DD265387A5 - Stabilisierte waessrige wasserstoffperoxidzusammensetzung - Google Patents

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DD265387A5 DD86298024A DD29802486A DD265387A5 DD 265387 A5 DD265387 A5 DD 265387A5 DD 86298024 A DD86298024 A DD 86298024A DD 29802486 A DD29802486 A DD 29802486A DD 265387 A5 DD265387 A5 DD 265387A5
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Abstract

Erfindungsgemaess wird eine stabilisierte, waessrige Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung in Form einer waessrigen Dispersion zur Verfuegung gestellt, die in bezug auf die Gesamtmasse der Zusammensetzung 0,1 bis 4 Ma.-% Wasserstoffperoxid und 0,5 bis 15 Ma.-% b-Kristalle eines oder mehrerer Lipide enthaelt, die unter Monoglyceriden von Fettsaeuren, Ascorbinsaeure, Phosphat- oder Milchsaeureestern von Fettsaeuren und Monoglycerolethern ausgewaehlt sind, wobei die Fettsaeuren bzw. Etherketten gesaettigt sind und 12 bis 18 Kohlenstoffatome aufweisen. Die Zusammensetzung zeigt eine hervorragende Stabilitaet trotz des Vorhandenseins eines viel geringeren Anteils von b-Lipidkristallen gegenueber dem bisherigen Stand der Technik. Die Zusammensetzung wird dadurch hergestellt, dass zuerst in einem waessrigen Gemisch die b-Kristalle gebildet werden und dann das Wasserstoffperoxid, vorzugsweise in Form einer waessrigen Loesung davon, zugesetzt wird.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine stabilisierte wäßrige Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung, ein Verfahren zu deren Herstellu g und die Anwendung dieser 2u3ammensetzung, beispielsweise als Zitzentauchzusammensetzung für milchgebendo Tiere.
Charakteristik dos bekannten Standes der Technik
Es ist bereits bekennt, daß Wasserstoffperoxid durch ß-Kristalle von 1-Monolaurin und 1-Monomyristin in einem wäßrigen Medium stabilisiert werden kann. So offenbart 2. B. PCT/SE 82/0061 eine keimtötende wäßrige Zusammensetzung, in der Wasserstoffperoxid mit Hilfe von 1-Monolaurin oder eines Gemischs von 1-Monolaurin und 1-Minomyristin stabilisiert wurde. Die als Erklärung für die reaktions-inhibierende Wirkung angeführte Hypothese oder Theorie besagt, daß das Wasserstoff poroxid an die Kristalloberflächen gebunden oder angefügt würde. Um ein stabiles System zu erhalten, ist folglich die Anzahl der Grarrv.noleküle von Monoglycerid gleich der Anzahl der Grammoleküle von Wasserstoffperoxid. In der Praxis bedeutet das, daß die i'i der PCT-Veröffentlichung dargelegte Zusammensetzung f>ine solche Konsistenz besitzt, daß sie in Form einor Salbe angewandt werden muß.
Hinsichtlich d6S bisherigen Standes der Technik ist auch hinzuzufügen, daß sogenannte ß-Kristalle und die Technik, mit deren Hilfe diese gewonnen werden können, auch bereits bekannt sind, z. B. aus der oben erwähnten'PCT-Veröffentiichung und aus oB-PS 1.174.672. So handolt es sich bei denjenigen ß-Kristallcn, die erfindungsgemäß genannt werden, um hydrophile Kristalle von polaren Lipidcn, d. h. solche, die hydrophile vorherrschende Oberflächen besitzen, und weitere Einzelheiten über die. Kristalle sind im Fachgebiet zu finden, z. B. unter anderem in den oben angeführten beiden Veröffentlichungen.
Ziel der Erfindung Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung einer neuartigen wäßrigen stabilisierten Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung. Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, geeignete Mischungskomponenten für eine wäßrige stabilisierte Wasuerstoffperoxid-Zusammensetzung aufzufinden.
Erfindungsgemäß werden neuartige stabilisierte wäßrige Wasserstoffperoxid-Zusammensetzungen zur Verfugung gestellt, d. h. Zusammensetzungen, in denen die starke Neigung des Wasserstoffperoxids zur Zersetzung durch die Anwesenheit eines Stabilisierungsmittels reduziert oder inhibiert ist.
