DD288491A7 - Mittel zur bekaempfung von insekten und nagetieren - Google Patents

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DD288491A7
DD288491A7 DD32985089A DD32985089A DD288491A7 DD 288491 A7 DD288491 A7 DD 288491A7 DD 32985089 A DD32985089 A DD 32985089A DD 32985089 A DD32985089 A DD 32985089A DD 288491 A7 DD288491 A7 DD 288491A7
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DD
German Democratic Republic
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benzoic acid
inhibitor
ammonium carbamate
weight
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DD32985089A
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Inventor
Rolf Herrmann
Wolfgang Toepe
Guenther Barysch
Original Assignee
Delicia,De
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Abstract

Mittel zur Bekaempfung von Insekten und Nagetieren auf der Basis von feuchtigkeitszersetzlichen Phosphiden, bei denen die Selbstentzuendlichkeit des bei der Hydrolyse entstehenden Phosphins durch einen Inhibitor, der aus einem Gemisch von Benzoesaeure und Ammoniumcarbaminat im Verhaeltnis 1:1 bis 1:10 Gewichtsteilen besteht, verhindert wird. Die beiden Gemischkomponenten wirken dabei synergistisch in ihrem Reaktionsverhalten bei der Verhinderung der Selbstentzuendung. Dadurch sind nur geringe Einsatzmengen von 0,5 bis 10 * bezogen auf die Gesamtmischung, erforderlich, um die notwendige Inhibitionswirkung zu erreichen.{Pestizid; Metallphosphid; Inhibitor; Gemisch Benzoesaeure und Ammoniumcarbaminat; Hemmung der Selbstentzuendlichkeit; Synergistische Wirkung}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Schädlingsbekämpfungsmittel mit insektizider und rodentizider Wirkung zur Bekämpfung vorzugsweise von Vorrats- und Hygieneschädlingen.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik Feuchtigkeitszersetziiche Metallphosphide, besonders die der Erdalkali· und Erdmetalle, werden seit geraumer Zeit in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Zur Erzielung einer pestiziden Wirksamkeit wird dabei mittels Wasser bzw. Feuchtigkeit das Phosphid hydrolysiert und Phosphin gebildet. Dieses Gas wirkt als Atemgift auf die Schädlinge. Das gebildete Phosphin neigt
jedoch zur Selbstentzündung, so daß der Umgang und die praktische Anwendbarkeit dadurch mit erheblichen Einschränkungen verbunden ist.
Zur Unterdrückung der Selbstentzündung des Phosphine wurden folgende Wege beschriften: Zur Verzögerung der Hydrolysegeschwindigkeit wurde das Phosphidpulver in speziellen luft- und feuchtigkeitsdurchlässigen Verpackungen oder faserartigen Trägermaterialien zur Anwendung gebracht. Durch andere Verfahren ist bekannt, die Phosphidteilchen mit wasserabweisenden festen oder flüssigen Substanzer, zu umhüllen und so die Hydrolysegeschwindigkeit
zu reduzieren.
Weiterhin wurde versucht, das bei der Hydrolyse des Phosphids entstehende Phosphin auf einer niedrigen Temperatur zu halten,
indem leichtflüchtige organische Substanzen beigemischt wurden. Diese Substanzen sollen durch ihre Verdunstungskälte die
Phosphidteilchen mit einer Kältezone umgeben. All diese Verfahren zur Unterdrückung der Selbstentzündung von Phosphin konnten jedoch ihren Zweck nicht in ausreichendem Maße erfüllen. Weiter ist durch andere Verfahren bekannt, die Selbstentzündung durch Substanzen zu unterdrücken, die Kohlendioxid und z.T. Ammoniak schon unterhalb 60°C durch thermische Dissoziation bilden (wie Harnstoff oder deren Substitutionsprodukte, Natriumcarbonat, Ammoniumcarbaminat usw.). Hierbei sind verhältnismäßig hohe Anteile von 10-65% der die Selbstentzündung unterdrückenden Zusätze, wie z. B. Ammoniumcarbaminat erforderlich, um die Selbstentzündlichkeit des Phosphins zu beeinflussen. Weiterhin ist bekannt, den Phosphiden organische Stickstoff- oder sauerstoffhaltiye Verbindungen (u. a. auch Benzoesäure) zur Verhinderung dor Selbstentzündung des Phosphins zuzusetzen. Auch dieses Verfahren hat den Nachteil, daß aie zugesetzten Substanzen erst in relativ hohen Konzentrationen wirksam sind. Benzoesäure muß ζ. B. in Anteilen von 1-5% den
feuchtigkeitszersetzlichen Phosphiden zugesetzt werden, um die Selbstentzündung zu verhindern.
