DD284580A5 - Waessrige akarizidzusammensetzungen - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung betrifft waeszrige Akarizidzusammensetzungen, die auszer partikularem Clofentizin eine Menge an Fenbutatinoxid enthalten, die ausreicht, um das Kristallwachstum der Clofentizinteilchen zu verhindern oder wesentlich zu hemmen.{Akarizidzusammensetzungen, waeszrig; Clofentizin; Fenbutatinoxid; Kristallwachstumshemmung; Clofentizinteilchen}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft wäßrige Akarizidzusammensetzungen, die zur Bekämpfung von Milben, insbesondere Spinnmilben bei Äpfeln und anderen Obstkulturen verwendet werden.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Die Verbindung 3,6-Bis(2-Chlorophenyl)-1,2,4,5-tetrazin, auch unter dem gebräuchlichen Namen Clofentezin bekannt, ist ein Akarzid, das bei der Bekämpfung von Milben, insbesondere von Spinnmilben, bei Äpfeln und anderen Obstkulturen aktiv ist. Sie wird als Konzentratpräparat geliefert, das bis zum Verbrauch gelagert wird, dann auf die erforderliche Konzentration verdünnt und auf die zu behandelnde Fläche aufgebracht wird. Eines der gebräuchlichsten ausgelieferten Konzentratpräparate ist eine wäßrige Suspension, in welcher das Clofentezin in Form von feinen Teilchen, die in einem wäßrigen Medium dispergiert sein, vorhanden ist. Das hat jedoch den Nachteil, daß bei längerer Lagerung ein gewisses Kristallwachstum der Clofentezinteilchen beobachtet wird, besonders bei der Lagerung unter ungünstigen Bedingungen, z. B. hohen Temperaturen, und das führt zu einer verminderten Aktivität der Präparate bei der Aufbringung.
Es wurde nun festgestellt, daß die Einbeziehung einer geringen Menge eines anderen bekannten Akarazids, des Fenbutatinoxids, d. h., von Bis[tris(2-methyl-3-phenylpropyl)-zinn]oxid, in eine wäßrige Clofentezinzusammensetzung überraschenderweise das beobachtete Kristallwachstum des Clofentezins verhindert oder wesentlich hemmt.
Ziel der Erfindung
Durch den Zusatz von Fenbutatinoxid zu einer Clofentezin enthaltenden akariziden Zusammensetzung konnte das Kristallwachstum der Clofentezinteilchen verhindert bzw. wesentlich gehemmt werden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Kristallwachstum von Clofentezinteilchen in akariziden Zusammensetzungen weitestgehend zu verhindern.
Demzufolge betrifft die Erfindung nach einem Gesichtspunkt eine wäßrige Zusammensetzung, die aus partikularem Clofentezin und einer Menge an Fenbutatinoxid besteht, die ausreicht, um das Kristallwachstum der Clofentezinteilchen zu verhindern oder wesentlich zu hemmen.
Da Fenbutatinoxid in Wasser umkehrbar hydrolysiert wird, kann die festgestellte stabilisierende Wirkung durchaus auf dessen Hydrolyseprodukt zurückführbar sein, auf (2-Methyl-2-phenylpropyl)zinnhydroxid. Dementsprechend ist der hier verwendete Begriff „Fenbutatinoxid" so zu verstehen, daß er auch diese Verbindung einschließt.
Das Clofentezin ist in der wäßrigen Suspension normalerweise in einer Konzentration von 1 bis 70Gew.-%, vorzugsweise von 5 bis 60 Gew.-% und insbesondere von 15 bis 50 Gew.-% vorhanden. Es hat vorzugsweise einen Volumenmitteldurchmesser von weniger als 2 μιτι, wobei unter dem Volumenmitteldurchmesser der Teilchendurchmesser zu verstehen ist, den 50 Vol.-% der Probe überschreiten.
Es wurde festgestellt, daß das Kristallwachstum des Clofentezins durch geringe Mengen an Fenbutatinoxid wesentlich gehemmt wird, das demzufolge in der wäßrigen Suspension in einer so geringen Menge wie 0,05 Gew.-% vorhanden sein kann. Die Wirkung wird jedoch bei allen Konzentrationen über diesem Wert beobachtet, und es wird deshalb davon ausgegangen, daß es keine echte Obergrenze für diese Konzentration gibt, natürlich unter Berücksichtigung der Gesamtstabilität der Zusammensetzung. Trotzdem wird eine Konzentration des Fenbutazinoxids von 0,1 bis 50Gew.-% der Zusammensetzung bevorzugt. Besonders bevorzugt werden Konzentrationen von 0,1 bis 5Gew.-%, insbesondere von 0,1 bis 3Gew.-%. Das Verhältnis von Clofentezin zu Fenbutatinoxid beträgt vorzugsweise weniger als 1:1 auf Gewichtsbasis und kann bis zu 800:1 betragen. Das Fenbutatinoxid kann in einer Menge vorhanden sein, die bei der Aufbringung der verdünnten Zusammensetzung eine akarizide Wirkung ausübt, wobei in einem solchen Fall, wenn das gewünscht wird, in die Zusammensetzung höhere Mengen einbezogen werden, als das nur zur Stabilisierung des Clofentezins erforderlich ist. Soll jedoch nur das Clofentezin stabilisiert werden, beträgt das Verhältnis von Clofentezin zu Fenbutatinoxid vorzugsweise zwischen 10:1 und 100:1 auf Gewichtsbasis, vorzugsweise zwischen 20:1 und 70:1, Gewichtsbasis.
