DD280997A1 - Regelorgan fuer kolbendosiereinrichtung - Google Patents
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Abstract
Das Regelorgan dient der Entnahme von Fluessigkeitsportionen aus einem Vorrat. Es kann in Abfuellvorrichtungen oder in Mischkammern eingesetzt werden. Ein vorzugsweise unterhalb eines Vorratsbehaelters angeordneter, einer Kolbendosiereinrichtung vorgelagerter, mit einem durch ein elastisches Zwischenstueck in der Dosierraumwand eingesetzten, dadurch axial beweglich gelagerten, als Abfuellstelle wirksamen Ventilteller ausgestatteter Dosierraum wird unter Ausnutzung eines zwischen diesem und dem Vorratsraum fluessigkeitsdicht eingesetzten, ueber der Abfuellstelle stehenden, einerseits mindestens eine in den Vorratsraum einmuendende Zulaufoeffnung sowie von dieser in den Dosierraum fuehrende Fluessigkeitsdurchlaesse, andererseits ein in der Auslaufoeffnung des Ventiltellers zeitweilig fluessigkeitsdicht einstehendes Endstueck aufweisenden Ventilkoerpers, sowie eines achsgleich ueber der Zulaufoeffnung desselben angeordneten zeitweilig fluessigkeitsdicht in diese einstehenden, mit dem Ventilteller verbundenen Ventilkopfes beim Dosierkolbenstillstand zum Vorratsraum und an der Abfuellstelle durch eine Mittellage des Ventiltellers fluessigkeitsdicht geschlossen - Fig. 1 - sowie bei periodischer Bewegung des Dosierkolbens durch den Fluessigkeitsdruck im Wechsel der Kolbenlaufrichtung einerseits saugseitig zum Vorratsraum oder anderseits druckseitig an der Abfuellstelle geoeffnet. Fig. 1
Description
Hierzu 3 Seiten Zeichnungen
Die Erfindung betrifft ein Regelorgan für Kolbendosiereinrichtungen an Abfüllmaschinen.
Sie ist bei der Entnahme von Flüssigkeitsportinen aus Vorratsbehälter^ insbesondere von Anstrichstoffen, Ölen und Harzen anwendbar.
Um Flüssigkeitsportionen mit Hilfe von Kolbendosiereinrichtungen aus einem Vorratsbehälter in periodischer Folge zu entnehmen, ist es bekannt, daß eine zwischen Vorratsbehälter und Dosierraum befindliche Zulauföffnung sowie eine als Abfüllstelle eingerichtete Auslauföffnung des zugeordneten Dosierraumes mit Regelorganen, wie Ventilen, Schiebern oder Hähnen ausgestattet sind, die unter Ausnutzung von taktgesteuerten, mit dem Dosierkolbenantrieb verbundenen Bewegungsmechanismen ein zur Kolbenbewegung synchronistisches Öffnen und Schließen der Zu- Auslauföffnung gestatten, so daß mit rückläufiger Kolbenbewegung bei geöffnetem Zulauf und geschlossenem Auslauf eine volumetrisch bestimmte Flüssigkeitsportion in den Dosierraum gelangt, die in der Endlage des Dosierkolbens mit dem Schließen der Zulauföffnung dosiert wird und mit anschließendem Vorlauf des Kolbens bei geöffneter Auslaufölffnung und geschlossener Zulauföffnung zur Abfüllung gebracht wird.
Das Prinzip der volumetrischen Dosierung kann dabei unter Verwendung eines volumenbestimmenden Dosierkolbens, einer Membran, eines Faltenbalges oder anderer Verdrängungseinrichtungen erfolgen. Vom VEB FRM im Kombinat Lacke und Farben DDR wird eine Doppelhub-Abfüllmaschine der Tvpenreihe AMFD produziert, die unter einem oberhalb der Maschine angeordneten Vorratsbehälter zwei achsparallel-ne^eneinanderlisgende Kolbendosiereinrichtungen mit zugeordnetem zentralen Antriebssatz für die Bewegung der Dosierkolben und der Regelorgane aufweist.
