DD268475A1 - Verfahren zur herstellung von 3'-desoxy-3'-fluor-nucleosiden - Google Patents

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DD268475A1 DD88312399A DD31239988A DD268475A1 DD 268475 A1 DD268475 A1 DD 268475A1 DD 88312399 A DD88312399 A DD 88312399A DD 31239988 A DD31239988 A DD 31239988A DD 268475 A1 DD268475 A1 DD 268475A1
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acetyl
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Klaus Gaertner
Christine Lehmann
Juergen Schildt
Eckart Matthes
Martin Von Janta-Lipinski
Peter Langen
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Adw Ddr
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 3-Desoxy-3-fluor-Nucleosiden. Diese Verbindungen sind virostatisch wirksam. Anwendungsgebiet ist die chemische oder pharmazeutische Industrie.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung Die Erfindung betrifft ein Veirahrnn zur Herstellung von 3'-Desoxy-3'-fluor-Nuclaosicien der allgemeinen Formel I,
in der
R1 = Uracil, 5-subf tituiertes Uracil, Cytosin, S-substituiertes Cytosin, 2-Fluoradenin, 2,6-Diaminopurin, 2-Aminopurin,
β-Thioguanin oder 7-Deazaadenin Π2 = H oder OH R3 = OH, O-Acetyl, O-Palmitoyl, Triphosphat (als freie Säure, bzw. deren Alkali-, Ammonium· bzw. Alkylammoniumsalze) oder
eine Prekursor-Gruppe für die Hydroxygruppe bedeuten
Das Verfahren ist in der chemischen bzw. pharmazeutischen Industrie anwendbar.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Nucleoside mit einem am C-3-Atom fluorierten 2,3-Didesoxy-ß-D-erythro-pentofuranoiden-Zuckerrest können durch die Abwandlung der Hydroxylgruppe am C-3'-Atom von entsprechenden intakten Nucleosiden erhalten werden. 3'-f luorierte Pyrimidinnucleoside werden aus den jeweiligen 2,3'-Anhydroverbindungen durch Einwirkung von Fluorwasserstoff in einem geeigneten Lösungsmittel gewonnen. Nach dieser Methode wurden 2',3'Didesoxy-3'-fluoruridin (G. KOWOLLIK, G. ETZOLD, M. von JANTA-LIPINSKI, K. GAERTNER und P. LANGEN, J. prakt. Chem. 315,895 [1973]), 3'-Desoxy-3'-f luorthymidin (G.ETZOLD, R.HINTSCHE, G.KOWOLLIK und P.LANGEN, Tetrahedron /London/ 27,2463 (1971)) und 2',3'-Didesoxy-3',5-difluoruridin (S. AJMERA, A.R. BAPAT, K.DANENBERG and P. V. DANENBERG, J. Med. Chem. 27,11 [1984]) erhalten. Die Anwendung dieser Darstellungsmethode auf Nucleoside mit längerkettigen Alkylgruppen in der 5-Position des Hetorocyclus wurde bisher nicht beschrieben, ebenso nicht die Möglichkeit, dieses Verfahren auf Nucleoside mit alkaliempfindlichen
Substituenten zu übertragen. Kernproblem ist, solche Substituenten während der Cyclislerungsreaktion unter alkalischen Bedingungen zu schützen, um erwünschte Substitutionen bzw. Elimin. irungen zu vermeiden. Ebenfalls bekannt ist, daß die 5-Methylgruppe in Thyminnucleosiden radikalisch bromiert und daran anschließend der ->ivor
eingeführten Bromsubatituent mxleophil ersetzt werden kann (D.BÄRWOLFF und D. MURAWSKI, DD-WP 113361,1973).
