DD276829A1 - Verfahren zur vulkanisation von kautschukmischungen - Google Patents

Verfahren zur vulkanisation von kautschukmischungen Download PDF

Info

Publication number
DD276829A1
DD276829A1 DD20076577A DD20076577A DD276829A1 DD 276829 A1 DD276829 A1 DD 276829A1 DD 20076577 A DD20076577 A DD 20076577A DD 20076577 A DD20076577 A DD 20076577A DD 276829 A1 DD276829 A1 DD 276829A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
rubber
weight
parts
mixtures
rubber mixtures
Prior art date
Application number
DD20076577A
Other languages
English (en)
Inventor
Wezorke
Weber
Kleemann
Wirtz
Original Assignee
Wezorke
Weber
Kleemann
Wirtz
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Wezorke, Weber, Kleemann, Wirtz filed Critical Wezorke
Priority to DD20076577A priority Critical patent/DD276829A1/de
Publication of DD276829A1 publication Critical patent/DD276829A1/de

Links

Landscapes

  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Abstract

Das Verfahren bezieht sich auf die Vulkanisation von Kautschukmischungen, die neben den bekannten Mischungsbestandteilen ein oder mehrere silikatische Fuellstoffe ggf. in Mischung mit Russ enthalten. Ziel ist die Herstellung von Gummierzeugnissen mit verbesserten Gebrauchswerteigenschaften unter Verwendung von oekonomisch guenstigen Rohstoffen. Hierzu war die wesentliche Verbesserung der Verstaerkung von silikatischen Fuellstoffen enthaltenden Kautschukmischungen zu erreichen. Erfindungsgemaess werden bei der Herstellung von Kautschukmischungen als Verstaerkungsadditiv 0,1 bis 50 Gewichtsteile, bezogen auf 100 Gewichtsteile Kautschuk, eines oder mehrerer in den Seitenketten teil- oder vollhalogenierten Di- und/oder Trialkylbenzole verwendet. Die Erfindung laesst sich bei der Herstellung von Fahrzeugreifen und anderen technischen Gummierzeugnissen anwenden.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vulkanisation von Kautschukmischungen für Kraftfahrzeugreifen, technische Gummiwaren, Kabel und sonstige Erzeugnisse aus Gummi, die neben den bekannten Mischungsbestandteilen einen oder mehrere silikatische Füllstoffe, ggf. in Mischung mit Ruß, enthalten.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Bekannt ist allgemein die Anwendung von Verstärkungsrußen in Kautschukmischungen. Bekannt ist auch der Einsatz von silikatischen Füllstoffen.
Die silikatischen Füllstoffe für Kautschukmischungen weisen eine völlig andere Oberflächenbeschaffenheit und Morphologie als die herkömmlichen Verstärkungsruße auf. Dadurch bedingt, ist auch der durch sie erreichbare Verstärkungseffekt im Vergleich zu df η Rußen ebenfalls unterschiedlich. Insbesondere wirken aktive Kieselsäuren in der Schwefelvulkanisation stark verneizungsvermindernd.
