DD285132A5 - Verfahren zur herstellung von schlingenpol- bzw. plueschpolerzeugnissen aus mindestens zwei fadensystemen auf kettenwirk-, insbesondere naehwirkmaschinen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Schlingenpol- bzw. Plueschpolerzeugnissen aus mindestens zwei Fadensystemen auf Kettenwirk-, insbesondere Naehwirkmaschinen. Ziel und Aufgabe der Erfindung ist es, bei der Herstellung von Schlingenpol- bzw. Plueschpolerzeugnissen einmal die Eigenschaften des Erzeugnisses beeinflussen zu koennen, zum anderen die UEbersichtlichkeit an der Maschine, speziell an der Maschenbildungsstelle zu erhoehen. Erfindungsgemaesz bildet das eine der beiden eingesetzten Fadensysteme ein Grundgewirke und das andere Polschlingen. Das polschlingenbildende Fadensystem verlaeuft zwischen den Maschenschenkeln und den Maschenstegen des Grundgewirkes und wird dort geklemmt. Fig. 3{Schlingenpol-, Plueschpolerzeugnisse; Kettenwirk-, Naehwirkmaschinen; mehrere Fadensysteme; Grundgewirke; Polbildung; Fanghaken; Kamm einklemmen; Polschlingen; Polhoehe, aufschneiden; Fuehrungselemente; Versatz}
Description
Hierzu 3 Seiten Zeichnungen
Die Erfindung wird bei der Herstellung von Schlingenpol- oder Plüschpolerzeugnissen verwendet, die aus Fäden hergestellt werden. Einge.setzt werden dazu Kettenwirk-, insbesondere Nähwirkmaschinen.
Charakteristik des bekannten Standes der Yechnlk
Die Erzeugung von Schlingenpol- oder Plüscherzeugnissen ist nach verschiedenen Verfahren bekannt. Neben Weg- und Tufting-Vorfahren wi den vor allem Rundstrick- und Nähwirkverfahren zur Herstellung von Schlingenpol- und Plüschpolerzeugnissen eingesetzt.
Die Nähwirkverfahren beruhen darauf, daß Fäden oder Vliese bzw. Einzelfasern in vorgefertigte Trägerbahnen eingenäht werden und dabei auf der einen Warenseite Maschen, auf der anderen hochstehende Polschlingen oder Polbüschel ergeben. Bekannte Verfahren sind Malipol, Voltex und Finofur (DD-PS39819, DD-PS160596). Außerdem ist das Schußpol-Verfahren bekannt, bei dem ein polschlingenbildendes Fadensystem mit einem Basismaterial mit Hilfe eines weiteren Fadensystems verbunden wird.
Alle diese Verfahren benötigen zur Ausbildung der Polschlingen Platinen, die die Höhe der Polschlingen und damit der Plüschdecke bestimmen.
Schließlich können mit Hilfe des Nähwirkverfahrens Polschlingenerzeugnisse oder plüschähnliche Erzeugnisse hergestellt werden, die nur aus unversponnenen Fasern bestehen und bei dem die Fasern unter Ausbildung von Maschen und Polschlingen bzw. Polbüscheln zu einem Flächengebilde verbunden werden (DD-PS262455, WPD04 B/314144.8).
Beim Rundstricken ist die Herstellung von Faserband-Großrundgestricken bekannt, bei denen Fasern eines Faserbandes mit in die Maschen eines Grundgestricks eingebunden werden.
Auch die „Futterfaden'technik ist zur Herstellung von Plüschen geeignet, wobei der Futterfaden durch geeignete Ausrüstung zur Plüschoberfläche ausgerüstet wird.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Schlingenpol- oder Plüschpolen pjgnissen, das Möglichkeit bietet, die Eigenschaften des Flächengebildes zu bestimmen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Schlingenpolerzeugnisse oder Plüsche auf Kettenwirk-, insbesondere Nähwirkmaschinen herzustellen, wobei einmal die Eigenschaften des Flächengebildes, wie Dehnung, Polhöhe und Dichte usw. beeinflußt, zum anderen die Übersichtlichkeit an der Maschenbildungsstelle erhöht werden soll. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei Einsatz von mindestens zwei Fadensystemen, von denen ein h'adensystem ein Grundgewirke und ein Fadensystem Polschlingen, aber keine Maschen bildet, das polbildende Fadenmaterial zwischen den Maschenschenkeln und den Meschenstegen verläuft und geklemmt wird. Es wird in einem, in zwei oder auch in mehreren Maschenstäbchen verankert.