Das Neuartige und Charakteristische liegt im Rahmen der Erfindung dann, daß das Stabilisierungsmittel in beträchtlich stärker verringerten Konzentrationen vorhanden ist als nach dem bisherigen Stand der Technik, wodurch eine wäßrige Dispersion entsteht, die eine völlig andere Konsistenz als die dem bisherigen Stand der Technik entsprechenden Pi jdukte hat. Dadurch werden wiederum Möglichkeiten für vollkommen neuartige Anwendungszwecke geschaffen, bei denen die an sich bekennten antimikrobiellen Wirkungen des Wasserstoffperoxids ausgenutzt werden.
Im Rahmen der Erfindung hat sich herausgestellt, daß Wasserstoffperoxid in einem wäßrigen Medium in Gegenwart von ß-Kristfillen bestimmter Lipide stabilisiert werden können, wobei die Menge odor der Anteil der ß-Kristalle erheblich geringer ist als nach dem bisherigen Stand der Technik, genauer gesagt, mindestens um das 10fache geringer und im allgemeinen annähernd 30mal geringer. Das sind im Vergleich zu der bekannten Salbengrundlage wesentliche Vorteile aufgrund der Tatsache, daß die Konsistenz der gewonnenen Zusammensetzung im Prinzip eine Flüssigkeit anstelle einer Salbe ist, und daß die erfindungsgemäß erzielte Stabilisierungswirkung angesichts der bisher aufgestellten Hypothesen äußerst unerwartet ist. So wird in ihnen keine Möglichkeit für die Stabilisierung von Wasserstoffperoxid mit Hilfe einer so geringen Konzentration von p-Kristalle·-- wie sie jetzt angewandt wird, vorgeschlagen. Die durch die Erfindung erz elte unerwartete Wirkung scheint darauf hinzudeuten, wobei die Erfindung jedoch nicht auf diese Theorie beschränkt ist, daß die Oberflächen der ß-Krista'le einen Teil der Zwischenverbindungen bei der Zersetzung von Wasserstoffpo .oxid zu binden oder zu Inaktivieren scheinen. Eine solche Theorie könnte erklären, warum keine Autokatalyse stattfindet, und > -'arum 00 geringe Anteile von Kristallon Wasserstoffperoxid stabilisieren können. Durch die Tatsache, daß die autc katalysierte Zersetzung von Wasserstoffperoxid inhibiert wird, kann das Wasserstoffperoxid zum Beispiel mit verschiedenen, normalerweise oxydations-empfindlichen Substanzen, wie z. B. Polymeren eines biologischen Ursprungs, oberflächenaktiven Substanzen und anderen, verträglich gemacht werden. Eine speziell interessante Anvvendungsmöglichkeit der Zusammensetzung, die anschließend noch ausführlicher beschrieben wird, ist auch die oben bereits genannten Zitzentauchzusammensetzung.
Genauer gosagt, ist die erfindungsgemäße, stabilisierte, wäßrige Wasserstoffperoxidzusammensetzung dadurch gekennzeichnet, daß sie eine wäßrige Dispersion aufweist, die auf der Basis der Gesamtmasse der Zusammensetzung 0,1 bis 4Ma.-% Wasserstoffperoxid und 0,5 bis 15, vorzugsweise 0,5 bis 10Ma.-% ß-Kristalle eines oder mehrerer Lipide enthält, die unter Monoglyceriden von Fettsäuren, Ascorbinsäure, Phosphat- oder Milchsäureestern von Fettsäuren und Monoglycerolethern ausgewählt werden, wobei die Fettsäuren und Etherketten gesättigt sind und 12 bis 18 Kohlen3toffatome enthalten.
