DD265363A1 - Platte aus holzwerkstoff - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Platte aus Holzwerkstoff. Sie bezieht sich auf einen Werkstoff aus Vollholz, der fuer eine Verwendung im Bauwesen, im Innenausbau und im Moebelbau vorgesehen ist. Der Werkstoff besteht aus raeumlich stochastisch verteilt angeordneten Staeben aus duennem Rohholz mit einem Durchmesser von 2...20 mm und einer Laenge von 50...200 mm. Die Duennholzstaebe sind im wesentlichen von naturrundem Querschnitt. Der Werkstoff kann als Mittellage von Verbundwerkstoffen dienen. Der neue Werkstoff ist mit geringstem Zerlegungs- und Verbindungsaufwand herstellbar und nutzt weitestgehend die natuerlichen Werkstoffeigenschaften des Rohholzes. Figur
Description
Hierzu 1 Seite Zeichnung
Oie Erfindung betrifft einen plattenförmigen Werkstoff mit einer Dicke von > 30 mm, der vorwiegend für eine Verwendung im Bauwesen, im Innenausbau und im Möbelbau vorgesehen ist.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Werkstoffe aus Vollholz bzw. mit Vollholzmittellage, insbesondere für flächige Elemente, sind in vielfältiger Weise bekannt. Ausgehend von einfach verleimtem Schnittholz verlief die Entwicklung über lagenweise verklebtes Schnittholz und Furnier sowie Verbundwerkstoffe zu Partikelwerkstoffen. Dabei wurden folgende Ziele verfolgt:
— Rationalisierung der Erzeugung,
— Rationalisierung der Verarbeitung,
— Vergrößerung der Formate,
- Verbesserung der Festigkeitseigenschaften,
— Verbesserung der Oberflächenqualität,
— Vergrößerung des einsetzbaren Holzsortiments (Reduzierung der Anforderungen an die Sortimente, Restevei wartung). Als Ergebnis dieser Entwicklung dominieren gegenwärtig Partikelwerkstoffe (Spanplatten, harte und mitteldichte Faserplatten). Verbundwerkstoffe dagegen wurden wegen der höheren spezifischen Fertigungskosten weitgehend verdrängt.
In letzter Zeit ist die Entwicklung von Verbundwerkstoffen erneut aktuell geworden durch den Bedarf an Sonderwerkstoffen mit speziellen Eigenschaften (z. B. dicke Platten mit geringer Dichte). S ist aus der DD-PS 243468 eine „Hochkantstabplatte" bekannt geworden, bei der die Mittellage durch Stäbe gebildet wird, die aus flachgepreßten Platten aus Holzrest-Grobpartikeln geschnitten wurden. In dieser Patentschrift sind auch die Gründe für die Entwicklung von Alternativlösungen zu den bekannton Verbundplatten-Mittellagen ausführlich dargelegt.
Allen diesen Holzwerkstoffen liegt das Prinzip zugrunde, das Rohholz in überwiegend kleine Strukturelemente mit determinierten (z. B. Leisten, Funiere) oder stochastisch bestimmten Formen und Abmessungen (z. B. Part'keln) zu zerlegen und mittels Bindemittel zu Werkstoffen mit determinierter Form und Abmessung sowie determinierter und/oder stochastisch bestimmter innerer Struktur zusammenzufügen. Für alle bisher bekannten Holzwerkstoffplatten ist charakteristisch, daß die Strukturelemente (Stäbe, Furniere, Partikeln) vollständig oder überwiegend durch Oberflächen begrenzt werden, die durch Herauslösung der Elemente aus dem gewachsenen Hoizverband entstanden sind. Die in verschiedener Hinsicht gegenüber dem Schnittholz erzielte Niveausteigerung der Holzwerkstoffe war daher verbunden mit einem hohen Zerlegungs- und Verbindungsaufwand und mit einer Erhöhung des spezifischen Material- und Energieeinsatzes. So ist z.B. gegenüber 1 Kubikmeter Schnitthol? in 1 Kubikmeter Spanplatten die fünffache und in 1 Kubikmeter mitteldichter Faserplatten die siebenfache Enerijiemenge vergegenständlicht. (R. Fischer, K. J. Mette, Wiss.Z. d.TU Dresden 32 [ 1983] 3, S. 146). Besonders bemerkenswert l3t der hohe Anteil vergegenständlichter Energie im Klebstoff, bei Spanplatten z. B. etwa 40% (G. Kossati, Holz als Roh- und Werkstoff 4211983) 3, S. 111).
Die Erfindung hat zum Ziel, das Holzwerkstoffsortiment durch einen Werkstoff zu ergänzen, der bei Gewährleistung der für bestimmte Zwecke erforderlichen Qualitätsparameter, insbesondere einer hohen Biegefestigkeit und Biegesteifigkeit unter Dauerstandsbelastung, unter Reduzierung der Material- und Energieintensität, d.h. mit möglichst geringem Zerlegungs- und Verbindungsaufwand herstellbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Werkstoff unter Beibehaltung des Prinzips des Zerlegens und Zusammenfügens zu schaffen, der aus Strukturolementen größerer Abmessungen zusammengesetzt ist, bei zumindest teilweiser Anwendung determinierter Ordnungsprinzipien und unter weitestgehender Ausnutzung der natürlichen Werksvoffeigenschaften des Rohholzes.