Die Kolbendosiereinrichtung, bestehend aus jeweils einer hubveränderlichen Zylindereinheit und einer vorgelagerten Dosierkammer, weist eine nach oben in den Vorratsbehälter einmündende Zulauföffnung sowie eine gleichachsig nach unten gerichtete Auslauföffnung auf, in deren zentraler Mitte ein querliegendes kegelförmiges Hahnküken angeordnet ist, welches in den Seitenwänden der Dosierkammer drehbar gelagert, flüssigkeitsdicht nach außen geführt und hier mit einem Schaltgestänge des Antriebssatzes verbunden ist.
Die Flüssigkeitsdurchlässe und das Schaltgestänge des Hahnkükens sind zueinander so eingerichtet, daß die Zu- und Auslauföffnung der Dosierkammer durch eine jeweils entgegengesetzte Drehung des Hahnkükens beim Hubspiel des Dosierkolbens in gewünschter Weise abgedeckt werden, so daß ein leistungsfähiger Dosier- und Abfüllprozeß in periodischer Folge gewährleistet wird.
Die beschriebene Bauart des als Wegeventil wirksamen Hahnkükens ist in gleicher Weise an Rundfüllmaschinen zu finden. Ec erfordert einen großen Herstellungsaufwand mit hohen Präzisionsforderungen an die kegelig eingeschliffenen Dichtflächen im Wandungsbereich des Dosierraumes.
Die Einstellung des Hahnkükens und des Schaltgestänges zur Sicherstellung der zeitgleich mit dem Druckumschlag im Dosierraum stattfindenden Abdeckung der Flüssiekeitsdurchlässe ist nur näherungsweise möglich, so daß Dru-kverluste und höhn mechanische Lastspitzen zu Energieverlusten und unnötigen Materialbelastungen führen. Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus dem Verschleiß an den Lagerflächen des Hahnkükens, was zu Undichtigkeiten und damit zum Austreton des Mediums und zum Verschmutzen der Anlage sowie zu Materialverlusten führt.
Geringere Herstellungskosten und Verschleiße;scheinungen sind an einer Regelorganausführung zu verzeichnen, wie sie zur Kolbendosierung an Abfüllmaschinen der belgischen Firma „De Vree u. C" zur Anwendung kommt.
Dabei handelt es sich um ein doppelseitig wirkendes Hubventil, welches in senkrechter Einbaulage zwischen den distanzierten kroisringförmigen Dichtflächen der achsgleich untereinander angeordneten Zu- und Auslauföffnung in der Dosierkammer positioniert ist und eine verjüngt ausgeführte, in der zentralen Mitte der Zulauföffnung nach oben geführte Schubstange aufweist, welche überdem Vorratsbehälter mit einem gleichachsig gelagerten Arbeitszylinder verbunden ist. Die Taktsteuerung zwischen Hubventil und Dosierkolben wird unter Ausnutzung eines von der Hauptantriebswelle betätigten kurvenscheibengesteuerten Wegeventils durch den doppelwirkenden Arbeitszylinder gewährleistet.
Da das Hubventil ein gleichzeitiges Schließen der Zu- und Auslauföffnung der Dosierkammer nicht gestattet, führt die zum Zeitpunkt der Ventilumstellung kurzzeitig auftretende Mittel teilung desselben zu Dosierungenauigkeiten und Energieverlusten, so daß die Wirksamkeit der Prozeßführung und damit die Leistungsfähigkeit der Dosieranlage beeinträchtigt werden.
Höhere Leistungsparameter werden von Dosisreinrichtungen erreicht, die mit Flüssigkeitsspeichern und zugeordneten mehrscheioigen Kolbenventilen ausgerüstet sind. Eine derartige Regelorganausführung wird in der ES DE US 2641549 als Steuerschieber beschrieben, der im Wechsel seines Hubspiels in jeweils einer seiner Endstellungen einen Aufrahmeraum der Abfülleinheit für das Abfüllgut mit einem Speicher verbindet und von der Auslauföffnung trennt und andererseits den Aufnahmeraum vom Speicher trennt und mit der Auslauföffnung verbindet. Dieser von der Maschinenhauptwelle über ein Wegeventil pneumatisch angesteuerte dreischeibige Steuerschieber sichert auch bei schneller Hubfolge einen leistungsfähigen und präzisen Dosier- und Abfüllprozeß. Nachteilig wirkt sich der hohe Fertigungsaufwand bei der Herstellung des vom Flüssigkeitsspeicher getrennt eingerichteten Ventilraumes sowie der flüssigkeitsdichten Ausführung des Kolbenventils aus.