Durch die erforderlich hohen Inhibitorkonzentrationen werden bei der Verwendung der bekannten Anwendungsformen z. B. im Vorratsschutz die Nahrungs- und Futtermitte! mit Fremd- bzw. Schadstoffen unnötig kontaminiert. Außerdem bedingen diese hohen Inhibitorkonzentrationen Einschränkungen der Anwendbarkeit durch mögliche
geschmackliche und geruchliche Beeinflussungen von Vorratsgütern.
Ziel der Erfindung Durch die Erfindung werden folgende Vorteile erreicht:
- Besonders wirksame Verhinderung der Selbstentzündungsreaktion des bei der Hydrolyse von feuchtigkeitszersetzlichen Phosphiden sich bildenden Phosphins;
- Kostensenkung durch Minimierung der Einsatzmenge des Inhibitors durch synergistische Wirkung;
- Minderung der Kontaminierung des Begasungsgutes mit Fremd- bzw. Schadstoffen;
- Erweiterung der Anwendbarkeit der feuchtigkeitszersetzlichen Phosphide durch Verringerung der sensorischen Beeinträchtigung.
Darlegung des Wesens der Erfindung Aufgabe der Erfindung war es, eine wirkungsvolle Inhibition der Selbstentzündungsreaktion des aus feuchtigkoitszersetzlichen Phosphiden entstehenden Phosphine bei gleichzeitiger Minderung der Kontaminierung mit Schadstoffen bei der Verwendung
der feuchtlgkeitszersetz'-hen Phosphide z.B. in der Schädlingsbekämpfung zu erzielen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Selbstentzündung des aus feuchtigkeitszersetzlichen Phosphiden
entstehenden Phosphins durch die Veiwendung eines Gemisches von Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat inhibiert wird.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat sich in ihrer inhibierenden Wirkung
synergistisch beeinflussen, so daß nur geringe Mengen notwendig sind, um die Selbstentzündung von Phosphin zu verhindern.
Gegenstand der Erfindung ist ein Mittel zur Bekämpfung von Insekten und Nagetieren auf der Basis von
feuchtigkeitszersetzlichen Phosphiden und gegebenenfalls Zusätzen von Kompaktierungshilfsstoffen, bei denen die
Selbstentzündung des bei der Hydrolyse entstehenden Phosphins durch einen Inhibitor verhindert wird, wobei der Inhibitor ein Gemisch von Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat, im Verhältnis 1:1 bis 1:10 Gewichtsteilen, ist. Dieser Inhibitor ist zu 0,5
bis 10Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmischung, beigemischt. Eine besondere Ausführungsform ist ein Mischungsverhältnis von Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat von 1:2 bis 1:4 Gewichtsteilen sowie die Zumischung des Inhibitorgemisches in einer Konzentration von 1 bis 4Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmischung.
Das Bedürfnis der Volkswirtschaft nach anwendungssicheren universell anwendbaren Schädlingsbekämpfungsmitteln auf Basis feuchtigkeitszersetzllcher Phosphide besteht soit längerer Zeit. Die technisch ökonomischen Möglichkeiten zur Herstellung eines solchen Inhibitorgemisches sind ebenfalls seit geraumer Zeit
gegeben, aber bisher noch nicht genutzt.
Mit der vorliegen Jen Erfindung wurde erstmalig die Kombination von Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat angewendet,
wobei der Absolutgehalt für Benzoesäure in der Gesamtmischung 0,95Gew.·% nicht überschreitet.