Natürlich enthalten die Zusammensetzungen der Erfindung auch Bestandteile, wie sie normalerweise zur Herstellung solcher Zusammensetzungen eingesetzt werden, beispielsweise Suspergiermittel, oberflächenaktive Mittel, Deflokkulationsmittel, Gefrierschutzmittel und Präservative, aber diese sind im allgemeinen für die vorliegende Erfindung nicht direkt relevant und können in geeigneten Mengen und Verhältnissen eingesetzt werden, die angemessen und praktisch sind. Als allgemeine Richtlinie soll jedoch angegeben werden, daß vorzugsweise zwischen 1 und 10Gew.-%, vor allem zwischen 2 und 6Gew.-%, eines oder mehrerer oberflächenaktiver Mittel in die Zusammensetzung einbezogen werden. Vorteilhaft ist es, zwischen 0,5 und 5 Gew.-% eines oder mehrerer Suspergier- und/oder Dickungsmittel zuzusetzen. Begünstigt wird auch die Einbeziehung von 0,5 bis 5% eines oder mehrerer Präservative, wie auch die Einbeziehung von 1 bis 20Gew.-% eines oder mehrerer Gefrierschutzmittel.
Die Zusammensetzungen der Erfindung können natürlich auch andere aktive Insektizide oder Akarazide enthalten, beispielsweise Bifenthrin, Teeröl, Dicofol, Methidathion, Propargit, Amitraz, Chlorobenzilat, Bromopropylat, Benzoximat, Binapakryi, Tetradifon, Formetanat, Profenophos, Triazophos, Monokrotophos, Karbophenothion, Prothoat, Omethoat, Dioxathion, Dialifos, Ethion, Azozyklotin, oder ein Pyrethroid wie Permethrin, Zypermethrin, Fenvalerat, Fluorozythrin, Deltamethrin, Alfoxylat, Phenothrin, Zyphenothrin, FenPropathrin, Zyhalothrin, Zyfluthrin, Tralomethrin, Tralozythrin, Esfenvalerat,Fluvalinat, Furamethrin, Fenfluthrin, Fenpyrfithrin, Phenzyklat,Tetrallethrin,Pyrethrin,Zinerin,Jasmolin,Allethrin, Barthrin, Dimethrin, Bioallethrin, Alphamethrin, Tetramethrin, Resmethrin, Bioresmethrin, Flumethrin oder Empenathrin. Die Zusammensetzungen der Erfindung werden nach herkömmlichen Methoden hergestellt, die durch die Herstellung ähnlicher Zusammensetzungen bekannt sind. So werden die Clofentezin· und Fenbutatinoxidkomponenten jeweils auf eine entsprechende Teilchengröße (z. B. einen Durchmesser von weniger als 2 цт) gemahlen und in Wasser zur Suspension gebracht, das die erforderlichen Mengen an oberflächenaktiven Mitteln, Suspergiermitteln und anderen eingesetzten Hilfsmitteln enthält. Jeder weitere aktive Bestandteil in den Zusammensetzungen wird nach jeweils geeigneten Methoden einbezogen, beispielsweise durch dessen Auflösung in Wasser oder in einem emulgierbaren Öl, wenn er darin löslich ist, oder durch dessen Mahlen auf eine geeignete Teilchengröße und Suspension in Wasser.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele veranschaulicht.