Die oben in Verbindung mit der beanspruchten Zusammensetzung genannte Zusammensetzung basiert auf denjenigen Bestandteilen, die für die Erfindung wesentlich und interessant sind. Natürlich kann die beanspruchte Wasserstoffperoxidzusammensetzung aber aucli andere Zusatzstoffe enthalten, die die Stabilisierung des Wasserstoffperoxids, die erfindungsgemäll zustande kommt, nicht beeinträchtigen und die an sich in Verbindung mitWasserstoffperoxidzusammensetzungen und/oder für solche Anwendungszwecke, für die die beanspruchte Zusammensetzung vorgesehen oder geeignet ist, bekannt ist. Es besteht jedoch keine Veranlassung diese hier ausführlicher zu beschreiben. So liegt die Konzentration von Wasserstoffperoxid in der Zusammensetzung im allgemeinen im Bereich von 0,1 bis 4 Ma.-%, wobei die spezifische Anwendung in jedem einzelnen Falle entscheidend für die einzusetzenden genauen Mengen von Wasserstoffperoxid ist. Auf dor Grundlage des bisherigen Standes der Technik kann ein Fachmann diese Menge ohne weiteres bestimmen. Allerdings liegt ein besonders bevorzugter Konzentrationsbereich für verschiedene interessante erfindungsgemäße Anwendungsmöglichkeiten zwischen 0,1 und 2Ma.-% und in vielen Fällen zwischen 0,2 und 1 Ma.-%, wobei die Prozentanteile ebenfalls auf der Gesamtzusammensetzung basieren, wie sie nach obiger Definition beansprucht wird.
Was einen Anteil von ß-Kristallen betrifft, so wird er in dem oben genannten Bereich von 0,5 bis 15, vor allem 0,B bis 10 Ma.-%, je nach der Stabilität, die für die Wasserstoffoxid-Zusammensetzung in jedem einzelnen Falle verlangt wird, gewählt. Daher ist Stabilität in diesem Zusammenhang kein eindeutiger oder gut definierter Begriff, sondern im Prinzip kann darunter jede kleine Verbesserung eier Widerstandsfähigkeit gegenüber Zersetzung im Verhältnis zu einer wäßrigen Zusammensetzung, die vollkommen frei von irgendeinem Stabilisierungsmittel ist, zu verstehen sein. Für viele Anwendungszwecke ist jedoch unter Stabilität zu verstehen, daß sich die Konzentration von Wasserstoffperoxid um nicht mehr als ± 5% in einem Zeitraum von annähernd 1 Jahr verändert. Erfindungsgemäß wurde gezeigt, daß eine solche Wirkung in vielen Fällen innerhalb des Konzentrationsbereichs von 1 bis 5 Ma.-% erreicht werden kann, der somit in vielen Fällen zu bevorzugen ist, und ein bebonders interessanter Bereich kann in bestimmten Fällen zwischen 1 und 3Ma.-% liegen.
Hinsichtlich de' Theorie und Praxis im Zusammenhang mit der Herstellung dor hydrophilen ß-Kristalle, die in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung verwendet werden, wird auf den oben genannten bisherigen Stand der Technik bezug genommen. Bei der im Zusammenhang mit der Erfindung genannten Gruppe von Substanzen handelt es sich jedoch um die oben angeführte Gruppe. Das verwendete Monoglycerid kann ein 1 - oder 2-Moi· jglycerid oder ein Gleichgewichtsgernisch sein, das bei der Herstellung durch eine Moleküldestillation mit etwa 90% 1-Mono- und 10% 2-Monoglycerid gewonnen wird, wobei bevorzugte Verbindungon innerhalb dieser Gruppe, z. B. 1 -Verbindungen, Vtonolaurin, Monomyristin, Monopalmitin und Monostearin oder ein Gomisch von zwei oder mehreren dieser Verbindungen sind. Besonders bevorzugt wird Monolaurin oder ein Gemisch von Monolmjrin und Monomyristin, worin der Anteil von Monolaurin mindestens 10Ma.-% beträgt. Die Zersetzung von Wasserstoffperoxid wird auch durch Metallionen, wie z. B. Fe und Cu. atalysieit. Diese Metallionen können in dem für die Herstellung verwendeten Wasser vorhanden sein oder sie können von Metallteilen der Ausrüstung gelöst sein. Erfindungsgemäß wurdo jedoch gezeigt, daß Kombinationen zwischen einem komplex-bildenden Mittel und ß-Kristallen des oben genannten Typs für die Stabilität von Wasserstoffperoxid in Gegenwart von Metallionen günstig sind. Die Wirkung der Kombination oder des Gomischs ist vor allem viel stärker als die Summe der Wirkungen der einzelnen Ingredienzien, d. h. es wird eine synergistische Wirkung erzielt.
C aher ist eine bevorzugte erfindungsgemäße Zusammensetzung eine Zusammensetzung, die ein Metallionen-Komplexbildungsmittel in einer Menge enthält, durch die die Stabilität des Wasserstoffperoxids in Gegenwart des Metallions verstärkt wird.
