DD264335A3 - Selbstverglimmende wirkstoffkomprimate zur parasitenbekaempfung - Google Patents

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DD264335A3
DD264335A3 DD27727985A DD27727985A DD264335A3 DD 264335 A3 DD264335 A3 DD 264335A3 DD 27727985 A DD27727985 A DD 27727985A DD 27727985 A DD27727985 A DD 27727985A DD 264335 A3 DD264335 A3 DD 264335A3
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DD
German Democratic Republic
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wirkstoffkomprimate
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selbstglimmende
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nitrogen compounds
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Application number
DD27727985A
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English (en)
Inventor
Bernd Grimm
Bodo Haenselmann
Rolf Bremer
Klaus Schinkowski
Birgit Wendt
Hans-Joachim Rummler
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Berlin Chemie Veb
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Abstract

Die Erfindung betrifft selbstverglimmende Wirkstoffkomprimate zur Parasitenbekaempfung in geschlossenen kleinvolumigen Behaeltern, vornehmlich zur Bekaempfung der Milbenseuche bei Bienen. Die Wirkstoffkomprimate enthalten organische Stickstoffverbindungen als Aufblaeh- und Sprengmittel, die bei Waermeeinwirkung unter Gasentwicklung zerfallen und das Komprimat vor der Glutzone aufblaehen, auflockern und zerfallen lassen, so dass der spaeter verdampfende Wirkstoff ungehindert und thermisch unzersetzt entweichen kann. Dadurch wird eine hohe Ausnutzungsrate des Wirkstoffs bei gleichzeitiger Vermeidung unerwuenschter Zersetzungsprodukte erzielt.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die erfindungsgemäßen Wirkstoffkomprimate, die durch Verbrennungsprozesse zur Verräucherung gebracht werden, finden zur Bekämpfung von Parasiten und anderen Schädlingen in geschlossenen kleinvolumigen Behältern, vorzugsweise in Bienenbeuten, Terrarien und Kleintiergehegen, insbesondere zur Bekämpfung der Milbenseuche bei Bienen, Anwendung.
Charakterisierung der bekannten technischen Lösungen
Für die Bekämpfung von Parasiten ist das Ausräuchern bekannnt, wofür Zusammensetzungen aus einem chemischen Präparat und einem brennbaren Material Verwendung finden. Bienenkrankheiten, insbesondere die Milbenseuche, werden auf diese Weise mit Räucherstreifen bekämpft (DO 41642), Das brennbare Material entwickelt bei der Verbrennung Wärme und Rauch, wobei die Wirkstoffe innerhalb einer bestimmten Zeit verdampfen und sich mit dem Rauch verflüchtigen. Um den Wirkstoff schnell zu verdunsten, sind die brennbaren Materialien für das Verräuchern so zusammengesetzt, daß eine starke Hitze und große Mengen Rauch entstehen. Der derart emittierte Rauch besitzt einen beißenden Geruch und eine hohe Toxizität. Die entstehende Hitze führt zu einer Brandgefährdung, insbesondere in kleinvolumigen Behältern wie Bienenbeuten. Ferner besitzen derartige Räucherverfahren den erheblichen Nachteil, daß durch die bei der Verbrennung erzeugte große Hitze erhebliche Teile des Wirkstoffs zersetzt werden, so daß an Stelle dieses unerwünschte Zersetzungsprodukte wirksam werden. Inder Praxis wird mit effektiven Fugazitätswerten unter 10% gerechnet.
Ebenfalls ist vorgeschlagen worden, den Wirkstoff mit einem Blasmittel zu mischen, das bei thermischer Einwirkung Gas entwickelt und den betreffenden Wirkstoff verflüchtigt (DE 2824683).
Als Blasmittel werden organische Stickstoffverbindungen, die beim Erwärmen in Stickstoff und/oder Kohlendioxid und einen organischen Restkörper zerfallen, in großer Menge (100 bis 2000%, bezogen auf den Wirkstoff) zugesetzt, um einen genügenden Gasstrom zu erhalten, der den Wirkstoff verteilen kann. Die thermische Einwirkung erfolgt mittels spezieller Heizelemente und Heizmethoden. Der Nachteil solcher Verfahren besteht in der erheblichen Zuschlagmenge an Blasmittel sowie darin, daß zu ihrer Anwendung spezielle Räuchergeräte (indirekte Heizung mittels Strom, exotherm reagierender Chemikalien) gehören, die nicht immerund überall zur Verfugung stehen bzw. verwendet werden können, insbesondere nicht in der Bienenwirtschaft, wo bei den Bienenbeuten selten Stromquellen zur Verfugung stehen (Wanderimker) und das Hantieren mit exothermen Chemikalien nicht gut praktizierbar ist. Weiterhin ist eine solche Verfahrensweise daran gebunden, daß der zu verdampfende Wirkstoff bei der Zersetzungstemperatur des Blasmittels bereits einen nennenswerten Dampfdruck besitzen muß, um mit dem Gasstrom verteilt werden zu können.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung von Präparationen zur Bekämpfung von Parasiten und anderen Schädlingen in geschlossenen kleinvolumigen Behältern wiez. B. Bienenbeuten in einer solchen Anwendungsform, daß die genannten Mängel vermieden und auf ökonomische und sichere Weise ein hoher Wirkungsgrad erreicht wird.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine solche Anwendungsform zu finden, die ohne zusätzlichen apparativen Aufwand leicht handhabbar ist und eine genaue Dosierung zuläßt, unkontrollierte thermische Zersetzungen des Wirkstoffs ausschließt, unerwünschte toxische Einwirkungen, Gesundheits-, Brand- und Umweltgefährdungen vermeidet und einen hohen Ausnutzungsgrad des Wirkstoffs sichert. Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß Wirkstoffkomprimate in beliebiger geometrischer Form (Scheibe, Zylinder, Kegel, Pyramide, Kugel), vorzugsweise in Tablettenform, eingesetzt werden, die neben dem Wirkstoff, einem zur Verglimmung notwendigen Material und anderen Hilfsstoffen ein Komprimataufbläh- und sprengmittel enthalten.
Diese Komprimate weisen alle Vorzüge von Tabletten oder ähnlichen Formungen wie z. B. gute Verpackungsmöglichkeiten sowie einfache und eindeutige Dosierbarkeit auf. Darüber hinaus sind sie nach Zündung selbstglimmend. Als Bläh- und Sprengmittel werden organische Stickstoffverbindungen wie Azoöisisobutyronitril, Benzolsulfonhydrazid, Trihydrazintriazin, vorzugsweise jedoch Azodicarbonamid, eingesetzt, die bei Wärmeeinwirkung zerfallen, Stickstoff und Kohlendioxid freisetzen und das Komprimat vor der Glutzone aufblähen, auflockern und zerfallen lassen, so daß der bei höheren Temperaturen spater verdampfende Wirkstoff durch die entstehenden Kanäle ungehindert entweichen und sich im umgebenden Gasraum verteilen kann.
Die eingesetzten organischen Stickstoffverbindungen entfalten ihre neue spezifische Wirkung als Bläh- und Sprengmittel für Wirkstoffkomprimate in der erfindungsgemäßen Einsatzmenge von 5 bis 20%, vorzugsweise von 15 bis 20%, bezogen auf die Gesamtmenge des Komprimates, das die zur Selbstverglimmung erforderlichen Zuschlagstoffe enthält. Die beim Zerfallen des Sprengmittels entstehenden inerten Gase schützen zusätzlich den Wirkstoff vor oxydativen Angriffen. Durch die entstehende offenporige Struktur des Formlings vor der Glutzone können der Anteil des brennbaren Materials im Komprimat und damit die thermische Belastung des Wirkstoffs gering gehalten werden, so daß nur eine dementsprechend geringe Zersetzung des Wirkstoffs auftritt. Es werden effektive Fugatitätswerte von 85% erreicht.
Anwendungsbeispiele
1. Aus einer Mischung, bestehend aus
33,3 % 4,4'· Dibrombenzilsäureisopropylester,
26,2% Holzmehl,
12,8% Kaliumnitrat, 6,0%Aerosil, 4,2%Paraffinölund
17,5 % Azodikarbonamid,
werden Preßformlinge von 0,6g Masse hergestellt. Diese Preßformlinge zeichnen sich durch eine gute Formstabilität und Abriebfestigkeit aus.
Bei sachgemäßer Anwendung werden innerhalb von 6 bis 8 Minuten 83,7 % des 4,4-Dibrombenzilsäureesters unzersetzt verdampft.
2. Aus einer Mischung, bestehend aus
16,7 % 4,4'- Dibrombenzilsäureisopropylester,
42,8% Holzmehl,
12,8% Kaliumnitrat, 6,0%Aerosil, 4,2 % Paraffinöl und
17,5 % Azodikarbonamid
werden Preßformlinge von 0,6g Masse hergestellt. Diese Preßformlinge zeichnen sich durch eine gute Formstabilität und Abriebfestigkeit aus.
Bei sachgemäßer Anwendung werden innerhalb von 90 bis 150 Sekunden 81,3% des 4,4'-Dibrombenzilsäureester unzersetzt verdampft.

