DD271670A1 - Dreidimensional biegeverformbares flaechenelement und verfahren zur biegeverformung eines derartigen flaechenelementes - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein im Postformingverfahren dreidimensional verformbares Flaechenelement, was im biegeverformten Zustand als Beschichtungsmaterial fuer Holzwerkstoffteile oder als eigensteifes Traegermaterial in der Moebel-, Sportgeraete-, Spielzeug- und Verpackungsindustrie anwendbar ist sowie weiterhin auf ein Verfahren zur Biegeverformung eines derartigen Flaechenelementes. Erfindungsgemaess weist das biegezuverformende Flaechenelement in den Materialbereichen einer beabsichtigten dreidimensionalen Formung eine Streifeneinteilung auf, welche durch den Fugenzusammenhalt zwischen den einzelnen Streifen die insgesamte Verzerrung der Flaeche gestattet, ohne dass hierbei Flaechenelementstauchungen oder Fugenoeffnungen auftreten. Bei dem erfindungsgemaessen Verfahren werden auf die Breitflaechen der biegezuverformenden Flaechenelemente flaechige Hilfsmaterialien aufgebracht, welche das zu verformende Gut unter Wirkung von Reibungskraeften in besonders guenstiger Weise entlasten, oder es werden zum gleichen Zweck bestimmte Schliessgeschwindigkeiten beim Zusammenfahren der zur Biegeverformung benutzten Formwerkzeuge eingehalten.
Description
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein nach dem Postformingprinzip dreidimensional biegeverformbares Flächenelement, was im biegeverformten Zustand als HolzwerkstoffoberfläclViP1' -Schichtungsmaterial oder als eigensteifes dünnwandiges Konstruktionsmaterial In der Möbel-, Sportgeräte-, Spielzeug- und Verpackungsindustrie anwendbar Ist sowie weiterhin ein Verfahren zur Biegeverformung eines derartigen Flächenelementes.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Ausgeprägt dreidimensional verformbare Flächenelemente sind nur aus tiefziehfähigen Materialien wie Blech, Thermoplast oder aus urgeformten Materialien bekannt. Holzwerkstuffmaterial'.en gestatten demgegenüber eine vergleichsweise nur sehr begrenzte dreidimensionale Formbarkeit, was auf das praktisch kaum vorhandene Fließvermögen von Holz, Holzpartikelwerkstoffen und auch Papier zurückzuführen ist. Bei Holz kann die Formbarkeit durch Plastifizierung mittels Feuchtigkeit und Wärme oder mittels chemischer Substanzen (Ammoniak) in bestimmten Grenzen verbessert werden. Das Verformen des Materials setzt jedoch hohe mechanische Kräfte voraus, die bei Anwendung auf dünne Flächenelemente wie Furniere zu Stabilitätsproblemen wie zur Faltenbildung, zum Knittern und Brechen sowie zu Zugspannungen führen, din quer zur Faserrichtung ebenfalls sehr schnell den Bruch eines betreffenden Elementes bewirken können. Zur Verbesserung der Formbarkeit ist es teilweise üblich, die Furniere an den kritischen Bereichen einzuschneiden. Die bei einer späteren dreidimensionalen Formung somit aufklaffenden Bereiche worden z.B. durch Einsetzen von keilförmigen Furnierstücken geschlossen. Ist eine Überlappung im zu verformenden Materialbereich zu erwarten, so wird der Größe der Überlappung entsprechend Material herausgeschnitten. Diese Maßnahmen bedingen jedoch entweder eine überdurchschnittlich hohe Präzision oder führen zu relativ ungenauen Formteilen, die nur durch eine nachträgliche Oberflächenbeschichtung (etwa mit einem Polstermaterial) ζ J qualitätsgerechten Erzeugnissen wie Möbelbauteilen weiterverarbeitet werden können. Weiterhin ist mit dieser Art und Weise der Formteilherstellung stets ein hoher manueller Arbeitsaufwand verbunden. Plattenförmige Holzpartikelwerkstoffa werden z. T. mit thermoplastischen Bindemitteln versehen, um das Fließvermögen zu verbessern. Dabei wird zwar deren Biegef äh Igkeit wesentlich erhöht, ein wirklich ausgeprägt dreidimensionales Verformen ist jedoch nicht möglich. Es entstehen ähnliche Probleme wie bei Holz. Flächige Werkstoffe auf Papier- oder Pappwerkstoffbasis können, ebenso wie Holzpartikelwerksi äffe, durch thermoplastische Zusätze oder auch durch Befeuchten besser verformt werden, eine ausgeprägt dreidimensionale Formbarkeit ist aber auch hier nicht möglich. Im DD-WP 219724 A1 (B 27 N 5/00) wird ein Verfahren zur ausgeprägten dreidimensionalen Verformung von Flächenelementen aus praktisch nicht fließfähigen und nicht tiefziehfähigen Materialien angegeben, bei dem ein Faltwerk mit nichtlinearen' Γ altkanten gebildet wird. Die dadurch erreichbaren Formen werden jedoch durch die dem Faltwerk eigenen geometrischen Abhängigkeiten der einzelnen Flächenbereiche untereinander stark eingeschränkt, so daß sich nur ein eng begrenztes Anwendungsgebiet für derartig gebildete Formteile ergibt.
