DD258714A3 - Verfahren zur herstellung von poroesen aluminiumoxiden - Google Patents

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DD258714A3
DD258714A3 DD28834486A DD28834486A DD258714A3 DD 258714 A3 DD258714 A3 DD 258714A3 DD 28834486 A DD28834486 A DD 28834486A DD 28834486 A DD28834486 A DD 28834486A DD 258714 A3 DD258714 A3 DD 258714A3
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Hans-Dieter Neubauer
Karl Becker
Hans-Dieter Berrouschot
Manfred Prag
Peter Birke
Karl-Heinz Bergmann
Ralf Merk
Waltraud Weinhold
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Leuna Werke Veb
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Abstract

Ziel ist ein Verfahren zur Aluminiumoxidherstellung in einem technisch beherrschbaren sowie eine gleichbleibend gute und einheitliche Qualitaet gewaehrleistendem Prozess. Die Aufgabe, solche Verfahrensbedingungen zu entwickeln, die eine technische Umsetzung von Aluminatlaugen mit Aluminiumsalzen ermoeglichen, wird geloest, indem erfindungsgemaess die Umsetzung kontinuierlich und zweistufig erfolgt, waehrend der Umsetzung in der 1. Stufe ein spezifischer Belastungsindex zwischen 200 und 600 kg Aluminiumoxid je m3 Reaktionsvolumen und Stunde und in der 2. Stufe ein solcher 20 bis 120 kg Aluminiumoxid je m3 Reaktionsvolumen und Stunde eingestellt wird, bei einer Gesamtkonzentration der Aluminiumverbindungen im Reaktionsmedium zwischen 30 und 60 g/l, gerechnet als Al2O3, gearbeitet wird, das Reaktionsprodukt durch periodische Filtration abgetrennt und anschliessend in bekannter Weise verformt und thermisch behandelt wird. Das erfindungsgemaess hergestellt poroese Aluminiumoxid wird zur Herstellung mechanisch stabiler Katalysatorformlinge, insbesondere fuer Prozesse der Erdoelverarbeitung, eingesetzt.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von porösen Aluminiumoxiden, die als mechanisch stabile Formlinge für die Herstellung von Katalysatoren, insbesondere für Prozesse der Erdölverarbeitung, Verwendung finden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Verwendung von oberflächenreichen und porösen Aluminiumoxiden als wesentlicher Bestandteil für eine ganze Reihe technischer Katalysatoren mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften ist allgemein bekannt. Entsprechend der Bedeutung des in einer Vielzahl technischer Katalysatoren enthaltenen Aluminiumoxides sind Verfahren zur Herstellung von Aluminiumoxiden bekannt, die darauf ausgerichtet sind, sowohl technologisch vorteilhafte Lösungsvarianten vorzustellen als auch zu gewährleisten, daß die für einzelne Katalysatoren erforderlichen Eigenschaften des Katalysatorbestandteiles Aluminiumoxid durch spezifische Herstellungsverfahren gewährleistet werden können.
Für die Katalysatorherstellung haben die sogenannten Übergangsaluminiumoxide, insbesondere gamma- und eta-Aluminiumoxid bzw. GemischedieserTypen, diegrößte Bedeutung erlangt. Diese Produkte werden durch geeignete thermische Behandlung bei Temperaturen zwischen 4000C und 7000C aus Böhmiten, Pseudoböhmiten, Bayeriten oder Nordstranditen gewonnen. Die Aluminiumoxidhydrate bzw. -hydroxide werden durch Umsetzung von Aluminiumsalzen mit alkalischen Reagenzien, von Aluminatlaugen mit Säuren, durch hydrolytische Zersetzung von Aluminiumalkoxylaten oder auch durch Fällung von Alkalialuminatlaugen mit Aluminiumsalzlösung erhalten. Entsprechende technische Lehren sind beispielsweise enthalten in den Schriften DD-PS 215520, DD-PS 205078, DD-PS 160892, DD-PS 135971 und DD-PS 154583. Die anfallenden Aluminiumoxidhydrate enthalten Verunreinigungen, insbesondere Alkaliverbindungen oder auch Eisenverbindungen, die die Eigenschaften dieser Produkte für die Katalysatorherstellung negativ beeinflussen und deshalb weitgehend im Herstellungsprozeß zu entfernen sind. Gelingt