DD271731A1 - Verfahren zur gelenkten aussolung von kalisalzlagerstaetten - Google Patents

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DD271731A1
DD271731A1 DD31525588A DD31525588A DD271731A1 DD 271731 A1 DD271731 A1 DD 271731A1 DD 31525588 A DD31525588 A DD 31525588A DD 31525588 A DD31525588 A DD 31525588A DD 271731 A1 DD271731 A1 DD 271731A1
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mgcl
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DD31525588A
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Norbert Grueschow
Karl-Hermann Seidl
Juergen Krumbein
Lothar Achtzehn
Volker Reintjes
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Kali Veb K
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur gelenkten Aussolung von Carnallititlagerstaetten unter Verwendung von gasfoermigem Sperrmittel bei Tempraturen zwischen 0-120C durch selektive Aussolung zur Verbesserung des Wertstoffausbringens an KCl. Erfindungsgemaess wird eine poroese und schwammartige Rueckstandsstruktur an den loesekinetisch aktiven Kavernenfirst- und -stossflaechen in jeder Ziehstufe unter Verwendung eines fuer Carnallitit hochselektiv wirkenden Loesemittels, durch ein Ueberangebot an aktiver Loeseflaeche oder durch einen Standsolprozess erzeugt und in einem weiteren Verfahrensschritt ein Loesemittelstrom von 5-25 m/h. 1 000 m2 Loeseflaeche bei Ziehstufenhoehen von 0,5-5 m durch die Rueckstandsstruktur geleitet, so dass die sich in der Rueckstandsstruktur ansammelnden Wertstoffe zusaetzlich gewonnen werden koennen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur gelenkton Aussolung von Carnallititlagerstätten mit gasförmigem Sperrmittel bei Temperaturen zwischen 0°C bis 12O0C.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Die Aussolung von Salzlagerstätten zum Zwecke der Gewinnung löslicher Salzmineralien oder Schaffung eines für Deponiezwecke geeigneten Hohlraumes Ist eine seit längerer ZeK übliche Technologie. Insbesondere für die Aussolung von Steinsalzlagern, die von Natur aus einen unkomplizierten Stoffbestand und eine sehr hohe Mächtigkeit haben- hat das Aussolverfahren seit der Einführung des gelenkten Solens mit Hilfe eines Abdeckmediums eine große Verbreitung gefunden. Allen Verfahren der Aussolung von Steinsalzlagerstätten gemeinsam ist die Verwendung eines kalten oder nur wenig vorgewärmten Lösemittels, vorzugsweise Wasser, wobei sich der Aussolvorgang bei oder nur wenige Grade über Geblrgstemperatur abspielt. Das Aussolen von Kalilagerstätten durch ein kaltes Solverfahren ist nur im Ausnahmefall, wie zum Beispiel in der kanadischen Provinz Saskatchewan auf der Anlage in Bella Piain, oder in Kombination mit anderen kaliverarbeitenden Prozeßstufen, wie z.B. im WP164923 dargelegt, effektiv. Schon bei der Aussolung von Sylviniten Ist die Verwendung eines Lösemittels mit erhöhter Temperatur zweckmäßig, wie aus den Arbeiten der sowjetischen Kaliindustrie im Zusammenhang won Aussolprojekten am Inder-See und in Karljuk ersichtlich ist. Bei der Aussolung von Carnallititlagerstätten ist eine polytherme Prozeßführung, d.h., ein Aussolen bei Temperaturen bis maximal 120°C mit anschließender Kühlung der Sole in Analogie zum bisherigen Heißverlöseprozeßyon bergmännisch geförderten Kalirohsalzen unumgänglich. Nach DD WP 53054 kann unter Voraussetzung dieser Analogie der Carnallitanteil der Lagerstätte durch Anwendung entsprechend temperierter und hoch an MgCI2 konzentrierter Lösemittel nahezu vollständig und nahezu selektiv ausgelöst und eine Carnallititzersetzung Inder Gewinnungskaverne vermieden wordenen den Erfindungsbeschreibungen WP 152828,WP159423, WP 200020, WP 220013, WP137739 werden weitere Analogievarianten der polythermen Prozeßführung für die Aussolung von Carnallititlagerstätten beschrieben.
