DD273971A1 - Verfahren zur hemmung der reproduktion unerwuenschter pflanzen in kulturpflanzenbestaenden - Google Patents

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DD31783588A
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Inventor
Gert Horn
Wernfried Koch
Matthias Stolle
Heinz Grohmann
Joachim Huefner
Julius Pittner
Original Assignee
Saat Und Pflanzgut Halle Landw
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Hemmung der Reproduktion unerwuenschter Pflanzen in Kulturpflanzenbestaenden. Das dargestellte Verfahren ermoeglicht durch Einsatz spezifischer, selektiv wirkender Gametozide, in entsprechenden Aufwandmengen, mittels herkoemmlicher Applikationstechnik die Hemmung der Samenbildung von schwerbekaempfbaren unerwuenschten Pflanzenarten (Unkraeuter, -graeser und fremde Kulturen) in Kulturpflanzenbestaenden, insbesondere zur Saatgutproduktion, ohne deren Leistungsfaehigkeit zu beeintraechtigen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung beinhaltet ein Verfahren zur Hemmung der Fruktifikation unerwünschter Pflanzen in Kulturpflanzenbeständen, insbesondere zur Saatgutproduktion.
Charakteristik der bekannten Lösungen
Gegenwärtig ist es in der Saatgutproduktion erforderlich, chemisch schwerbekämpf bare bodenbürtige Unkräuter bzw. Ungräser und fremde Kulturpflanzen (Fremdbesatz) manuell oder mittels Rückenspritze und entsprechenden Sikkanten zu selektieren. Von besonderer Bedeutung sind Getreidefremdbesatz in Getreidevermehrungsbestän'.len und Ungräser in Grasvermehrungen. Der manuelle Selektionsaufwand ist zum Teil so erheblich, daß unter konzentrierten Anbaubedingungen die Grenzen vorhandener Kapazitäten überschritten werden.
In jüngster Zeit wurden Mittel zur chemischen Kastration (Gametozide) bekannt, welche die Pollengenese oder die Freisetzung der Pollen hemmen, ohne das Gynäzeum zu schädigen und Einsatz in der Hybridsaatgutproduktion fanden (vgl. TabelleD.
Tabelle 1
Ausgewählte gametozide Wirkstoffe und deren Einsatzmöglichkeiten in der HybridsaatgutproduKtion
Wirkstoffe Einsatzkulturen Quelle
Ethanol Baumwolle, Tomate
2,3-Dichlorisobutyrate Baumwolle, Tomate Linskens(1987)
Maleinsäurehydrazid Tomate
Na-Dichloracetate Löwenmäulchen
Ethephon Weizen Beek(1986)
Gibberellinsäuren (einzeln und in Kombination) Kohlarten, Sonnenblumen, Zwiebel und weitere Verfasser
Pyridazinylcarboxylsäuren Getreide, Sojabohnen AU-A-31749/84
Pyrazole Getreide EP 0177242 A2
1-Aryl-1,4-dihydro-4-oxo(thio)-pyridazine Getreide US4,345,934
1-Aryl-5-carboxy-2-pyridone Getreide US 4,238,220
6-Oxopyrimidine Getreide US4,147,528
Azetidine Weizen EP0029265A
Linskens, H. F.: .Pollen as Tool of the Plant Breeder" Biol. Zentralbl. 106 (1987) Heft 1, S.3-11 Beek, M. A.: »Breeding for horizontal resistance to wheat diseases* Rome: Food and Arie. UNO, 1986-111S.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht in der Schaffung eines universellen Verfahrens zur Hemmung der generativen Reproduktion von schwsrbekämpfbaren Unkräutern bzw. -gräsern oder Fremdbesatz in pflanzlichen Kulturen, insbesondere zur Saatgutproduktion, durch Einsatz selektiv biologisch aktiver Wirkstoffe.
Wesen dor Erfindung
Die Aufgabe, ein ui liversellos Verfahren zur Hemmung der generativen Reproduktion unerwünschter Pflanzen in Kulturpflanzenbeständen, insbesondere zur Saatgutproduktion, zu entwickeln, wird wie folgt gelöst:
Erfindungsgemäß werden im Zeitraum größter Sensität der unerwünschten Unkraut·, Ungras- oder fremden Kulturart spezifische Gametozide in wirkstoff- und pflanzenartabhängigen Aufwandmengen im Kulturpflanzenbestand unter Nutzung herkömmlich'". Applikationsvorrichtungen (z.B: mobile Feldspritzen) eingesetzt, um deren Samenbildung zu verhindern (als Folge ausgebliebener Befruchtung).
Sensible Phasen sind eng begrenzte Zeiträume während der Pollenentwicklung bzv/ Vorstufen riavon oder unmittolbar vor der Freisetzung der Pollen. Diese sind abhängig von der physiologischen Wirkung des jeweiligen g&metoziden Stoffes.
An das einzusetzende Garnetozid ist die Forschung zu stellen, daß es von der zu produzierenden Kultur toleriert wird und keine Beeinträchtigung des Ertrages bzw. der Qualität des wirtschaftlich relevanten Ernteproduktes zur Folge hat.
Die Ursachen für eine derartige Selektivität können in der mangelnden physiologischen Sensität und/oder in der entwicklungsbedingt geringen Prädisposition der zu schonenden Kultur liegen.
In der Regel weisen die unerwünschte Pflanzenart und die schonungsbedürftige Kulturpflanzenart eine asynchrone Entwicklung
Ausführungsbeispiel
Das Verfahren soll beispielhaft anhand eines Gefäßversuches unter Glashausbedingungen zur Hemmung der Samenbildung von Weizen (Triticum aestivum L.) als potentieller Fremdsatz in Gerste (Hordeum vulgäre L.) durch Einsatz von Ethephon (2-Chlorethylphosphonsäure) in Form von Camposan sowie einer Ethephon/Gibberellinsäure (GA3) -Kombination beschrieben werden.
Aus methodischen Gründen wurden die Sommerformeri der beiden Getreidearten (Sommerweizen "Rena", Sommergerste "Salome") getrennt jeweils in drei Wiederholungen (Mitscherlichgefäße) mit 15 Pflanzen je Gefäß angezogen (2-faktorielle Anlage, A-Getreideart, B-Behandlungsvariante).
Die Eth jphonapplikationen (2 500 ppm) erfolgten generell zu DC41 (dekadischer Entwicklungscode-Süßgräser) des Sommerweizens. Bei Kombination mit Gibberellinsäure wurde GA3 (150ppm) 4 Tage später angewendet. Die Behandlung von Sommerweizen und Sommergerste erfolgte zeitgleich, wobei die Sommergerste DC69 aufwies, also bereits im wesentlichen abgeblüht war.
Das entspricht auch den phänologischen Unterschieden zwischen den Winterungen unter Freilandbedingungen. Die Behandlungen erfolgten in Form einer Spritzung mit einer Brüheaufwandmenge von 1000 l/ha.
Zur Ausschaltung von Fremdbefruchtung wurden alle Gefäße sowohl der Sommergerste als auch des Sommerweizens währond der Blüte isoliert.
In Tabelle 2 sind ausgewählte Versuchsergebnisse dargestellt.
Tabelle 2: Ausgewählte Versuchsergebnisse Gefäßversuc'i - Reproduktionshemmung von Sommerweizen in Sommergerste
Behandlungs Kultur Körnerje 2 3,0 Körner 2 TKM(g) 2 Körnerje
variante Gefäß (Stck.) 37,7 masse je Gefäß (g) 0,12 44,4 Ähre (Stck.·)
1 59,3 1 0,70 1 12,1
Kontrolle Sommerweizen 426,7 40,0 22,6 1,03 52,8 17,9 21,0
Sommergerste 446,3 64,0 20,8 0,73 50,8 17,8 10,0
Ethephon 2 500 ppm Sommerweizen 117,0 49,0 3,5 1,10 28,0 18,1 10,7
Sommergerste 456,3 20,0 1,03 43,8 21,2 10,0
Ethephon 2 500 ppm Sommerweizen 98,7 3,9 39,4 7,0
+ GA 3150 ppm 4 d später Sommergerste 471,7 21,2 47,0 8,3
GD/A-B(mult.t-Test,a = 5%) 129,8 84,5 5,5 1,24 12,2 7,8 3,54
1 - Saatware >2,2mm-SommerweizBn
Schlitzlochsieb > 2,0mm-Sommergerste 2-Untersortierung
Die Anzahl der Fruchtstände je Gefäß zeigte eine relativ hohe Ausgeglichenheit und wurde durch die Behandlungsvarianten nicht beeinflußt.
Sichtbare phytotoxische (einschließlich retardierende) Effekte traten bei beiden Arten nicht oder nur in ganz geringem Maße auf. Ebenfalls waren keine negativen Effekte bezüglich der Keimfähigkeit von Weizen und Gerste beider Sortierungen (vgl. Tabelle 2, 1 und 2) zu verzeichnen.