Deshalb wurde versucht, durch Zusatz von chemischen Substanzen zu den Ausgangsmischungen die Aktivität der silikatischen Füllstoffe zu verbessern. Die bisher besten Ergebnisse wurden hierbei mit Verstärkungsadditiven erreicht, die der Klasse der Organosiiane angehören. Diese Silane sind dadurch gekennzeichnet, daß sie sowohl endständige hydrolysierbare Alkoxygruppen als auch endständige reaktive Amino-, Merkapto-, Epoxy- oder Vinylgruppen aufweisen. Diese Additive können den Ausgantfsmischungen in reiner Form zugesetzt werden, jedoch sind die gleichmäßige Dosierung und Verteilung der Additive im Kautschukansatz problematisch. Deshalb wird versucht, durch vorherige Umsetzung der Organosiiane mit Füllstoffanteilen, inerten Trägern oder Wachsen die homogene Verteilung in den Mischungen zu verbessern. Neben den relativ hohen Herstellungskosten der Additive entstehen zusätzliche Mehrkosten gegenüber konventionellen Rußmischungen dadurch, daß eine wesentliche Veränderung des Beschleunigersystems vorgenommen werden muß. Sämtliche bisher bekannte Verstärkungsadditive auf Silan-Basis verursachen eine unerwünschte Verkürzung der Anvulkanisationszeit der Mischungen bei den üblichen Verarbeitungstemperaturen im Innenmischer, in Spritzaggregaten und am Kalander. Durch diese Eigenschaften wird die Anwendbarkeit derartiger Verbindungen wesentlich eingeschränkt. Von allen bisher bi kannt gewordenen Verstärkungsadditiven zeigt das Bis-triäthoxy-silylpropyl-tetrasulfid neben einer guten Verstärkerwirkung die geringste Verkürzung der Anvulkanisationszeit. Wie alle bisher als Verstärkungsadditive bekannten Organosiiane, beeinflußt auch diese Verbindung nicht wesentlich das Reversionsverhalten von Vulkanisaten aus Naturkautschuk. Dadurch bedingt, kommt es z. B. bei der unvermeidlichen Übervulkanisation der Reifenlauffläche auf Naturkautschuk-Basis zu einer unerwünschten Verringerung der Abriebbeständigkeit.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, durch ein verbessertes Verfahren zur Vulkanisation von Kautschukmischungen Fertigerzeugnisse mit verbesserten Gebrauchswerteigenschaften unter Verwendung von ökonomisch günstigeren Rohstoffen herzustellen, wobei ferner die Verarbeitungssicherheit zu erhöhen ist.
Darlegung dos Wesens der Erfindung
Dio Aufgabe dor Erfindung besteht darin, daß durch ein geeignetes Vorfahren eine wesentliche Verbesserung der Verstärkung von mit silikatischen Füllstoffen allein oder in Kombination mit Ruß gefüllten Kautschukmischungen sowie eine Verbesserung • dor Revorsionsboständigkoit und dos Abriebverhaltens erreicht wird.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Vulkanisation von Kautschukmischungen, die aus mindestens oinem Kautschuk, einem Vernetzungssystom, Verstärkungsadditiven, einem oder mohreren silikatischen Füllstoffen, ggf. in Mischung mit Ruß, und woiteren üblichen Kautschukhilfsstoffon bestoht, golöst, boi dem als Verstärkungsadditiv 0,1 bis 50 Gewichtsteile, bezogen
auf 100 Gewichtsteile Kautschuk, eines oder mehrerer in den Seitenketten teil- oder vollhalogenierten Oi- und/oder Trialkylbenzole verwendet werden. Es ist möglich, zusätzlich 0,1 bis 50 Gewichtsteile, bezogen auf 100 Gewichtsteile Kautschuk, eines Organosilans zu verwenden. Als Verstärkungsadditiv kann erfindungsgemäß 1,4 Bis-trichlormetliylbenzol verwendet werden. AlsOrganosilan kann Bis-triäthoxysilylpropyl-totrasulfid verwendet werden
Ertindungsgemäß eignen sich aromatische Halogenverbindungen folgender Struktur:
X, X', X" bedeuten Halogen
Y, Y', Y", Z, Z', Z" bedeuten Halogen, Wasserstoff oder Alkyl.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel erläutert werden
Entsprechend der Erfindung werden die Mischungen 3 und 4 hergestellt
Die Mischungen 1 und 2 dienen Vergleichszwecken.
Rezeptur der Mischungen
Naturkautschuk 65 65 65 65
1,4 eis Polybutadien 25 25 25 25
SBR-1500 10 10 10 10
HAF-Ruß 35 35 35 35
Kieselsäure, gefällt 16,5 16,5 16,5 16,5
Bis-triäthoxy-silyl-
propyl-tetrasulfid - 1,5 - 1,5
1,4Bis-;richlormethyl-
benzol - - 1,5 1,5
Stearinsäure 2 2 2 2
Paravfin 1,5 1,5 1,5 1,5
Erdölweichmacher 7,5 7,5 7,5 7,5
Zinkweiß 3 3 3 3
Phenyl-ß-Naphthylamin 1 1 1 1
N-Pnenyl-N'-cyklohexyl-
p-phenylendiamin 1 1 1 1
Cyklohexyl-thiophthal-
imid 0,3 0,3 0,3 0,3
N-Cyklohexyl-2-benzo-
thiazylsulfenamid 0,9 0,9 0,9 0,9
Schwefel 1,4 1,4 1,4 1,4
Diphenylguanidin 1 1 1 1
Die Mischungen wurden In üblicher Weise in einem Kneter hergestellt. Die ueschleuniger und der Schwefel wurden auf einer Walze nachgemischt. Von den Mischungen wurden in einer Presse Probekörper bei 1470C verschieden lange vulkanisiert und geprüft. In der folgondon Tabelle sind die für die Beurteilung der genannten Effekte wichtigsten Prüfwerte zusammengestellt.
Vulkanisation bei 1470C
VZ, min.
E A f>300 E A O30O E A 8300 E V A
S3OO MPa MPa MPa
MPa % mm3 % mm3 % mm3 % mm3
10 2,8 36 88 5,6 39 65 1,0 22 62 0,9 25 67
20 5,7 39 7,0 42 3,0 33 3,7 36
30 6,0 43 7,5 42 7,8 43 8,8 43
45 5,6 39 7,2 44 117 7,8 43 78 9,2 44 61
60 5,2 37 7,0 42 7,8 43 9,2 43
90 4,8 37 5,6 39 7,5 41 9,2 43
120 4,1 33 5,7 38 6,8 39 8,7 41
t2(min./120°C) 33,0 30,8 48,8 59,2
* Abrieb nicht prüfbar, da zu weich.
Zeichenerklärung:
6300 Spannungswert bei 300% Dehnung
E Rückprallelastizität
A Abrieb
t2 Induktionsperiode
VZ Vulkanisationszeit
Die oben dargestellten Ergebnisse zeigen die Vorteile der erfindungsgemäßen Mischung Nr.3 und 4 gegenüber der Vergleichsvariante Nr. 2. So zeigt insbesondere der geringe Abfall der Spannungswerte bei 300% Dehnung die wesentlich verbesserte Reversionsbeständigkeit. Die Verlängerung der Induktionsperiode beweist eindeutig eine bedeutende Verbesserung der Verarbeitungssicherheit. Ein Vergleich der Varianten 3 und 4 zeigt, daß in Mischungen, die 1,4 Bistrichlormethyl-benzol enthalten, durch Zunabe von Bis-triäthoxy-silylpropyl-tetMSulfid ein deutlicher Verzögerungseffekt erreicht wird. Dies ist überraschend und .steht im absoluten Gegensatz zum Verhalten von Mischungen, die die genannte Chlorverbindung nicht enthalten. Erfah'ungsgemäß wirkt in diesem Falle das Organosilan im Sinne einer unerwünschten Verkürzung der Anvulkanisaüonsperiode. Betrachtet man die Abriebwerte der 120min. bei 147°C vulkanisierten Proben im Vergleich zum Abriebwert der optimalen Heizstufe, so ist der wesentliche Vorteil der erfindungsgemäßon Varianten 3 und 4 sehr deutlich zu ei kennen. Dies ist von entscheidender Bedeutung für die Abriebfestigkeit von Reifenlaufflächen, da diese bei der Vulkanisation über den gesamten Vulkanisationszyklus an der heißen Form anliegen und eine Überheizung technologisch nicht zu vermeiden ist.

