DD259133B1 - Feuchthaltekomplex fuer hautpflegemittel - Google Patents

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DD259133B1
DD259133B1 DD30091887A DD30091887A DD259133B1 DD 259133 B1 DD259133 B1 DD 259133B1 DD 30091887 A DD30091887 A DD 30091887A DD 30091887 A DD30091887 A DD 30091887A DD 259133 B1 DD259133 B1 DD 259133B1
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Friedrich Schiller
Reinhard Huebner
Dieter Kaack
Annerose Moebius
Gabriele Roick
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Miltitz Chem Werk
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Abstract

Ziel der Erfindung ist es einen kosmetischen Wirkstoff zu entwickeln, der ökonomisch kostengünstig ist, eine gute feuchthaltende Wirkung auf die Haut hat und sich problemlos in galenische Grundlagen einarbeiten läßt. Dies wird durch einen Feuchthaltekomplex erreicht, der Natriumalkylpolyglykolethersulfate mit einer Alkylkette von vorwiegend C12 bis C16 und einer EO-ZahI von 3, Adipinsäure, Harnstoff und Wasser enthält.

Description

Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Es ist allgemein bekannt, daß die Haut zur Erhaltung ihrer Geschmeidigkeit und ihrer Flexibilität ein Optimum an Wasser benötigt. Die in der Epidermis vorhandenen hauteigenen Feuchthaltestoffe, der sogenannte Natural-Moisturizing-Faktor - kurz NMF genannt-werden sehr leicht durch Wasser und Tenside aus der Haut herausgelöst. Die Folge ist eine verstärkte Schuppung der Epidermis sowie ein Flexibilitätsverlust der Haut. Um den Verlust auszugleichen, werden Hautfeuchthaltekomplexe in Hautpflege- und Hautschutzmitteln eingesetzt. Als Hauptkomponenten in dem Hautfeuchthaltekomplex Lactil der Firma Th.
Goldschmidt, Essen, werden das Natriumsalz der 2-Pyrrolidon-5-carbonsäure mit Milchsäure gepufferte Natriumlactat-Lösung, spezifische Aminosäuren und Kollagen, angeboten.
Polyhydroxycarbonsäuren bzw. deren Natriumsalz bietet als Hydagen F die Fa. Henkel an.
Eine beschriebene Moisturizing-Komposition nach Brit. Patent 1471679 besteht aus 2-Pyrrolidon-54:arbonsäure, einer C2-C5-Hydroxycarbonsäure wie Milchsäure als Natriumsalz und einem Kollagenhydrolysat in einem Verhältnis 1:1:5.
Das Feuchthaltemittel gemäß DOS 3203260 beinhaltet eine wäßrige Lösung von Natriumlactat 3 bis 8Gew.-%, Glycerin 12 bis 14Gew.-%, Harnstoff 30 bis 42 Gew.-% und weniger 0,5Gew.-% natives Kollagen.
Die DE-AS 2608221 beinhaltet ein kosmetisches Mittel zur Glättung der Haut mit einem Gehalt an Harnstoff und Carbonsäure zu dessen Stabilisierung.
Die meisten der aufgeführten Feuchthaltekomplexe haben einen typischen arteigenen Geruch, der besonders in wäßrigen bzw. alkoholisch-wäßrigen Systemen aber auch in Emulsionen sehr negative Auswirkungen hat.
Zur Überdeckung müssen höhere Einsatzmengen an Parfümölkompositionen in diesen Hautpflegemitteln eingesetzt werden, was aber zu Überempfindlichkeitsreaktionen, Irritationen und Sensibilisierungserscheinungen durch erhöhte Parfümölmengen führen kann. Durch den Einsatz der Hautfeuchthaltekomplexe in alkoholisch-wäßrigen Systemen, wie Rasierwässern, Gesichtswässern und Lotionen, kam es zu Trübungserscheinungen und Ausfällungen mit anderen Wirkstoffen. Es konnten keine lagerstabilen wäßrig-alkoholischen Lösungen mit Feuchthaltekomplexen hergestellt werden.
