DD264244A5 - Verfahren zur herstellung von teppichen - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf ein kostenguenstiges Verfahren zur Herstellung von Teppichen aus aufgedroeselten, gefaerbten Garnen und Faerben seiner Wirkstruktur unter geringerer Spannung. Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass Kraeuselgarne zu einer bandartigen Mehrendstruktur zusammengefuegt werden, anschliessend diese bandartige Struktur gefaerbt, der Farbstoff durch Erhitzen fixiert und die Struktur dann gespuelt, abgequetscht, getrocknet und aufgedroeselt wird und abschliessend die aufgedroeselten Garne in eine Teppich-Tuftingmaschine eingefuehrt werden, auf der ein Teppich von guter Gleichmaessigkeit der Farbe und des Farbtones hergestellt wird.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Teppichen von größerer Gleichmäßigkeit in Farbe und Farbschattierung durch Farben einer Wirkstruktur unter geringer Spannung, Fuhren der Wirkstruktur durch wenigstens zwei Abquetschwalzen, Aufdröseln der Wirkstruktur und Herstellung eines Teppichs aus den aufgedröselten, gefärbten Garnen.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Teppichwollgarne wurden traditionell in Stangen gefärbt und anschließend zur Herstellung von Teppichen im Web- oder Tuftingverfahren gespult. Bei synthetischen Garnen wie Nylon wurden zunächst die gleichen Verfahren wie bei Wolle angewendet, und einige Garne fur die Verwendung in der Musterweberei werden auch jetzt noch im Garn gefärbt. Die Mehrzahl der synthetischen Teppichgarne aber, insbesondere textunerter Endlosfaden, ist jetzt ungefärbt, wenn daraus die Teppichform hergestellt wird, und der gesamte Teppich wird dann auf einen durchgangigen Farbton gefärbt oder wird bedruckt, wenn ein Farbmuster gewünscht wird
Die Vorteile des Farbens der Teppichform sind niedrigere Verarbeitungskosten je Masseeinheit des Garnes und eine größere Gleichmäßigkeit des Farbtons von durchgangigen Farben, als das bei gefärbten Garnen der Fall ist. Nachteile sind die hohen Kosten fur Investition und Aufstellungsflache fur die Farbereiausrustung und die Schwierigkeit, eine präzise Gleichmäßigkeit des Farbtons über die gesamte Breite eines Teppichs bis zu 15 Fuß (4,6m) Breite zu erreichen Fur die Teppichherstellung wird jetzt vorwiegend das Tuftingverfahren angewendet, bei welchem eine Vielzahl von Garnen einer Anordnung von nahmaschinenartigen Nadeln zugeführt wird, welche in ganz geringem Abstand über die gesamte Breite eines Teppichgrundgewebes verteilt sind, und die Auf- und Abbewegung der Nadeln fuhrt die Garne in das Grundgewebe t n, um auf der gegenüberliegenden Seite Polnoppen zu bilden. Das Aufsteckgatter, das zur Aufnahme von bis zu etwa 1800 Garnkorpern gebraucht wird, von denen die Garne den Tuftingnadel zugeführt werden, verlangt auch eine große Aufstellungsflache Wenn eines oder mehrere der Garne im Vergleich zu anderen ein unterschiedliches Maß an Farbbarkeit aufweisen, bilden sich sichtbare helle oder dunkle Streifen über die gesamte Lange des Teppichs, wodurch dieser nach dem Farben inakzeptabel ist. Dieser Fehler kann aber erst festgestellt werden, wenn der Teppich gefärbt ist.
Frühere Patente haben Methoden offengelegt, bei denen mehrere Garne zu einer vorläufigen gewebten oder gewirkten Struktur vereint wurden, um die Handhabung zu erleichtern, anschließend der vorläufige Schußfaden entfernt oder eine gewirkte Struktur aufgelost wurde, um die Garne zu trennen und sie anschließend der weiteren Verarbeitung zuzuführen. US-PS 3536019 beschreibt die Einfuhrung und Entfernung eines vorläufigen Schußfadens, US-PS 4045848 zeigt die Zerstörung eines solchen vorläufigen Schußfadens und US-PS 4327464 legt das Wirken und Auflosen des Gewirkten offen. Außerdem beschreiben US-PS 4045848 und 4327464 das Farben und Drucken dieser vorläufigen Strukturen mit mehrfarbigen Mustern, um „räumlich gefärbte" oder Berber-Effektgarne zu erhalten
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, die Investitionskosten für Ausrüstungen und Einrichtungen zur Herstellung von Teppichen sowie die Herstellungskosten für das Finalprodukt merklich zu senken und das farbliche Design des Endproduktes reichhaltiger zu gestalten.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Teppichen mit guter Gleichmäßigkeit der Farbe und des Farbtones aus gefärbten Garnen durch spezielle Farbaufbringungsmethoden zu entwickeln. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch folgende Verfahrensschritte gelöst:
a. Einführung von Kräuselgarnen in eine bandartige Struktur mit vielen Enden;
b. Färben der bandartigen Struktur durch Einführen der genannten bandartigen Struktur bei geringer Spannung in ein Farbbad und anschließend, mindestens zweimaliges Drücken der Farbe durch jedes Garn in der bandartigen Struktur, vorzugsweise so, daß die bandartige Struktur durch wenigstens zwei Abquetschwalzen geführt wird, wobei die Abquetschwalzen den Farbstoff durch jedes Garn in der bandartigen Struktur drücken und die überschüssige Farbe entfernen; с Fixieren des Farbstoffs durch Erhitzender bandartigen Struktur, vorzugsweise Erhitzen durch Dampf auf etwa 1000C;
d. Spülen und Abquetschen der bandartigen Struktur;
e. Trocknen der bandartigen Struktur;
f. Aufdröseln der bandartigen Struktur, um die Garne zu trennen, und
g. Zuführung der aufgedröselten Garne zu einer Teppich-Tuftingmaschine, auf der ein Teppich von guter Gleichmäßigkeit der Farbe und des Farbtons hergestellt wird.