ZIe! der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht in einem insgesamt effektiv realisierbaren Lösungsvorschlag zur industriellen Herstellung dreidimensional geformter Flächenhalbzeuge auf der Werkstoffgrundlage von Holz- und Faserwerkstoffen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Überführung von ausgangs etenflächigen Halbzeugen aus an sich nicht tiefziehfähigen Grundmaterialien in ausgeprägt dreidimensionale Flächenelemente aus Furnier, Holzpartikelplatten, Pappe oder aus Holzruten oder Schnüren zusammengesetzten flächigen Halbzeugen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dal? das Flächenelement ganzflächig oder bereichsweise in Streifen aufgeteilt ist, welche bezüglich ihrer Streifenlängsausdehnung entsprechend dem Biegelinionverlauf einer später beabsichtigten Flächenelementonformgebung orientiert sind und welche ein Verhältnis von Streifenbreite zu Streifendicke bzw. zu Flächenelementendicke von 0,5:1,0 bis 5,0:1,0 aufweisen oder daß das Flächenelement in vergleichbarer Weise aus parallel angeordneten Strangmaterialien wie Weidenruten oder Papierstricken besteht und daß ein punktweiser oder vollständiger, reversibel lösbarer oder nur mechanisch zerstörbarer, direkter oder indirekter Querverbund zwischen den Streifen, Ruten oder Schnüren besteht, welcher durch duromere, elastomere oder thermoplastische Fugenverklebung und/oder durch eine Fadanhinterklebung wie eine Zick-Zack-Fadenheftung und/oder durch hinterseitige Beschichtung mit einem flächigen Hüfsstoff wie einem textlien Gewebe, einem Vlies oder einem thermoplastischen, elastomeren oder reversibel aushärtendem Klebfilm und/oder durch Aufteilen eines Flächenelementes in Streifen mit kurzen Aufteilfugenunterbrechungen und/oder durch ein mit dem Flächenelement verbundenes Plattenmaterial und/oder durch (ein)weitere(s) Flächenelement (Flächenelemente) realisiert ist.
In einer vorteilhaften Gestaltung der Erfindung ist das Flächenelement ein nach der an sich bekannten fine-line-Technologie aus einem verklebten oder unverklebten Schichtenpaket erzeugtes Halbzeug mit oder ohne Thermoplastklebfugen zwischen den Streifen des Flächenelementes sowie mit oder ohne einem auf die Breitfläche des Flächenelementes aufgebrachten Hüfsstoff. In weiteren vorteilhaften Gestaltungen der Erfindung sind die Fugen zwischen den Streifen des Flächenelernentes Ritz-, Stanzoder Sägefugen.