Des weiteren tritt an den Dichtungsflächen des beispielsweise mit Rundringen ausgestatteten Kolbenventils beim Überdeckungsprozeß an den Mündungen der Flüssigkeitsdurchlässe ein hoher Verschleiß auf, der im besonderen bei der Verarbeitung von flüssigen Medien mit Feststoffanteilen zu Betriebsstörungen führt.
Die bisher angeführten technischen Lösungen von Regelorganen in Kolbendosiereinrichtungen weisen den gemeinsamen Nachteil auf, daß sie jeweils eine indirekte steuerungstechnische Verkettung mit dem Dosierkolbenantrieb durch das Vorhandensein eines Dreh-, Hub- oder Verschiebegestänges mit zugeordneten Regeleinrichtungen erforderlich machen. Neben dem hohen Herstellungs- und Instandhaltungsaufwand ist dadurch ein zusätzlicher Kraftaufwand für die Betätigung derselben aufzubringen, der die laufenden Betriebskosten negativ beeinflußt. Des weiteren ist eine vollständige Entlüftung zur Einhaltung der Dosiergenauigkeit in den beschriebenen Lösungen nur mit besonderen Entlüftungseinrichtungen möglich.
Bei anderen Kolbendojiereinrichtungen sind kombinierte Absperrsysteme bekannt, für deren Betätigung die vom Medium vor den Kolbenflächen des Dosierkolbens aufgenommene potentielle Energie unter Ausnutzung federbelasteter Einwegventile teilweise in Bewegungsenergie umgewandelt wird.
So ist in der ES DE OS 3024489 eine Vorrichtung zur portionsweisen Flüssigkeitsabfüllung erläutert, in welcher eine unter einem Vorratsbehälter senkrecht ausmündende Dosierkammer durch einen mit einem Rückschlagventil ausgestatteten Dosierkolben in zwei untereinander angeordnete Räume geteilt wird, von denen der untere durch das Vorhandensein einer mit einem Absperrventil ausgestatteten Auslauföffnung als Dosier- und Abfüllkammer wirksam wird.
Die Dosierkolbenbewegung erfolgt in diesem Falle mit Hilfe einer senkrecht durch den Flüssigkeitsvorrat nach oben geführten Kolbenstange.
Diese Ventilkombination sichert eine leistungsfähige Prozeßführung bei der Abfüllung von Medien mit pastöser oder teigiger Konsistenz, wogegen ein dosiergenauer und sauberer Abfüllprozeß von hochviskosen Medien aufgrund von Lekageerscheinungen im zylindrischen Freiraum unter dem angehobenen Absperrventil nicht möglich ist.
Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus dem hohen Herstellungs- und Instandhaltungsaufwand für eine Vielzahl von Einzelteilen, die im Betriebszustand flüssigkeitsführend funktionell zusammenwirken.
Vorliegende Erfindung hat das Ziel, einen zuverlässigen und leistungsfähigen Entnahmeprozeß von Flüssigkeitsportionen in großen Stückzahlen aus einem Vorrat mit geringem Aufwand zu sichern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches, wartungsarmes Regelorgan zur Flussigkeitsfuhrum* sierräumen
mit geringem Energieverbrauch bei schneller Schaltfolge und hoher Dosiergenauigkeit zu schaffen.
j Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die einer Abfüllvorrichtung zugehörigen flüssigkeitsführenden Räume
j eines vorzugsweise oberhalb angeordneten Vorratsbehälters und einer darunter befindlichen Dosiereinheit durch eine
j horizontal eingesetzte Zwischenwand einerseits durch diese flüssigkeitsdicht getrennt und andererseits unter Ausnutzung eines
Regelorgans, bestehend aus einem rohrförmigen, mit radial nach innen führenden Flüssigkeitsdurchlässen ausgestatteten, senkrecht im Dosierraum positionierten, einerseits oberhalb mit der Zwischenwand flüssigkeitsdicht verbunden, dabei mit j einem als Zulauföffnung ausgebildeten Endstück in den Vorratsraum einmündenden, andererseits ein nach unten gerichtetes,
vorzugsweise zapfenförmiges geschlossenes Endstück aufweisendes Zulaufstück, einem achsgleich unter diesem angeordneten, unter Ausnutzung eines flüssigkeitsdicht in einer Aussparung der Dosierraumwand eingesetzten f lanschförmig ausgeführten druckelastischen Zwsichenstückes axialelastisch bewegbaren, von diesem in horizontaler Mittellage gehaltenen,
j eine zentrische senkrechte als Auslauföffnung wirksame Bohrung aufweisenden, mit dieser den Zapfen des Zulaufstückes
] flüssigkeitsdicht verschiebbar umschließenden sowie in radial-symmetrischer Anordnung um diese befestigte, nach oben durch
die Flüssigkeitsdurchlässe des Zulaufstückes geführte, ein Bereich der Zulauföffnung mit einem in diese flüssigkeitsdicht ' verschiebbar einstehenden zapfenförmigen Ventilkopf verbundene Bügelbrücke aufweisenden Ventilteller im Wechsel eines
j axialen Hubspiels derselben bei der Dosierkolbenbewegung zeitweilig flüssigkeitsführend verbunden werden. Der
Flüssigkeitstransport erfolgt dabei unter der Voraussetzung des Freistellens der Zulauföffnung durch einen beim Dosierkolbenrücklauf im Medium auftretenden Unterdruck, der unter Ausnutzung des Zwischenstückes ein Anheben des mit dem Ventilkopf verbundenen Ventiltellers zur Folge hat und damit ein Ausheben des Ventilkopfes aus der Zulauföffnung bewirkt. Gleichzeitig wird die parallel mit dem Ventilkopf angehobene Auslauföffnung durch das Vorhandensein eines vorzugsweise als Zapfenbund ausgebildeten Anschlages am Zulaufstück höhenmäßig arretiert und dabei gänzlich dicht geschlossen, so daß das im Vorratsraum anstehende Medium durch die Zulauföffnung in den Dosierraum gesaugt, sowie mit Erreichen des am Umkehrpunkt des Dosierkolbens kurzzeitig im Dosierraum eintretenden drucklosen Zustandes durch ein druckausgleichendes Absenken des Ventilteller bis in seine Mittellage dosiert und beim Dosierkolbenvorlauf durch ein Absenken des im Überdruck stehenden, dabei mit seiner Auslauföffnung aus der Zapfenführung des Zulaufstückes gleitenden Ventiltellers bei gleichzeitigem Schließen der Zulauföffnung aus dem Dosierraum ausgetragen wird, wobei die Absenktiefe des Ventiltellers von einem als Anschlag wirkenden, über der Zulauföffnung stehenden, dem Ventilkopf zugehörigen Zapfenbund bestimmt wird. Die Breite des dabei in der jeweils oberen Zulaufstellung des Ventilkopfes oder unteren Auslaufstellung des Ventiltellers zwischen den Flüssigkeitsdurchlässen derselben und der jeweils senkrecht zur Zentralachse positionierten Planfläche des zugeordneten Zapfenbundendes entstehenden freigestellten Öffnungsspalt ergibt sich unter der Voraussetzung, daß beide Zapfenenden gleiche Achslängen aufweisen, aus der halben Differenz zwischen der axialen Bewegungsfreiheit des mit dem Ventilkopf verbundenen Ventiltellers und der nutzbaren axialen Gesamtlänge beider Zapfenenden.
Durch das Vorhandensein von im oberen Wandungsbereich des Zulaufst'jckes im Dosierraum angeordneten, radial nach innen geführten Bohrungen wird ein selbständiges Entlüften der Dosiereinrichtu ig sichergestellt, so daß die für die Dosiergenauigkeit bedeutsame Dekompressibilität des Abfüllgutes durch eventuelles Aufsc läumen von gasförmigen Volumenanteilen im Dosierraum nicht beeinträchtigt wird. Die Herstellung der Betriebsfähigkeil dieser anfänglich flüssigkeitsfreien Abfüllvorrichtung erfolgt nach dem Einbringen des Mediums in den Vorratsbehälter durch das einmalige manuelle Absenken des Ventiltellers bei stillstehendem Dosierkolben unter Verwendung eines greifbaren, mit dem Ventilteller oder dem Ventilkopf verbundenen Handhebels, so daß die Zulauföffnung im Vorratsraum bis zum Abschluß der vollständigen Beflutung des Dosierraumes bei gleichzeitig im Gegenstrom stattfindenden Austritt des Luftvolumens aus diesem freigestellt wird. Nach dem Lösen des Handhebels nimmt der Ventilteller seine Mitellage als Ausgangsposition vordem Beginn der Dosierkolbenbewegung ein, so daß der Entnahmeprozeß von Flüssigkeitsportionen in beschriebener Weise erfolgen kann.
