DD273832A1 - Verfahren zur herstellung von thiokohlensaeureesterchloriden - Google Patents

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DD273832A1
DD273832A1 DD31379088A DD31379088A DD273832A1 DD 273832 A1 DD273832 A1 DD 273832A1 DD 31379088 A DD31379088 A DD 31379088A DD 31379088 A DD31379088 A DD 31379088A DD 273832 A1 DD273832 A1 DD 273832A1
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thiophosgene
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hydroxysuccinimide
dicarboximide
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DD31379088A
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Peter Henklein
Hans-Ulrich Heyne
Peter Franke
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Akad Wissenschaften Ddr
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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Thiokohlensaeureesterchloriden ROCSCl der Formel I, in der R fuer einen Succinimido-, Phthalimido- oder Norborn-5-en-2,3-dicarboximidorest steht. Die neuen Verbindungen werden aus Thiophosgen und Diacylhydroxylaminen, z. B. N-Hydroxysuccinimid, N-Hydroxyphthalimid oder N-Hydroxynorborn-5-en-2,3-dicarboximid hergestellt. Die aktivierten Verbindungen I eignen sich zum Einbau von Thiocarbonylgruppen in organische Molekuele. Sie sind daher zur Herstellung von Pflanzenschutz- und Arzneimitteln geeignet. Anwendungsgebiete der Erfindung sind die chemische und die pharmazeutische Industrie.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Thiokohlensäureesterchloriden der Formel I,
Il I
R-O-G-Gl
in der R einen Succinimide-. Phthalimido- oder Norbon-5-en-2,3-dicarboximidorest darstellt. Diese Verbindungen sind neu. Sie stellen wichtige Zwischenprodukte zur Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und Arzneimitteln dar. Die neuen Verbindungen sind besonders geeignet zum Einbau von Thiocarbonylgruppen in organische Moleküle. Die Erfindung ist zur Anwendung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie geeignet.
Charakteristik der bekannter technischen Lösungen
Thiokohlensäureesterchloride sind als Zwischenprodukte von großer präparativer Bedeutung bekannt. Für die Herstellung sind mehrere Verfahren beschrieben worden. Die wichtigsten Verfahren bestehen in der Umsetzung von Thiophosgen mit Alkoholen unter Eiskühlung. Die Ausbeuten sind jedoch nicht hoch genug für die präparative Nutzung (W. Audenrieht u. H. Hegner, Ber. dtsch. Chom. Ges. 58 2151 [1925]; W. Walter u. K.D.Bock, Angew. Chem. 79 285 [1967]).
Hauptsächlich entstehen bei dieser Reaktion Diester. Beim Einsatz von Alkalialkoholaton entsteht ebenfalls ein Gemisch von Diestern, Dicarbonat und Carborochloridethionat (Revier, M. u. Schaletz, J. HeIv. chim. Acta 1923 6,605).
C2H5O-CS-Gl THP
C2H5OK + Cl2C=S ^--» C2H5O-CS-OC2H5
-65 0C
C2H5O-CO-OC2H5
Phenole reagieren in Gegenwart organischer Basen oder NaOH dagegen in guten Ausbeuten zu Thiokohlensäure-O-arylesterchloriden (W.Walter u. K.D.Bode, Justus Liebig's Ann. Chem. 698,122 [1966]; P. Reich u. D. Martin, Chem. Ber. 90, 2013 [1965]; D.LGarmaise, A.Uchiyama u. A.F.McKan, J. Org. Chem. 27,4509 [1962]).
Gute Ausbeute liefert auch die Umsetzung von Na-Phenolaten in Butanol mit Thiophosgen (V. Konceny, I. Vatkonda u.