Bei Emulsionen führte der Einsatz an Feuchthaltekomplexen zu Stabilisierungsproblemen.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, einen kosmetischen Wirkstoffkomplex zu entwickeln, der die genannten galenischen Mängel nicht aufweist, ökonomisch kostengünstig ist und eine gute feuchthaltende Wirkung auf die Haut ausübt.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es bestand somit die Aufgabe, einen Wirkstoffkomplex für Hautpflege- und Hautschutzmittel zu entwickeln, der in den verschiedenen galenischen Grundlagen problemlos auch mit anderen Wirkstoffen einsetzbar ist und eine feuchthaltende Wirkung aufweist. Er sollte einen kaum wahrnehmbaren Eigengeruch aufweisen, um durch verminderten Parfümöleinsatz eine bessere Hautverträglichkeit zu gewährleisten.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in Hautpflege- und Hautschutzmittel auf wäßrig-alkoholischer bzw. W/O- oder O/W-Emulsionsbasis 2 bis 20 Gew.-% eines Hautfeuchthaltekomplexes eingesetzt werden. Dieser erfindungsgemäße Hautfeuchthaltekomplex enthält 15 bis 50Ma.-% einer 30%igen wäßrigen Lösung eines Natriumalkylpolyglykolethersulfat-Gemisches mit einer Alkylkette C10 bis C16 etwa 80%, C größer 16 etwa 20%, mittlere EO-Zahl 3, davon ungeradzahlige C-Körper: max. 50% oder C10 bis C16 etwa 90%, C größer 16 etwa 10%, davon ungeradzahlige C-Körper max. 7%, mittlere EO-Zahl 3,2 bis 6 Ma.-% Adipinsäure und 2 bis 6 Ma.-% Harnstoff in destilliertem Wasser gelöst. Es ist völlig überraschend, daß der erfindungsgemäße Hautfeuchthaltekomplex als Hauptbestandteil Natriumpolyglykolethersulfat als Tensid enthält. Diese Substanz wird sonst zur Herstellung von Shampoos, Badepräparaten, Make-up-Entferner, Dauerwellmitteln, Haarfärbemitteln sowie in medizinische Reinigungs-Bademittel eingesetzt (P. Lorenz Ärztliche Kosmetologie 11 (1981) 15-22 Tenside in Kosmetik u. Pharmazeutika).
Es ist in der Fachwelt bekannt, daß Tenside austrocknend wirken und deshalb für den Zweck als Hautfeuchthaltemittel ungeeignet sind. Die Kombination von Harnstoff, Adipinsäure und einem Tensid, gelöst in Wasser, als Hautfeuchthaltemittel
eingesetzt, ist aus der Fachliteratur nicht bekannt. Auf Grund der vorliegenden Literatur ist die hautfeuchthaltende Wirkung dieses Komplexesüberraschend. Der Nachweis über die Wirksamkeit dieses Komplexes wurde mittels Hautimpedanzmessungen erarbeitet.
An 25 Probanden wurden im Doppelversuch auf jedem Oberschenkel 4 Meßstellen von je 4cm χ 4cm angelegt. Auf 3 Meßstellen wurde das zu prüfende Kosmetikum, bei Emulsionen mit einer Schichtdicke von etwa 20μπη, bei Flüssigkeiten jeweils 1 definierter Tropfen, aufgetragen. 1 Meßstelle diente als unbehandelte Kontrollstelle. Nachgemessen wurde 4 Stunden nach der Behandlung. Die Ergebnisse der Nachmessung wurden zu den Kontrollstellen ins Prozentualverhältnis gesetzt. Die statistische Auswertung erfolgte nach dem Wilcoxon-Test für Paardifferenzen.
Feuchthaltekomplex
Mittelwert der Durchfeuchtung
in % zur unbehandelten Kontrollstelle
Adipinsäure und Harnstoff 34,6
erfindungsgemäßer Komplex 77,4
Die Wirksamkeit konnte sowohl in wäßrig-alkoholischen Hautpflege- und Hautschutzmitteln sowie in Hautpflege- und Hautschutzmitteln auf Emulsionsbasis bestätigt werden. Der Einsatz des erfindungsgemäßen Hautfeuchthaltekomplexes kommt für unterschiedlichste Hautschutz- und Hautpflegemittel in Betracht. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz in alkoholischwäßrige Präparate, wie Gesichtswasser, Rasierwässer, Lotionen. Auf Grund der ausgezeichneten galenischen Eigenschaften ist der Hautfeuchthaltekomplex mit anderen Wirkstoffen kombinierbar und problemlos einsetz- und herstellbar. Durch den geringen Eigengeruch des Komplexes kann die Einsatzmenge an Parfümöl in Feuchthaltekosmetika gesenkt werden.