Erfindungsgemäß besteht eine Holzwerkstoffplatte aus an den Mantelflächen miteinander verklebten Stäben aus dünnem Rohholz, die so angeordnet sind, daß ihre Faserrichtungen räumlich Stochastisch verteilt sind. Die Dicke der Stäbe beträgt 2...20mm, ihre Länge 50...200mm.
Als Stäbe werden hierbei Strukturelemente bezeichnet, die durch Aufteilen von dünnem Rohholz, hauptsächlich quer zur Faserrichtung, gewonnen werden und deren Form und Abmessungen wesentlich durch die Form und die Abmessungen des Rohholzes bestimmt werden. Die Querschnitte der Stäbe sind naturrund, oder bilden die Hälfte oder ein Viertel des naturrunden Querschnittes, oder auch schmale, durch Quetschung erzeugte Abplattungen davon. Die Mantelflächen dieser Dünnholzabschnitte werden durch die gewachsene Oberfläche des dünnen Rohholzes, gegebenenfalls — bei Einsetz längs geteilter Rundstäbe — auch durch die Trennflächen gebildet, in der Regel sind die Dünnholzabschnitte entrindet, sofern nicht die Rinde holzartenspezifisch mit ausreichender Festigkeit am Holz haftet und verklebbar ist.
Als Material für die Rundstäbe dienen Rohitolzsortimente, die bishor nur ungenügend genutzt werden, wie Durchforstunqsholz aus dor Jungwuchs- und Jungbestandspflege von Weichlaubholzb^ständen. Daneben euch Sortimente, die mit hoher Produktivität erzeugt werden können, wie Pappel· und Weiden-Dünnholz aus Plantagen mit Kurzumtrieb. Vorzugsweise handelt es sich um Ruten und Schaftholz mit entsprechend geringem Durchmesser, insbesondere um Stockausschlagmaterial aus Weichlaubhölzern.
Der orfindungsgemäße Werkstoff kann als Mittellage für Verbundwerkstoffe dienen, wobei bekannte Beplankungswerkstoffe als Decklagen dienen, oder auch ohne Beplankung eingesetzt werden. Hierbei kann die durch die geschichteten, zusammengesetzten, an Überlappungen und Überkreuzungen verdichteten und z.T. angeschnittenen Stäbe gegebene sichtbare Struktur zur Erzielung dekorativer Effekte genutzt werden.
Der neue Werkstoff nützt die Festigkeitseigenschaften des Rohholies gut aus. Seine Herstellung ist nur mit geringem Zorlegungs- und Verbindungsaufwand verbunden und daher wenig energieintensiv, insbesondere wegen des relativ geringen Klebstoffeinsatzes auf Grund der relativ kleinen spezifischen Oberfläche der Strukturelemente.
Der Werkstoff entspricht weitestgehend den Forderungen, die sich aus der absohbaren Entwicklung der Rohstoff- und Energiesituation ergeben, insbesondere auch dem tendenziell steigenden Anfall von Dünnhoi^ sowie der bisher wirtschaftlich nicht genutzten Möglichkeit, durch zielgerichtete Dünnholzerzeugung in Plantagen das Holzaufkommen gegenüber üblicher Bewirtschaftsform erheblich zu steigern.
Die zugehörige Zeichnung zeigt eine erfindungsgemäße Verbundplatte mit angeschnittener oberer Decklage. Als Decklagen wurden 3,2mm dicke Hartfaserplatten verwendet. Dazwischen sind 50 bis 200mm lange Weidenholzrundstäbe ohne Rinde mit einem mittleren Durchmesser von 10mm angeordnet. Als Material dienten Ruten von ein- bis zweijähriger Strauchweide. Die Mantelflächen der Rundstäbe sind verklebt.
Claims (5)
1. Platte aus Holzwerkstoff, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff aus an den Mantelflächen miteinander verklebten, räumlich stochastisch verteilt angeordneten Stäben aus dünnem Rohholz mit einem Durchmesser von 2 bis 20mm und einer Länge von 50 bis 200mm besteht.
2. Platte aus Holzwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Stäbe angeordnet sind, die den vollen naturrunden Querschnitt des dünnen Rohholzes aufweisen.
3. Platte aus Holzwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Stäbe angeordnet sind, deren Querschnitt durch einen Teil des naturrunden Querschnittes gebildet wird.
4. Platte aus Holzwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus schmalen Streifen bestehende, durch Quetschen von vollen oder geteilten naturrunden Stäben entstandene Stäbe angeordnet sind.
5. Platte aus Holzwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff als Mittellage eines Verbundwerkstoffes angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD30769487A DD265363A1 (de) | 1987-10-06 | 1987-10-06 | Platte aus holzwerkstoff |
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| DD265363A1 true DD265363A1 (de) | 1989-03-01 |
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| DD30769487A DD265363A1 (de) | 1987-10-06 | 1987-10-06 | Platte aus holzwerkstoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD265363A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT402373B (de) * | 1995-05-26 | 1997-04-25 | Hirnsperger Rupert | Holzstrahlplatte |
-
1987
- 1987-10-06 DD DD30769487A patent/DD265363A1/de not_active IP Right Cessation
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT402373B (de) * | 1995-05-26 | 1997-04-25 | Hirnsperger Rupert | Holzstrahlplatte |
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