DD267420A1 - Verfahren zur bekaempfung phytopathogener bodenpilze mit fungiziden und mikrobiellen antagonisten - Google Patents

Verfahren zur bekaempfung phytopathogener bodenpilze mit fungiziden und mikrobiellen antagonisten Download PDF

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DD267420A1
DD267420A1 DD30978987A DD30978987A DD267420A1 DD 267420 A1 DD267420 A1 DD 267420A1 DD 30978987 A DD30978987 A DD 30978987A DD 30978987 A DD30978987 A DD 30978987A DD 267420 A1 DD267420 A1 DD 267420A1
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fungicides
zimet
streptomyces
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bercema
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DD30978987A
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Johann Huber
Helmut Junge
Birgit Krebs
Marthe Jacob
Cornelia Malcharowitz
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Ve Forschungszentrum Biotechno
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bekaempfung phytopathogener Bodenpilze mit Fungiziden und mikrobiellen Antagonisten im gaertnerischen Pflanzenschutz. Erfindungsgemaess werden sehr geringe, bei alleinigem Einsatz unwirksame Fungizidmengen zusammen mit mikrobiellen Antagonisten in bekannter Weise und in den praxisueblichen Behandlungszyklen eingesetzt. Die erfindungsgemaess in der Kombination verwendeten Fungizidmengen betragen nur 10 bis 25% der Fungizidmengen, die bei alleinigem, praxisueblichem Einsatz eingesetzt werden. Die vorgeschlagene Bekaempfung phytopathogener Bodenpilze ist sehr wirksam und umweltfreundlich.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bekämpfung phytopathogener Bodenpilze mit Fungiziden und mikrowellen Antagonisten im gärtnerischen Pflanzenschutz.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Bekämpfung phytopathogener pilzlicher Erreger im Unterglasanbau erfolgt neben den kulturtechnischen und hygienischen Maßnahmen bevorzugt mit chemosynthetisch hernestellten Fungiziden (Fungistatika). Sie wirken bei praxisi'iblichen Applikationsdosen phytotoxisch und/oder umwel'.belastend, da sie im Substrat, in oder auf den Pflanzen meist nur langsam oder nicht rückstandslos abgebaut werden. Die praxisüblichen Anwendungskonzentrationen liegen üblicherweise bei
In zunehmendem Maße werden gegenwärtig auch biologische Bekämpfungsmaßnahmon mittels antagonistisch-wirkendnr Mikroorganismen durchgeführt, s. z.B. DE-OS 3311071; DD-WP 250456; US-PS 3617448 und US-PS 4595589.
Darüber hinaus sind im Interesse einer Ertragssteigerung bei land- und forstwirtschaftlichen Nutzpflanzen kombinierte Anwendungstechnologien zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten bekannt, indem z. B. Antibiotika und Fungizide benutzt werden, s. GB-PS 1484407, DE-PS 1005311, FR-PS 2508766, DD-AP 0153995.
Ferner gelangen auch Gemische von Mikroorganismen und Fungiziden zur Anwendung, s. GB-PS 1450-124, die mit der DE-OS 2352403 identisch ist und DE-OS 2740052, wobei potenzierte Wirkungen in Gegenwart verringerter Fungizidmensen weder erwähnt noch nachgewiesen wurden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die wirkungsvollere Bekämpfung phytopathogener Bodenpilze ohne zusätzliche bzw. bei stark reduzierter Belastung der Umwelt mit Schadstoffen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch die Kombination an sich bekannter Mittel gegen phytopathogene Bodenpilze eine wesentlich bessere Wirkung zu erzielen.
Erfindungsgemäß werden geringe Fungizidmengen zusammen mit mikrobieilen Antagonisten zur Bekämpfung phytopathogener Bodenpilze eingesetzt. Die verwendeten Fungizidmengen liegen etwa bei 10 bis 25% gegenüber den praxisüblichen Konzentralionen bei alleinigen Einsatz. Diese geringen Applikationsdosen zeigen in der praktischen Anwendung keine oder fast keine Wirkung gegenüber phytopathogenen Bodenpilzen.