Die Verwendung von Dialkylaminoschwefeltrifluoriden, insbesondere von Diethylaminoschwefeltrifluorid zum Ersatz sowohl
von primären als auch sekundären Hydroxylgruppen (W. J. MIDDLETON, J. Org. Chem., 40,574-578 (1975); W. J. MIDDLETON,
Synthesis, 787 [1975]) wurde auf verschiedene Pyrimldin- und Purinnucleoside übertragen. Dh Fluorierung von 6-Thiopurin-,
2-Aminopurin-2,e Diaminopurin- und 2-Fluoradeninnucleosiden ist bisher nicht berichtet worden.
Eine Übertragung des 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-ß-D-erythropentofuranosyl-Restes von Pyrimidinnucleosiden auf Purinbasen ist
bisher lediglich für Adenin (G. KOWOLLIK, P. UNGEN, E. I. KVASJUK und I. A. MIKHAILOPULO, DD-WP 158903,18.5.1981) und
Guanin (S.SAIZEWA, G.KOWOLUK, P.LANGEN, I.A.MIKHAILOPULO und E.I.KVASJUK, DD-WP 209197,21.7.1984) bekannt. Außerdem wurde dieses Verfahren der Transglykosidierung des Fluorzuckerrestes auf Benzimidazol angewendet
(N.B.DYATKINA, L.A.ALEXANDROVA, M. von JANTA-LIPINSKI und P.LANGEN, Z. Chem.,25,180 (1984)).
Die Umwandlung von Uracilnucleosiden in Cytosinderivate über die entsprechenden Triazolylpyrimidinon-Zwischenstufen
wurde erstmals von W. L. SUNG (J. Chem. Soc, Chem. Commun., 1089 [1981)) vorgenommen. Eine Anwendung dieser Methode auf Fluorzuckernucleoside ist bisher nicht bekannt.
Nucleoside, deren 3'-OH-Gruppe substituiert ist, können wie 3'-Azido-thymidin (MITSUYA et al., Nature, 327,773 [1987]) Hemmstoffe der HIV-Revertase darstellen und somit eino Verwendung bei der Behandlung oder Prophylaxe der HlV-induzierten AIDS-Krankheit beim Menschen besitzen. Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, ein geeignetes, technisch anwendbares Verfahren zur Herstellung von 2',3'-Didesoxy-3'-fluornucleosiden der allgemeinen Formel I zu entwickeln.
Darlegung des Wesens der Erfindung Erfindungsgemäß erfolgt die Herstellung von 3'-Desoxy-3'-fluur-Nucleosiden der allgemeinen Formel I (
in der
R1 = Uracil, 5-substituiertes Urecil, Cytosin, 5-substituiertes Cytosin, 2-Fluoradenin, 2,6-Diaminopurin, 2-Aminopurin,
6-Thioguanin oder 7-Deazaadenin R2 = H oder OH R3 = OH, O-Acetyl, O-Palmitoyl, Triphosphat (als freie Säure, bzw. deren Alkali-, Ammonium- bzw. Alkyiammoniumsalze) oder
eine Prekursor-Gruppe für die Hydroxygruppe bedeuten, wie folgt:
1. 2,3'-Anhydronucleoside, die in der 5-Position des Heterocyclus mit einem aliphatischen Alkylrest mit 1-6 Kohlenstoffatomen bzw. durch Brom substituiert sind, werden in einem inerten Lösungsmittel mit Fluorwasserstoff unter der katalytischer) Wirkung von Aluminiumtrifluorid behandelt.
2. Die Methylgruppe in 5'-O-Acetyl-3'-desoxy-3'-iluorthymidin wird radikalisch bromiert. Anschließend wird der Bromsubstituent nucleophil ausgetauscht.
3. Die entsprechenden 2'-Desoxy-ß-D-threo-pentofuranosyl-Nucleoside, die in der 5'-Position mit einer Sjhutznruppe versehen sind, werden mit Dialkylaminoschwefeitrifluoriden, insbesondere mit Diethylaminoschwefeltrifiuorid in einem geeigneten Lösungsmittel fluoriert.
4. Durch eine Transglykosi üerungsreaktion wird der Fluorzuckerrest von 5'-O-Acetyl-3'-desoxy-3'-fluorthymidin auf silylierte 2- bzw. 2,6-substituierte Purinbasen in Gegenwart von Katalysatoren übertragen.