dies im Falle der Umsetzung von Aluminiumsalzen mit beispielsweise Ammoniakwasser relativ problemlos, wie in DD-PS 135971 bzw. DD-PS 205078 dargelegt, so ist speziell die Entfernung der Alkaliverunreinigungen bei der Umsetzung von Alkalialuminatlaugen mit Säuren bzw. mit Al'uminiumsalzen weitaus problematischer, wobei insbesondere die letzt genannte Variante ein außerordentlich wirtschaftliches Verfahren unter dem Gesichtspunkt der erreichbaren Raum-Zeit-Ausbeuten darstellen kann. Aus diesem Grunde sind auch für die Umsetzung von Alkalialuminatlaugen mit Aluminiumsalzen Verfahrensvarianten beschrieben worden, mit denen die angestrebten Reinheitsgrade neben der Einhaltung spezifischer Fällparameter (z.B. DD-PS 154583) auch dadurch erreicht werden sollen, daß nach der Filtration durch den Filterkuchen Dampf geleitet wird, um den Waschaufwand zu verringern (DD-PS 215520). Die gemäß DD-PS 154583 angegebenen Maßnahmen haben sich jedoch für eine durchgängige Herstellung von Aluminiumoxidhydraten unter technischen Bedingungen als völlig unzulänglich herausgestellt.
Neben der weitgehenden Beseitigung störend wirkender Verunreinigungen aus den Aluminiumoxidvorläufern besteht als weitere Forderung, daß sich die hergestellten Produkte problemlos zu mechanisch stabilen und hochporösen Formkörpern verarbeiten lassen müssen, um den Anforderungen an technisch einsetzbare Katalysatoren gerecht zu werden. Bekannt ist, daß Akjminiumoxidhydrate günstigere Verformungseigenschaften aufweisen als beispielsweise Hydroxide vom Typ des Bayerits. Letztere Produkte sind oft nur im Gemisch mit Böhmiten oder Pseudoböhmiten verarbeitbar, wobei die Verformungseigenschaften stark von den Herstellungsbedingungen derTrihydroxide beeinflußt werden, wie in DD-PS 135971 und DD-PS 205078 niedergelegt.
Auch für die Verarbeitung von Aluminiumoxidhydraten zu strangförmigen oder kugelförmigen Teilchen sind verschiedenartige technische Lehren bekannt. So werden gemäß DD-PS 137800 porige Aluminiumoxide durch Extrusion von Mischungen, bestehend aus Aluminiumoxid-Hydrogel als feuchter Filterkuchen mit unterschiedlichen Anteilen an geglühtem Aluminiumoxid, hergestellt. Kugelförmige Aluminiumoxide sind beispielsweise auch durch eine Sol-Gel-Umwandlung nach einer zweistufigen
Peptisation der Aluminiumoxidhydrogele zugänglich. Mittels einerrotierenden Vertropfungsvorrichtung gemäß DD-PS 220508 können mechanisch außerordentlich stabile kugelförmige Aluminiumoxide mit einem variierbaren Korngrößenspektrum hergestellt werden. Strangförmige Katalysatorformlinge lassen sich gemäß DD-PS 160892 auch durch eine sogenannte SoI-GeI-Umwandlung von Aluminiumoxidhydrosole enthaltenden Mischungen herstellen, die mit bestimmten linearen Strömungsgeschwindigkeiten unmittelbar in ein Koagulationsmedium eintreten. In nahezu allen bekannt gewordenen technischen Lehren zur Herstellung von Aluminiumoxidformkörpern sind die Verformungseigenschaften von den Herstellungsbedingungen der Ausgangsstoffe abhängig oder es sind teilweise aufwendige Verarbeitungstechnologien erforderlich, z. B. zweistufige Peptisationsverfahren bzw. relativ hohe Moduli während der Peptisation sowie die Verwendung schlecht handhabbarer Aluminiumoxidhydrogele, um die Aluminiumoxidvorläufer unabhängig von ihrer Herkunft zu technisch brauchbaren Formungen verarbeiten zu können. Die angeführten technischen Lehren zur Umsetzung von Aluminatlaugen mit Aluminiumsalzen zur Herstellung von Aluminiumoxidvorläufern sind jedoch in ihrer Anwendbarkeit für die technische Herstellung von Aluminiumoxidvorläufern für die Katalysatorfertigung völlig unzureichend, da sie die komplexen Eigenschaften dieser Produkte nur unvollständig berücksichtigen und eine Herstellung der Produkte mit den erforderlichen Eigenschaften in guter Reproduzierbarkeit und in technisch brachbaren Dimensionen nur unbefriedigt ermöglichen.