Die Art des Komplexbildungsmitteis wird in Übereinstimmung mit bereits bekannten Prinzipien gewählt, d. h. in Abhängigkeit davon, welche(s) Metallion(en) innerhalb des Systems vorhanden ist (sind). Als Beispiel für besonders interessante Komplexbildungsmittel sind jedoch EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure), Zitronensäure, Ascorbinsäure und verschiedene Phosphorsäuren zu nennen.
Noch ist es nicht möglich, irgendetwas Allgemeines über den Anteil des Komplexbildungsmittels in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung zu sagen. Er ist z. B. von dem Anteil von in dem C ,stem vorhandenen Metallionen abhängig, das bedeutet daher, daß der Anteil des Komplexbildungsmittels von einem Fachmann von Fall zu Fall bestimmt wird. Im ai'gemeinen sind die Anteile der oben angeführten spezifischen Komplexbildungsmittel aber vorzugsweise die folgenden:
EDTA <0,1Ma.-%
Zitronensäure <2Ma.-% Ascorbinsäure <2Ma.-% Phosphonsäure <2Ma.-% ,
wob ;i diese Prozentangabun auf der Masse der gesamten Zusammensetzung basieren.
Die stabilisierte Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung kann dadurch hergestellt werden, daß zuerst ß-Kristalle der oben genannten Lipide in einer an sich bekannten Art und Weise gebitd». werden, wie z. B. in den im Einleitungsteil der Beschreibung angeführten Veröffentlichungen dargelegt wird, und das Wasserstoffperoxid dann in der verlangten Menge zur Bildung der erfindungsgemäßen Dispersion zugegeben wird.
Ein besonders bevorzugtes erfindungsgemäßes Verfahren ist jedoch ein ProzeiS, bai dem das Lipid mit wenigstens einem Teil des Wassers, das in der fertigen Zusammensetzung vorhanden sein muß, vorzugsweise bis zu einer Lipidkonzentration von 1S bis 30 Ma.-% vermischt wird, das Gemisch einer Temperutur ausgesetzt wird, die oberhalb der sogenannten Übergangs- oder Umwandlungstemperatur des Lipids liegt, wobei die Temperatur als die niedrigste Temperatur dofiniert wird, bei der ein Teilchen des Lipids in Kontakt mit einem Wassorüberschuß Wasser absorbiert und in zylindrische oder sphärische Partikel mit einer deutlichen Doppelbrechung umgewandelt wird, das Gemisch oberhalb dieser Temperatur gehalten wird, wobei gerührt wird, bis die Umwandlung stattgefunden hat, das Gemisch unter ständigem Rühren auf Raumtemperatur odor die verlangte Temperatur gekühlt wird, um ß-Kristalle zu bilden, und Wasserstoffperoxid in einer 0,1 bis 4 Ma.·% der Gesamtmasse der fertigen Zusammensetzung betragenden Menge zugesetzt wird, wobei das Wasserstoffperoxid vorzugsweise als Lösung in den Rest des für die Zusammensetzung orforderlkhen Wassers zugegeben wird.
Wie aus der obigen Boschreibung deutlich geworden sein müßte, wird die Mischung aus L oid und Wasser vorzugsweise nur mit einem Teil des in <Jer Zusammensetzung erforderlichen Wassers hergestellt, wobei dao ubi ige Wasser zusammen mit dem Wasserstoffperoxid zugegeben wird. Wenn weitere Zusatzstoffe in der Zusammensetzung vorhanden sein sollen, wie beispielsweise die oben genannten Komplexbildungsmittel, dann werden diese ebenfalls vorzugsweise in Form einer wäßrigen Lösung zugesetzt, d. h. anstelle sie direkt in ein fertiges Präparat von ß-Lipidkf istallen und Wasser einzumischen. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, wird das Gemisch bei dem erfindungsgemäßen Verfahren vorzugsweise bei einer Temperatur, die 5 bis 15°C, z. B. 10°C, über der Umwandlungstemperatur liegt, gehalten, bis das Gleichgewicht erreicht ist. Dann wird die Temperatur des Gleichgewichtsgernischs langsam auf die verlangte Temperatur, bei der es sich im allgemeinen um Raumtemperatur handelt, gesenkt, wobei ein rasches Rühren vorzugsweise beibehalten wird, um die Abtrennung einer homogenen wäßrigen Phase innerhalb der Mischung zu verhindern. Allerdings sollte die Rührgeschwindigkeit möglicht nich' so hoch sein, daß es zu irgendwelcher Schaumbildung kommt. Die Temperatur wird vorzugsweise mit einer Geschwindigkeit von 0,6 bis 5°C pro Minute gesenkt, bis die Kristallisation stattgefunden hat, wonach die Kühlgeschwindigkeit keine Rolle mehr spielt.
