DD275518A1 - Verfahren zur mahltrocknung von rohbraunkohle und kalkstein - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft das Mahlen und gleichzeitige Trocknen von Rohbraunkohle und Kalkstein zur Gewinnung von mit Kalkstaub homogenen vermischten Braunkohlenstaub fuer die Befeuerung von Grossdampferzeugern unter dem Aspekt einer Rauchgasentschwefelung. Die Erfindungsmerkmale bestehen darin, dass der Kalkstein fuer sich mahlgetrocknet wird und der so gewonnene Kalkstaub in besonderer Zudosierung zur Rohbraunkohle zusammen mit derselben nochmals mahlgetrocknet und so gleichzeitig in den entstehenden Braunkohlenstaub homogen eingemischt wird. Fig. 1
Description
Hierzu 1 Seite Zeichnungen
Die erfinderische Lösung ist in mit Rohbraunkohle befeuerten Dampferzeugern von Heiz- und Wärmekraftwerken'anzuwenden mit dem Effekt, ihm Rahmen der Rauchgasentschwefelung durch das Kalkadditivverfahren den Kalkstein im Zuge der Mahltrocknung der Rohbraunkohle gleichzeitig mit mahlzutrocknen und homogen in mahltrocknenden Braunkohlenstaub einzumischen.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Nach der EP-Patentschrift 150501 (F23 K, 1/00) ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer homogenen Mischung aus Kohlenstaub und Kalkstaub oder Dolomitstaub bekannt geworden, wonach unter Verwendung einer Luftstrommühle in vertikaler Bauart mit integriertem Sichter Rohkohle und Kalkstein oder Dolomitstein im Aufgabenbereich vor der Mühle im gleichen Verhältnis über Dosier- und Transportgeräte der Luftstrommühle zugeteilt werden.
Hierbei werden die gemeinsam zu vermählenden Komponenten einzeln dosiert der ein- und derselben Ventilatormühle zugeteilt.
Nachteilig dabei ist, daß beide Komponenten unterschiedliches Mahlverhalten aufweisen und daß demzufolge diejenige Komponente, die gegenüber der anderen schlechter aufmahlbar ist, einen anteilmäßig höheren Rücklauf aus dem Sichter aufweist, wobei nicht berücksichtigt ist, daß die gleiche Komponente - das ist in diesem Falle der Kalk- oder Dolomitstein aufgrund seines höheren spezifischen Gewichtes ein von der Kohle anderes Sichtverhalten aufweist.
Durch die SU-Patentschrift 751419 (B02 C, 13/13) ist es bekannt, das vom Sichter einer Ventilatormühle zurückgehaltene Grobgut zur erneuten Aufmahlung in den Mahlraum der Ventilatormühle einzublasen, um so dessen Vermahlung zu begünstigen.
Ziel der Erfindung
Bei der Rauchgasentschwefelung durch das Kalkadditivverfahren soll der Entschwefelungseffekt verbessert werden.
Die Zielstellung soll durch die technische Aufgabe erreicht werden, entsprechend dem unterschiedlichen Mahl- und Sichtungsverhalten von Kalkstein und Rohbraunkohle die Mahlbedingungen hinsichtlich eines feineren Körnungsbandes von Kalkstaub und einer verbesserten Homogenität von Kalkstaub und Braunkohlenstaub anzupassen.
Die Lösung des Problems besteht darin, daß die Rohbraunkohle und der Kalkstein zunächst getrennt voneinander mahlgetrocknet werden und daß dann der so erhaltene Kalkstaub in der Gesamtheit oder eine Grobfraktion davon ein weiteres Mal als Zusatz zur Rohbraunkohle mahlgetrocknet wird.
In weiterer Ausgestaltung der Lösung des Problems kann entweder die getrennte Mahltrocknung von Rohbraunkohle und Kalkstein in jeweils getrennte Mühlen oder in ein- und derselben Mühle im Parallelbetrieb erfolgen, und es kann der so erhaltene Kalkstaub in einem separaten Windsichter in zwei oder mehrere Kornfraktionen aufgetrennt und dann nur die groben Kornfraktionen ejektorartig direkt in den Mahlraum für Rohbraunkohle oder in den Rücklauf für Kohlegrieß eingeleitet werden.
Ausführungsbeispiel
Das erfindungsgemäße Verfahren ist nachstehend anhand von drei Figuren auf einem Blatt Zeichnungen erläutert.
Fig. 1 zeigt die Mahlanlage 1 mit einem durch eine Welle 24 getriebenen Schlagrad 20 und mit durch eine mitrotierende Trennscheibe 7 getrennte Mahlkammern 2; 3. Am tangentialen Austrittsstutzen 4 aus der Mahlkammer 2 ist die Leitung 5 mit Regler 6 eingebunden. In der Mahlkammer 3 befindet sich eine Trennscheibe 7 und ein Einblasekegel 8.
Der Austrittsstutzen 9 der Mahlkammer 3 mündet in den Sichter 10. Vom Sichter 10 geht eine Grießrückführleitung 11 ab, die in den Rücksaugschacht 12 der Mahlkammer 3 mündet. Im Unterteil des Rücksaugschachtes 12 ist ein Kohleleitblech 13 angeschlossen.
Fig. 2 zeigt eine andere Variante in der Weise, als die Leitung 5 mit Regler 6 ejektorartig in die Grießrückführleitung 11 des Sichters 10 eingebunden ist.
Fig. 3 zeigt eine Variante nach Fig. 1 bei einem erhöhten Ballastgasdurchsatz.