Claims (4)

1. Verfahren zur Vulkanisation von Kautschukmischungen, die aus mindestens einem Kautschuk, einem Vernetzungssystem, Verstärkungsadditiven, einem oder mehreren silikatischen Füllstoffen, ggf. in Mischung mit Ruß, und weiteren üblichen Kautschukhilfsstoffon bestehen, gekennzeichnet dadurch, daß als Verstärkungsadditiv 0,1 bis 50 Gewichtsteile, bezogen auf 100 Gewichtsteile Kautschuk, eines oder mehrerer in den Seitenketten teil- oder vollhalogenierten Di- und/oder Trialkylbenzole, verwendet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß zusätzlich 0,1 bis 50 Gewichtsteile eines Organosilans, bezogen auf 100 Gewichtsteile Kautschuk, verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß als Verstärkungsadditiv 1,4 Bistrichlormethyl-benzol verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 3, gekennzeichnet dadurch, daß als Organosiian Bis-triäthoxysilylpropyl-tetrasulfid verwendet wird.
DD20076577A 1977-08-26 1977-08-26 Verfahren zur vulkanisation von kautschukmischungen DD276829A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD20076577A DD276829A1 (de) 1977-08-26 1977-08-26 Verfahren zur vulkanisation von kautschukmischungen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD20076577A DD276829A1 (de) 1977-08-26 1977-08-26 Verfahren zur vulkanisation von kautschukmischungen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD276829A1 true DD276829A1 (de) 1990-02-28

Family

ID=5509574

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD20076577A DD276829A1 (de) 1977-08-26 1977-08-26 Verfahren zur vulkanisation von kautschukmischungen

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD276829A1 (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP1057860B1 (de) Dienkautschukmischungen für verbesserte Gummi-Formkörper
EP2093078B1 (de) Verfahren zur Herstellung einer Kautschukmischung
DE2401056A1 (de) Kieselsaeure enthaltende mischung
DE112007003366T5 (de) Kautschukzusammensetzung
EP0665268B1 (de) Kautschukmischung, daraus hergestellte Reifenlauffläche und Reifen mit dieser Reifenlauffläche
EP0628597B1 (de) Kautschukmischung, daraus hergestellte Reifenlauffläche und Reifen mit dieser Reifenlauffläche
DE102009044471B4 (de) Kautschukmischung mit verbessertem Rollwiderstand und Verwendung einer solchen
DE1078320B (de) Verfahren zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften von Gegenstaenden, die mindestens teilweise aus vulkanisierten, fuellstoffhaltigen Kautschukmischungen bestehen
DD276829A1 (de) Verfahren zur vulkanisation von kautschukmischungen
DE102004030826A1 (de) Kautschukzusammensetzung
DE1301482B (de) Verfahren zum Vulkanisieren von Kautschuk
DE19700967C2 (de) Verwendung einer Kautschukmischung zur Herstellung von Fahrzeugreifen
EP0664318B1 (de) Kautschukmischung, daraus hergestellte Reifenlauffläche und Reifen mit dieser Reifenlauffläche
EP0673967B1 (de) Kautschukmischung, daraus hergestellte Reifenlauffläche und Reifen mit dieser Reifenlauffläche
DE102013100009B4 (de) Kautschukmischung und Verwendung einer solchen
DE2845781C2 (de) Kautschukmasse mit verbesserter Alterungsbeständigkeit
EP2500185A1 (de) Kautschukmischung
DE102009026225A1 (de) Kautschukmischung
DE19807421C1 (de) Schwefelvernetzbare Kautschukmischung, ihre Verwendung und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1150196B (de) Verfahren zur Vulkanisierung von Ofenruss enthaltenden Kautschuk-mischungen
DE1470813A1 (de) Verfahren zur Herstellung von ozonbestaendigen Gummiwaren
DE2255577C3 (de) Verstärkungsadditive in vulkanisierbaren Kautschukmischungen
DE102013100012B4 (de) Kautschukmischung und Verwendung einer solchen
EP0713901A1 (de) Kautschukmischung
DE102010060355A1 (de) Kautschukmischung