DD264016A1 - Verfahren zur rueckgewinnung von teer- oder bitumenfraktionen - Google Patents

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DD264016A1 DD30509387A DD30509387A DD264016A1 DD 264016 A1 DD264016 A1 DD 264016A1 DD 30509387 A DD30509387 A DD 30509387A DD 30509387 A DD30509387 A DD 30509387A DD 264016 A1 DD264016 A1 DD 264016A1
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DD30509387A
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Bernd Mueller
Ludwig Wisniewski
Annelie Mueller
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Fahlberg List Veb
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Abstract

Es wird ein Verfahren zur Rueckgewinnung von Teer- oder Bitumenfraktionen beschrieben, bei welchem als Ausgangsstoffe Altdachbelaege, die bei der Sanierung von Altbauten anfallen, eingesetzt werden. Dabei werden von den zerkleinerten Dachbelaegen in einer Destillationskolonne Teer- oder Bitumenfraktion zurueckgewonnen, welche nach Abtrennung des Loesungsmittels wieder zur Herstellung von Baustoffen verwendet werden koennen. In Laborversuchen wurde unter Verwendung geeigneter Loesungsmittel eine vollstaendige Abtrennung der Bindemittel vom Traegerstoff erzielt.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Im Rahmen der umfassenden Rekonstruktion von Altbausubstanz vergrößert sich der Anfall von Altdachbelägen. Je nach Alter und Erhaltungsgrad typischer Altbauten werden dabei 6-15 Schichten mit teerhaltigem oder bituminösem Material abgetiagen. Diese wertvollen Sekundärrohstoffe werden bisher keiner Wiederaufbereitungsanlage zugeführt. Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Rückgewinnung von teerhaltigen und bituminösen Gemischen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Der Wiederaufbereitung teerhaltiger ode.' bituminöser technischer Produkte wurde in der Vergangenheit wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Die internationale Tendenz der Verknappung der Rohstoffe und ökonomische Gesichtspunkte der Aufbereitung von Sekundärrohstoffen zwingen zu einfachen Recycling-Lösungen.
Das DE 3510056 schildert ein Verfahren zur Rückgewinnung von Bitumen und Mineralstoffen aus Altasphalt, wobei bei Normaltemperatur durch Extraktion mittels eines nicht näher definierten aisungsmittels in einem an sich drehenden Behälter die Abtrennung erfolgt. Danach schließt sich in einer separaten Apparatur die destillative Aufarbeitung an.
Aus der Literatur ist nicht bekannt, daß unspezifisches Bitumen durch nur ein Lösungsmittel vollständig gelöst wird. Dies wird als entscheidender Nachteil dieser Methode angesehen. Ebenso, daß bekanntlich Extraktionsprozesse an verhärteten Schichten sehr energie- und zeitaufwendig sind.
Im DE 1956000 wird ein Verfahren zum Erhitzen von feuchten Mineralstoffen, die bereits eine Umhüllung oder Benetzung durch bituminöse Bindemittel aufweisen, offengelegt. Grundlage dieser Entwicklung ist eine neue Aufbereitungsmethode zur staubfreien Herstellung bituminösen Mi< chgutes. Ein Recycling wird nicht betrachtet.
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, die Rohstoffbasis für die Herstellung von bindemittelhaltigen Dachbelägen und Baustoffen durch ein einfaches Aufbereitungsverfahren von teerhaltigen und bituminösen Altdachbelägen zu erweitern und um somit ein Recycling von Teer und Bitumen zu erhalten.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, welches die Rückgewinnung von Teer- oder Bitumenfraktionen aus teer- oder bitumenhaltigem Material, insbesondere aus den bei der Altbausanierung anfallenden Dachbelägen, gestattet.
Erfindungsgemäß wurde d:e Aufgabe dadurch gelöst, daß durch eine extraktive Destillation in einer an sich bekannten Cestillationsapparatur die Aufarbeitung erfolgt. Dazu werden die vorher zerkleinerten und von mechanischen Teilen befreiten Beläge-Stücke auf einen Siebboden, der sich üblicherweise im unteren Teil einer Kolonne befindet, aufgebracht.