Die dreidimensionale Verformbarkeit des erfindungsgemäßen Flachengebildes wird folgendermaßen erreicht. Das Veihältnis von Dicke zu Breite der Streifen des Flächenelementes ist so bemessen, daß das elastische Biegen eines einzelnen gedachten Streifens in Richtung der Flächenelemer,onebene ähnlich gutzu realisieren Ist wie das Biegen querzu dieser Ebene. Im Falle das Einsatzes von Schnüren oder Ruten ist dies in jedem Fall gegeben. Weiterhin wird mit der erfindungsgemäßen Ausbildung des Flächenelementes in der Phase der Überführung in die dreidimensionale Form die Längsverechiebbarkeit der einzelnen Streifen oder Schnüre gegeneinander gewährleistet (Aufhebung des Querverbundes durch (Re-)Plastifizierung bzw. mechanische Zerstörung der Klebfugen oder Aufteilfugenunterbrechungen zwischen den Streifen oder durch Übbrdehnung, (Re-)Plastifizierung oder Zerstörung eines u. U. hinterklebten flächigen Hilfsstoffes), was geometrische Voraussetzung für die Biegeverformbarkeit des Flächenelementes hinsichtlich des Verformungsanteiles in Streifenlängsrichtung ist. Eine durch den dabei gleichzeitig in Querrichtung verursachten Verformungsanteil bedingtes Aufreißen oder Stauchen des Flächenelementes wird durch die relativ leichte Querbiegeverformbarkeit der einzelnen Streifen (geringe Streifenbrc ite) bzw. Schnüre in Zusammenhang mit deren direktem oder indirektem Streifenquerverbund sicher unterdrückt. Ku z, ein ausgangs ebenflächiges und plastifiziertes oder aber auch ohne besondere Plastifizierungsmaßnahmen nachverformbares Flächenelement wird zum Zwecke der Herbeiführung einer fugen- und faltenfreien Biegeverformung zum dreidimensionalen Gebilde in der Weise präpariert, daß es örtlich oder ganzflächig in schmale, verhältnismäßig leicht oder längs- und querbiegeverformbare Streifen, Ruten oder Schnüre mt jeweiligem Zusammenhalt zwischen den Streifen, Ruten oder Schnür jn aufgeteilt ist, wodurch in der Phase der Verformung zum dreidimensionalen Gebilde in den Grenzen der differentiellen Verformbarkeit bzw. den Verformungsanteilen der Streifen, Ruten oder Schnüre quasi eine insgesamte flächenmäßige Verzerrung der Halbwerkzeuge in zwel(l) Richtungen des Raumes stattfindet, welche schließlich die tatsächliche Fugen- und Faltenfreihoit des fertigen dreidimensionalen Endproduktes gewährleistet.
Eine Schwierigkeit bei Pressen von extrem dreidimensional geformten Flächenteilen ist, ähnlich wie beim Tiefziehen von Blechen, die Neigung zur Faltenbildung während der Phase des Zusammenfahrens der hierzu i.d. R. eingesetzten zweiteiligen Formwerkzeuge. Es ist die Phase, in der der Formling zeitweilig mehrere Freiheitsgrade des unkontrollierten, meist durch Stabilitätsprobleme bedingten Auswanderns hat. (Beim zweidimensionalen Pressen von Lagenholz erfolgt in dieser Phase eine Stabilisierung durch das Durchlaufen der jeweils natürlichen Biegelinie. Bei Anwendung des ausgangs bereits angeführten Faltverfahrens schnappt der Formling ebenfalls in die aufgezwungene Lage und stabilisiert sich so gleichfalls.) Bei dem auf vorgenannte Weise in Streifen aufgeteilten Furnier bzw. Flächenelement kommt die geringe, bei bestimmten Varianten völlig fehlende Zugfestigkeit des Furniers bzw. Flächenelementes quer zur Streifenrichtung hinzu. Diese muß, soweit sie nicht durch bereits hinterklebte Hilfsstoffe oder querliegende Furnierlagen erbracht wird, auf andere Weise erzeugt werden. Erfindungsgemäß wird dazu die Biegeverfc-mung des Flächenelementes durch Einleitung entsprechender Biegeverformungskräfte unter gleichzeitiger bin- oder beidseüiger Flächcndruckbeaufschlagung der ausgangs noch ebenflächigen Breitfläche des Flächenelementes mit einem reibschlüssig aufliegenden und im erforderlichen Umfang schubverformungsfähigen, ein- oder mehrmals verwendbarem Hilfsmaterial wie einer Weichgummimatte vorgenommen, welches eich bei der Biegeverformung des biegezuverformenden Flächenelementes mitverfornit, und/oder es wird die gemeinsam mit den aufliegenden Matten vorgenommene Biegeverformung des biegezuverformenden Flächenelementes in einem für derartige Anwendungsfälle an sich bekannten Gesenk mit einer Schließgeschwindigkeit von 1B bis 300mm/min durchgeführt.
