DD270169A1 - Verfahren zur herstellung von kontaktstuecken - Google Patents

Verfahren zur herstellung von kontaktstuecken Download PDF

Info

Publication number
DD270169A1
DD270169A1 DD31358888A DD31358888A DD270169A1 DD 270169 A1 DD270169 A1 DD 270169A1 DD 31358888 A DD31358888 A DD 31358888A DD 31358888 A DD31358888 A DD 31358888A DD 270169 A1 DD270169 A1 DD 270169A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
pressing
sintering
contact
powder
theoretical density
Prior art date
Application number
DD31358888A
Other languages
English (en)
Inventor
Hans-Juergen Buettner
Michael Kiessling
Jens Kiechle
Wilhelm Schaffer
Hans-Ulrich Luebcke
Original Assignee
Hermsdorf Keramik Veb
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hermsdorf Keramik Veb filed Critical Hermsdorf Keramik Veb
Priority to DD31358888A priority Critical patent/DD270169A1/de
Publication of DD270169A1 publication Critical patent/DD270169A1/de

Links

Landscapes

  • Powder Metallurgy (AREA)
  • Contacts (AREA)

Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Kontaktstuecken mit verbessertem Abbrandverhalten aus Silber-Metalloxid-Werkstoffen auf pulvermetallurgischem Wege durch Pressen in Einzelpresstechnik, Sintern und ggf. Kalibrieren. Hierbei sollen die Vorteile der Einzelpresstechnik genutzt und gleichzeitig das Abbrandverhalten verbessert werden. Erfindungsgemaess erfolgt dies, indem die Kontaktstueckrohlinge durch Pressen oder Pressen und Sintern und ggf. Kalibrieren zunaechst bis auf 65 bis 95% der theoretischen Dichte verdichtet und danach isostatisch heissgepresst (HIP-Verfahren) werden.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kontaktstücken mit verbessertem Abbrandverhalten aus Silber-Metalloxid-Werkstoffen (AgMeO) auf pulvermetallurgischem Wege durch Einzelpreßtechnik.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Silber-Metaüoxid-Kontaktwerkstoffe haben sich für viele Anwendungsfälle bewährt. Als einfaches Verfahren bietet sich die pulvermetallurgische Herstellung durch Pressen des Pulvergemisches, Sintern und Kalibrieren an (DE-AS 1758610}. Bei A{|CdO-Werkstoffen werden hiermit Dichten erreicht, die in der Nähe der theoretischen Dichte liogen.
Für gewisse Fälle und aus Gründen der Toxizität des CdO kommen aber auch Kontaktwerkstoffe mit andern Metalloxiden, z.B.
SnO2, ZnO oder CuO oder Metalloiden bzw. auch nichtoxidische Verbindungen, z.B. Karbide oder Nitride zum Einsatz.
Bei der Herstellung elektrischer Schaltkontakte aus diesen Werkstoffen in der genannten konventionellen Einzelpreßtechnik bestehen Probleme, dichte und abbrandfeste Kontaktstücke zu erhalten.
Es sind deshalb Bestrebungen bekannt geworden, Kontaktstücke aus AgMeO-Werkstovfen durch Verprossen des Pulvers unter Zusatz eines Sinteraktivators mit einer hohen Dichte herzustellen (DD 154158). Aber auch bei diesen Kontaktstücken erweißt sich vielfach das Abbrandverhalten als unzureichend, was bekanntermaßen durch Herstellung anisotroper Gefüge verbessert werden kann.
Zu diesem Zwecke werden Halbzeuge aus diesem Werkstoff meist durch Strangpressen gesinterter Blöcke hergestellt. · Beim Strangpressen von gesinterten Pulvermischungen aus Silberpulvern und Metalloxidpulvern wir J eine Ausrichtung der MeO-Toilchen zu eir. :m zellenförmigen Gefüge erzielt, das eine gewisse Verbesserung des Abbrandvnrhaltens bewirkt.
Das Aufbringen einer lulfähigen Schicht erfolgt durch anschließendes Warmwalzplattieren in einem zustiHichen Arbeitsschritt, der technisch kritisch und aufwendig ist (DE-AS 29 52128). Entsprechende Pseudofaser oder Faser Verbundwerkstoffe, bei denen die Hauptverformungsrichtung wegen der guten schalttechnischen Eigenschaften möglichst senkrecht zur Schaltfläche angeordnet sein sollte, sind also herstellungsmäßig zu aufwendig (DE-PS 29 52128).
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, bei der Herstellung von Kontaktstücken aus AgMeO-Werkstoffen die Vorteile der Einzelpreßtechnik zu nutzen mit gleichzeitiger Verbesserung des Abbrandverhaltens.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Kontaktstücken mit verbessertem Abbrandverhalten aus AgMeO-Werkstoffen auf pulvermetallurgischem Wege durch Pressen in Einzelpreßtechnik, Sintern und ggf. Kalibrieren zu entwickeln.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst, indem Kontaktstückrohlinge zunächst durch Pressen oder Pressen und Vorsintern und notfalls Kalibrieren bis auf 65 bis 95% der theoretischen Dichte verdichtet und danach isostatisch heißgepreßt (HIP-Verfahren) werden.