N. Kulickova C. C. C. C. 44,918 [1979]). Nach einer von Sasse beschriebenen Methode werden Bis-alkoxy thiocarbonyl-disulfide mit Chlor zu den Titelverbindungen umgesetzt (Sasse, K., DE-PS 1018054 [1955]; D. Martin, W. Mücke, Chem. Ber. 1965,98,2059;
G. Barany et al., J. Org. Chem. 1983,48,4750).
Kürzlich synthetisierten M. A. Martinez und J. C. Vega eine Reihe Thiokohlensäure-O-Alkylester-Chloride in guten Ausbeuten aus Kaliumalkoholaten durch Umsetzung mit CSCI2 (Synthesis 1986,760). Alle beschriebenen Stoffe erwiesen sich als thermisch instabil und ließen sich nur unter großen Verlusten reinigen.
Alle diese Verbindungen dienen als Zwischenprodukte zur Alkoxythio- bzw. Aryloxy-carbonylierung. Zur Thiocarbonylierung wurden bisher 1,1'-Thiocarbonylbis-1,2,4-triazole und 1,1'-Thiocarbonylimidazol verwendet. Wünschenswert sind deshalb Reagenzien, die unter müden Bedingungen für beide Reaktionstypen einsetzbar sind.
Ziel dnr Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, neue stabile Alisgangsverbindungen für organisch-chemische Verbindungen bereitzustellen, die sich durch eine hohe Reaktionsfähigkeit auszeichnen und deren Herstellung durch einen geringen technischen Aufwand sowie gute Zugänglichkeit der Ausgangsprodukte gekennzeichnet ist. Siu sollten sowohl zur Thiocarbonylierung als auch zur Thiocarboxylierung geeignet sein.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Herstellungsverfahren für Thiokohlensäureesterchloride vom Typ I zu entwickeln. Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, daß Thiophosgen mit Diacylhydroxylaminen, z. B. mit N-Hydroxysuccinimid, N-Hydroxyphthalimid oder N-Hydroxy-norborn-5-en-2,3-dicarboximid (lla-c) in Gegenwart von tert. Aminon, vorzugsweise mit Il a-c in Form der Alkalisalze in einem inerten Lösungsmittel, v/ie Methylenchlorid, Toluen, vorzugsweise jedoch in Benzen, umgesetzt wird. Diibei entstehen die aktivierten Thiokohlensäureesterchloride der Formel la bis Ic.
0301,
N-OX
Ha
S Il
N-O-C-Cl
Ia
CSCl,
N-OX
Hb
N-OX
Ho
CSCl,
x=H, Alkali
Die Reaktion v..rd bei Raumtemperatur, vorzugsweise im Temperaturbereich von 20 bis 40°C, durchgeführt. Aktivierte Thiokohlensäureesterchloride sind bisher noch nicht hergestellt worden. Gegenüber den literaturbekannten Thiokohlensäureesterchloriden besitzen die erfindungsgemäß hergestellten Verbindungen den überraschenden Vorteil der stark erleichterten Au .'puschbarkeit der Estergruppe. Dadurcl. wird ein Arbeiten bei Raumtemperatur möglich, d. h., die weitere Umsetzung der Verbindungen I a bis Ic läuft unter milden Bedingungen ab. Da die aus den Abgangsgruppen entstehenden N-Hydroxy-imide Il a und Il c gut wasserlöslich sind, lassen sie sich aus den Folgeprodukten der Thiokohlensäureesterchloride leicht abtrennen, was einen weiteren Vorteil bei der Verwendung der Verbindungen I darstellt.
Ausführungsbeispiela
Beispiel 1: Thiokohlensäure-N-hydroxysuccinimidester-chlorid I a
Zu einer Lösung von 60 mMol Thiophosgen (6,3 g) in 80ml Benzen wird bei Raumtemperatur (RT) tropfenweise eine Lö jung von 5OmMoI N-Hydroxysuccinimid (5,75g) und 6g N-N-Dimethylanilin, gelöst in 40ml Benzen/THF, addiert. Es wird über Nacht gerührt und anschließend die Temperatur auf 40 bis 45°C erhöht. Bei dieser Temperatur wird 3Std. belassen und anschließend wieder auf Raumtemperatur abgekühlt. Das Amin-Hydrochlorid wird abgetrennt und das Lösungsmittel im Vakuum bei Raumtemperatur abgezogen. Es wird in Methylenchlorid aufgelöst, filtriert und erneut eingeengt.