Die Leitung 5 nach der Mahlkammer 2 mit dem Regler 6 mündet in einen Abscheidezyklon 14. Der Abscheidezyklon 14 ist gasseitig über die Leitung 15 mit dem Sichter 10 für Kohlenstaub verbunden. Staubseitig besteht eine wahlweise Verbindung über die Leitung 16 in die Grießrückführleitung 11 oder über eine Leitung 17 in den Einblasekegel 8.
Wirkungsweise
Bei geringem Kalkstaubstrom 18 wird die Gesamtmenge nach Mahlkammer 2 über die Leitung 5 in die Mahlkammer 3 gefördert.
Entsprechend dem Bedarf erfolgt die Mengenregelung durch den Regler 6 (Fig. 1 und 2). Getrennt vom Rohbraunkohlestrom 19 wird das Mahlgut der Mahlkammer 2 über den Austrittsstutzen 4 und Regler 6 zur Gewährleistung einer gleichmäßigen Gutverteilung über den Einblasekegel 8 geleitet. Auf diese Weise wird der gemahlene Kalkstaub in gleichmäßiger Verteilung mit dem Kohlenstaubstrom 21 vermischt. Mit dieser Schaltung der gekoppelten Mahlkammern 2; 3wird nur ein Teilstrom der Mahlanlage 1, der aus der Mahlkammer 2 teilzerkleinerte Kalkstaub nochmals zusammen mit dem Braunkohlenstaub 19 im Gesamtkörnungsband vermählen. So wird ein wesentlich feinerer Kalkstaub als der im Braunkohlenstaubstrom 21 abgehende Kohlenstaub erzielt. Die Mischung erfolgt bereits in der Mahlkammer 3, wobei ein gleichmäßig, feines und homogenes Gemisch mit hoher Reaktionsoberfläche entsteht.
Es ist auch möglich, entsprechend Fig. 2 das in der Leitung 5 geführte Kalkstaubgasgemisch bereits in die Grießrückführleitung 11 einzublasen bzw. ejektorartig einzuleiten.
Die entsprechende Einmündung 22 der Grießrückführleitung 11 in den Rücksaugschacht 12 sichert die Einleitung in die Mahlkammer 3, da der relativ feine Kalkstaub mit dem angesaugten Rauchgas 23 mitgerissen wird.
Die Wirkungsweise für höheren Kalkstaubstrom 18 nach der Mahlkammer 2 zeigt Fig. 3.
Dieser Kalkstaubstrom 18 wird in einen Klassierzyklon 14 geführt. Der Klassierzyklon 14 ist so ausgelegt, daß ein gewünschtes Körnungsband mit dem Abgasstrom 25 aus dem Klassierzyklon 14 nach oben ausgetragen und am Sichteraustritt über den Stutzen 26 in den Sichter 10 für Kohlenstaub eingeleitet wird.
Der nach unten abgeschiedene Kaikstaub 27 mit geringem Fördergas kann über die Leitung 17 in die Mahlkammer 3 oder über die Leitung 16 in die Grießrückführleitung 11 geleitet werden.
Auf diese Weise wird gesichert, daß eine Senkung der Nachmühlentemperatur in der Mahlkammer 3 äußerst gering ist.
Insbesondere ist dabei vorteilhaft, wenn der Wassergehalt der Rohbraunkohle hoch ist und die Nachmühlentemperatur leistungsbegrenzend für die Feuerung ist. Eine zweistufige Mahlung wird nur für ein im Klassierzyklon 14 eingestelltes Körnungsband vorgenommen, mit dem Ergebnis einer Verschleißsenkung. Der Klassierzyklon 14 arbeitet ohne zusätzliche Antriebe, da die Druckdifferenz zwischen Austrittstutzen 4 und Sichter 10 eine gute Abscheidung sichert. Eine Schleuse 28 nach dem Klassierzyklon 14 verhindert einen unkontrollierten Gastransport in die Mahlkammer 3.
Claims (4)
- Patentansprüche:1. Verfahren zur Mahltrocknung von Rohbraunkohle und Kalkstein in Gegenwart heißer Inertgase, gekennzeichnet dadurch, daß der Kalkstein zunächst für sich mahlgetrocknet wird und daß danach der so mahlgetrocknete Kalkstaub in der Gesamtheit oder eine Grobfraktion davon zusammen mit der Rohbraunkohle ein weiteres Mal mahlgetrocknet wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Kalkstein für sich und die Rohbraunkohle zusammen mit Kalkstaub mit Rauchgasen mahlgetrocknet werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der getrennt mahlgetrocknete Kalkstaub • in Gegenwart von Rauchgasen klassiert wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der getrennt mahlgetrocknete Kalkstaub mit zur Nachtrockenmahlung vorgesehenem Kohlegrieß zusammengeführt oder direkt in die Mahlkammer für Kohlenstaub eingeblasen wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DD31965988A DD275518A1 (de) | 1988-09-09 | 1988-09-09 | Verfahren zur mahltrocknung von rohbraunkohle und kalkstein |
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| DD275518A1 true DD275518A1 (de) | 1990-01-24 |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4338161A1 (de) * | 1993-11-02 | 1995-05-04 | Ver Energiewerke Ag | Verfahren zur Behandlung grubenfeuchter, vorgebrochener Rohbraunkohle für eine pneumatische Förderung in eine Wirbelschichtfeuerung |
-
1988
- 1988-09-09 DD DD31965988A patent/DD275518A1/de not_active IP Right Cessation
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