5. 3'-fluorierte 5-substituierte Urscilnucleoside werden über dte jeweilige Triazolylpyrimidinon-Zwischenstufe in entsprechende 3'-fluorierte-5-substituierte Cytosinnucleoside umgewandelt.
Neue Verbindungen sind:
2',3'-Didesoxy-3'-fluor-5-bromuridin,2',3'-Didesoxy-3'-fluor-6-thioguanosin, 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-2-fluoradenosin, 2',3'-
Didesoxy-3'-fluor-2,6-di9minopurinribosid, 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-2-aminopurinribosid,2',3'-Didesoxy-3'-fluor-5-
aminomethyluridin, 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-5-azidomethyluridin, 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-5-hydroxy-methyluridin.
Diese Verbindungen sind virostatisch wirksam. So sind sie u.a. Terminatoren der DNS-Synthese. Mitentscheidend für die Wirksamkeit ist die Fähigkeit der infizierten Zelle, die nur als Nucleoside anwendbaren Substanzen zu den Triphosphaten zu
phosphorylieien.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1 Herstellung von 5-substituierten 2',3'-Didesoxy-3'-f!uor-uridinen durch radikalische Bromierung der 5-Methylgruppe von
3'-Fluorthvmidin und nachfolgendem nucleophilem Austausch des Bromsubstituen'.en
a) S-fBrommethylM-lB-O-acetyl^.S-dldesoxy-S-fluor-ß-D-rlbofuranosyOuracll
2,86g (1OmMoI ö'-O-Acetyl-S'-fluorthymidin werden in 250ml 1,2-Dichlorethan unter Erhitzen gelöst. Anschließend werden mittels eines Stickstoffstromes 12mMol elementares Brom in die Lösung eingeleitet, die mit einer 500W Photolampe (NARVA) bestrahlt wird. Die Reaktion ist nach 2-3 Stunden beendet. Das Lösungsmittel wird i. Vak. entfernt, und es resultiert ein Rückstand, der die Titelverbindung in solcher Reinheit enthält, wie sie für die nachfolgenden Reaktionsschritte erforderlich ist.
b) 1-(2,3-Dldesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-5-(hydroxymethyl)ur!'.»;ll
Das aus 2,86g (1OmMoI) 5'-O-Acetyl-3'-fluorthymidin gemäß a) erhaltene Reaktionsprodukt wird in 50ml 1,4-Dioxan gelöst und für eine Stunde bei Raumtemperatur mit 30ml einer gesättigten Natriumhydrogencarbunat-Lösung behandelt. Anschließend wird die Reaktionslösung mit 5 χ 30ml Chloroform extrahiert. Die vereinigten Chloroformextrakte werden mit Natriumsulfat getrocknet, filtriert und i. Vak. zu einem sirupösen Rückstand eingeengt, der in 10ml Methanol gelöst und mit 50m! .Methanol/Ammoniak (gesätt. bei O0C) versetzt wird. Nach dem Entfernen des Lösungsmittels wird die Titelverbindung aus Ethanol in kristalliner Form erhalten. F. 184°C
MS: m/z 260 (M+, C10H13O6N2F).
c) 5-Amlnomethyl-1-(2,3-dldesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)uraeil
Das Brcmierungsprodukt aus 1OmMoI ö'-O-AcetvI-S'-fluorthymidin gemäß a) wurde in 50ml 1,4-Dioxan gelöst und auf O0C abgekühlt. Unter Rühren wird gasförmiges Ammoniak in die Lösung geleitet. Nach 40min wird die Lösung filtriert und unter vermindertem Druck zu einem sirupösen Rückstand eingeengt. Das Rohprodukt wird eäulenchromatographisch an 100g Kieselgel mit Chloroform (5% Methanol) als Eliitionsmittel gereinigt. Die entsprechenden Fraktionen, die das gewünschte Produkt enthalten, werden vereinigt und zur Trockne eingeengt. Der so erhaltene Rückstand wird mit SmI Methanol/ Ethylacetat (1/1) behandelt und ergibt ein kristallines Produkt
MS: m/z 259 (M+, C10H14N3O4F).