Vorteilhaft ist es dabei, wenn die Flächendruckbeaufschlagung des biegezuverformenden Flächenelementes mittels zweier Andruckmatten realisiert wird, zwischen denen ein Vakuum besteht, welches an den überstehenden Rändern der Matten vorzugsweise mittels an sich bekannter Dichtpasten aufrechterhalten wird und daß der Aufbau des Vakuums mit oder ohne Unterstützung einer auf das Schichtenpaket einwirkenden, mit 30 bis 1600C beheizter) Flachpresse vorgenommen wird. Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn die Flächendruckbeaufschlagung durch beidseitig auf das Flächentilement einwirkende, in ihrer Art an sich bekannte Drucksäcke realisiert wird, deren Innendruck bis zum Zeitpunkt der vollständigen Schließung der Gesenkhälften mittels Überdruckventile konstant gehalten wird. Die Erfindung soll im folgenden an mehreren Ausführungsbeispielen erläutert werden.
0,8 mm dickes Esche-Furnier 1 durchläuft ein Ritzmesser-Gatter 2 und wird dabei von der Führungsrolle 3 gestützt. Das in 1,2 mmdicke Streifen getrennte Furnier 4 durchläuft ein Walzenpaar 5 und wird dabei mit einem schmelzklebstoffgetränkten
Zwei mittels Polyäthylen kreuzweise verklebte Rotbuchen-Furniere 8 der Dicke 1,2 mm werden mittels eines Vielblatt-Rollenmessers 9 jeweils in Längsrichtung der Furniere 8 in 2,0mm breite Streifen getrennt. Der Trennschnitt erfaßt nur jeweils die (1J(Ti Rollenmesser 9 zugekehrte Furnierlage. Das so entstandene Furnierleder 10 ist dreidimensional verformbar.
längs zur Faserrichtung jeweils ein 1,2mm dickes Flächenelement 7 abgemessert (mittels Furniermesser 12). Vor jedem Schnittwird die Schnittfläche des Blockes 13 mit einem schnellerstarrenden Schmelzklebstoff 14 bestrichen. Der nächste Schnitt erfolgtnach ausreichendem Festwerden des Schmeit klebstoff es 14, so daß die einzelnen Streifen des abgemessenen
1,2 mm dickes Buchen-Furnier wird mittels eines Vielblatt-Rollenmessers 9 analog Beispiel 2 in 2,0 mm breite Steifen getrennt, wobei durch eine entsprechende Gestaltung der Schneiden jeweils Im Abstand von 50mm der Schnitt über eine Länge von 6mm unterbrochen wird. Dadurch bleiben die Streifen zusammenhängend und lassen sich bei der späteren dreidimensionalen Verformung durch Aufbringen von Schubkräften voneinander trennen.
' ,8mm dicke Rotbuchen-Schälfurniere 20 werden um einen dom Restrollendurchmesser von Schälstämmen entsprechenden Kern axjal angeordnet und nach außen hin evolventenförrnig dicht aneinandergelegt und mittels Kontaktklebstoff miteinander verklebt. Der so entstandene Block wird auf bekannten Rundschälmaschinen zu 1,8mm dickem, dreidimensional verformbarem Furnier verarbeitet, bei dem die schubverformungsfähigen Streifen einen trapezförmigen Querschnitt aufweisen.
Beispiel β
geschlossenen Fläche der Breite 450 mm zusammengeführt, mittels Walzen mit einem duroplastischen Klebstoff versehen, beinoch nicht ausgehärtetem Klebstoff zwischen einer Anzahl querliegender Gabeln 22 gehalten und durch einen quer geführten
anschließend mit ei. em sehr lockeren, dünnen Gewebe 16 irreversibel verklebt. Das so fixierte Flächenelement 17 istdreidimensional verformbar.
2,0 mm dicke Furniere 18 werden an den Eckbereichen durch Stanzschnitt so eingeschnitten, daß parallele Streifen 19 entstehen.
anschließend mittels eines replastifizierbaren Klebstoffes wie Polyäthylen verklebt und bilden damit ein in den Eckbereichendreidimensional verformbares Flächenelement 18.
dreidimensional verformbar aufbereitet werden, indem sie z. B. durch Sägen eingeschnitten und jeweils kreuzweise geschichtetwerden. Zu beachten ist hierbei jedoch der Verlust der Festigkeit des eingeschnittenen Bereiches quer zur Schnittrichtung, derbei Verwendung von Furnier keine Rolle spielt.