Claims (4)

1. Selbstverglimmende Wirkstoffkomprimate zur Bekämpfung der Milbenseuche bei Bienen in geschlossenen kleinvolumigen Behältern, enthaltend Holzmehl, Kaliumnitrat, Aerosil und Paraffinöl, gekennzeichnet dadurch, daß sie ein Auf bläh- und Sprengmittel in einer Menge von 5 bis 20% enthalten.
2. Selbstverglimmende Wirkstoffkomprimate nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Aufbläh- und Sprengmittel in einer Menge von 15 bis 20% enthalten ist.
3. Selbstverglimmende Wirkstoffkomprimate nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß als Aufbläh- und Sprengmittel organische Stickstoffverbindungen, die beim Erwärmen in elementaren Stickstoff und/oder Kohlendioxyd und einen organischen Restkörper zerfallen, verwendet werden.
4. Selbstverglimmende Wirkstoffkomprimate nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß die organischen Stickstoffverbindungen Azobisisobutyronitril und/oder Benzolsulfonhydrazid und/oder Trihydrazintriazin und/oder Azodikarbonamid, vorzugsweise Azodikarbonamid, sind.
DD27727985A 1985-06-12 1985-06-12 Selbstverglimmende wirkstoffkomprimate zur parasitenbekaempfung DD264335A3 (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1995003696A1 (en) * 1993-07-29 1995-02-09 Korea Research Institute Of Chemical Technology Smoke generator carrying agricultural chemicals, and process for preparation thereof
GR1010385B (el) * 2022-06-01 2023-01-24 Σωτηρια-Ελευθερια Παντελακη Αφλογο υλικο καπνισματος για τη μελισσοκομια, καπνιστηρι με ηλεκτρικη αντισταση για την αποδομηση αυτου του υλικου και μεθοδος αποδομησης

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