DD277475A1 - Verfahren zum entfernen von anhaftungen an heizplatten und beilagen von heisspressen - Google Patents

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Eberhard Kehr
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Abstract

Die Erfindung beinhaltet ein Verfahren zum Entfernen von Anhaftungen an Heizplatten und Beilagen von Heisspressen. Sie betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Anhaftungen, die bei der Produktion von Holzwerkstoffen, insbesondere von Spanplatten, waehrend des Pressvorganges entstehen. Es wird ein modifiziertes Abpressverfahren vorgeschlagen, unter Verwendung eines Gemisches aus Novolak und Aminoplast-Klebstoff. Die erfindungsgemaesse Kombination bewirkt eine erhoehte Deckschicht-Abhebefestigkeit, so dass das Abpressverfahren ohne Zerstoerung und Qualitaetsminderung der Traegerwerkstoffe angewendet werden kann.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Anhaftungen an Heizplatten und Beilagen von Heißpressen boi der Produktion von Holzwerkstoffen, insbesondere von Spanplatten. Mit dem Verfahren werden die im Verlauf der Produktion sich bildenden Anhaftungen an Heizplatten und Beilagen von Heißpressen, wie Siebgeweben, Bändern oder Preßblechen, entfernt. Diese Anhaftungen entstehen durch Abscheidungen aus dem Preßgut während des Preßvorganges und beeinträchtigen die Oberflächenqualität der Erzeugnisse durch Eindrücke in deren äußere Schichten und führen zu Änderungen der vorgesehenen Form und Abmessungen. Zum Ausgleich der negativen Auswirkungen der Anhaftungen sind höhere Materialaufwendungen bei der Herstellung der Erzeugnisse und ein hoher Bearbeitungsaufwand in den nachfolgenden Produktionsprozessen erforderlich. Außerdem wird durch die Anhaftungen der Wärmeübergang Heizplatte/Formling behindert. Im Interesse einer stabilen Prozeßführung, einer hohen Qualität der Erzeugnisse und eines geringen Materialeinsatzes ist es deshalb zumeist verkohlten Anhaftungen von den Arbeitsflächen der Presse und deren Beilagen, vollständig oder zumindest soweit zu entfernen, daß keine negativen Auswirkungen entstehen.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Aus der DD-PS 219219 ist ein Verfahren zum Reinigen von H izplattenund Beilagen von Heißpressen bekannt, bei welchem in und/oder auf die äußere Schicht des für das Pressen vorbereiteten Preßgutes ein Novolak - versetzt mit einem hierfür üblichen Härter in Gestalt oinos Formaldehydlieforanten - oin- oder aufgebracht und dieses während des Preßvorganges an die mit Anhaftungon voi lohonon Flächen herangeführt wird. Nach Beendigung des Preßvorganges werden die Anhaftungen aufgrund dor Verklebung η it dem Holzwerkstoff von don Heizplatten oder den Beilagen entfernt.
Wio dio Praxis zeint, wird der boabsichtigto Zweck dor Entfernung von Anhaftungen jedoch für bestimmte Anwendungsfälle nicht erroicht. Dioi betrifft insbesondere sehr fest anhaftende Verunreinigungen, die Anwendung bei Holzpartikelwerkstoffen mit relativ geringe' Festigkeit der Außenzonen oder auch mit partiell unterschiedlicher Festigkeit dar äußeren Schichten oder Lagon. Auch dio Ai Wendung bosümmter Klebstoffe und Klebstoffmodifikationen als Bindemittel kann die Anwendung des genannten Verfahr ms erschweren oder sogar erfolglos machen.
Bei bosonders fest iiaftendon Verunreinigungen erweist sich, die durch den Novolak erzielte Verfestigung der Außenzone als nicht ausreichend, so daß der Holzwerkstoff beim Abpreßvorgang zerstört wird. Bei Holzpartikelplatten mit für die hohen Anforderungen des Abpressens ic !genügender Deckschichtfestigkeit besteht die Gefahr, daß Teile der Deckschicht nach dem
Öffnen der Presse aus dem Verband dor Deckschicht herausgerissen werden. Hier sind die Adhäsionskräfte der Deckschicht zu den abzulösenden Anhaftungen größer als die Festigkeit der Deckschicht selbst.
