DD257257A1 - Verfahren zur reinigung von pyridin - Google Patents

Verfahren zur reinigung von pyridin Download PDF

Info

Publication number
DD257257A1
DD257257A1 DD29956787A DD29956787A DD257257A1 DD 257257 A1 DD257257 A1 DD 257257A1 DD 29956787 A DD29956787 A DD 29956787A DD 29956787 A DD29956787 A DD 29956787A DD 257257 A1 DD257257 A1 DD 257257A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
pyridine
water
azeotrope
acetic acid
distillation
Prior art date
Application number
DD29956787A
Other languages
English (en)
Inventor
Dietrich Pavel
Heinz Hebisch
Wolfgang Schaller
Karin Wedekind
Swetlana Grunow
Uwe Voelker
Dieter Halupka
Evelies Pelz
Original Assignee
Petrolchemisches Kombinat
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Petrolchemisches Kombinat filed Critical Petrolchemisches Kombinat
Priority to DD29956787A priority Critical patent/DD257257A1/de
Publication of DD257257A1 publication Critical patent/DD257257A1/de

Links

Landscapes

  • Pyridine Compounds (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Pyridin fuer den Einsatz in der UV-Spektroskopie, das aus Schwel- oder Steinkohlenteer gewonnen wurde. Das auf uebliche Weise erzeugte Pyridin wird durch wechselseitige Azetropdestillation mit Essigsaeure und Wasser gereinigt, getrocknet und destilliert.