Hinsichtlich der Anwendungsgebiete für die orfindungsgemSße Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung ist zu beachten, daß einzige Zwecke in den folgenden Arbeitsbeispielen dargelegt werden. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann selbstverständlich auch in solchen Fällen angewandt werden, in denen Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung bisher eingesetzt wurden. Eine besonders interessante Anwendungsmöglichkeit der Erfindung ergibt sich durch den Einsatz der Zusammensetzung als Zitzentauchzusammensetzung für milchgebende Tiere, und diese Anwendur.jsmöglichkeit wird später noch ausführlich beschrieben.
Zitzeneintauchen wird heute zur Verbesserung der hygienischen Qualität der Milch und zur Verhütung der Entwicklung von Euterentzündungen, sogenannter Mi istitis, angewandt. Die Hauptbestandteile der heute zur Verfügung stehenden Mittel sind Jod oder Chlorhexidin. Jod hat verschiedene) Nachteile, wie beispielsweise Gewebeveränderungen innerhalb der Zitze, Einfluß auf die Milch und eine zweifelhafte Wirkung. Chlorhexidin verleiht der Milch Geschmackseffekte, und es kann nach länge.or Anwendungszeit zu Resistenzentwicklung führen. Wasserstoffperoxid, d.h. der Wirkstoff der erfindungsgemäßen Zusammensetzung, zeigt keinem dor angeführten Nachteile.
Außerdem ist die neuartige, leicht-fließende Konsistenz der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ein Charakteristikum, das in der Praxis die Anwendung einer Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung für diesen Zweck ermöglicht, d. h., daß die Behandlung durch ein einfaches Eintauchen oder Immersion der Zitzen in eine Lösung mit gutor Fließfähigkeit vorgenommen werden kann.
Von der neuartigen erfindungsgemäßen Zitzentauchzusammensetzung hat sich herausgestellt, daß sie die folgenden positiven Eigenschaften besitzt: eine allgemeine antimikrobiologische Wirkung ohne irgendwelche Entwicklung von Resistenz, keinen Einfluß auf die Milch und eine erweichende Wirkung auf die Zitzen.
Autführungsbeispiel
Dio Erfindung wird anschließend durch die folgenden Beispiele weiter erklärt, die sich auf einige bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beziehen, und mit denen aber nicht beabsichtigt ist, den Geltungsbereich der Erfindung in irgendeiner anderen Weise (ils der durch die Ansprüche festgelegten einzuschränken. Im Zusammenhang mit den Beispielen sollte beachtet werden, daß die angeführten Prozentangabon auf Ma.-% beziehen, wenn nichts anderes gesagt wird.
Beispiel 1
Dieses Beispiel betrifft die Herstellung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung, in der die antibakterielle Wirkung von Wasserstoffperoxid ausgenützt werden kann, z. B. in Form eines Händedesinfektionsmittels, wobei die Zusammensetzung aus folgendon Bestandteilen bosteht:
Wasserstoffperoxid 0,5 %
Laurinmo loglycerid 0,35%
Myristinmonoglycerid 0,01 %
Tenside* 30,00%
Wasser, bis zu 100,00%
* In diesem Falle ist unter Tenside ein oberflächenaktives Mittel zu verstehen, das für die Heulreinigung geeignet ist.
Das Präparat wird in Übereinstimmung mit dem Verfahron hergestellt, das in der oben genannter) Veröffentlichung PCT/SE82/ 00061 dargelegt wird. Das bedeutet, daß 0,35 Teile Laurinmonoglycerid und 1,05 Teile Myristinmonoglycerid mit 0,6 Teilen Wasser vermischt und auf 70°C erhitzt werden. Nach 15 Minuten bei dieser Temperatur wird die Temperatur unter Rühren mit 0,5 Teile Wasserstoffperoxid in 64,5 Teilen Wasser und 30 Teile Tenside zugegeben.