Die Kräuselgarne werden vorzugsweise durch Kettenwirkerei oder lockeres Weben, gekennzeichnet durch die Einführung des Schußfadens, wobei der Schußfaden entfernt wird, wenn die bandartige Struktur aufgedröselt wird, zu dieser bandartigen Struktur zusammengefügt.
Der Farbauf bringvorrichtung wird vorzugsweise ständig frische Farbe zugeführt, so daß alles Garn mit Farbstoff von gleichmäßiger Konzentration behandelt wird. Der Farbstoff kann durch zwei oder mehr Sätze von Abquetschwalzen oder durch andere Vorrichtungen, beispielsweise zwei oder mehr Sätze von Düsen oder Spritzdüsen von einer oder beiden Seiten oder durch Ziehen des Garnes unter geringer Spannung in Rollkontakt mit einem oder mehreren feststehenden Wischstäben, wiederholt durch die Garne gedrückt werden, um den Farbstoff auf und in den Garnen umzuverteilen.
Die Garne können zu der bandartigen Struktur mit mehrfachen Enden durch vorläufiges loses Weben zusammengefügt werden, wobei ein Schußgarn eingesetzt wird, das später entfernt wird, oder durch Kettwirken, vorzugsweise unter Verwendung einer geringen Stichdichte, um die Volumenausdehnung auf ein Minimum zu beschränken und die permanente Verzerrung der Garne in eine Knit-de-knit-Kräuselform zu verringern. Bevorzugt wird der Einsatz von vorher drehungsfixierten Garnen, um diese Verzerrung zu vermeiden. Die bandartige Struktur wird später aufgedröselt, um die Garne zu trennen.
Lockeres Weben oder Wirken ist gekennzeichnet durch Längsendschußeinfügungen von etwa 1 cm oder größer oder durch Kettwirken unter Bildung von kontinuierlichen Stichen von etwa 2cm oder größer. Ein solch lockerer Aufbau ist notwendig, damit der Farbstoff vollständig und gleichmäßig durch alle Garne dringen kann, sowie für eine gründliche Dampfbehandlung, Spülen und Trocknen. Dieses Durchdringen wird auch unterstützt durch eine minimale Spannung auf das Gebilde während der Operationen, was auch für die Erhaltung der optimalen Kräuselung und Bauschung in den Garnen von Vorteil ist.
Bei dem Begriff Garn, wie er hier verwendet wird, kann es sich entweder um ein Einfachgam oder um zwei oder mehr Einfachgarne handeln, die zu einem Mehrfachgarn vereint und wärmefixiert wurden, oder es kann sich um unterschiedlich färbbare Garne handeln, die pneumatisch verwirbelt wurden.
Beim Färben von Mehrfachgarnen nach der vorliegenden Weise ist die Farbgleichmäßigkeit von Garn zu Garn ausgezeichnet, und die Längsendgleichmäßigkeit kann besser als bei den bekannten Färbeverfahren für Endlosgarn kontrolliert werden.
Wenn Garne gegenüber der Mehrheit eine feststellbar unterschiedliche Färbbarkeit haben, können sie visuell festgestellt werden, wenn die Garne der Tuftingmaschine zugeführt werden, und sie können als Ausschuß ausgesondert werden.
Als Färbeausrüstung für das vorliegende Verfahren ist mit geringfügigen Änderungen eine Anlage geeignet, wie sie gegenwärtig zum Färben des Sitzgurtgewebes von Kraftfahrzeugen eingesetzt wird, ein Erzeugnis, bei dem die Anforderungen an die Längsendfarbgleichmäßigkeit besonders streng sind.
Wenn das gewünscht wird, können die Garne vor, während oder nach dem Färben anderen Behandlungen unterzogen werden.
Durch diese Behandlungen kann eine antimikrobielle Aktivität erreicht oder Schmutz- und Fleckenabweisung erreicht werden.
Garne von bandartigen Anordnungen unterschiedlicher Farbe können bestimmten Nadeln einer Tuftingmaschine zugeführt werden, um Streifen oder andere grafische Dessins zu erzeugen.