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung poröser Aluminiumoxide mit hoher Raum-Zeit-Ausbeute in einem rationellen technisch beherrsch baren sowie eine gleichbleibend gute und einheitliche Qualität gewährleistendem Prozeß, wobei die Herstellung der Aluminiumoxide reproduzierbar sein soll.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es besteht die Aufgabe, Bedingungen für die Herstellung von Aluminiumoxidvorläufern durch Umsetzung von Aluminatlaugen mit Aluminiumsalzen zu entwickeln, die es ermöglichen, diese Umsetzung in technisch leicht beherrschbarer Form und mit praktisch unveränderter Qualität der hergestellten Produkte, sowohl hinsichtlich der angestrebten Reinheit, der Verarbeitungsmöglichkeiten unmittelbar nach der Umsetzung'als auch sich weiter anschließender technologischer Stufen, insbesondere zur Herstellung mechanisch stabiler und poröser Aluminiumoxidformlinge, durchzuführen. Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung von porösen Aluminiumoxiden durch kontinuierliche und zweistufige Umsetzung von Alkalialuminaten mit Aluminiumsalzen bei pH-Werten zwischen 7 und 9 und Temperaturen zwischen 5O0C und 900C und einer Gesamtkonzentration der Aluminiumverbindungen im Reaktionsmedium von 30 bis 60g/l in beiden Stufen, gerechnet als Aluminiumoxid, zu alkaliarmen Aluminiumoxidvorläufern und anschließende thermische Behandlung der vorzugsweise zu Formungen verarbeiteten Aluminiumoxidvorläufer bei Temperaturen größer 400°C gelöst, indem erfindungsgemäß während der Umsetzung in der I.Stufe ein mittlerer spezifischer Belästungsindex zwischen 200 und 600 kg Aluminiumoxid je m3 Reaktionsvolumen und Stunde und in der 2. Stufe ein solcher von 20 bis 120 kg Aluminiumoxid je m3 Reaktionsvolumen und Stunde eingestellt wird und die im Reaktionsmedium gebildeten Aluminiumoxidvorläufer durch periodische Filtrationsperioden abgetrennt werden, wobei während der Dauer der Filtration eine Filtrationsgeschwindigkeit, bezogen auf die je Zeiteinheit abgetrennte Aluminiumoxidmenge, eingestellt wird, die um den Faktor 3 bis 12 höher ist, als die in der Zeiteinheit während der Umsetzung gebildete Aluminiumoxidmenge.
Es ist günstig, wenn Natriumaluminat- mit Aluminiumnitratlösung umgesetzt werden, ein molares Verhältnis zwischen Aluminiumoxid und Natriumnitrat zwischen 0,35 und 0,65 eingehalten und bei einer, bezogen auf Aluminiumoxid, berechneten Konzentration der Aluminiumverbindung von 35 bis 45 g AI2O3/lgearbeitet wird. Vorzugsweise weisen die Ausgangskomponenten molare Verhältnisse zwischen Aluminiumoxid und Alkalihydroxid bzw. Säure von 0,30 bis 0,40 bzw. von 0,14 bis 0,16 auf. In einer vorteil haften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt die Temperatur in derzweiten , Stufe mindestens 10K und maximal 30 K tiefer, als diejenige in der ersten Stufe. Vorzugsweise liegen die spezifischen Belastungsindices der ersten Stufe zwischen 230 und 390 und diejenige der zweiten Stufe zwischen 25 und 60 kg Aluminiumoxid je m3 Reaktionsvolumen und Stunde. Gemäß der Erfindung können vorteilhaft Aluminiumoxidvorläufer hergestellt werden, die 0,1 bis 5 Ma. -% Siliziumdioxid, bezogen auf Aluminiumoxid, enthalten. Es hat sich überraschend gezeigt, daß die Einhaltung der molaren Verhältnisse zwischen Aluminiumoxid und Natriumnitrat günstig ist für die Ausbildung eines besonderen Teilchenhabitus der Aluminiumoxidvorläufer, die die Weiterverarbeitung in besonders vorteilhafter Weise beeinflussen. Zur Ausbildung dieses besonderen Teilchenhabitus, der sich durch einzelne physikalische bzw. physikalisch-chemische Kenngrößen nur äußerst schwer charakterisieren läßt, ist weiterhin vorteilhaft, daß die Temperatur der zweiten Umsetzungsstufe tiefer liegt.