Description

Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Pyridin, das aus Trockendestillaten von Kohle gewonnen wurde, enthält eine Vielzahl von Spurenverunreinigungen, die unter anderen den Einsatz als Lösungsmittel für die UV-Spektroskopie ohne zusätzliche aufwendige Reinigungsoperationen nicht zulassen.
So wird im Organikum (Berlin 1986,16. Aufl.) empfohlen, das Pyridin durch aufeinanderfolgende Trocknung mit Kaliumhydroxid, Destillation, Behandlung mit Phosphorsäure und nochmalige Destillation zu reinigen. Diese Methode ist durch langwierige Operation zum Teil mit gefährlichen Chemikalien gekennzeichnet.
Es ist weiter bekannt, daß durch einfache Operationen mit hohem Effekt Pyridin durch Salzbildung mit Perchlorsäure gereinigt werden kann.
{Chem. Berichte, 59,1926, S. 448)
Die entstehenden Zwischenprodukte stellen aber auf Grund ihrer Explosionsfreudigkeit nur mit großen Gefahren handhabbare
Stoffe dar. .
Bekannt ist auch ein Mehrstufenverfahren, das im wesentlichen durch eine Selendioxidbehandlung gekennzeichnet ist. (Angew.
Chemie, 68,1956, S. 61)
Neben einer komplizierten Technologie hat diese Methode den Nachteil einer geringen Ausbeute und der gefahrvollen Arbeit mit hochtoxischen Selenverbindungen.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, im Pyridin als Verunreinigungen enthaltene organische Verbindungen durch einfache Operationen abzutrennen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, vorwiegend schwefelhaltige Verbindungen, die im kohlestämmigen Pyridin enthalten sind und die Durchlässigkeit des Pyridinsfür ultraviolettes Licht verschlechtern, durch thermische Trennprozesse zu entfernen.
Gemäß der Erfindung werden durch Nutzung des Maximumazeotrops Pyridin/Organische Carbonsäuren leichterflüchtige z.T.
schwefelhaltige Verunreinigungen und durch Nutzung des Minimumazeotrops Pyridin/Wasser schwerflüchtige Verunreinigungen entfernt.
Nachfolgend wird das Produkt auf bekannte Weise getrocknet und das Pyridin abschließend destilliert.
Dabei wird auf übliche Weise aus Schwel- oder Teerprodukten abgetrenntes Pyridin mit der der Azeotropzusammensetzung entsprechenden Menge konzentrierter Essigsäure versetzt und rektifiziert. In der ersten Fraktion fällt ein die Hauptmenge der Verunreinigungen enthaltendes Pyridin an, das zur Gewinnung von schwefelhaltigen Bestandteilen verwendet werden kann.
Die zweite.Fraktion enthält nur noch geringe Mengen an Verunreinigungen. Sie kann im nächsten Ansatz wieder dem Pyridin beigegeben werden.
Es wird nun soviel Wasser zugesetzt, daß das Pyridin/Essigsäure-Azeotrop zerstört wird.
Bei der weiteren Destillation geht ein Gemisch von reinem Pyridin und Wasser über entsprechend der Azeotropzusammensetzung. Dieses azeotrope Gemisch wird getrocknet. Das getrocknete Pyridin wird abschließend rektifiziert und ergibt ein Pyridindestillat, das den Reinheitsanforderungen hinsichtlich Gehalt und Durchlässigkeit im UV-Spektrum entspricht.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soil an folgenden Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. '
Beispiel 1:
In einer Destillationsblase mit aufgesetzter Füllkörperkolonne (1 m Länge, 28 mm Durchmesser, 4mm Edelstahlwendel) und Dampfteiler werden 900 ml Pyridin mit 930 ml Eisessig versetzt und ,bei einem Rücklaufverhältnis von 1:10 und einer Rücklaufmenge von 400 ml/h rektifiziert.
Das eingesetzte Pyridin hatte folgende Qualitätsparameter:
Wassergehalt: 0,10%
Schwefelgehalt: 501 ppm
UV-Spektrum, 1 cm Schichtdicke
Wellenlänge Durchlässigkeit
nm . % -
305 0
310 27
330 50
340 95
Die ersten 200ml Destillat (Kopftemp. 373-41 OK) wurden für die Aufarbeitung zur Gewinnung von Nebenprodukten abgenommen.
Die zweiten 200ml Destillat (Kopftemp. 410K) wurden einem nachfolgenden Ansatz zugesetzt.
Nach Zugabe von 1200 ml Wasser zum Sumpf wurde das nunmehr bei 367 K übergehende Wasser/Pyridin-Azeotrop (725 ml) für die weitere Bearbeitung gesammelt.
Die nachfolgende Fraktion 368-373K (200ml) enthält im wesentlichen Wasser und kann beim nächsten Ansatz an Stelle von Wasser zugesetzt werden.
Die dann übergehenden Fraktionen von 373-390,5K (400 ml) sind zu verwerfen.
Die im Siedebereich 390,5-41OK übergehenden Fraktionen (275ml) enthalten überwiegend Essigsäure und etwas Pyridin. Sie werden bei einem neuen Ansatz an Stelle von Essigsäure eingesetzt.
Durch erneuten Wasserzusatz zum Sumpf dieses Destillationsansatzes werden nochmals 360 ml Pyridin/Wasser-Azeotrop gewonnen.
Die vereinigten Pyridin/Wasser-Azeotrope (1 085ml) werden in einer zweiten gleichausgestatteten Destillationseinrichtung mit 100ml Benzen versetzt und durch Destillation das Wasser ausgetragen, wobei das sich aus dem Destillat abscheidende Benzen in den Rückfluß gegeben wird. Nachdem sich kein Wasser am Kolonnenkopf mehr abschied, wurde das zugesetzte Benzen abdestilliert und danach das Pyridin fraktioniert. Im Siedebereich 387-388K gingen 600ml qualitätsgerechtes Pyridin über.
Das Destillat hatte folgende Kennwerte:
Wassergehalt: 549 ppm
Schwefelgehalt: 28 ppm
Benzengehalt: 1,0 ppm
UV-Spektrum, 1 cm Schichtdicke
Wellenlänge (nm) Durchlässigkeit (%)
305 20
310 72
330 96
340 , 99
Damit entspricht es den Anforderungen an ein Pyridin für die UV-Spektroskopie.
Beispiel 2
Unter den im Beispiel 1 genannten Bedingungen wurde ein Pyridin, rein, mit folgenden Analysenkennwerten eingesetzt.
Wassergehalt: 0,23 %
Schwefelgehalt: 1 500 ppm
UV-Spektrum 1 cm Schichtdicke
Wellenlänge Durchlässigkeit
nm %
305 1
310 3
330 13
340 45
Das erhaltene UV-reine Produkt hat folgende Charakteristik:
Wassergehalt: 370 ppm
Schwefelgehalt: 10ppm
UV-Spektrum 1 cm Schichtdicke
Wellenlänge Durchlässigkeit
nm %
305 20
310 72
330 97
340 99

Claims (1)

  1. Verfahren zur Reinigung von Pyridin, gekennzeichnet dadurch, daß aus Schwel- oder Steinkohlenteer gewonnenes Pyridin durch Zusatz von Carbonsäuren, insbesondere Essigsäure zu einem Maximumazeotrop umgewandelt wird, die leichtflüchtigen Verunreinigungen durch Rektifikation abgetrennt werden, das Carbonsäure/Pyridin-Azeotrop durch Zusatz von Wasser in ein Pyridin/ Wasser-Azeotrop umgewandelt und destilliert wird, das erhaltene Pyridin/Wasser-Gemisch getrocknet, insbesondere durch Azeotropdestillation und abschließend rektifiziert wird.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Pyridin, das aus Kohleschwel- und -Verkokungsprodukten gewonnen wurde und als Lösungsmittel für ultraviolettspektroskopische Untersuchungen verwendet wird.
DD29956787A 1987-01-30 1987-01-30 Verfahren zur reinigung von pyridin DD257257A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD29956787A DD257257A1 (de) 1987-01-30 1987-01-30 Verfahren zur reinigung von pyridin