Das polbildende Material kann in nebeneinanderliegenden Maschenstäbchen der gleichen Maschenreihe oder in nebeneinanderliegenden Maschenstäbchen nacheinander folgender Maschenreihen eingebunden werden. Das erfindungsgemäße Verfahren wird ohne polbildande Mittel, wie z. B. Platinen durchgeführt. Die Polfäden werden durch Fanghaken bzw. einen Kamm, dessen Zähne als Haken ausgebildet sind, zu Polschlingen ausgezogen. Die Fanghaken bzw. der Kamm werden separat gesteuert und bewegt.
Die Höhe der Polschlingen wird von der Bewegung der Fanghaken bzw. des Kammes bestimmt. Die Haken erfassen die polbildenden Fäden und ziehen sie soweit vom Grundgewirke weg, wie es die vorgesehene Polhöhe erfordert. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können ein, zwei oder auch mehr polbildende Fadensysteme eingearbeitet und mustergerecht zu Schlingenpol bzw. Plüschpol verarbeitet werden, wobei ein, zwei oder mehr Kämme gleichzeitig oder wechselweise eingesetzt werden, die gleich- oder gegensinnig arbeiten. Die Kämme können schrittweise über mehrere Maschenstäbchen versetzt werden. Ebenso ist es möglich, daß die Führungselemente für die Polfäden und der oder die Kämme in gegensinnigen Bewegungen zusammenarbeiten und die Polbildung durch beide Elemente erfolgt. Unmittelbar nach ihrer Herstellung können die Polschlingen in der Maschine aufgeschnitten und zu einer Plüschoberfläche ausgebildet werden.
Durch Verarbeitung oder Mitverarbeitung von dehn- oder schrumpffähigen oder auch klebefähigen Fäden im Grundgewirke können die Eigenschaften und die Art des herzustellenden Flächengebildes beeinflußt werden. Das Grundgewirke wird in Trikotoder in Fransenbindung hergestellt.
Das Wesen der Erfindung besteht also darin, daß mindestens zwei Fadensysteme so miteinander verarbeitet werden, daß das eine ein Grundgestrick bildet und das andere Fadensystem zu Polschlingen oder Plüschschenkeln ausgeformt wird. Die Polschlingen oder Plüschschenkel werden in den Maschen des Grundgestricks verankert, bilden selbst aber keinerlei Maschen. Das Verfahren kann nach mehreren Varianten durchgeführt werden. Und zwar:
- Grundgestrick Trikotbindung: Der polschlingenbildende Faden wird zwischen den Stegen und Maschenschenkeln geklemmt. Ein Polfadenversatz um eine Nadel ist notwendig, um zwei oder mehr Nadeln ist er möglich.
- Grundgestrick Fransenbindung: Der polschlingenbildende Faden wird um mindestens zwei Nadeln versetzt und wird zwischen den Stegen und den Maschenschenkeln in mindestens zwei Maschenstäbchen geklemmt. Die Querfestigkeit wird bei dieser Variante durch den polbildenden Faden erbracht und bestimmt. Ein Polfadenversatz ist um 2 Nadeln notwendig, um mehr Nadeln möglich.
- Grundgestrick Trikotbindung: Der polschlingenbildende Faden wird nicht versetzt und verläuft immer zwischen den gleichen Maschenstäbchen. Der Polfaden wird dabei so gesteuert, daß mit den Maschenstegen V- oder W-Noppen entstehen.