d) 5-Azldomethyl-1-(2,3-didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)uracil
Eine aus dem Bromierungsprodukt von 1OmMoI 5'-O-Acetyl-3'-fluorthymidin und 3,25g (5CmMoI) Natriumazid in 100ml 1,4-Dioxan bestehende Suspension wird für 3 Stundnn unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Abkühlen auf Raurntömpörätur wird die Lösung filtriert und zu einem festen Rückstand konzentriert. Das so erhaltene Rohprodukt wird mit 50ml Wasser versetzt und mit 5 χ 30ml Chloroform extrahiert. Die vereinigten Chloroformphasen werden i. Vak. zu einem braunen Rückstand eingeengt. Die O-Acetylschutzgruppe wird gemäß Standardbedingungen mittels Methanol/Ammoniak entfernt. Aus dem Rohprodukt wird nach säulenchromatographischer Reinigung an 150g Kieselgel mit Chloroform (3% Methanol) als Elutionsmittel die Titelverbindur.g als ein blaßgelbes kristallines Material isoliert. MS: m/z 285 (M+, C10H2N5O4F).
Beispiel 2 Darstellung von 2',3'Didesoxy-3'-fluor-ß-D-ribofuranosyl-Nucleosiden durch Fluoriqrung der entsprechenden ß-D-
xylofuranosyl-Derivate mittels Dialkylaminoschwefeltrifluorid
9-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-rlbofuranosyl)-2-fluoradenln
1OmMoI 9-(5-0-Acetyl-2-desoxy-ß-D-xylofuranosyl)-2-fluoradenin werden in 10ml Chloroform gelöst und zu einer Lösung von 11 mMol Diethylaminoschwefeltrifluorid in 50 ml Chloroform gegeben, die vorher auf -780C gekühlt wurde. Die Reaktionslösung wird langsam auf Raumtemperatur erwärmt und anschließend in 100ml Eiswasser geschüttet. Die organische Phase wird abgetrennt, mit Natriumhydrogencarbonat-Lösung und Wasser gewaschen und i. Vak. zu einem festen Rückstand eingeengt. Die
O-Acetylgruppe wird gemäß Standardbedingungen mit Methanol/Ammoniak entfernt. Aus dem Rohprodukt wird nach
säulenchromatographischer Trennung an Kieselgel mit Chloroform (5% Methanol) als Elutionsmittel 9-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-
D-ribofuranosyl)-2-fluoradenin erhalten. MS: m/z 271 (M+, C10H11O2N5F2). Beispiel 3 Gewinnung von 2- bzw. 2,6-substituierten 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-Purinnur:leosiden durch Transglycosidierung
9-(2,3-Dldesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-2-fluoradenln
Ein Gemisch von 2,86g (1OmMoI) !-(S-O-Acetyl^-didesoxy-S-fluor-ß-l -ribofuranosyl)thymin,4,6g (3OmMoI) 2-Fluoradenin,
7,4 ml N-Bistrimethylsilylacetamid und 250 ml Acetonitril wird 25 Minuten am Rückfluß erhitzt. Am fließend werden 6,5ml (33mMol) Trifluormethansulfonsäuretrimethylsilylester hinzugefügt, und das Gemisch wird für 8 Stunden zum Sieden am
Rückfluß erhitzt. Nach dem Abkühlen wird das Lösungsmittel i. Vak. entfernt. Der Rückstand wird in 100ml Chloroform
suspendiert und mit Natriumhydrogencarbonat-Lösung neutralisiert. Die organische Phase wird abgetrennt, mit Natriumsulfat getrocknet, filtriert und das Chloroform i. Vak. entfernt. Der Rückstand wird säulenchromatographisch an Kieselgel mit
Chloroform (5% n-Hexan, 11; 2,5% n-riexan, 1,91; 1 % n-Hexan, 11) als Fließmittel gereinigt. Das so erhaltene Anomerengemisch wird mit Methanol/Ammoniak entacetyliert und erneut einer säulenchromatographischen Trennung an Kieselgel unterworfen. Mit Chloroform (1 % Methanol) als Elutionsmittel werden 0,51 g des ß-Anomeren, der Titelverbindung, erhalten. Weitere Mengen dieser Verbindung befinden sich im Gemisch mit dem a-Anomeren.