Das Verfahren der Erfindung kann sowohl bei Stapel-als auch bei Endlosgarnen angwendet werden und ist für Wolle ebenso vorteilhaft wie für synthetische Fasern. Das Verfahren kann entweder durchgängig von der Zusammenstellung der Garne zur bandartigen Struktur bis zur Herstellung des Teppichs verlaufen, oder es kann unterbrochen ausgeführt werden, beispielsweise durch Lagern der gefärbten und getrockneten bandartigen Struktur in einer Spinnkanne oder einem Behälter und der späteren Zuführung der bandartigen Struktur zur Teppichherstellung.
Von der überlegenen Gleichmäßigkeit der Farbe, der Senkung der Investitionen und den Einsparungen bei der Aufstellungsfläche können Teppichfabriken aller Größen profitieren. Außerdem werden kleine Teppichfabriken durch die Steigerung der Produktivität und die Senkung des Gamvorrats, die nach dem vorliegenden Verfahren unmöglich sind, besonders unterstützt. Werke, die weitab von einer Garnbezugsquelle liegen, beispielsweise im Ausland, können die Vorlaufzeit für die Bestellung von Ausgangsmaterial wesentlich verkürzen.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden:
Zweihundert Garne, die jeweils aus zwei 1700 Denier-Hohlseidengarnen als Endlosfaden mit drei lappigem Faserquerschnitt aus Nylon 66 zu 22 Denier je Faden bestanden, die mehrfach verdreht und miteinander thermofixiert wurden, werden von einzelnen Garnkörpern auf einem Aufsteckgatter einem Nadelwebstuhl zugeführt und auf einer Achtwellen-Viermalvier-Konstruktion durch Einführen eines Schußfadens etwa alle 1 cm der Garnbewegung gewebt. Die bandartige Mehrfachendstruktur ist etwa 8cm breit. Die Geschwindigkeit des Garnvorlaufs beträgt etwa 10m/min. Das Band wird dann einer Webtex-Pad-Steam-Anlage zugeführt und mitCiba Geigy-„Tectalon"-Farbstoffen gefärbt, die aus Säurefarbstoff Rot 361,3g/l, 200%, und Gelb, 2g/l, und Säurefarbstoff Blau 277,0,5g je I, in einem Bad bestanden, in welchem zwei Sätze von Abquetschwalzen den Farbstoff durch jedes Garn drücken. Beide Abquetschwalzen leiten überschüssigen Farbstoff dem Abfall zu, worauf die Garne in eine Dämpferpassage gelangen, in welcher die Garntemperatur bei einer Einwirkungszeit von 41/2 min mit frischem Dampf auf 1000C erhöht wird, um den Farbstoff abzubinden. Die Garne werden dann in sechs Tanks in einer Reihe gespült und ausgequetscht und anschließend für 2V2min in einem Konvektionstrockner bei 1200C getrocknet. Die Gleichmäßigkeit des Farbstoffs von Kante zu Kante ist ausgezeichnet und entspricht den kommerziellen Standards von einem Ende zum anderen. Dann wird der Schußfaden herausgezogen, und die Garne werden getrennt, um der Ösenleiste einer Teppich-Tuftingmaschine zugeführt zu werden.

Claims (6)

1. Verfahren für die Herstellung eines Teppichs mit guter Gleichmäßigkeit der Farbe und des Farbtons aus gefärbtem Garn, dadurch gekennzeichnet, daß
a. Kräuselgarne zu einer bandartigen Mehrendstruktur zusammengefügt werden;
b. die bandartige Struktur gefärbt wird durch Einfuhren der genannten bandartigen Struktur bei geringer Spannung in ein Farbstoffbad und anschließendes, wenigstens zweimaliges Drücken des Farbstoffs durch jedes Garn in der bandartigen Struktur;
с der Farbstoff durch Erhitzen der bandartigen Struktur fixiert wird;
d. die bandartige Struktur gespult und abgequetscht wird;
e. die bandartige Struktur getrocknet wird;
f. die bandartige Struktur aufgedröselt wird, um die Garne zu trennen, und
g. die aufgedröselten Garne in eine Teppich-Tuftingmaschine eingeführt werden, aufweicherein Teppich von guter Gleichmäßigkeit der Farbe und des Farbtons hergestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kräuselgarne durch Kettwirken zu der bandartigen Struktur zusammengefügt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Krauselgarne durch lockeres Weben zu der bandartigen Struktur zusammengefügt werden, das durch die Einführung des Schußfadens charakterisiert ist, wobei der Schußfaden entfernt wird, wenn die bandartige Struktur aufgedröselt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff durch zwei Sätze von Abquetschwalzen durch das Garn in der bandartigen Struktur gedrückt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der überschüssige Farbstoff entfernt wird, nachdem der Farbstoff durch das Garn in der bandartigen Struktur gedrückt worden ist.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die bandartige Struktur durch Dampfen bei etwa 1000C erhitzt wird, um den Farbstoff zu fixieren.
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