Ein Lagenwerkstoff aus jeweils mit der Holzrichtung senkrecht zueinander angeordneten 1,8 mm dicken und in 2,2 mm breite Streifen aufgeteiltem Furnier des Formates 300mm X 500mm, der Gesarntdicke von 9mm und einer 0,2mm dicken Klebfuge aus Polyäthylen zwischen den Furnieren wird mittels einer Flachpresso auf eine Temperatur von 175°C gebracht und anschließend in einem kalter* Preßgesenk zu einem dreidimensional geformten, sattelförmigen Lehnenteil gepreßt. Die vorherige Polyäthylenverklebung ermöglicht sowohl die Verschiebung der Furnierlagen aufeinander als auch die Verschiebung der 2,2 mm breiten Streifen untereinander, ohne daß sich die Fugen dieser genannten Elemente während des Schließens des Preßgesenkes öffnen. Das Schließen des Gesenkes erfolgt mit einer Geschwindigkeit von 50mm/min, so daß die Schubkräfte noch kein Ausknicken des Formlings während des Preßschließens bewirken.
1,2 mm dicke Lagen aus in 1,5mm breite Streifen geteilten und mittels Schmelzklebstoff verbundenen Furnieren werden mit einem bekannten Harnstoff-Formaldehydharzleim in üblicher Weise beleimt und bezüglich der Holzfaserrichtung jeweils senkrecht aufeinandergelegt, so daß ein fünftägiges Furnierpaket entsteht. Dieses Furnierpaket wird zwischen zwei 1,5mm dicke Weichgummiplatten gelegt, deren überstehende Ränder mittels eine Dichtungspaste zusammengedrückt werden. An den im inneren der Gummiplatten liegenden Raum wird, ggf. mit Unterstützung einer Flachpresse, Vakuum angelegt. Gleichzeitig erfolgt eine Vorwärmung des Furnierpaketes auf eine Temperatur von 600C, durch die die Schmelzklebstofflagen leicht schubverformbar werden Das so vorbereitete Preßpaket wird in ein auf 120°C geheiztes, kuppeiförmiges Preßgesenk eingelegt,
welches mit einer Geschwindigkeit von 200 mm/min geschlossen wird. Durch das Vakuum wird eine Reibkraft zwischen den Furnieren erzeugt, die die im Beispiel 9 beschriebene Verschiebung zul/ ßt. Nach Aushärtung des Klebstoffes wird das Formteil entnommen und der umhüllende Gummi entfernt, wobei sich das noch verbleibende Vakuum ausgleicht. Das entstandene kuppeiförmige Formteil wird als Bauelement eines Behältnismöbels verwendet.
Furnierlagen entspechend Beispiel 10, jedoch statt mittels Schmelzklebstoff mit einem Mu''gewebe stabilisiert, werden mit Harnstoff-Formaldehydharz beleimt und In eine Formpresse geschoben. Das Gesenk dieser Presse hat die Form eines dreidimensionalen Sitzwinkels. Über beiden Gesenkhälften ist jeweils ein Drucksack angeordnet. Nachdem das Paket zwischen die Drucksäcke gelangt ist, werden diese mit Druck beaufschlagt, so daß die Furnierlagen zunächst ohne Formzwang aufeinandergedrückt werden. Danach werden die Gesenkhälften zugefahren, wobei der Gasdruck in den Drucksäcken mittels eines Uberdruckventiles konstant gehalten wird. Während der zunehmenden Wirkung der Gesenkflächen auf das Paket und der damit verbundenen Verformung bewirken die Drucksäcke die Stabilisieiung des Formlings analog Beispiel 10. Bei vollständig zugefahrenem Gesenk liegen die Drucksäcke doppelwandig an den Preßflächen der Gesenkhälften an und erlauben so den Wärmeübergang »vischen beheiztem Gesenk und Formling. Nach Beendigung der Pressung ist ein statisch günstiger, mit umlaufenden Randaufkantungen versehener Sitzwinkel entstanden.