Die Kennzeichen des erfindungsgemäßen Verfahrens haben sich als entscheidend für die Herstellung qualitativ hochwertiger und qualitätsstabiler poröser Aluminiumoxide erwiesen. Die erfindungsgemäßen Maßnahmen gewährleisten nicht nur die geforderte Alkaliarmut der Aluminiumoxidvorläufer ohne besondere zusätzliche Maßnahmen sondern sind auch wesentlich für solche, die technische Anwendung mitbestimmenden Faktoren, wie Filtrierbarkeit, Auswascheigenschaften, Transport- und Verformungseigenschaften'und letztlich die mechanischen und Porösitätseigenschaften der gewonnenen Aluminiumoxidformlinge. So hat sich insbesondere die periodische Filtration der gebildeten Aluminiumoxidvorläufer aus dem Reaktionsmedium neben den anderen kennzeichnenden Maßnahmen als ganz wesentlich für die Herausbildung der ausgezeichneten Verformungseigenschaften und die hohe mechanische Stabilität der AI2O3-Formlinge erwiesen. Die erfindungsgemäß hergestellten porösen Aluminiumoxide ermöglichen die Herstellung qualitativ verbesserter Katalysatoren, die sich insbesondere auszeichnen durch eine geringe spezifische Masse.sowie geringere Gehalte an katalytisch wirksamen Wertkomponenten.' Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch folgende Vorteile aus:
— qualitativ hochwertige Produkte bei höheren Raum-Zeit-Ausbeuten (30-40% höher als bei DD-PS 154583)
— geringerer Wasserverbrauch, um angestrebte Reinheit der Produkte zu erhalten
— Herstellung von Formungen mit ausgewogener Porenverteilung ohne spezielle Mahlaggregate. Gemäß DD-PS 154583 ist dies nur über spezielle Mahlbedingungen realisierbar, woraus die Anwendbarkeit eingeschränkt ist.
— Herstellung von mechanisch stabilen Formungen ohne Zusatz von HNO3 bzw. geringer Mengen an HNO3 für die Peptisation
— Herstellung mechanisch stabiler kugelförmiger Teilchen durch Verstopfung mit Ammoniaklösung geringerer Konzentration
— geringere Glühtemperaturen
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1 (erfindungsgemäß):
320l/h Aluminiumnitratlösung (108,3g/l AI2O3-GeHaIt; AI2O3/HNO3-Modul 0,15) und 279l/h Natriumaluminatlösung (291,7g/l AI2O3-Gehalt; AI2O3/NaOH-Modul 0,353) wurden kontinuierlich und zweistufig über einen Zeitraum von 120 Stunden unter folgenden Bedingungen umgesetzt:
I.Stufe pH-Wert 7,4
Temperatur 70°C
mittlerer spezifischer Belastungsindex
263 kg AI2O3/m3 h · . "
AI2O3-Gehalt 40,7 g/l 2. Stufe pH-Wert '7,4
Temperatur 550C
mittlerer spezifischer Beiastungsindex 33,1kgAI2O3/m3-h
AI2O3-Gehalt 40,7 g/l
Im Reaktionsmedium wurde ein AI203/NaN03-Molverhältnis von 0,503 eingehalten. Der AI2O3-Gehalt im Reaktionsmedium wurde durch Wasserzusatz eingestellt.