Beispiel 2
Dieses Beispielo betrifft die Herstellung eines haltbaren V\ ,erstoffperoxid-Präparates mit einem hohen Eisengehalt. Die Zusammensetzung des Präparates ist wie fo'gt:
Wasserstoffperoxid 2,0%
Laurinmonoglycerid 0.3%
Myristinmonoglycerid 0,9%
EDTA 0,05%
Wasser, bis zu 100,0%
Das Präparat wird nach der Beschreibung in Beispiel 1 mit Zugabe von EDTA in Verbindung mit eier Zugabe von Wasserstoffperoxid hergestellt.
Nach einer Lagerzeit von 9 Monaten und bei einem Eisengehalt von 1,5 ppm hat sich der Wasserstoffperoxidgehalt des oben genannten Präparates nicht verändert, wogegen ein Präparat, das ledigl'ch EDTA, Wasserstoffperoxid, Wasser und Eisen (in Fo: m von FeSO4) In den oben angegebenen Mengen enthält, nach 2 Tagen weniger als 0,8 % Wasserstoffperoxid aufweist. Nach einer Lagerzeit von 9 Monaten enthält ein Präparat, das aus den oben genannten Monoglyceriden und Wasserstoffperoxid sowie Wasser und Eisen in den oben angeführten Anteilen besteht, 1,8% Wasserstoffperoxid.
Beispiel 2
In der in Beispiel 1 beschriebenen Weise wird eine Zusammensetzung wie unten angeführt hergestellt:
Wasserstoffperoxid 0,5%
Xanthan-Gummi 0,5%
Laurinmonoglycerid 0,35%
Myristinmonoglycerid 1,05%
Wasser, bis zu 100,0%
Dieses Beispiel zeigt unter anderem, daß das erfindungsgemäße Wasserstoffperoxid mit Verdickungsmittel wie z. B. Polysacchariden, verträglich gemacht werden kann. Die gewonnene Zusammensetzung besitzt eine antimikrobielle Wirkung und eignet sich unter anderem als Zitzentauchmittel.
Beispiel 4
In der in Beispiel 1 beschiebenen Weise wird eine Zusammensetzung wie die unten dargestellte erzeugt:
Wasserstoff poroxid 0,2%
Myristinmonoglycerid 1,0%
waschaktives Tensid 25,0%
Wasser, bis zu 100,0%
Das vorliegende Beispiel zeigt eine interessante Anwendungsmöglichkeit, die auf der Tatsache basiert, daß die Inhibition der Zersetzung von Wasserstoffperoxid bedeutet, daß Tenside enthaltende Präparate für das Waschen oder die Reinigung mit Wasserstoffperoxid konserviert werden können. Ohne diese Inhibition würde freigesetzter Sauerstoff das Tensid oxydieren. Das gewonnene Präparat ist gegenüber mikrobiologischer Verunreinigungen mindestens 3 Jahre widerstandsfähig und enthält keinerlei Allergien erzeugende Konservierungsmittel. Dieses Präparat kann auch in einer konzentrierten Form hergestellt werden, die zu der oben angeführten Konzentration mit dem zu konservierenden Produkt verdünnt werden muß.
Beispiels
Eine Anzahl von Vergleichs-Stabilitätstests wurde vorgenommen, um zu ermitteln, wie die Prozentanteile von O'-kristallinon Monoglyceriden die Zersetzungsreaktionsgeschwindigkeit von Wasserstoffperoxid beeinflussen. Die Ergebnisse dieser Versuche sind in Tabelle 1 enthalten.
Tabelle 1
Korujntration von Wasserstoffperoxid
Prozentanteil
vonMonoglycerid 28% 1,4% 0%
Anzahl von
Analysen n-6 η = 6 η -
Zeit (Monate)
Wie aus der oben angeführten Ergebnissen deutlich wird, ist einu erfindungsgemäße Zusammensetzung, d. h. die 1,4% Wasserstoffperoxid enthaltende, mit einer bisher bekannten Zusammensetzung, die 23% Wasserstoffperoxid enthält, hinsichtlich der ZerseUungsgeschwindigkpit vergleichbar, wogegen ein" 7usammensetzung ohne irgendwelches Monoglyderid mit einer senr hohen Geschwindigkeit zersetzt wird. Diese Ergebnisse sind angesichts der Theorien, auf denen die dem bisherigen Stand der Technik entsprechenden Zusammensetzungen basieren, ganz unerwartet, und sio bieten große Vorteil;», wie bereits drrg-alegt wurde.