Aber auch in Hautpflege- und Hautschutzmitteln vom Emulsionstyp O/W und W/O erhöht der Feuchthaltekomplex die Qualität der Produkte. Der kaum wahrnehmbare Eigengeruch des Hautfeuchthaltekomplexes ermöglicht auch hier einen verminderten Einsatz von Parfümöl, was sich wiederum in einer besseren Hautverträglichkeit und einer erhöhten Stabilität der Produkte auf Emulsionsbasis auswirkt.
Die Haltbarkeit für Gesichtswässer, Rasierwässer und Lotionen wird über 24 Monate bei Temperaturen von + 250C und -250C garantiert.
Für Emulsionen auf Basis O/W und W/0-Basis wird 12 Monate bei wechselnden Temperaturen von minimal -5°C und maximal +400C Haltbarkeit garantiert.
Alle eingesetzten Bestandteile des Komplexes werden großtechnisch in kosmetischer und pharmazeutischer Qualität hergestellt, deshalb ist dieser Feuchthaltekomplex sehr kostengünstig. Von dem Hautfeuchthaltekomplex und von den Beispielen liegen Wirkungsnachweise und dermatologische Gutachten vor
Den Hautschutz- und Hautpflegemitteln wird eine gute Hautverträglichkeit im Gebrauchstest bestätigt.
Anwendungsbeispiele
W/O-Emulsion 4,45 Ma.-%
Komplexemulgator
(Gemisch von Partialestern des Glycerols
und Sorbitans mit Rapsöl und Wollwachssäuren,
hochmolekularen Alkoholen C10 bis C18, Lanolin,
Cholesterin) 17,50 Ma.-%
Kohlenwasserstoffgemisch 7,00 Ma.-%
Vaselinflavum 2,50Ma.-%
Feuchthaltekomplex 0,75 Ma.-%
Magnesiumsulfat 0,40 Ma.-%
Parfümöl 0,10Ma.-%
Konservieru ngsmittel 67,30 Ma.-%
Wasser
O/W-Emulsion
Alcoholes emulsificantes non iongeni 5,0Ma.-%
Il AB DDR 4,0 Ma.-%
Cera liquida Il AB DDR 7,5Ma.-%
RinderfußölllABDDR 6,0 Ma.-%
Kohlenwasserstoffgemisch
nichtselbstemulgierendeMonoglyceride 2,0Ma.-%
Lebensmittelqualität 1,5Ma.-%
Silikonöl NM1-200 Il AB DDR Anlage 7 57,2 Ma.-%
Wasser 12,0Ma.-%
Hautfeuchthaltekomplex 4,0 Ma.-%
D.LPanthenolllABDDR 0,3Ma.-%
Konservierungsmittel 0,5Ma.-%
Parfümöl mit 15 Vol.-% Ethanol
Gesichtswasser 12,9Ma.-%
Ethanol Il AB DDR 2,5 Ma.-%
Feuchthaltekomplex
gemäß Anspruch 0.2 Ma.-%
Allantoin
Parfümöl 0,2 Ma.-%
Wasser 84,2Ma.-%
Rasierwasser mit 55 Vol.-% Ethanol mit 40 Vol.-% Ethanol
Ethanol 47,8 Ma.-% 34,3 Ma.-%
Feuchthaltekomplex 5,0 Ma.-% 2,5 Ma.-%
Parfümöl 0,8Ma.-% 0,4Ma.-%
Hamamelis-Extrakt 11,0Ma.-% 2,5Ma.-%
Menthol 0,05 Ma.-% 0,05Ma.-%
Kamillenfluid-Extrakt 0 1,0Ma.-%
Wasser 35,35 Ma.-% 59,25 Ma.-%
Die Herstellung der Hautpflege- und Hautschutzmittel ist nach den in der Kosmetik üblichen Verfahren möglich. Besondere Maßnahmen, die sich durch den Einsatz des Hautfeuchthaltekomplexes ergeben könnten, sind nicht erforderlich.

Claims (1)

  1. Hautfeuchthaltekomplex für Hautpflegemittel, enthaltend Adipinsäure und Harnstoff, gekennzeichnet dadurch, daß er einen Gehalt von 15 bis 50 Ma.-% einer 30%igen wäßrigen Lösung eines Natriumalkylpolyglykolethersulfatgemisches mit einer Alkylkette von vorwiegend C10 bis C16, wobei der Anteil an C10 bis C16 etwa 80% bzw. 90% und der Anteil größer C16 etwa 20% bzw. 10% und der Anteil ungeradzahliger C-Körper max. 50% bzw. 7% beträgt, und einer mittleren EO-Zahl von 3 sowie 2 bis 6Ma.-% Adipinsäure und 2 bis 6Ma.-% Harnstoff, gelöst in destilliertem Wasser, enthält.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft einen Feuchthaltekomplex für kosmetische Hautpflegemittel.
DD30091887A 1987-03-19 1987-03-19 Feuchthaltekomplex fuer hautpflegemittel DD259133B1 (de)

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