Befsplsl 4
Darstellung von 5-subMituierten 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-c/tidinen aus den entsprechenden Uridinderivaten
1 (2,3-Dldeaoxy-3-fl'jor-ß-DTlbof uranosyD-5-m rthylcytldln
1,5g (5,2mMol)5'-O-Acetyl-3'-fluorthymidln werden in 25ml Pyridin gelöst und mit 760mg (11mMol)Triazol und 1,96g (8mMol) p-Chlorphenoxyphosphorsäuredtchlorid versetzt. Das Reaktionsgemisch verbleibt 5 Tagen bei Raumtemperatur. Anschließend werden 30 ml 1,4-DioxWAmmoniaklösung (3/1) hinzugefügt, und die Lösung wird i. Vak. zur Trockne konzentriert. Der verbleibende Rückstand wird in Wasser gelöst und auf eine Säule mit 70ml DOWEX 50WX8, H+-Form (DOWEX-lonenausteuscherharz, DOW Chemical Laboratories) gegeben, die zunächst mit 800ml Wasser und daraul jlgend mit 600ml 3%
Ammoniaklösung eluiert wird. Aus den entsprechenden Fraktionen werden nach dem Vertreiben des Lösungsmittels und Kristallisation aus Methanol, das mit HCI auf pH = 2 gebracht wurde, 0,8g 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-5-methylcytocin als Hydrochlorid erhalten. F. 1770C (Zers.); MS: m/z 243 (M+, C10H14O3N3F). Beispiel 5 Darstellung von 3'-Desoxy-3'-fluor-ar8binosylcytosin aus S'-Desoxy^'-fluor-arabinosyluracil Ein Gemisch von 2,45g (1OmMoI) S'-Desoxy-S'-fluorarobinosyluracll, 1,52g (12 mMol) Triazol und 4,0g (16mMol)
p-Chlorphenoxyphosphorsäuredichlorid in 50ml Pyridin werden wie in Beispiel 4 behandelt. Nach der Trennung an DOWEX 50WX8 (H+-Form) werden 1,53g 1-(3-Desoxy-3-fluor-ß-D-arabinosyl)cytosin aus Methanol/HCI (pH = 2) als Hydrochlorid erhalten.
MS: m/z 246 (M+, C9HnO5N2F).
Beispiel β
Darstellung von 5-substituierten, insbesondere von längerkettigen 5-substituierten 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-uridinen durch Spaltung der 2',3'-Anhydrobindung
a) 1 -(2,3-Dldesoxy-3-f luor-ß-D-ribofuranosyD-S-othyluracll
Ein Gemisch von 2,3g 2,?'-Anhydro-1-(5-O-acelyi-2-desoxy-ß-D-xylofuranosyl)-5-ethyluracll, 2,5g Aluminiumtrifluorid und 300ml 1,4-Dioxan (0,5% Fluorwasserstoff) wird in einem Stahlcontainer für 1,5 Stunden auf 1100C erhitzt. Nach dem Abkühlen werden 100ml Wasser und 20g Calziumcarbonat zur Reaktionslösung gegeben. Die Lösung wird filtriert und i. Vak. zu einem Sirup konzentriert, der zum Zweck des Entfernens der O-Acetylgruppe in 50ml Methanol/Ammoniak (gesä" Loi O0C) gelöst wird. Die Lösung verbleibt 24 Stunden bei Raumtemporatur und wird dann zu einem sirupösen Rückstar, i eingeengt, der an Kieselgel mit Chloroform (10% Methanol) als Elutionsmittel säulenchromatograplnsch getrennt wird. Aus J«n entsprechenden Elutionsvolumina wird die Titelverbindung erhalten. F. 183-1840C. MS: m/z 258 (M+, C11H15N2O4F).