Bei Kontaktstücken aus AgCdO-Werkstücken werden τΜ der bekannten Einzelpreßtechnik nach dem Sintern bereits Dichten über 90% der theoretischen Dichte erzielt. Das h&ißioosiatische Pressen ist deshalb in diesen Fällen ohne umhüllende Kapsel möglicn.
Durch das heißisostatische Pressen von Sinterkörpern mit einer Verdichtung von etwa 85% erzielt man z. B. neben einer Dichtesteigerung auf 88% eine Verbesserung im Abbrandverhalten um 20%. Bei den anderen AgMeO-Werkstoffen hingegen
lassen sich durch Pressen und Sintern nur Dichten um etwa 80% der theoretischen Dichte erzielen. Diese Rohlinge ,Wissen in einer Kapsel, die mit einem Druckübertragungsmedium gefüllt ist, heißisostatisch verpreßt werden. Es ist hierbei aus Gründen der Vermeidung von Verunreinigungen günstig, wenn als Druckübertragungsmedium das Pulver der Metalloxidkomponente des Kontaktstückwerkstoffes eingesetzt wird, z. B. bei dem Werkstoffsystem AgSnO2 Pulver aus Zinndioxid. Es kann aber auch ein anderes, sich bei den angewendeten Druck-Temperaturverhältnissen inert gegenüber dem Kontaktwerkstoff verhaltendes Druckübertragungsmedium angewendet werden, z. B. C (Grafit). Bei diesen Werkstoffsystemen wird mit dem anschließenden heißisostatischen Pressen die Dichte auf über 80% der theoretischen Dichte erhöht, Obwohl a-jch hier keine anisotrope Struktur auftritt, ist die elektrische Leitfähigkeit und das Abbrandverhalten der auf diese Weise hergestellten Kontaktstücke um etwa 30% verbessert.
Für den Verfahrensablauf erweist es sich als günstig, wenn die Sinterung unter Vakuum vorgenommen wird und sich daran ohne Prozeßunterbrechung des HIP in Schutzgas anschließt.
Ausführungsbeispiele Die Erfindung wird nach&Uhend an einigen Ausführungsbeispielen näher erläutert. Beispiel 1 In konventioneller Einzelpreßtechnik hergestellte Kontaktstücke aus AgSnO2 88/12 mit einer Dichte von 93 bis 96% der
theoretischen Dichte werden unter einem Argondruck von 50 bis 120MPa bei 800 bis 9000C heißisostatisch gepreßt. Die Haltezeitbeträgt 0,5 bis3 Stunden. Die Dichte erhöht sich auf 98% dor theoretischen Dichte. Die Abbrandprüfungen bei 400A ergaben eine40% niedrigere Abbrandrate im Vergleich zu unbehandelten Kontaktstücken.
Kontaktstücke aus AgZnO 8 mit einer Dichte von 97% der theoretischen Dichte werden unter denselben Bedingungen behandelt. Die Kontaktstücke besitzen nach dem heißisostatischen Pressen die theoretische DL.ite. Dar Abbrandverhalten dieser Kontaktstücke erwies sich als beträchtlich verbessert. Beispiel 2
Gepreßte und ge sinterte Kontaktstücke aus AgSnO212 mit einer Dichte von etwa 80% der theoretischen Dichte werden in einer Kapsel aus Kupfer, die mit Zinndioxid gefüllt ist, bei 800 bis 9000C unter einem Argondruck von 50 bis 100MPa heißisostatisch gepreßt. Der Gebrauchswert (Abbrandverhalten, Schweißverhalten, elektrische Leitfähigkeit) dieser Kontaktauflagen ist besser als diejenigen geenterter und in herkömmlicher Weise durch Nachverdichtungen hergestellter Kontaktauflagen. Außerdem besteht nicht die Gefahr des Ablösens anplattierter lötbarer Schichten.
Beispiel 3
In herkömmlicher Einzelpreßtechnik hergestellte Sinterkörper uus AgCdO 90/10 mit einer Sinterdichte von 85,6% der theoretischen Dichte werden im unkalibrierten Zustand ungekapselt 1 Stunde bei 85O0C und einem Argondruck von 100MPa heißisostatisch gepreßt. Die Dichte steigt daher auf 88,8%-jb;· theoretischen Dichte. Das Abbrandverhalten bei 100A verbessert sbh gegenüber he rkömmlichen kalibrierten Kontaktotücken urr etwa 20%.
Beispiel 4
Preßlinge für Kontaktstücke aus AgSnO2 88/12 mit einer Preßdichte von etwa 75% der theoretischen Dichte werde,. 60 Minuten bei einem Druck von etwa 10"3Pa und einer Temperatur von 900 "C gesintert. In einem HIP-Prozeß, der sich ohne Unterbrechung des Sinterregimes sofort anschließt, werden die vakuumgesintc rten Körper mit einem Druck von etwa 90MPa verdichtet. Die Enddichte entspricht nahezu der theoretischen Dichte. Der Abbrand der so enthaltenen Kontaltst'jcke vermindert sich auf weniger als 80%.