0,564 0,610 0,531
0,601 0,037
0,590 0,699 0
0,588
0,595
0,544 0,603
0,536 0,595

Claims (11)

1. Stabilisierte wäßrige Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung, gekennzeichnet dadurch, daß sie eine wäßrige Dispersion darstellt, die auf der Grundlage der Gesamtmasse der Zusammensetzung 0,1 bis4 Ma.-% Wasserstoffperoxid und 0,5 bis 15, vorzugsweise0,5 bis 10, Ma.-% ß-Kristalle eines oder mehrerer Lipide enthält, die unter Monoglyceriden von Fettsäuren, Ascorbinsäure, Phosphatoder Milchsäureestern von Fettsäuren und Monoglycerolethern ausgewählt sind, wobei die Fettsäuren bzw. Etherketten gesättigt sind und 12 bis 18 Kohlenstoffatome aufweisen.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß es sich bei dem Monoglycerid um Monoglycerid um Monolaurin, Monomynstin, Monopalmitin oder Monostearin oder ein Gemisch von zwei oder mehr derselben handelt.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 2, gekennzeichnet dadurch, daß das Monoglycerid Monolaurin oder ein Gemisch von Monolaurin und Monomyristin ist, worin der Anteil von Monolaurin mindestens 10Ma.-% beträgt.
4. Zusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß die Konzentration von Wasserstoffperoxid 0,1 bis 2Ma.-%, vor allem 0,2 bis 1 Ma.-% beträgt.
5. Zusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß die Konzentration von ß-Lipidkristallen 1 bis5Ma.-%, vor allem 1 bis3Ma.-%, beträgt.
6. Zusammensetzung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß sie ein Metallionenkomplex-Bildungsmittel in einer Konzentration enthält, durch die die Stabilität des Wasserstoffperoxids in Gegenwart des Metallions verbessert wird.
7. Zusammensetzung nach Anspruch 6, gekennzeichnet dadurch, daß das Komplexbildungsmittel unter Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), Zitronensäure, Ascorbinsäure und Phosphonsäure ausgewählt wird, und daß deren Konzentration in bezug auf die gesamte Zusammensetzung die folgenden sind:
EDTA · < 0,1 Ma.-%
Zitronensäure <2Ma.-%
Ascorbinsäure <2Ma.-%
Phosphonsäure < 2 Ma.-%
8. Verfahren zur Herstellung einer stabilisierten, wäßrigen Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet dadurch, daß das Lipid mit mindestens einem Teil des Wassers, das in der fertigen Zusammensetzung vorhanden sein muß, vorzugsweise bis zu einer üpidkonzentration von 15 bis 30 Ma.-%, vermischt wird, das Gemisch einer über der sogenannten Umwandlungstemperatur des Lipids liegenden Temperatur ausgesetzt wird, wobei die Temperatur als die niedrigste Temperatur definiert wird, bei der ein mit einem Wasserüberschuß in Kontakt befindliches Lipidteilchen Wasser absorbiert und zu zylindrischen oder sphärischen Partikeln mit einer starken Doppelbeugung umgewandelt wird, das Gemisch oberhalb dieser Temperatur unter ständigem Rühren gehalten wird, bis die Umwandlung erfolgt ist, das Gemisch unter kontinuierlichem Rühren auf Raumtemperatur oder die erwünschte Temperatur gekühlt wird, um ß-Kristalle zu bilden, und Wasserstoffperoxid in einer 0,1 bis 4 Ma.-% der Gesamtmasse der fertigen Zusammensetzung betragenden Menge zugegeben wird, wobei das Wasserstoffperoxid vorzugsweise als Lösung in dem übrigen Wasser der Zusammensetzung hinzugefügt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 0, gekennzeichnet dadurch, daß das Gemisch bei einer Temperatur, die 5 bis 15°C über der Umwandlungstemperatur liegt, gehalten wird, bis das Gleichgewicht erreicht worden ist.
10. Verfahren noch einem der Ansprüche 8 und 9, gekennzeichnet dadurch, daß das Kühlen des Gemischs mit einer Geschwindigkeit von 0,5 bis 50C pro Minute vorgenommen wird.
11. Anwendung einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet dadurch, daß sie als Zitzentauchzusammensetzung für milchgebende Tiere eingesetzt wird.
DD86298024A 1985-12-20 1986-12-19 Stabilisierte waessrige wasserstoffperoxidzusammensetzung DD265387A5 (de)

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