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD29956787A DD257257A1 (de) 1987-01-30 1987-01-30 Verfahren zur reinigung von pyridin

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD257257A1 true DD257257A1 (de) 1988-06-08

Family

ID=5586574

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD29956787A DD257257A1 (de) 1987-01-30 1987-01-30 Verfahren zur reinigung von pyridin

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD257257A1 (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4883881A (en) * 1988-04-27 1989-11-28 Nepera, Inc. Preparation of UV grade synthetic pyridine
US5100514A (en) * 1991-03-01 1992-03-31 Lloyd Berg Separation of pyridine from water by extractive distillation

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4883881A (en) * 1988-04-27 1989-11-28 Nepera, Inc. Preparation of UV grade synthetic pyridine
EP0339594A3 (de) * 1988-04-27 1991-04-03 Nepera, Inc. Herstellung von UV-spektroskopisch reinem synthetischem Pyridin
US5100514A (en) * 1991-03-01 1992-03-31 Lloyd Berg Separation of pyridine from water by extractive distillation

Similar Documents

Publication Publication Date Title
CH408895A (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung reiner Kondensationsprodukte des Acetons
EP0962444B1 (de) Verfahren zur Aufarbeitung von rohem, flüssigem Vinylacetat
DE2430520C2 (de) Verfahren zur Reinigung von rohem Maleinsäureanhydrid
DE3037476A1 (de) Verfahren zur trennung von resorcin und hydrochinon voneinander bzw. zur abtrennung und reinigung von hydrochinon aus verunreinigtem rohhydrochinon
DE1184338B (de) Verfahren zur Gewinnung von acetonitrilfreiem Acrylsaeurenitril aus Gasgemischen
EP0072484B1 (de) Verfahren zur Aufarbeitung von rohem, flüssigem Vinylacetat
DE2003684C3 (de) Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Maleinsäureanhydrid aus einer wäßrigen Maleinsäurelösung
DE69315477T2 (de) Verfahren zur Rückgewinnung von Phenol aus dessen Cumol- oder Alpha-methylstyrol enthaltenden Gemischen
CH407115A (de) Verfahren zum Reinigen von reduzierbaren, cyclischen, organischen Verbindungen
DD257257A1 (de) Verfahren zur reinigung von pyridin
DE3735801A1 (de) Verfahren zur reinigung von thionylchlorid
DE1132113B (de) Verfahren zur Reinigung von Vanillin
EP0678498B1 (de) Verfahren zur Reinigung von Ethylenglykolcarbonat (EGC) durch Adsorption an Aktivkohle
DE2123342A1 (de) Gewinnung von Anthracen und Carbazol
DE2646808C3 (de) Verfahren zur Reinigung von im Zuge der Anthrachinonherstellung erhaltenem Phthalsäureanhydrid
DE2519292A1 (de) Verfahren zur auftrennung propylenoxidhaltiger loesungen
EP0304499B1 (de) Verfahren zur Isolierung von Trioxan aus wässrigen Trioxanlösungen durch destillative Trennung
DE1493858C (de)
EP0085372A1 (de) Verfahren zur kontinuierlichen destillativen Gewinnung von Propanol
DE3016336A1 (de) Verfahren zur reinigung von rohcaprolactam
DD241590A1 (de) Verfahren zur essigsaeuregewinnung aus dem reaktionsgasstrom der acetaldehydsynthese
DE917727C (de) Verfahren zur Gewinnung von m-Kresol aus dessen Gemischen mit Alkylcyclohexanonen bzw. Alkylcyclohexanolen
AT225691B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung reiner Kondensationsprodukte des Acetons
DE2505664C3 (de) Verfahren zum Abtrennen von Propylenoxid aus dem bei der Oxidation von Propylen mit Oxidationsmitteln erhaltenen Reaktionsgemisch sowie gegebenenfalls Aufarbeiten des zurückbleibenden flussigen Gemisches
DE3200065A1 (de) Verfahren zur abtrennung kuerzerkettiger dicarbonsaeuren von 2,2,4- und/oder 2,4,4-trimethyladipinsaeure

Legal Events

Date Code Title Description
PV Patent disclaimer (addendum to changes before extension act)