Claims (5)

1. Verfahren zur Herstellung von Kontaktstücken mit verbessertem Abbrandverhalten aus Silber- Metalloxid-Werkstoffen auf pulvermetallurgischem Wege durch Pressen in Einzelpreßtechnik, Sintern und ggf. Kalibrieren, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktstückrohlinge durch Pressen oder Pressen und Sintern und ggf. Kalibrieren zunächst bis auf 65 bis 95% der theoretischen Dichte verdichtet und danach isostatisch heißgopreßt (HIP) werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sinterung im Vakuum durchgeführt wird und daran unmittelbar ohne Preßunterbrechung des HIP in Schutzgas angesch'osser. wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktstückrohlinge .n einer Kapsel, die mit einem Druckübertragungsmedium gefüllt ist, heißisostatisch verpreßt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Druckübertragungs'nedium das Pulver der Metalloxidkomponen'.e des Kontaktstückwerkstoffes eingesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Druckübertragungsmedium ein Pulver, das sich bei den angewendeten Temperaturen und Drücken inert gegenüber dem Kontaktwerkstoff verhält, verwendet wird.
DD31358888A 1988-03-11 1988-03-11 Verfahren zur herstellung von kontaktstuecken DD270169A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD31358888A DD270169A1 (de) 1988-03-11 1988-03-11 Verfahren zur herstellung von kontaktstuecken

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD31358888A DD270169A1 (de) 1988-03-11 1988-03-11 Verfahren zur herstellung von kontaktstuecken

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD270169A1 true DD270169A1 (de) 1989-07-19

Family

ID=5597569

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD31358888A DD270169A1 (de) 1988-03-11 1988-03-11 Verfahren zur herstellung von kontaktstuecken

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD270169A1 (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE68909654T2 (de) Isostatisches Heisspressen von Pulvern zur Herstellung von Kontakten mit hoher Dichte.
DE69126571T2 (de) Elektrisches Kontaktmaterial
US4836978A (en) Method for making vacuum circuit breaker electrodes
DE69032065T2 (de) Verbundwerkstoff von Silber und Metalloxyd und Verfahren zur Herstellung desselben
DE4019441A1 (de) Verfahren zum herstellen von presskoerpern
EP0480922B1 (de) VERFAHREN ZUM HERSTELLEN VON CuCr-KONTAKTSTÜCKEN FÜR VAKUUMSCHALTER
DE10014403A1 (de) Verfahren zur Fertigung von Metallteilen
EP0440620B1 (de) Halbzeug für elektrische kontakte aus einem verbundwerkstoff auf silber-zinnoxid-basis und pulvermetallurgisches verfahren zu seiner herstellung
US4689196A (en) Silver-tungsten carbide-graphite electrical contact
EP2989650A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur herstellung von kontaktelementen für elektrische schaltkontakte
DE3324181C2 (de)
DE1209223B (de) Sinterkontaktkoerper mit zwei oder mehreren Schichten
DE102014118147A1 (de) Monolithisches Kontaktsystem und Herstellungsverfahren
EP2747917A1 (de) Verfahren zur herstellung eines halbzeugs für elektrische kontakte sowie kontaktstück
US4300951A (en) Liquid phase sintered dense composite bodies and method for producing the same
EP0170867B1 (de) Verfahren zur Herstellung eines Verbundwerkstoffes
DE4331526C2 (de) Werkstoff für elektrische Kontakte auf der Basis von Silber-Zinnoxid oder Silber-Zinkoxid und Verfahren zur Herstellung eines Verbundpulvers hierfür
EP1409408B1 (de) Methode zur herstellung von magnesiumdiborid sowie von magnesiumdiborid-formkörpern aus magnesiumhydrid und elementarem bor mittels puls-plasma-synthese
DD270169A1 (de) Verfahren zur herstellung von kontaktstuecken
DE19916082C2 (de) Pulvermetallurgisch hergestellter Verbundwerkstoff, Verfahren zu dessen Herstellung sowie dessen Verwendung
DE1213927B (de) Indirekt geheizte Kathode und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE69016797T2 (de) Vakuumschalterkontaktmaterialien und Herstellungsmethoden.
DE3704372C2 (de)
CH503115A (de) Verfahren zur Herstellung eines Verbundmetalls
EP0311134B1 (de) Pulvermetallurgisch hergestellter Werkstoff für elektrische Kontakte aus Silber mit Graphit und Verfahren zu seiner Herstellung

Legal Events

Date Code Title Description
ENJ Ceased due to non-payment of renewal fee