Da die Durchführung eines heißen Solprozesses mit der bei kalten Aussolprozessen üblichen Verrohrung aufgrund des Wärmeaustausches zwischen Ein· und Austritt nicht möglich ist, wurde die Isolation der konzentrisch in der Bohrung verrohrten Rohrtouren gegeneinander vorgeschlagen (WP 147 266). Eine Isolation der Rohrtouren gegeneinander ist zwar prinzipiell möglich, engt jedoch den freien Querschnitt für den Medientransport ein. Aus diesem Grunde wurde für Helßsolprozesse das Prinzip der Doppelsolkavernen mit zwei über den Kavernenhohlraum miteinander verbundenen Bohrungen entwickelt. In diesem Falle wird eine Bohrung zum Eintritt des heißen Lösemittel genutzt und die zweite Bohrung dient zum Austrag der Sole. Bei der praktischen Anwendung hat sich nun gezeigt, daß die Realisierung eines Heißsolprozesses in einer Einzelsolkaverne, aber besonders in Doppelsolkavernen, auf prinzipielle Schwierigkeiten stößt, die eine industrielle Anwendung erschweren. Diese Schwierigkeiten resultieren aus Temperaturverlusten über der Kaverne, Auskristallistaion von Werkstoff in der Kaverne, Absinken von primärem und sekundärem KCI In den Rückstand, unzureichender KCI-Sättigung der Sole, unzureichender Lösegeschwindigkeit usw. Durch verschiedene technische Maßnahmen (WP 137739, WP137957, WP 152828, WP 208389) wurde versucht, den genannten negativen Faktoren entgegenzuwirken. Nach langjähriger großtechnischer Erprobung ist jedoch festzustellen, daß die in den angeführten WP vorgeschlagenen Maßnahmen in äußerst begrenztem Umfr.ng effektivitäts- und stabü-ltätssteigemd wirksam werden und meßbare Effekte nur im Labor, Technikum bzw. im kleintechnischen Maßstab nachweisbar waren.
Weiterhin ist insbesondere aus Veröffentlichungen des Leningrader Institutes VNIIG zur Aussolung von Sylviniten am Inder-See bnv. in Karljuk aber auch aus eigenen Untersuchungen im VEB Kombinat KALI die Ausbildung schwammartiger Kristallstrukturen aus Löserückstand im Bereich der First- und Stoßflächen der Aussolkavernen in bestimmten, selektiv das Salzgestein auflösenden Prozeßphasen bekannt. Mit diesen schwammartigen Kristallstrukturen des Löserückstandes wird die t unzureichende Sättigung und die unzureichende Lösegeschwindigkeit erklärt, da eine Blockierung der aktiven Lösefläche vermutet wurde.
Das Ziel der Erfindung ist es, bei der heißen, selektiven, gelenkten Aussolung in Doppel· bzw. Einzelsolkavernen Wertstoffverluste an primärem und sekundärem KCI durch Absinken in den Kavernenrückstand zu vermeiden.
Darlegung des Wesens der Erfindung Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, das das Absinken und den Verlust do3
primären und des sekundären KCI in den Kavernenrückstand bei der Carnallititsolung verbindet. Erfindungsgemäß wird diese
Aufgebe folgendermaßen gelöst: Erzeugung einer porösen und schwammartigen Rückstandsstruktur anden lösekinetisch aktiven Kavernenfirst- und Kavernenatoßflächen In jeder Ziehstufe unter Verwendung eines für Carnallitit hochselektiv wirkenden Lösemittels, durch ein Überangebot an aktiver Lösefllche, indem eine Veränderung dea Verhältnisses von Durchsatz und Ziehstufenhöhe zu Beginn
des Aussolprozesses vorgenommen wird oder durch einen Standsolprozeß während der unvermeidbaren Stillstandszeiten,wöbe! für die Kaltsolung vorzugsweise ein Lösemittel mit 60-15Og MgCI2/1000g H2O und für die Heißsolung vorzugsweise ein
Lösemittel mit 280-33Og MgClj/1000g H2O eingesetzt wird. Das Lösemittel enthält außerdem neben MgCI2 und KCI Bogleitkomponenten an NaCI und MgSO4, so daß eine Auflösung des im Carnallititgestein enthaltenen NaCI und MgSO4 weitgehend vermieden wird. Mit der Erzeugung der schwammartigen Rückstandsstruktur wird das Absinken von Wertstoffen in den Kavernenrückstand
verhindert, da das im Gesteinsverband im Sylvinit und im Carnallitit enthaltene KCI ebenso wie das bei der inkongruenten
Auflösung des Carnallitits entstehende Zersetzungs-KCI in Form von Feststoffteilchen in der schwammartigen Rückstandsstruktur zurückgehalten werden. Aber nioht nur das Absinken von kristallinem Wertstoff wird verhindert, sondern auch dio hochgesättigten Soletröpfchen aus
dem direkten Kontaktbereich von Lösemittel und Gestein, die aufgrund ihrer höheren Dichte und der geringen
Strömungsgeschwindigkeit des Lösemittelstromes an den First- und Stoßflächen in den inaktiven Kavernenbereich absinken,
werden durch die schwammartige Rückstandsstruktur gebremst udn zerstört. Diese Wertstoffe werden in einem weiteren
Verfahrensschritt durch einen Lösemittelstrom von 5-25mVh und 1000m2 Lösefläche bei Ziehstufoihöhen von 0,5-Sm
gewonnen, wobei der Lösemittelstrom durch die Rückstandsstruktur und an der Randzone der Rückstandsstrukturentlanggeführt wird und die Wertstoffe mit dem Lösemittelstrom zur Austrittsbohrung transportiert werden.