Dia Gefahr einer Ablösung der äußeren Deckschicht des Partikelwerkstoffes besteht auch dann, wenn eine Voraushärtung der äußeren Zone der Deckschicht erfolgt, ehe dec erforderliche Preßdruck anliegt. Weiterhin können sich bei der Vliesbildung entstehende Zonen mit Strukturuntersohieden oder geringer flächenbezogener Masse negativ auf die für das Abpressen benötigte Festigkeit der Außenzone und damit für das Erreichen des beabsichtigten Zweckes auswirken.
Ein daneben aus dar DD-PS 242590 bekanntes Verfahren zur nachträglichen Verfestigung fertig gepreßter Holzwerkstoffplatte^ das sogenannte Sinterpreß-Verfahren, bei dem auf die Plattenoberfläche ein Gemisch aus einem Duroplast und einem Thermoplast aufgetragen, angetrocknet und aufgepreßt wird, ist für den vorliegenden Anwendungszweck bei der Plattenherstellung nicht anwendbar.
Ziel dor Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, die Anhaftungen an Arbeitsflächen von Heißpressen oder deren Beilagen ohne Unterbrechung der Produktion und ohne wesentliche zusätzliche Aufwendungen an Zeit und Grundmaterial mit hoher technologischer Sicherheit durch einen bei beliebigen Holzpartikelwerkstoffen anwendbaren Abpreßvorgang zu entferner, wobei das während des Abpressens anfallende Platte-Tiaterial ohne Qualitätsminderung weiterverarbeitbar ist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine solche Klebstoffmodifikation zu finden, die eine hohe Adhäsion zu den Anhaftungen an den Heizplatten und Beilagen von Heißpressen gewährleistet, gleichzeitig aber eine entscheidende, gegenüber bekannten Verfahren erhöhte Verfestigung der Außenzone der Holzpartikelwerkstoffe bewirkt, so daß während des Abpreßvorganges keine Zerstörung des Trägerwerkstoffes erfolgt und dieser danach ohne Qualitätsminderung weiterverarbeitet werden kann.
Erfirtdungsgemäß wird bei einem Verfahren, bei dam in und/oder auf die äußeren Schichten eines für das Pressen vorbereiteten Span- oder Faservlieses, Preßpaketes oder Formlings ein Kunstharz auf Novolakbasis ein- und/oder aufgebracht wird, welches während des Preßvorganges an die zu reinigenden Flächen der Hßißf esse oder deren Beilagen herangeführt wird, eine Mischung aus Novolak und Aminoplast-Klebstoff im Verhältnis 1:0,11 is 1:2, vorzugsweise im Verhältnis 1:1, verwendet.
Der Einsatz des Aminoplast-Klebstoffes wird analog dem Novolak bev rzugt in Pulverform vorgenommen, kann aber auch in Dispersion erfolgen. Dem Kunstharzgemisch kann eine formaldehydreduzierende Substanz beigemischt werden.
Der Aminoplast-Klebstoff wird entweder vor der Verarbeitung mit dem Novolak gemischt, oder gesondert vor oder nach der Zuführung des Novolaks verarbeitet.
Als Aminoplastkomponente kann z. B. ßin Harnstoffharz- oder ein Melaminharz-Pulverleim verwendet werden, oder auch Mischungen daraus im Verhältnis 1:0,1 bis 0,1:1.
Die Menge des zu verwendenden Harzgemisches beträgt, bezogen auf die Masse der Holzpartikeln in der zu beaufschlagenden Deckschicht, etwa 2 bis 20%, vorzugsweise 5 bis 15%. Der zu wählende Mengenanteil des Klebstoffgemisches hängt von der Art, Dicke und Festigkeit der Anhaftungen an den Heizplatten oder Preßbeilagen ab. Eine obere Begrenzung der Zusatzmenge ist dadurch gegeben, daß nach dem Abpreßvorgang ein einwandfreies Trennen der Trägerplatte von der Heizplatte oder der ' Preßbeilage und ein sicheres Austragen der Trägerplatte durch ihre Eigenlast bzw. durch Austragsvorrichtungen gewährleistet werden kann.