Fp: 62-640C
IT: 1790,1740,1440,1340,1216,1195,1055, 995, 9SOCm"1
MS (siehe Tabelle)
Beispiel 2:
Zu einer Lösung von 6OmMoI Thiophosgen (6,3g) in 80ml Benzen werden bei RT portionsweise 5OmMoI (7,65g) KOSu (Kaliumsalz des N-Hydroxysuccinimids) addiert. Es wii d über Nacht gerührt, von KCI abgetrennt und das Filtrat eingeengt. Es wird in wenig Methylenchlorid aufgenommen, filtriert und erneut eingeengt.
Der Rückstand wird mit Hexen verrieben.
Fp: 62-640C Die Substanz ist mit der unter Beispiel 1 gewonnenen identisch.
Beispiel 3: Thiokohlensäure-N-hydroxyphthalimidester-chlorid Ib Erhalten wie unter Beispiel 2 aus dem Kaliumsalz des N-Hydroxyphthalimids durch UmseUung mit Thiophosgen.
Fp: 77-80°C IT: 180D, 1745,1610,1470,1370(Sh), 1355,1230,1200,1120,1080,1020,1000,870cm"' MS (siehe Tabelle)
Beispiel4: Thiokohlensäure-N-hydroxy-norborn-B-en^.S-dicarboximidester-chlorid Ic Erhalten wie unter Beispiel 2 aus dem Natriumsalz des N-Hydroxy-norborn-5en-2,3-dicarboximids durch Umsetzung mit Thiophosgen.
Fp: 83-840C S: ber.: 12,44 gef.: 12,64 IR: 1790,1745,1710,1460,1340,1320,1290,1235,1210,1090,1070,1040, 980Cm"' MS (siehe Tabelle)
Tabelle: HR MS
ber. Ref. Ia MG Summenformel 192,9 Struktur
9585 ,9601 °5 C5H4NO3ClS H4NO3ClS M+
9963 ,9963 C4H4NO2S M-(01+00)
192, 0305 ,0320 C„HcN0o
129,
99,
78, 9398 ,9410 C ClS
70, 0299 ,0293 C3H4NO
59, 9678 .9670 COS
«ef. Ib Ic Summenformel -4- 273 832 MG 240,9 0 192-H)I
,9601 C10H8NO31ClS C9H4NO3ClS 163-OHO
,9652 Summenformel C10H8NO3S Struktur
ber. ,9912 C9H4NO3ClS 5 3 3 M+ Cl-C Il
240,9592 ,9963 ,0320 C8H4NO2 CjH9NO2 M+-Co 11 S
213,9657 C9H4NO3S C5H2NO3S M+-Cl S=C-O
205,9920 ,9410 C8H4NO2S CgH5NO2 CgHgNO 213-Cl O II C
177,9960 147,0311 CgH7O
,9670 CClS CClS σ = W+
78,9403 Il S
COS COS C=O M
59,9675 11 S
fief. MG 256,9
,9914 C10H8NO3ClS
,0225 Struktur
ber. ,09523 M+
256,9910 ,0633 M-Cl (+)
222,0223 ,9756 M-C5H5
191,9525 ,0606
163,0642 ,0497
155,9756 ,9410
134,0604
119,0505 ,9670
78,9405
59,9678

Claims (4)

1. Verfahren zur Herstellung von Thiokohlensäureesterchloriden, dadurch gekennzeichnet, daß Thiophosgen mit Diacylhydroxylaminen zu aktivierten Thiokohlensäureesterchloriden umgesetzt wird.
2. Verfahren nech Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Diacylhydroxylamine N-Hydroxysuccinimid, N-Hydroxyphthalimid oder N-Hydroxy-norborn-5-en-2,3-dicarboximid zum Einsatz kommen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Diacylhydroxylamine vorzugsweise in Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze eingesetzt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung in inerten Lösungsmitteln, vorzugsweise Benzen, durchgeführt wird.
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