Das kontinuierlich über jeweils 60 Minuten anfallende Reaktionsprodukt wurde ohne Unterbrechung der Umsetzung innerhalb von 10 Minuten (jeweils zwischen der 55. und 65. Minute) filtriert. Die innerhalb dieser zehnminütigen Filtration pro Zeiteinheit abgetrennte Menge AI2O3 war sechsmal größer als die pro Zeiteinheit durch die Umsetzung gebildete Menge an AI2O3. Nach der Filtration wurde mit etwa 35 m3 Kondensat je Tonne AI2O3 gewaschen und anschließend bei etwa 1200C getrocknet. Die so hergestellten Aluminiumoxidvorläufer sind durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:
Glühverlust bei 800°C 24,7Ma.-%
Na2O-Gehalt, bezogen aus AI2O3 0,01 Ma.-%
NO3-Gehalt, bezogen aus AI2O3 3,14 Ma.-%
Oberflächengröße 311m2/g
Röntgenstrukturanalyse Böhmit, Kristalltnität 98 % Teilchengröße (röntgenografisch) 3,3 nm
Die genannte Umsetzung wurde mehrfach über Zeiträume von mindestens 100 Stunden ausgeführt. Die angeführten Kennwerte der in diesen Zeiträumen angefallenen Produkte veränderten sich lediglich um max. 10%. Es ergaben sich keinerlei Schwierigkeiten bei der Filtration des Reaktionsproduktes, beim Waschen des Filterkuchens sowie bei dessen Transport in das Trocknungsaggregat
Beispiel 2 (erfindungsgemäß):
Die hergestellten Aluminiumoxidvorläufer vom Böhmit-Typ wurden problem los zu porösen AI2O3-Formlingen unterschiedlicher Geometrie verarbeitet, nachdem die Produkte in an sich bekannter Weise in Rohrschwingmühlen hoher Produktivität (die stündliche Durchsatzmenge entsprach mindestens derjenigen, der gemäß Beispiel 1 anfallenden Aluminiumoxidvorläufer) gemahlen worden. Es wurden die folgenden AI2O3-Formlinge hergestellt:
a) 100kg des hergestellten Böhmits wurden mittels ca. 6Ol Kondensatwasser, geringen Mengen Salpetersäure (HNO3/AI2O3-Modul 0,01) sowie ca. 300ml Ammoniakwasser plastifiziert und zu 1,3mm starken Strangformlingen mittels Schneckenstrangprozesse verarbeitet; die Formlinge anschließend bei ca. 12O0C getrocknet und für drei Stunden bei ca. 5000C geglüht.
b) 100 kg des hergestellten Böhmits wurden mittels ca. 601 Kondensatwasser sowie ca. 200 ml Ammoniakwasser plastifiziert und mittels einer Schneckenstrangpresse zu Strangformlingen mit wirbeiförmigen Querschnittsprofil und einem umschreibenden Durchmesser von ca. 1,7 mm verpresst und weiter wie unter a) behandelt.
c) 100 kg des Böhmits wurden mit 851 Kondensatwasser und Salpetersäure (HNO3/AI2O3-Modul 0,03) zu einer tropfbaren Slurry peptisiert, die anschließend über eine Vertropfungsvorrichtung und durch Koagulation mittels einer 5 bis 6%igen wäßrigen Ammoniaklösung zu Kugeln mit ca. 2 mm Durchmesser verarbeitet wurde. Die abgetrennten kugelförmigen Teilchen wurden weiter wie unter a) behandelt.
d) 100 kg des Böhmits wurden wie untere) zu kugelförmigen Teilchen verarbeitet. Für die Peptisation wurde ein HNO3/AI2O3-Modul 0,075 eingestellt.
Die folgenden Daten belegen, daß erfindungsgemäß AI203-Formlinge mit ausgewogener Porenverteilung, hoher mechanischer Stabilität und niedrigen Schüttdichten ohne weitere besondere Maßnahmen herstellbar sind:
AI203-Formlinge a) b) c) d)
Schüttdichte kg/l
Abrieb Ma.-%
Porenvolumen m3/g
Anteil < 10 nm m3/g
Anteil > 50 nm m3/g
Oberflächengröße m2/g
0,56 0,54 0,68 0,58 0,64 0,61
0,34 0,2 0,51 4,6 2,3 0,48
(30 min rotierende ' 0,11 (30minWirbel- 0,05
Trommel) 251 ' — schicht 255
0,63 0,70
0,54 0,47
0,03 0,15
240 249
Beispiel 3 (nicht erfindungsgemäß):
Die im Beispiel 1 angeführte Natriumaluminatlösung wurde in einer Menge von 300l/h entsprechend den Angaben in DD-PS 154583 (Beispiel 2) mit 420 l/h Salpetersäure zu einem Böhmit-Hydrogel ausgefällt. Das Fällprodukt wurde anschließend auf einer Filterpresse von der Mutterlauge getrennt und mit Kondensatwasser in einer Menge entsprechend 100m3/t AI2O3 gewaschen. Infolge der hohen Waschwassermenge sowie ungünstiger Auswascheigenschaften der Fällprodukte müßte der Fällprozess häufig periodisch unterbrochen werden. Wie die folgenden Kenndaten belegen, unterscheiden sich die in einzelnen Fällperioden erhaltenen Produkte teilweise beträchtlich in ihrer Qualität.