Die Vorteile der Erfindung sind durch eine stabile, zuverlässige und leistungsfähige Prozeßführung mit hoher Präzision und Gleichmäßigkeit der Dosiermengen sowie eine gute energiewirtschaftliche Ausnutzung der verfügbaren Antriebsleistung gekennzeichnet.
Die selbstwirkendo, unter Ausschluß mechanisch mit dem Kolbenantrieb verbundener Steuer- und Regelelemente sichergestellte Arbeitsweise des Regelorgans bietet in Einsatzfällen, wo es um die Ver- und Entsorgung einer Abfüllstelle durch mindestens eine Zulauföffnung in einem zu nebenliegenden Trägerbaugruppen beweglichen Dosierraum geht, besondere wirtschaftliche Vorteile, da das Regelorgan gegenüber anderen bekannten technischen Lösungen, wie sie bei Rundfüllanlagen oder doppelseitig wirkenden Linearfüllern gem. der ES DE PS 262010 sowie in Mischkammern für Flüssigkeiten und/oder Gase zur Anwendung kommen, einen geringen Herstellungs- und Wartungsaufwand erfordert.
Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel erläutert
Die dazugehörigen Zeichnungen zeigen:
Fig. 1: Querschnitt des Regelorgans in Ruhestellung
Fig. 2: Querschnitt des Regelorgans beim Dosierprozeß mit freigestellter Zulauföffnung Fig. 3: Querschnitt des Regelorgans beim Abfüllprozeß mit freigestellter Auslauföffnung.
Eine Abfülleinrichtung für Flüssigstoffe weist eine vorzugsweise horizontal positionierrte, unterhalb eines Vorratsbehälters an der Bodenfläche desselben flüssigkeitsdicht befestigte Zylindereinheit 2 auf, deren Dosierraum 6 unter Ausnutzung eines mit der Dosierkolbenbewegung synchronistish auf einersenkrechtzurBodenflächedes Vorratsbehälters 1 undeinerdarunterinder Dosierraumwandung befindlichen Abfüllstelle 5 verlaufenden zentralen Achse bewegbaren Regelorgans, bestehend aus einem über der Abfüllstelle 5 im Dosierraum 6 stehenden, rohrförmig ausgeführten, mit radial einmündend angeordneten Flüssigkeitsdui'chlässen 17 ausgestatteten, einerseits oberhalb in einerden Vorratsraum 7 abgrenzenden als Bodenfleche desselben benannten Zwischenwand 8 flüssigkeitsdicht befestigten, dabei mit einem offenen-als Zulauföffnung 12 ausgeführtem Rohrende in den Flüssigkeitsvorrat ausmündenden, sowie andererseits ein unterhalbzur Abfüllstelle 5gerichtetes, vorzugsweise zapfenförmig geschlossenes Endstück 10 aufweisendes Zulaufstück 13, einem achsgleich unterdiesem angeordneten, unter Ausnutzung eines flüssigkeitsdicht in einer Aussparung der Dosierraumwand eingesetzten, in Achsrichtung beidseitig federelastisch bewegbaren Zwischenstückes 9 in vertikaler Mittellage gehaltenen, einezentrische senkrechte Bohrung alsAuslauföffnung 11 aufweisenden-mitdieserdaszapfenförmigeEndstück lOdesZulaufstückes 13flüssigkeitsdicht verschiebbar umschließenden, als Abfüllstelle 5ausgestalteten Ventilteller 4, welcher auf seiner dem Dosierraum 6zugewandten Seite eine radial symmetrisch angeordnete, nach oben durch das Zulaufstück 13 geführte, im Bereich der Zulauföffnung 12 mit einem in dieser axial von oben flüssigkeitsdicht einstehenden Ventilkopf 15 verbundene Bügelbrücke 14 aufweist im Wechsel der ( Dosierkolbenlaufrichtung einerseits mit dem Vorratsraum flüssigkeitsführend und der Abfüllstelle 5 