b) 5-Brom-1-(2,3-didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofurano8yl)uracll
Ein Gemisch von 5,31 g (1OmMoI) 2,3'-Anhydro-5-brom-1-(2-desoxy-5-O-trityl-ß-D-ribofuranosyl)uracil, 5,5g Aluminiumtrifluorid und 400ml 1,4-Dioxan (0,2% Fluorwasserstoff) wird in einem Stahlgefäß für 1 Stunde auf 110"C erhitzt. Nach dom Abkühlen wird das Reaktionsgemisch in üblicher Weise behandelt und an Kieselgel säulenchromatographisch getrennt. Es wird ein schwach gelbliches kristallines Material erhalten
MS: m/z 309 (M+, C9H10N2O4BrF).

Claims (2)

  1. Verfahren zur Herstellung von S'-Desoxy-S'-fluor-Nucleosiden der allgemoirien Formel I,
    R1 = Uracil, 5-substituiertes Uracil, Cytosin, 5-substituiertes Cytosin, 2-Fluoradenin,
  2. 2,6-Diaminopurin, 2-A'ininopurin, 6-Thioguanin oder7-Deazaadenin R2 = H oder OH
    R3 = OH, O-Acetyl, O-Palmitoyl, Triphosphat (als freie Säure, bzw. deren Alkali-, Ammonium- bzw.
    Alkylammoniumsalze) oder eine Prekursor-Gruppe für die Hydroxygruppe
    bedeuten, gekennzeichnet dadurch, daß man 2,3'-Anhydropyrimidinnucleoside, die am C-5-Atom des Heterocyclus einen aliphatischen Alkylrest mit 1-6 Kohlenstoffatomen tragen bzw. durch Brom subst cuiertsind, in einem geeigneten inerten Lösungsmittel mit Fluorwasserstoff unter der. katalytischen Wirkung von Aluminiumtrifluorid behandelt, oder daß man die Methylgruppe in 5'-O-Acetyl-3'-desoxy-3'-fluorthymidin unter radikalischen Bedingungen bromiert und anschließend den Bromsubstituenten nucleophil austauscht, oder daß man Nucleoside mit 2'-Desoxy-ß-D-threopentofuranosyl-Konfiguration, deren C-5'-Position mit einer Schutzgruppe versehen ist, in einem Lösungsmittel mit Dialkylaminoschwefeltrifluoriden, vorzugsweise mit Diethylaminoschwefeltrifluorid, fluoriert, oder daß man in einer Transglykosidierungsreaktion den Fluorzuckerrest von 5'-0-Acetyl-3'-dosoxy-3'fluorthymidin mittels Katalysatoren, vorzugsweise mittels Trifluormethansulfonsäuretrime'iny'silylester, auf silylierte 2- bzw. 2,6-substituierte Purine überträgt, oder daß man 3'-fluorierte 5-substituit>rte Uracilnucleoside über die jeweilige Triazolylpyrimidinon-Zwischenstufe in entsprechende 3'-fluc rierte-5-substituierte Cytosinnucleoside überführt.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
RU2124020C1 (ru) * 1993-07-12 1998-12-27 Закрытое акционерное общество "АСГЛ-Исследовательские Лаборатории" 3'-(5-r-тетразол-2-ил)тимидины, проявляющие антивирусную активность, и способ их получения

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RU2124020C1 (ru) * 1993-07-12 1998-12-27 Закрытое акционерное общество "АСГЛ-Исследовательские Лаборатории" 3'-(5-r-тетразол-2-ил)тимидины, проявляющие антивирусную активность, и способ их получения

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