Ausführungsbeispiel
in einem Ausführungsbeispiel wird die Erfindung näher dargelegt. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1: 3 Phasen des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2: eine andere Anordnung der erfindungsgemäßen Arbeitsstelle,
Fig. 3: eine prinzipielle Darstellung der Variante mit Trikotlegung und Versatz um eine Nadel,
Fig. 4: eine prinzipielle Darstellung der Variante mit Fransenlegung und Versatz um zwei Nadeln,
Fig. 5: die Stellung der Führungselemente vor den Abschlagplatinen
bekannter Weise aus Schiebernadeln 1, Schließdrähten 2 und Abschlagplatinen 3 aufgebaut. Gegenüber den Schiebernadeln 1sind die Grundfaden-Lochnadeln 4 angeordnet, die die das Grundgestrick bildenden Grundfäden 5 führen.
eingezogen wird.
der polschlingenbildende Faden 7 mit dem Fadenteil 10 eingeordnet.
und der Halbmasche 8 eingebunden und somit fest verankert. Die Halbmasche 8 wird dann über die Nadelspitze zum
bzw. Kamm 14 den polschlingenbildenden Faden 7 erfaßt und beginnt seine Bewegung in die Ausgangsposition. Dabei sorgtdas Führungselement 6 dafür, daß der polschlingenbildende Fader. 7 nicht nach oben ausweichen kann und beim nächsten
polschlingenbildenden Faden 7, um die nächste Polschlinge zu bilden. Zwischenzeitlich wurde das Führungselement 6 soversetzt, daß beim Vorwärtsgang der Schiebernadel 1 der Teil 10 des polschlingenbildenden Fadens 7 überstochen und soeingebunden werden kann.
kann der Fanghaken bzw. Kamm 16 geradlinig zwischen die Schiebernadeln 15 eingreifen und den polschlingenbildenden
der Fanghaken bzw. Kamm an und formt die polschlingenbildenden Fäden 18zu Polschlingen 19. Es wird dabei deutlich, daß die
eingeschlossen werden.
polschlingenbildenden Fäden 22 bestimmt und gewährleistet. An den mit χ bezeichneten Stellen greift der Fanghaken bzw.
(Fig. 5) und Fanghaken bzw. Kamm 27 vorgonommen werden. Erreicht wird dadurch ein Zeitgewinn zur Formung der
der Fanghaken bzw. Kamm 27 den polbildenden Faden 29 in die zur Polbildung erforderliche Stellung, während der
seitliche Bewegung der Führungselemente 26 wird gewährleistet, daß der polbildende Faden 29 zuverlässig überstochen wird.
Claims (16)
1. Verfahren zur Herstellung von Schlingenpol- bzw. Plüschpol-Erzeugnissen aus mindestens zwei Fadensystemen auf Kettenwirk-, insbesondere Nähwirkmaschinen, wobei ein Fadensystem ein Grundgewirke und ein Fadensystem Polschlingen, aber keine Maschen bildet, gekennzeichnet dadurch, daß das polbildende Fadenmaterial zwischen den Maschenschenkeln und den Maschenstegen verläuft und geklemmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das polbildende Material in einem, zwei oder mehr Maschenstäbchen verankert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das polbildende Material in nebeneinander liegenden Maschenstäbchon der gleichen Maschenreihe eingebunden wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das polbildende Material in nebeneinander liegenden Maschenstäbchen in nacheinander folgenden Maschenreihen eingebunden wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das polbildende Material durch Fanghaken bzw. einen Kamm zu Polschlingen ausgezogen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Höhe der Polschlingen von der Bewegung der Fanghaken bzw. des Kammes bestimmt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß zwei oder mehr polbildende Fadensysteme eingearbeitet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß verschiedene polbildende Fadensysteme mustergerecht zu Schlingenpol bzw. Plüschpol verarbeitet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Polschlingen unmittelbar nach ihrer Herstellung in der Maschine zu einer Plüschoberfläche aufgeschnitten werden.
10. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß mit zwei oder mehr Kämmen gleichzeitig oder wechselweise gearbeitet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Kämme gleichsinnig oder gegensinnig arbeiten.
12. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Kämme schrittweise über mehrere Maschenstäbchen versetzt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß im Grundgewirke dehn- oder schrumpf bare Fäden verarbeitet oder mitverarbeitet werden.
14. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß im Grundgewirke klebfähiges Material verarbeitet oder mitverarbeitet wird.
15. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Führungselemente und der Kamm in gegensinnigen Bewegungen zusammenarbeiten und die Polbildung durch beide Elemente erfolgt.
16. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Grundgewirke in Trikot-oder Fransenbindung hergestellt wird.
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