flüssigkeitsdicht und andererseits mit dem Vorratsraum flüssigkeitsdicht und der Abfüllsteile 5 flüssigkeitsführend verbunden wird und bei Dosierkolbenstillstand durch die dabei vom Regelorgan eingenommene zwischen der oberen Zulaufstellung und unteren Auslaufstellung befindlichen Mittellage beidseitig flüssigkeitsdicht geschlossen wird. Zum Zwecke der Entlüftung des Dosierraumes 6 weist das Zulaufstück 13 im Dosierraumbereich hochliegende radial einmündende, zur Zulauföffnung 12 führende Flüssigko.tsdurchlässe 18 sowie einen mit dem Ventilteller 4 anschlagartig verbundenen Handhebel 23 auf, welcher nach dem Einfüllen des Abfüllgutes in den Vorratsbehälter 1 ein einmaliges Anheben des mit dem Ventilkopf 15 verbundenen
Ventiltellers 4 gestattet, so daß der zunächst noch flüssigkeitsfreie Dosierraum 6 zur Herstellung des Betriebszustandes der Abfülleinrichtung beflutet und dabei gleichzeitig durch ein vollständiges Entweichen des verdrängten Luftvolumens aus dem Dosierraum 6 entlüftet wird. Nach dem Lösen des Handhebels 23 nimmt der Ventilteller 4 zunächst seine druckausgleichende, den Dosierraum 6 flüssigkeitsdicht schließende Mittellage ein. Mit beginnender Dosierkolbenbewegung, die beispielsweise als Saughub wirksam wird, bewirkt der Unterdruck im Dosierraum 6 ein spontanes Anheben des in der aktiven Wandung des Zwischanstüokes 9 elastisch gelagerten Ventiltellers 4 und damit ein festeres Schließen der Auslauföffnung 11 sowie ein gleichzeitiges paralleles Anheben des Ventilkopfes 15 bis zum Freistellen der Zulauföffnung 12, so daß ein druckausgleichendes Einsaugen des Mediums in den Dosierraum 6 erfolgt. Der Dosierprozeß wird während der Kolbenbewegung regelmäßig fortgesetzt und letztlich bei Erreichen des Kolbenumkehrpunktes und anschließendem Vorlauf des Dosierkolbens 16 durch den dabei im Doslerraum 6 stattfindenden Druckumschlag dadurch beendet, daß der Ventilteller 4 spontan in seiner Auslaufstellung gedrückt wird, wobei ein Freistellen des Endstückes 10 für den Abfüllprozeß und ein gleichzeitiges festes Schließen der Zulauföffnung 12 durch den mit dem Ventilteller 4 abgesenkten Ventilkopf 15 erfolgt.
Das periodische Hubspiel des Dosierkolbens 16 wird somit vom Regelorgan durch den Flüssigkeitsdruck vor der Kolbenfläche in temporaler Gleichmäßigkeit ausgeführt, wobei ein Teil der vom Medium aufgenommenen Energie als kinetische Energie für die Betätigung des Regölorgans Verwendung findet und ein anderer als Bewegungsenergie für das Medium selbst an der Auslauföffnung 11 genutzt wird.
Die Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der mit der Ausgestaltung des Regelorgans erreichten komplexen steuerungstechnischen und leistungstechnischen Prozeßführung im Dosierraum 6, so daß ein präziser und energiewirtschaftlicher Entnahmeprozeß von Flüssigkeitsportionen mit hoher Leistungsfähigkeit für den produktiven Einsatz und geringem Herstellungs- und Wartungsaufwand für das Arbeitsmittel gewährleistet wird. Die Dosiergenauigkeit wird durch einen direkten kolbenseitigen Kraftdurchlaß zum drucksensiblen Zwischenstück 9 und durch eine selbstwirkende Entlüftung des Dosierraumes 6 wesentlich erhöht.