Fällperiode Ma.-% 1 CSl 3
Glühverlust Ma.-% 25,3 26,5 24,7
Na2-Gehalt Ma.-% 0,01 0,05 0,03
NGyGehalt m2/g 2,5 4,5 1,3
Oberflächengröße % 290 310 298
Kristallinität 95 93 99
(bez. auf Stanciardböhmit) nm
Teilchengröße 3,0 2,6 3,1
Der in Fällperiode 2 erhaltene Filterkuchen hatte stark thixotrope Eigenschaften und erschwerte die Weiterverarbeitung beträchtlich. Die Schüttdichten der Produkte schwankten relativ stark und lagen bis zu 20% höher als diejenigen der erfindungsgemäß hergestellten Aluminiumoxidvorläufer
Beispiel 4 (nicht erfindungsgemäß):
Das gemäß Beispiel 3 Fällperiode 1 hergestellte Produkt wurde unter analogen Bedingungen wie in Beispiel 2 auf einer Rohrschwingmühle gemahlen·. Dieses gemahlene Produkt wurde zu einer vertropften Slurry mit HNO3ZAI2O3-MOdUIiVOn 0,00 und 0,075 peptisiert und anschließend über eine Vertropfungsvorrichtung sowie 20%ige Ammoniaklösung als Koaguiationsmedium zu kugelförmigen Teilchen verarbeitet, die getrocknet und geglüht wurden. Folgende Kenndaten charakterisieren die Eigenschaften der erhaltenen Formlinge:
HNO3/AI2O3-IV(odul 0,03 0,075
Schüttdichte kg/l 0,72 0,75 ~ 0,47
Abrieb Ma.-% 7,5 8,5 0,47
(30 min Wirbelschicht) 0
Porenvolumen cm3/g 0,50 240
AnteiKIOnm cm3/g 0,48
Anteil > 50 ηm cm3/g 0,01
Oberflächengröße m2/g 250
Im Vergleich zu den erfindungsgemäß hergestellten weisen die gemäß Stand der Technik hergestellten Formlinge merklich höhere Schüttdichten, geringer mechanische Stabilität und keine ausgewogene Porenverteilung auf.

Claims (2)

  1. Patentansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung von porösen Alumiumoxiden durch kontinuierliche und zweistufige Umsetzung von Alkalialuminaten mit Aluminiumsalzen bei pH-Werten zwischen 7 und 9 und Temperaturen zwischen 500C und 900C und einer Gesamtkonzentration der Aluminiumverbindungen im Reaktionsmedium von 30 bis 60g/l in beiden Stufen, gerechnet als Aluminiumoxid, zu alkaliarmen Aluminiumoxidvorläufern und anschließende thermische Behandlung bei Temperaturen größer 4000C der vorzugsweise zu Formungen verarbeiteten Aluminiumoxidvorläufer, gekennzeichnet dadurch, daß während der Umsetzung in der 1. Stufe ein mittlerer spezifischer Belastungsindex zwischen 200 und 600 kg Aluminiumoxid je m3 Reaktionsvolumen und Stunde und in der 2. Stufe ei η solcher von 20 bis 120 kg Aluminiumoxid je m3 Reaktionsvolumen und Stunde eingestellt wird und die im Reakitionsmedium gebildeten Aluminiumoxidvorläufer durch periodische Filtrationsperioden abgetrennt werden, wobei während der Dauer der Filtration eine Filtrationsgeschwindigkeit, bezogen auf die abgetrennte Aluminiumoxidmenge je Zeiteinheit, eingestellt wird, die um den Faktor 3 bis 12 höher ist, als die in der Zeiteinheit während der Umsetzung gebildete Aluminiumoxidmenge.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der mittlere spezifische Belastungsindex der ersten Stufe zwischen 230 und 390 und derjenige der zweiten Stufe zwischen 25 und 60 liegt.
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