Es war nun überraschend, daß beim Einsatz unterschiedlicher Lösungsmittel, die A ein teilweises Lösen, B ein Lösen und ein Herabspülen durch thermische Behandlung und C nur das Herabspülen bewirken sollten, kein Verkleben der als Füllkörper auf den Siebboden aufgeschütteten bindemittelhaltigen Materialien bewirkten.
In der extraktiven bzw. bindemittelerweichenden Zone erfolgte ein teilweises Kondensieren der aufsteigenden Lösungsmitteldämpfe. Am Kopf der Kolonne werden üblicherweise die Dämpfe abgezogen und einem Kondensator zugeführt.
Etwa 40 bis 80% des kondensierten Lösungsmittels werden als Rücklauf der Kolonne wieder zugeführt, die restliche Lösungsmittelmenge sollte entweder dem Kolonnensumpf oder dem Verdampfer direkt zugeführt werden. Der Verdampfer ist so anzuordnen, daß kein bituminöses Material hineingelangen kann.
Nach erfolgter Trennung zwischen Trägermaterial und Bindemittel, welches sich im Kolonnensumpf befindet, wird das Lösungsmittel abdestilliert, der Rücklauf unterbrochen. Die erhaltenen Teer- oder Bitumenfraktionen können ohne weitere Reinigung im Recycling verwertet Wbrden.
Ausführungsbeisplele
Sämtliche Beis^:rlc> wurden in einer Laborapparatur, bestehend aus 1 !-Glaskolben, Glasaufsatz mit einem Siebboden zur Aufnahme von 20 bis 200g zerkleinerten Altdachbelägen und Kühler, sowie Dosieraufsatz durchgeführt.
Beispiel 1
Zum Lösen und gleichzeitigen thermischen Erweichen nicht näher zu charakterisierender Bindemittelfraktionen sind u.a.
folgende Lösungsmittel geeignet:
Aceton, Benzen, Isopropanol, Toluen, Xylen, Hexanol, Dimethylformamid, Cyclohexanon, Cyclohexanol, Chlorparaffine.
Etwa 100g unspezifischer ^schichtiger Altdachbelag wurde in die beschriebene Apparatur gegeben und mit Lösungsmittel, bis visuell koine Abtrennung mehr erfolgte, behandelt.
In Tabelle 1 ist das Ergebnis zusammengefaßt.
Tabelle 1:
Behandlung von Altdachbelägen mit Lösungsmitteln der definierten Gruppe A und B
Lösungsmittel Destillationszeit % Bindemittel, bezogen
auf Gesamteinwaage
Aceton 5h 32
Xylen 4h 49
DMF 2h 47
Cyclohexanol 3h 38
Beispiel 2
Die Methode der Wärmeübertragung und Herabspülen durch ein wenig oder schlecht lösendes Lösungsmittel kann u.a. mit Butanol, n-Heptan, Essigsäureethylester, Butylacetat, Tetrachlorkohlenstoff durchgeführt werden. Tabelle 2 faßt das Ergebnis nach der Methode entsprechend Beispiel 1 zusammen.
Tabelle 2:
Einsatz von Lösungsmitteln zur Altdachbelagaufarbeitung nach Gruppe C
Lösungsmittel Destillationszeit % Bindemittel bezogen
auf Gesamteinwaage
n-Butanol 4h
Butylacetat 4 h
Tetrachlormethan 4 h

Claims (6)

1. Verfahren zur Rückgewinnung von Teer- oder Bitumenfraktionen, dadurch gekennzeichnet, daß als Einsatzstoff bei der Altbausanierung anfallende Altdachbeläge benutzt werden.
2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren in einer an sich bekannten Destillationskolonne unter Verwendung verschiedener Lösungsmittel durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Lösungsmittel verwendet wird, welches ein Lösen und Herabspülen des Bindemittels ermöglicht.
4. Verfahren nach Punkt 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Verflüssigen des Bindemittels durch ein das Bindemittel nicht lösendes Lösungsmittel erfolgt.
5. Verfahren nach Punkt 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mit einem Lösungsmittel mit dem Siedepunkt größer 6O0C, vorzugsweise größer 12O0C, gearbeitet wird.
6. Verfahren nach Punkt 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die anfallenden Teer- und Bitumenfraktionen im Recycling wieder zur Herstellung von Dachbelägen und anderen Baumaterialien eingesetzt werden können.
DD30509387A 1987-07-17 1987-07-17 Verfahren zur rueckgewinnung von teer- oder bitumenfraktionen DD264016A1 (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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