Werden diese geringen (suboptimalen) Fungizidmengen jedoch mit mikrobieilen antagonistenhaltigen Applikationsformen gemeinsam angewandt, so stellen sich in überraschenderweise bessere Bekämpfungserfolge ein als bei alleiniger Anwendung antagonistisch wirkender Mikroorganismen.
Diese Mikrot rganismen und ihre Applikationsformen haben keinen umweltbelasiendei. influß. Es handeil sich bei ihnen um Bodenmikrooi qanismen, die vor der Isolierung dort ihr natürliches Areal hatten.
Für Has erfindur.{^,gemäße Verfahren eignen sich bevorzugt mikrobielle Antagonisten von Sacilius subtilis T99 (ZIMET 11095), Streptomyces sepc. G43 (ZIMET 43801), beide hergestellt nach DD-WP 250456 oder Streptomyces graminofaciens (ZIMET 43852), Streptomyces flavescens (ZIMET 43851) bzw. Streptomyces muiinus (ZIMET 43853), in den Applikationsformen
— verdünnte Kulturlösungen mit 105 bis 107cfu/.nl,
— verdünnte Kulturlösungskonzentrate mit etwa 105 bis 107cfu/ml oder
— verdünnte Sporensyspensionen der genannten Streptomyceten mit 105 bis 106cfu/ml. Als Fungizide werden bevorzugt verwendet:
— bcrcenia-Zineb90 = Zin-ethylenbis (dithiocarbamat),
— Chinoin-Fundazo! WP 50 = Methyl-i-lbuthylcarbamoyO^-benzimidazolcarbamatoder
— bercema-MancozebeO = Mangan-Zink-ethylendiaminbis-dithiocarbamat.
Die verbesserte Wirkungsweise der Anwendung suboptimaler Fungizidmengen mit antagonistisch wirkenden Bakterien lassen sich sowohl in vitro als auch in viro deutlich nachweisen.
Die in vitro Teste wurden in Petrischalen als Ringplattenmethode (G.Turhan, Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten unci Pflanzenschutz 88 [1981), 373) durchgeführt. Dazu wurde dem Agar (Biomalz) in drei Versuchen jewsils zugesetzt:
— 15% Kulturfiltrat von Streptomyces graminofaciens N6 (ZIMET 43852),
— 0,02% becoma Zineb 90 = Zink-ethylenbis (dithiocarbamat) bzw.
— 0,C2% bercoma Zineb 90, kombiniert mit 15% Kulturfiltrat N6 und
— zum Vergleich wurde eine Kontrollvariad'.e ohne Zusätze angelegt.
Der Agar wurde in de:r Mitte der Petrischalen mit den Testpilzen Fusarium oxysporum f. sp. dianthi bzw. Fusarium culmo' um beimpft. Der radiale iluwar.hs der Pilzkolonien wurde täglich ausgemessen und diente als Bewertungsgröfe für die Wirkurq der Zusätze. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Phytophathogone Agar- Durchmcsserder Pilzkolonien nach 5d
Pilze Varianten (2ü°C)(i.imm)
Fusarium Kontrolle 58,3
oxysporum f. sp.