Die Zugabe der Harzi nischung kanr zu einem beliebigen Zeitpunkt nach der Beleimung der Späne bis zum Beschicken der Presse erfolgen. In Abstimmung auf spezielle betriebliche Bedingungen kann die Zugabe des Klebstoffgemisches aber auch schon während der Beleimung der Späne erfolgen. In diesem Fall wird die jeweils nicht für das Abpressen vorgesehene Seite des Preßlings mit einem Trennmittel, z.B. Siliconöl, versehen. Vorzugsweise wird die Zuführung des Klebstoffgemisches vor oder während der Vliesbildung vorgenommen, da durch die Vliesbildung günstige Verteilungsmöglichkeiten gegeben sind und außer der Dosierung keine zusätzlichen Verteil- und Mischaggregate benötigt werden.
Der Abpreßvorgang wird unter normalen, sonst üblichen Druck- und Temperaturbedingungen durchgeführt und erfordert im wesentlichen keine oder nur eine geringe Verlängerung der Preßzeit. Die Trägerplatten können nach dem Abpreßvorgang ohne Veränderungen der Technologie mit üblichen Werkzeugen und Schleifmitteln bearbeitet werden.
Die erfindungsgemäße Komination Aminoplast-Klebstoff/Novolak führt überraschenderweise zu einer im Vergleich zur alleinigen Verwendung der Komponenten wesentlichen Erhöhung der Deckschichtfestigkeit, so daß das Abpreßverfahren zur Beseitigung von Anhaftungen hinsichtlich von mit verschiedenen üblichen Bindemitteln hergestellten Holzpartikelwerkstoffen möglich ist.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1:
Zur Entfernung bosondors fest anhaftender Verunreinigungen, die bei Anwendung des Verfahrens gemäß DD-PS 219211J zu oinor Zerstörung dor äußeron Zone dor Spanplatte führen, wird pulverförmiger Novolak einschließlich 10% Hoxamothylontetramin im Gemisch mit oinom pulverförmigen Aminople*'. Klebstoff (UF-Pulverloim) im Verhältnis 1:1 dosiert und den mit UF-Klebstoff einschließlich Härtungsmittel beleimton Spänen über die Spantransporteinrichtung einer Deckschicht-Stroumaschino einer Spanplattonanlage zugeführt. Die Mischung mit dem Spangut erfolgt in der Streumaschine; bei Schneckentransport erfolgt oino Vormischung bereits auf dem Transportweg.
Das Verhältnis des Gemisches Novolak/Aminopiast-Klebstoff zur Masse der darrtrockenen Späne beträgt 10%. Durch den Misch- und Wurfeffekt der Abwurf- und Streuwalzen wird sowohl eine gleichmäßige Verteilung des pulverförmigen Klebstoffes innerhalb der Deckschicht als auch eine dünne Schicht auf der Deckschicht erreicht. Das fertige Vlies wird der Presse zugeführt und bei einem spezifischen Preßdruck von 3 MPa und einer Heizplattentemperatur von 1900C mit einer Preßzeit von G min für eine Spanplatte mit der Fertigdicke von 16mm und einer Rohdichte von 700kg/m3 gepreßt. Die mit Anhaftungen der Vlies- und Preßunterlage in Form eines Metallsiebgewebes (Flexoplansieb) versehenen Spanplatten werden gekühlt, besäumt und gestapelt. Nach Konditionierung werden die Spanplatten unter normalen Bedingungen geschliffen und können ohne Qualitätsminderung verarbeitet werden.