Ausführungsbeispiel
Bei der selektiven, gelenkten Heißsolung von Carnallitit mit gasförmigem Sperrmittel wird der Aussolprozeß bei MgCI2-Gehalten in den kalitypischen Lösungen von 280 bis 330g MgCI2/1000g H2O durchgeführt. Das zum Einsatz kommende Lösungsmittel hat eine Temperatur von 800C und eine Zusammensetzung von 287g MgClj/1000g H2O
86g KCI/1000g H2O
75g NaCI/1000g H2O
29p MgSO4/1000g H2O
Durch den MgCI2- und KCI-Gehalt des Lösemittels 1st eine sogenannte Solung im KCI-FeId das quartären Systems MgCI2-KCI-NaCI-H2O vorgegeben. Die hohe Vorkonzentration an den Begleitkomponenten NaCI und MgSO4 sichert eine hohe Selektivität des Aussolprozesses.
Ausgehend von der bisherigen Fahrweise werden dabei Sättigungsgrade der Sole an KCI zwischen 85 und 90% und eine KCI-Zersetzung (sekundäres KCI, welches in den Rückstand absinkt) von 15 bis 30% erreicht.
Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens wurde ein Überangebot an Lösefläche in den ersten 14 Tagen der Aussolung einer neuen Ziehstufe realisiert, und nach erfolgter Ausbildung der schwammartigen Rückstandsstruktur wurde ein Lösemitteldurchsatz von 10m3/h · 1000 m2 Lösefläche eingestellt
Im Ergebnis resultieren daraus Sättigungsgrade von 90 bis 92% und Zersetzungsgrade kleiner 5%.

Claims (5)

  1. Patentansprüche:
    1. Verfahren zur gelenkten Aussolung von Carnallititlagarstätten mit gasförmigen Sperrmitteln bei Temperaturen von 0 bis 12O0C durch selektive Aussolung, gekennzeichnet dadurch, daß an don lösekinetisch aktiven Kavernenfirst- und Kavernenstoßflächen in jeder Ziehstufe unter Verwendung eines für Camallitit hochselektiv wirkenden Lösemittels eine poröse Rückstandsstruktur erzeugt wird, indem ein Überangebot an aktiver Lösefläche durch Veränderung des Verhältnisses von Durchsatz und Ziehstufenhöhe zu Beginn des Aussolprozesses vorgenommen wird oder indem ein Standsolprozeß während der unvermeidbaren Stillstandszeiten durchgeführt wird ur.d daß weiterhin ein Lösemittelstrom von 5 bis 25m3/h · 1000m2 Lösefläche durch die Rückstandsstruktur und an der Rückstandsstruktur entlanggeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Ziehstufenhöhe vorzugsweise 0,5 bis 5 m beträgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß zur Erzeugung der Rückstandsstruktur bei der Kattsolung vorzugsweise ein Lösemittel mit 50-150g MgCI2/1000g H2O verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß zur Erzeugung der Rückstandsstruktur bei der Heißsolung vorzugsweise ein Lösemittel mit 280-33Og MgCI2/1000g H2O verwendet wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Lösemittel neben MgCI2 und KCI Begleitkomponenten an NaCI und MgSO4 enthält.
DD31525588A 1988-05-02 1988-05-02 Verfahren zur gelenkten aussolung von kalisalzlagerstaetten DD271731A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19631520A1 (de) * 1996-08-03 1998-02-05 Kavernen Bau Betriebs Gmbh Verfahren und Anlage zur soltechnischen Gewinnung von Evaporiten und Aufbereitung von Salzlösungen

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DE19631520A1 (de) * 1996-08-03 1998-02-05 Kavernen Bau Betriebs Gmbh Verfahren und Anlage zur soltechnischen Gewinnung von Evaporiten und Aufbereitung von Salzlösungen
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