dianthi
N 6 (Kulturfil 30,5
trat)
bercemaZheb 48,0
90
N6 + bercema 25,5
Zineb90
Feulmorum Kontrollo 90,0
N6(Kulturf Itrat) 51,3
bercema Zi ieb 90,0
SO
N6 + bercena 47,2
Zineb90
In der gleichen Weise wurden Ringplattentests mit folgenden Zusätzen angelegt und die Kolonieausbreitung bei den Testpilzen F. oxysporum f. sp. dianthi bzw. Pyrenochaeta lycopersici verfolgt:
1. Kontrolle — ohne Zustand
2. Zusatz von 25% Kulturfiltrat T99 (Bacilus subtilis T99) gemäß DD-WP 250456
3. Zusatz von 0,01% Chinoin Fundazol = Methyl-1-(butylcarbamoy!)-2-benzimidazolcarbamat
4. Zusatz von 25% Kulturfiltrat mit Bacillus subtilis T99 und 0,01 % Chinoin-Fundazol
5. Zusatz von 0,01 % bercema Manco;;eb 80 = Mangan-Zink-ehtylendiaiiiin-bis-dithiocarbamat
6. Zusatz von 0,01 % bercema Manzo::eb 80 und 25% Kulturfiltrat mit Bacillus subtilis T99. Über die Ergebnisse berichtet nachfolgende Tabelle:
Agar-Varianten Durchmesser der Pilzkolor i«?n in mm
lnkulkationbis25°C
F. oxysp. f. sp. dianthi Pyr. lycopersici
nach 4d nach 9d
1 Kontrolle 90,0 85,0
2 T99 (Kulturfiltrat) 43,0 45,2
3 Chinoin-Fundaiol 64,8 60,0
4 Kulturfiltra:mitT99
+ ChinoinFjndazol 22,5 25,3
5 berc. Mancozeb80 86,5 84,2
6 berc. Mancozeb80
+ Kulturfiltrat m. T 99 25,3 23,4
Zur in-vivo-Versuchsdurchführung bei Gewächshauskulturen werden wäßrige Lösungen verwendet, die veHünnte Kulturlösungen mit Bacillus subtilis T99 (etwa 2 x 107 Keime/ml) oder Kulturlösungen mit Streptomycesgrairiinofaciens N6 (etwa 10scfu/ml) und Fungizidzusätze enthalten. Diese wässrigen ant3gonisten- und fungizidhaltigen Gemische werden auf die zum Pflanzen vorbereitete Substratfläche durch Gießen mit mindestens 2I je m2 aufgebracht. Während der Vegetationsperiode werden Nachbehandlungen durchgeführt, s. Beispiele:
Die eingesetzten Fungizidmengen liegen gegenüber den Mengen bei alleinigem Einsatz bei nur 10-25%. Die antagonistisch wirkenden Bakterien werden bei diesen Fungizidkonzentrationen weder in vitro noch in vivo in ihrem Wachstum und ihrer Produktbildung gehemmt. Die Nachweise hierfür lassen sich in Submerskulturen und Agaroberflächen leicht führen.
Anwendungsbeispiele
Beispiel 1
Behandlung mit Fungiziden (Kontrolle)
Die Bekämpfung der gefäßparasitären Welkeerkrankung bei der Edelnelke, verursacht durch Fusarien (Fusarium oxysporum-Typen) wurde unter praxisüblichen Bedingungen mit kommerziellen Fungiziden durchgeführt. Es standen 500m2 große Versuchsflächen, die jeweils mit 16000 bewurzelten Nelkensteckklingen bepflanzt wurden, zur Verfügung.
Die Funciizidbehandlung war folgende:
— vor der Pflanzung (PfI.) 0,4 % bercema-Mancozeb 80
— 2 Wochen nach der PfI. 0,2% bercema-Zineb 90
— 6 Wochen nach der PfI. 0,1 % Chinoin-Fundazol 50 WP
— 5 Monate nach der PfI. 0,2% bercema-Mancozeb 80
— 8 Monate nach der PfI. 0,2 % bercema-Zineb 90
Am Ende der Kultur nach 15 Monaten waren 30% d·. <· Nelkenpflanzen infolge Erkrankung ausgefallen.
Beispiel 2
Behandlung mit bercema-Zineb 90
Zur Bekämpfung der gefäßparasitären Fusariumwelke bei der Edelnelke wurde als alleiniges Fungizid bercema-Zineb 90 eingesetzt.