Die durch den kombinierten Einsatz von Novolak/Aminoplast-Klebstoff erzielte Erhöhung der Deckschichtfbstigkeit gegenüber der alleinigun Verwendung der Komponenten ist aus den Werten der nachstehenden Tabelle ersichtlich: Deckschicht-Abhebefestigkeit von ungeschliffenen, mit UF-Klebf toff verleimten Spanplatten nach dem Heißpressen bei Anwendung unterschiedlicher Zusätze zu den beleimten Deckschichtspänen:
Zusatz Rohdichte Deckschicht-
der Spanplatte Abhebefestigkeit
(kg/m3) (MPa)
ohne 720 0,7
Aminoplast 730 1,0
Novolak 730 1,9
Gemisch Novolak/Aminoplast (1:1) 730 2,7
Beispiel 2:
Zur Entfernung von Anhaftungon gemäß Beispiel 1 wird pulverförmiger Novolak im Gemisch mit einem pulverförmigen Aminoplast-Klebstoff (Melamin-Formaldehyd-Harz, sog. MF-Harz) im Verhältnis von 1:0,8 dosiert einer Deckschicht-Streumaschine zugeführt. Die technologischen Bedingungen und Verfahrensvorschriften entsprechen Beispiel 1. Die Preßzeit beträgt für diese Klebstoffrezeptur 6min.
Beispiel 3:
Zur Entfernung von Anhaftungen mit hoher Festigkeit, wie sie bei Anwendung modifizierter Harnstoff-Melamin-Phenol-Formaldehydharz-Klebstoffen (UMPF) auftreten, wird pulverförmiger Novolak im Gemisch mit einem pulverförmigen Aminoplast-Klebstoff (MF-Harz) im Verhältnis von 1:1,5 dosiert der betreffenden Deckschicht-Streumaschine einer Spanplattenanlage in der Weise zugeführt, daß eine intensive Untermischung mit den bereits beleimten Deckschichtspän in erfolgt. Die Späne sind mit einem UMPF-Klebstoff beleimt, wie er zur Herstellung von Spanplatten mit erhöhter Feuchtigkeitsbeständigkeit zum Einsatz kommt.
Das Verhältnis des Gemisches Novolak/Aminoplast-Klebstoff zur Masse der darrtrockenen Späne beträgt 15%. Der Mischeffekt in der Streumaschine, der Preßvorgang und die anschließende Behandlung der Platten entsprechen dem Beispiel 1. Die Preßzeit beträgt für eine Spanplatte der Fertigdicke von 16mm und einer Rohdichte von 720kg/m3 8min.

Claims (10)

1. Verfahren zum Entfernen von Anhaftungen an Heizplatten und Beilagen von Heißpressen bei der Produktion von Holzwerkstoffen, insbesondere von Spanplatten, durch Ein- und/oder Aufbringen eines Kunstharzes in und/oder auf die äußere Schicht eines für das Pressen vorbereiteten Preßgutes und Heranführen des Kunstharzes an die mit Anhaftungen versehenen Flächen während des unter Einwirkung von Druck und Temperatur vorgenommenen Preßvorganges unter Verwendung von mit einem Härter versetztem Novolak, gekennzeichnet dadurch, daß als Kunstharz eine Mischung aus Novolak und Aminoplast-Klebstoff im Verhältnis 1:0,l bis 1:2 verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Aminoplastkomponente ein Harnstoff-Formaldehyd-Harz-Pulverleim verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Aminoplastkomponente ein Melamin-Formaldehyd-Harz-Pulverleim verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß als Aminoplastkorr ponente ein Gemisch aus einem Harnstoff-Formaldehyd-Harz- und einem Melamin-Formaldehyd-Harz-Pulverleim verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß, bezogen auf die Masse der Holzpartikeln in der Deckschicht, 2 bis 20% des Novolak/Aminoplast-Gemisches verwendet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, daß dem Kunstharzgemisch eine formaldehydreduzierende Substanz beigemischt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Kunstharzgemisch den Holzpartikeln während ihrer Beleimung im Untermischverfahren zugeführt wird, wobei die jeweils nicht für das Abpressen vorgesehene Seite des Preßlings mit einem Trennmittel versehen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Kunstharzgemisch den Holzpartikeln nach ihrer Beleimung im Unteimischverfahren zugeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Kunstharzgemisch den beleimten Holzpartikeln vor oder während der Vliesbildung zugeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Kunstharzgemisch dem Span- oder Faservlies, Preßpaket oder Formling vor dem Beschicken der Presse zugeführt wird.
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