Claims (6)
1. Dreidimensional biegeverformbares Flächenelement auf der Werkstoffgrundlage von Holz- und Faserwerkstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß das Flächenelement (6,7,10,17) ganzflächig oder bereichsweisa in Streifen (4,19) aufgeteilt ist, welches bezüglich ihrer Streifenlängsausdehnung entsprechend den Biegelinienverlauf einer später beabsichtigten Flächenelementenformgebung orientiert sind und welche ein Verhältnis von Streifenbreite zu Streifendicke bzw. zu Flächonelementendicke von 0,5: ϊ ,0 bis 5,0:1,0 aufweisen oder daß das Flächenelement (6,7,10,17) in vergleichbarerweise aus parallel angeordneten Strangmaterialien wie Weidenruten (21) oder Papierstricken (15) bestehtund daß ein punktweiser odervollständiger, reversibel lösbarer oder nur mechanisch zerstörbarer, direkter oder indirekter Querverbund zwischen den Streifen (4,19), Ruten (21) oder Schnüren (15) besteht, welcher durch duromere, elastomere oder thermoplastisch * Fugenverklebung und/oder durch eine Fadenhinterklebung wie eine Zick-Zack-Fadenheftung und/ oder durch hinterseitige Beschichtung mit einem flächigen Hilfsstoff wie einem textlien Gewebe (16), einem Vlies oder einem thermoplastischen, elastomeren oder reversibel aushärtendem Klebfilm und/oder durch Aufteilen eines Flächenelementes in Streifen mit kurzen Streifenunterbrechungen und/oder durch ein mit dem Flächenelement verbundenes Plattenmaterial (18) und/oderdurch (ein) weitere(s) Plattenelement (Plattenelemente) (18) realisiert ist.
2. Dreidimensional biegeverformbares Flächenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Flächenelement (7) ein nach an sich bekannten fine- line-Technologie aus einem verklebten oder unverklebien Schichtenpaket (11) t^eugtes Halbzeug mit oder ohne Thermoplastklebfugen (14) zwischen den Streifen des Flächenelementes (7) sowie mit oder ohne einem auf die Breitfläche dos Flächenelementes (7) aufgebrachten Hilfsstoff (14) ist.
3. Dreidimensional biegeverformbares Flächenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fugen zwischen den Streifen (4,19) des Flächenelementes (6,7,10,17) Ritz-, Stanz- oder Sägefugen sind.
4. Verfahren zur Biegeverformung einas gemäß Anspruch 1 aufgebauten dreidimensional verformbaren Flächenelemontes, dadurch gekennzeichnet, daß die Biegeverformung des Fläci.anelementes durch Einleitung entsprechender Biegeverformungskräfte unter gleichzeitiger ein- oder beidseitiger Flächendruckbeaufschlagung der ausgangs noch ebenflächigen Breitflächo des Flächenelementes mit einem reibschlüssig aufliegenden und im erforderlichen Umfang schubverformungsfähigen, ein- oder mehrmals verwendbarem Hilfsmaterial wie einer Weichgummimatte vorgenommen wird, welches sich bei der Biegeverformung des biegezuverformenden Flächenelementes mitverformt und/oder daß die (ggf. gemeinsam mit den aufliegenden Matten) vorgenommene Biegeverformung des biegezuverformenden Flächenelementes in einem für derartige Anwendungsfälle an sich bekannten Gesenk mit einer Schließgeschwindigkeit von 15 bis 300 mm/min durchgeführt wird.
5. Verfahren zur Biegeverformung eines dreidimensional verformbaren Flächenelemente? nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächendruckbeaufschlagung des biegezuverformenden Flächenelementes mittels zweier Andruckplatten realisiert wird, zwischen denen ein Vakuum besteht, welches an den überstehenden Rädern der Matten vorzugsweise mittels an sich bekannter Dichtpasten aufrechterhalten wird und daß der Aufbau des Vakuums mit oder ohne Unterstützung einer auf das Schichtenpaket einwirkenden, mit 30 bis 16O0C beheizten Flachpresse vorgenommen wird.
6. Verfahren zur Biegeverformung eines dreidimensional verformbaren Flächenelementes nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächendruckbeaufschlagung durch beidseitig auf das Flächenelement einwirkende, in ihrer Art an sich bekannte Druckbacke realisiert wird, deren Innendruck bis zum Zeitpunkt der vollständigen Schließung der Gesenkhälften mittels Überdruckventile konstant gehalten wird.
Hierzu 3 Seiten Zeichnungen
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Publications (2)
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ID=5598810
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1988
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| IF04 | In force in the year 2004 |
Expiry date: 20080430 |