Der Fungizideiiisau vor de· Pflanzung betrug 0,4% und die Nachbehandlungen erfolgten in den im Beispiel 1 angegebenen Zeitabständen mit jeweils I l,2%bercema·' ineb 90.
Am Ende der Kultur nach 1.ΐ Monaten waren 45% der Nelkenpflanzen infolge Fusarienbefalls ausgefallen.
Beispiel 3
Behandlung mit antagonistischen Kulturlösungen
Zur Bekämpfung der gefäßparasitären Fusariumwelke bei der Edelnelke wurden auf etwa 107 Keime/ml verdünnte Kulturlösungen mit Bacillus subtilis T99 verwendet. Je 21 dieser Applikationslösung wurden vor dem Pflanzen auf je 1 m2 Bodenf loche ausgegossen. Es folgten Nachbehandlungen nach 2 und 3 Wochjn, weitere im Abstand von je 3 Monaten nach der Bepflanzung.
Am Ende der Kultur nach 15 Monaten waren stwa 28% der Edelnelken durch Erkrankung ausgefallen.
Beispiel 4
Anwendung suboptimaler Fungizidmengen mit antagonistenhaltigen Kulturlösungen.
Zur Bekämpfung der gefäßparasitären Fusariumwelke bei der Edelnelke wurden verdünnte Kulturlösungen mit Bacillus subtilis T99 (etwa 107 Keime/ml) gemeinsam mit 0,05% bercema-Zin *b 90 auf die Bodenfläche aufgegossen (2 l/m2) und danach mit bewurzelten Nelkenstecklingen bepflanzt.
Die erste IMac! !behandlung des Bestandes erfolgte mit o.g. Gemisch nach zwei Wochen; es folgten 3 weitere Nachbehandlungen im Abstand von jeweils 3 Monaten.
Am Ende der Kultur nach 15 Monaten waren 20% der Edelnelke durch Erkrankung ausgefallen.
Beispiel 5
Die Bekämpfung der Fusariumwelke bei der Edelnelke wurde gemäß 3eispiel 4 vorgenommen. Anstelle von bercema-Zineb 90 wurden jedoch 0,05% Chinoin-Fundazol WP 50 verwendet.
Am Ende der Kultur nach 15 Monaten waren 18% der Edelnelken durch Erkrankung ausgefallen.

Claims (4)

1. Verfahren zur Bekämpfung phytopathogener Bodenpilze mit Fungiziden und mikrowellen Antagonisten, dadurch gekennzeichnet, daß geringe, bei alleinigem Einsatz unwirksame Fungizidmengen zusammen mit mikrowellen Antagonisten in bekannter Weise und in den praxisüblichen Behandlungszyklen eingesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß 10 bis 25% der Fungizidmengen, bezogen auf den alleinigen praxisüblichen Einsatz, eingesetzt werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Fungizide
— bercema-Zineb 90 - Zink-ethylenbis (dithiocarbamat)
— Chinoin-Fundazol WP 50 = Methyl-HbutylcarbamoyU^-benzimidazolcarbamat oder
— bercema Mancozeb80 = Mangan-Zink-ethylendiaminbis-dithiocarbamat verwendet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß mikrobielle Antagonisten von Bacillus subtilis T99 (ZIMET 11095), Streptomyces spec. G ΛΖ (ZIMET 43801), hergestellt nach DD-WP 250456, oder Streptomyces graminofaciens (ZIMET 43852), Streptomyces flavescens (ZIMET 43851) bzw. Streptomyces murinus (ZIMET 43853), ...,in den Applikationsformen: verdünnte Kulturlösungen mit 103 bis 107cfu/ml, verdünnte Kulturlösungskonzentrate mit etwa bis 107cfu/ml verdünnte Sporensuspensionen der genannten Streptomyceten mit 105 und cfu/ml, eingesetzt werden.
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