase als Gegenstromextratkion bei technisch günstigen Temperaturen und technologisch günstigen Phasenverhältnissen;
— Zwischeneindampfung des so erhaltenen Reextraktes bis zu möglichst hohen Salzgehalten aus der Sicht dertechnischen Handhabbarkeit;
— Wiederholung der Lithiumchloridextraktion aus dem eingedampften Reextrakt mit dem Alkohol als Gegenstromextraktion bei technisch günstigen Temperaturen und technologisch günstigen Phasenverhältnissen;
— Ein- bis mehrmalige Wiederholung der Prozeßstufen Zwischeneindampfung des Reextraktes aus dervorgeschalteten Extraktionsstufe und Lithiumchloridextraktion aus dem eingedampften Reextrakt bei sehr hohen CaCI2/LiCI-Verhältnissen in den Ausgangslösungen;
— Durchführung der letzten Reextraktion als zweistufige Gegenstromextraktion in der Weise, daß zunächst mit wenig Wasser ein calciumchloridreiches Reextrakt erhalten wird, das in die vorgeschaltete Extraktionsstufe zurückgeführt wird, um danach mit mehr Wasser ein lithiumchloridhaltiges Reextrakt abzutrennen, das auf die gewünschte Lithiumverbindung nach bekannten Verfahren aufgearbeitet wird.
2. Verfahren zur Extraktion von Lithiumchlorid aus calciumchloridhaltigen Lösungen, nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Extraktionsmittel C3- bis C6-AIkOhOIe, vorzugsweise Gärungsamylalkohol, eingesetzt werden.
3. Verfahren zur Extraktion von Lithiumchlorid aus calciumchloridhaltigen Lösungen, nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Temperaturen in den Extraktionsstufen und Reextraktionsstufen zwischen 30 und 55°C, vorzugsweise im Bereich zwischen 35 und 500C, liegen;
4. Verfahren zur Extraktion von Lithiumchlorid aus calciumchloridhaitigen Lösungen, nach Anspruch !,gekennzeichnet dadurch, daß die Eindampfung der Ausgangslösungen und die Zwischeneindampfung des Reextraktes bis zu Dichten im Bereich von 1 350 kg m~3 bis 1 550kg · m~3 erfolgen.
5. Verfahren zur Extraktion von Lithiumchlorid aus calciumchloridhaltigen Lösungen, nach Anspruch 1, gekennzeichnet.dadurch, daß die Phasenverhältnisse iVlasseorganischePhase/Massewäßnge Phase in den Extraktionsstufen 1,5 bis 3,0 betragen und daß die Phasenverhältnisse MasseorganisChePhase/ MasseWäßrigePhase in den Reextraktionsstufen zwischen 8 und 20 liegen, wobei das Gesamtwasser für
. die letzte zweistufige Reextraktion zwischen Stufe 1 und 2 wie 1:1,5 bis 3 verteilt wird.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US7858057B2 (en) 1998-07-16 2010-12-28 Chemetall Foote Corporation Production of lithium compounds directly from lithium containing brines
DE102015000872A1 (de) 2015-01-23 2016-07-28 K-Utec Ag Salt Technologies Methode zur Gewinnung von Lithiumchlorid

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