Beispiel 1
Es wurden Suspensionskonzentratzusammensetzungen hergestellt, die jeweils die folgenden Bestandteile enthielten:
g/i
Fenbutatinoxid 0 oder 10 oder
20
Clofentezin 500
SynperonicPE/P75 30
Polyfon H 20
Monopropylenglykol 105
Dow Corning 1520 0,5
Kelzan 2
Formalin 40% 2
Wasser bis zu 1 Liter
(Anmerkung- Synperonic PE/P75 ist ein oberflächenaktives Mittel, ein Porpylenoxid/Ethylenoxidblockkopolymer, Polyfon H ist ein Dispergiermittel, ein Natriumligninsulfonat, Dow Corning 1520 ist ein Schaumunterdrückungsmittel, eine Polydimethylsiloxanemulsion, Kelzan ist ein Suspergiermittel, ein Xanthangummi, das Monopropylenglykol ist als Gefrierschutzmittel vorhanden, und das Formalin ist als Präservativ eingesetzt.) Diese Zusammensetzungen wurden eine Woche lang bei 500C gelagert und am Ende dieser Zeitspanne nach einer Coulter-Zählung bewertet, um den Volumenmitteldurchmesser der vorhandenen Teilchen und den Prozentsatz der vorhandenen Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als 2 pm zu bestimmen. Es wurde festgestellt, daß sich der Volumenmitteldurchmesser der Zusammensetzung, die kein Fenbutatinoxid enthält, gegenüber dem Ausgangswert vor der Lagerung (d.h., auf 1,7pm gegenüber 1,3цт) um 38% erhöht hatte, während der Volumenprozentsatz der Teilchen mit einem
Durchmesser unter 2 pm um 30% im Vergleich zum Ausgangsprozentsatz verringert hatte. Bei der Zusammensetzung, die 10g Fenbutatinoxid enthält, erhöhte sich der Volumenmitteldurchmesser nur um 6%, und der Volumenprozentsatz von Teilchen mit einem Durchmesser unter 2 pm verringerte sich nur um 2 %. Die entsprechenden Ergebnisse von der Zusammensetzung mit 20g Fenbutatinoxid betrugen 7% Steigerung des Volumenmitteldurchmessers und 2%A/erringerung des Volumenprozentsatzes von Teilchen mit weniger als 2 pm Durchmesser.
Beispiel 2
Es wurden Zusammensetzungen hergestellt, die denen aus Beispiel 1 genau analog waren, aber 550g/l Clofentezin und 0 oder 10g/I Fenbutatinoxid enthielten, und sie wurden über eine Zeitspanne von 2 Wochen bei 500C gelagert. Es wurde festgestellt, daß sich der Volumenmitteldurchmesser der Clofentezinteilchen in der Zusammensetzung um 92% erhöht hatte (d. h. von 1,2pm auf 2,3 pm) und daß der Anteil der Teilchen unter 2 pm Durchmesser von 82 auf 41 % in der Zusammensetzung zurückgegangen war, die kein Fenbutatinoxid enthielt, während in der Zusammensetzung, die 10g/l Fenbutatinoxid enthielt, der Volumenmitteldurchmesser nur um 7% anstieg (von 1,4pm auf 1,5pm) und der Anteil der Teilchen mit einem Durchmesser unter 2 pm nur von 64% auf 60% zurückging.
Beispiel 3
Es wurden auch Suspensionskonzentrate analog zu denen im Beispiel 1 hergestellt, welche die folgenden Mengen an Clofentezin und Fenbutatinoxid enthielten:
Clofentezin (g/l) Fenbutatinoxid (g/l)
10 1,0
10 3,0
10 10,0
10 30,0
10 50,0
30 1,0
50 3,0
50 10,0
50 30,0
50 50,0
100 1,0
100 3,0
100 10,0
100 30,0
100 50,0
200 1,0
200 3,0
200 10,0
200 30,0
200 50,0
500 1,0
500 3,0
500 30,0
500 50,0
700 1,0
700 3,0
700 10,0
700 30,0
700 50,0
Alle oben aufgeführten Zusammensetzungen wiesen in dem oben im Beispiel 1 beschriebenen Lagerungstest eine geringere Zunahme des Volumenmitteldurchmessers und der Anzahl der Teilchen mit einem Durchmesser über 2 pm auf als die entsprechenden Kontrollzusammensetzungen, die kein Fenbutatinoxid enthielten.

Claims (10)

1. Wäßrige Akarizidzusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus partikularem Clofentezin und einer Menge an Fenbutatinoxid besteht, die ausreicht, um das Kristallwachstum der Clofentizinteilchen zu verhindern oder wesentlich zu hemmen.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Clofentizin in einer Menge von 1 bis 70 Gew.-% vorhanden ist.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Clofentizin in einer Menge von 15 bis 50Gew.-% vorhanden ist.
4. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Clofentizin einen Volumenmitteldurchmesser von weniger als 2 цт hat.
5. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Fenbutatinoxid in einer Menge von 0,1 bis 50Gew.-% vorhanden ist.
6. Zusammensetzung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Fenbutatinoxid in einer Menge von 0,1 bis 5Gew.-% vorhanden ist.
7. Zusammensetzung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Fenbutatinoxid in einer Menge von 0,1 bis 3Gew.-% vorhanden ist.
8. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Clofentezin zu Fenbutatinoxid zwischen 1:1 und 800:1 auf Gewichtsgrundlage beträgt.
9. Zusammensetzung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Clofentezin zu Fenbutatinoxid zwischen 10:1 und 100:1 auf Gewichtsgrundlage beträgt.
10. Zusammensetzung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Clofentezin zu Fenbutatinoxid zwischen 20:1 und 70:1 auf Gewichtsgrundlage beträgt.
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