Claims (3)

1. Verfahren zur Hemmung der Reproduktion unerwünschter Pflanzen in Kulturpflanzenbaständen, insbesondere zur Saatgutproduktion, gekennzeichnet dadurch, daß Kulturpflanrenbe? tände mit spezifischen, selektiv wirkenden biologisch aktiven Stoffen (Gametozide), eile die Pr llerientwrklung oder die Freisetzung der Pollen verhindern, ohne das Gynäzeum zu schädigen, in wirkstoff- und pflanzenartspezifischen Aufwandmengen mittels herkömmlicher Applikationstechnik (z. B. Feldspritze) und nach herkömmlichen Verfahren während sensibler Entwicklungsphasen der in den Beständen vorhandenen unerwünschten Pflanzenarten behandelt werden, um deren Samenbildung zu verhindern, ohne die Leistungsfähigkeit der Kulturpflanzen zu beeinträchtigen.
2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß sensible Entwicklungsphasen zeitlich eng begrenzt und wirkstoffspezifisch sind.
3. Verfahren nach Punkt 1-2, gekennzeichnet dadurch, daß die Selektivität der gametoziden Wirkstoffe respektive die Toleranz der zu produzierenden Kulturpflanzen gegenüber diesen aus der mangelnden physiologischen Sensität und/oder der entwicklungsbedingt geringen °rädisnosition der Kulturpflanzen resultiert, da sich diese und die unerwünschte Pflanzenart in der Rogel asynchron entwickeln.
DD31783588A 1988-07-12 1988-07-12 Verfahren zur hemmung der reproduktion unerwuenschter pflanzen in kulturpflanzenbestaenden DD273971A1 (de)

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