Durch eine zusätzliche maßliche Längenanpassung des Endstückes 10 mit der Auslauföffnung 11 des Ventiltellers 4 bei gleichzeitiger Ausführung der Tropfkante 19 derselben als spitzwinklig nach unten weisendes Profilstück wird ein vollständiges Ausschieben des Abfüllgutes ausder Auslauföffnung 4 erreicht, so daß ein tropfarmer und sauberer Abfüllprozeß gewährleistet ist.
Mit dem Einsatz des drucksensibel reagierenden Regelorgans wird eine für den Abfüllgut und für die Zylindereinheit 2 materialschonende Arbeitsweise erreicht, die den Anwendungsbereich der Erfindung gegenüber bekannten technischen Lösungen erweitert und die Standzeit derselben verlängert.
Ein weiterer Vorteil ist im besonderen durch den Fortfall von massenbelasteten außenliegenden Steuereinrichtungen erkennbar, da neben erheblichen Energie- und Materialeinsparungen sowie die Reduzierung der Herstellungskosten auch der Einsatz der gefundenen Lösung an Rundfüllanlagen problemlos möglich ist. Des weiteren bietet die Erfindung den Vorzug, daß gleichzeitig mehrere Zulauföffnungen 12 eines Dosierraumes 6 einer als Mischdüse wirkende Auslauföffnung 11 zugeordnet werden können.
Claims (14)
1. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung, bestehend aus einem in einer vorzugsweise horizontal zwichen einem Vorratsraum und einem unterhalb an diesem flüssiqkeitsdicht befestigten, eine nach unten gerichtete, als Abfüllstelle ausgeführte Auslauföffnung aufweisenden, dem Kolbenraum einer nebenliegenden Zylindereinheit vorgelagerten Dosierraum befindlichen Zwischenwand flüssigkeitsdicht eingesetzten Absperrorgan, gekennzeichnet dadurch, daß mindestens ein über der Abfüllstelle (5) angeordnetes, einerseits eine den Vorratsraum (7) mit dem Dosierraum (6) verbindende Zulauföffnung (12) aufweisendes, andererseits ein zu einem in der Dosierraumwand durch ein federelastisch gelagertes, rechtwinklig zur zentralen Hauptachse positioniertes, auf dieser in beiden Achsrichtungen bewegbares Zwischenstück (9) gehaltenes, als Abfüllstelle (5) ausgeführten Ventilteller (4) gerichtetes, die Auslauföffnung (11) desselben zeitweilig flüssigkeitsdicht verschiebbar verschließendes Endstück (10) aufweisendes Zulaufstück (13), einen mit dem Ventilteller (4) unter Ausnutzung einer vorzugsweise durch das Zulaufstück (13) geführten Bügelbrücke (14) verbundenen, in die Zulauföffnung (12) desselben zeitweilig flüssigkeitsdicht verschiebbar einstehenden Ventilkopf (15) und zugeordnete Anschlag- und Führungselemente aufweist.
2. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Zulaufstück (13) in jeder möglichen Position des zwischen zwei Endstellungen axial bewegbaren, mit dem Ventilkopf (15) verbundenen Ventilteilers (4) mit mindestens einem flüssigkeitsdicht zu dem Zulaufstück (13) verschiebbaren Führungsteil des Ventilkopfes (15) oder des Ventiltellers (4) in Verbindung steht.
3. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß das Zulaufstück (13) ein zur Abfüllstelle (5) gerichtetes Endstück (10) aufweist, welches das Profil eines in die Auslauföffnung (11) der Abfüllstelle (5) flüssigkeitsdicht einschiebbaren Paßstückes b3sitzt und einerseits in einer senkrecht zur Achse desselben stehenden Planfläche (20) endet, sowie andererseits von dieser in einem Abstand der axialen Länge der Auslauföffnung (11) mit einer bundartigen Profilveränderung, die eine Profilerweiterung (21) sein kann, in die Kontur des Zulaufstückes (13) übergeht.
4. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß der Ventilteller (4) in einer Durchdringung der aktiven Wand des Zwischenstückes (9) flüssigkeitsdicht zu diesem befestigt ist, dabei in den Dosierraum (6) mit einer vorzugsweise kreisringförmigen, rechtwinklig zur Zentralachse stehenden Planfläche, die sich als Schulterkante (22) zur Auslauföffnung (11) ausnimmt einmündet und mit dem Endstück (10) in den axialen Lagepositionen seiner Mittelstellung unH Zulaufstellung flüssigkeitsdicht verschiebbar in Verbindung steht.