Erfindungsgemäß wird feinpulvrige Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat in einem Verhältnis von 1:1 bis
1:10 Gewichtsteilen innig vermischt. Dieses so erhaltene synergistisch wirkende Inhibitorgemisch wird den feuchtigkeitszersetzlichen Phosphiden zu 0,5 bis 10Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmischung, beigemischt, wobei der
Absolutgehalt für Benzoesäure in der Gesamtmischung 0,95Gew.-% nicht überschreitet. Die Gemische von feuchtigkeitszersetzlichen Phosphiden mit der erfindungsgemäßen synergistisch wirkenden Inhibitormischung können in den vorerwähnten Anwendungsformen insbesondere zur Bekämpfung von Vorrats- und Hygieneschädlingen sowie erdbaubewohnenden Schadnagern angwendet werden. Die Anwendunq der vorerwähnten Gemische führt besonders im Vorratsschutz zu einer Reihe von Vorteilen. Neben der
wirksamen Verhinderung der Selbstentzündungsreaktion des sich bildenden Phosphins wird durch die synergetische Wirkung der Inhibitormischung und der darauf basierenden erforderlichen geringen Einsatzmenge des Inhibitorgemisches eine
Minimierung der Kontaminierung des Begasungsgutes mit Fremd· bzw. Schadstoffen und die Verhinderung der sensorischen Beeinträchtigung dor Begasungsgüter erzielt. Hierunter zählen vor allen Dingen die geschmackliche, geruchliche oder farbliche Veränderung empfindlicher und meist wertvoller Vorratsgüter, wie z. B. die Genußmittel Kaffee, Tabak und Kakao. Ausführungsbeispiel
Feinpulvrige Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat wird im Verhältnis von 1:3 Gewichtsteilen innig vermischt. Diese Mischung wird zu 2% einem Gemisch von 70% Aluminiumphosphid, 22% Natriumchlorid und 8% Paraffin beigefügt und zu Formkörporn von 3g tablettiert (Tabletten A). Diese Tabletten werden im direkten Vergleich zu einer tablettierten Mischung, bestehend aus 70% Aluminiumphosphid, 22% Natriumchlorid und 8% Paraffin (TablettenB) folgendem Test unterzogen: In einem 1 -I-Becherglas wird der Boden mit einer Schicht von 7g Watte gleichmäßig bedeckt. Nachdem man ein Filterpapier mit gleichem Durchmesser wie das Becherglas auf die glatte Oberfläche dieser Schicht gelegt hat, werden 90ml Wasser langsam auf das Filterpapier gegossen. Danach legt man jeweils 10 Tabletten gleichmäßig auf das Filterpapier aus und deckt das Becherglas mit einem Uhrglas ab.
Während in dem Becherglas, in dem sich die Tablotten B befinden, kurz nach Hydrclysebeginn eine heftige Explosion eintritt, zeigt das aus den Tabletten A entstehende Phosphin keine Neigung zur Selbstentzündung.

Claims (5)

1. Mittel zur Bekämpfung von Insekten und Nagetieren auf der Basis von feuchtig'ieitszersetzlichen Phosphiden und gegebenenfalls Zusätzen von Kompaktierungshilfsstoffen, bei denen die Selbstentzündung des bei der Hydrolyse entstehenden Phosphine durch einen Inhibitor verhindert wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Inhibitor ein Gemisch von Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat im Verhältnis von 1:1 bis 1:10 Gewichtsteilen ist und zu 0,5 bis 10Gew.-% bezogen auf die Gesamtmischung, beigemischt wird, wobei der Absolutgehalt für Benzoesäure in der Gesamtmischung 0,95 Gew.-% nicht überschreitet.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischungsverhältnis aus Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat vorzugsweise aus 1:2 bis 1:4 Gewichtsteilen besteht.
3. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Inhibitorgemisch vorzugsweise in einer Konzentration von 1 bis 4Gew.-% in der Gesamtmischung enthalten ist.
4. Verfahren zur Herstellung des Schädlingsbekämpfungsmittels nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem feuchtigkeitszersetzlichen Phosphid der Inhibitor, der aus einer Mischung von Benzoesäure und Ammoniumcarbaminat im Verhältnis 1:1 bis 1:10 Gewichtsteilen besteht, zu 0,5 bis 10Gew.-._, bezogen auf die Gesamtmischung, beigemischt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel als Pulver oder unter Verwendung von Kompaktierhilfsstoffen als Granulate oder Tabletten hergestellt wird.
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