5. Regelorgan für Kolbendosiere-nrichtung nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, daß der Ventilkopf (15) auf einer Bügelbrücke (14) verstellbar angeordnet ist und mindestens ein zu mindestens einer Zulauföffnung (12) gerichtetes, dem Profil des freien Querschnittes derselben entsprechendes Paßstück aufweist, welches einerseits in einer senkrecht zur Zentralachse stehenden Planfläche (20) endet und andererseits von dieser in einem Abstand der axialen Länge de' Auslauföffnung (11) mit einer bundartigen Profilveränderung, die eine Profilerweiterung (21) sein kann, in die Kontur des Ventilkopfes (15) übergeht.
6. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß die Paßstücke des zur Auslauföffnung (11) gerichteten Endstückes (10) und des zur Zulauföffnung (12) gerichteten Ventilkopfes (15) vorzugsweise gleichlang sind und um den axialen Abstand eines Offnungsspaltes zwischen ihrer jeweiligen Planfläche (20) und der Schulterkante (22) des Ventiltellers (4) in Auslaufstellung des Regelorgans bzw. der Zulauföffnung (12) in Zulaufstellung des Regelorgans kürzer als die auf der zentralen Achse projektierte axiale Bewegungsfreiheit des mit dem Ventilkopf (15) verbundenen Ventiltellers (4) ist.
7. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis6, gekennzeichnet dadurch, daß das Zulaufstück (13) in seiner Gesamtlänge um das Maß der axial projektierten Breite des Öffnungsspaltes in der Zu- oder Auslaufstellung des Ventiltellers (4) Kürzer ist als der axiale Abstand zwischen der Schulterkante (22) des Ventiltellors (4) und der Profilerweiterung (21) des Ventilkopfes (15).
8. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 7, gekennzeichnet dadurch, daß das Zulaufstück (13) einen Abstand von seiner Zulaufstelle (12) bis zur Profilerweiterung (21) seines Endstückes (10) aufweist, der um mindestens die Breite des Öffnungsspaltes kurzer ist als der Abstand zwischen der Schulerkante (22) des Ventiltellers (4) und der Planfläche (20) des dem Ventilkopf (15) zugehörigen Paßstückes.
9. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 8, gekennzeichnet dadurch, daß der Ventilteller (4) einon axialen Abstand von seiner Tropfkante (19) bis zur Schulterkante (22) aulweist, der mit dem Maß der nutzbaren Profillänge des dem Zulaufstück (13) zugehörigen Endstückes (10) identisch ist.
10. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 9, gekennzeichnet dadurch, daß das zwischenstück (9) mindestens eine federelastische Platte ist.
11. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 9, gekennzeichnet dadurch, daß das Zwischenstück (9) mindestens ein Faltenbalg ist.
12. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 9, gekennzeichnet dadurch, daß Zwischenstück (9) eine Kolben-Zylinderpaarung ist, welche mit Rückstellfedern ausgestattet ist.
13. Reg elorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 9, gekennzeichnet dadurch, daß das Zwischenstück (9) eine Kolben-Zylinderpaarung ist, welche mindestens eine mit mindestens einer Kolbenfläche in Verbindung stehende Kompensationskammer aufweist.
14. Regelorgan für Kolbendosiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 9 und mindestens einem der Ansprüche 10 bis 13, gekennzeichnet dadurch, daß das Zwischenstück (9) eine Kombination aus den technischen Mitteln vorstehender Ansprüche ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD32704589A DD280997A1 (de) | 1989-03-30 | 1989-03-30 | Regelorgan fuer kolbendosiereinrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD32704589A DD280997A1 (de) | 1989-03-30 | 1989-03-30 | Regelorgan fuer kolbendosiereinrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD280997A1 true DD280997A1 (de) | 1990-07-25 |
Family
ID=5608040
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DD32704589A DD280997A1 (de) | 1989-03-30 | 1989-03-30 | Regelorgan fuer kolbendosiereinrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD280997A1 (de) |
-
1989
- 1989-03-30 DD DD32704589A patent/DD280997A1/de not_active IP Right Cessation
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